Schulmedizin aktuell am 8. Juni 2020

Welt

HIV und Aids sind noch immer nicht heilbar. Jeden Tag infizieren sich weltweit über 4.600 Menschen neu mit dem HI-Virus. (Deutsche Aids-Stiftung, 08.06.2020)

Europa

Doctolib, eines der größten E-Health-Unternehmen Europas und Anbieter von Online-Terminvereinbarung und Videosprechstunden, erwartet eine langfristige Etablierung der Telemedizin. Über die App und Webseite von Doctolib können Patienten persönliche und digitale Termine z.B. in Deutschland bei rund 10.000 Ärzten online buchen, verwalten und Videosprechstunden mit ihrem Arzt durchführen. (Doctolib GmbH, 08.06.2020)

Die EU- Kommission hat die Zulassung für „Fluad Tetra“, den ersten adjuvantierten quadrivalenten Influenza-Impfstoff erteilt, der für Personen ab 65 Jahren indiziert ist. Der neue Impfstoff basiert auf der Technologie eines bereits in mehreren europäischen Ländern verfügbaren trivalenten Influenza-Impfstoffs. Der zeigt in dieser Altersgruppe eine nachweislich höhere Wirksamkeit als herkömmliche, nicht-adjuvantierte trivalente Influenza-Impfstoffe. Der neue quadrivalente Impfstoff ist speziell darauf ausgelegt, Erwachsene ab 65 vor 4 Virenstämmen der saisonalen Influenza zu schützen (2 A- und 2 B-Stämme; beim bestehenden trivalenten Impfstoff sind es 2 A-Stämme und 1 B-Stamm). Die Marktzulassung in der EU ist der 1. Schritt, um einen aQIV-Impfstoff für die Grippesaison 2021/22 bereitstellen zu können. (Seqirus, 08.06.2020)

Deutschland

Vor-Ort-Apotheken könnten sich vor allem mit Omnichannel-Konzepten erfolgreich gegenüber der Konkurrenz aus dem Netz behaupten. Hierbei sollten sie ihre Stärken bewusster online ausspielen und mittels digitaler Services aufwerten. Diese wären vor allem die pharmazeutische Kompetenz und Beratung, Verfügbarkeit, Sicherheit und Erreichbarkeit. In der öffentlichen Wahrnehmung stehen Apotheken diesbezüglich aber noch am Anfang: 72 %  der Studienteilnehmer finden, dass Apotheken im digitalen Sektor noch Nachholbedarf haben. (Zukunftspakt Apotheke, 08.06.2020)

Anders als bei Erkältungen, die durch Viren verursacht werden, sind bei Blasenentzündungen häufig Bakterien die Auslöser. Blasenentzündungen werden zu rund 80 % durch sog. E. coli-Bakterien (Escherichia coli) verursacht. Ärzte verschreiben dagegen dann oft Antibiotika, um die Genesung zu beschleunigen. Doch Vorsicht: Diese Wirkstoffe bekämpfen die Erreger zwar ausgesprochen effektiv, haben jedoch unerwünschte Nebenwirkungen: Immer häufiger kommt es vor, dass Keime nicht mehr auf die Behandlung ansprechen, weil sie resistent geworden sind. Das gilt besonders für E. coli. (Schaper & Brümmer GmbH, 08.06.2020)

E. coli. Das Bakterium kommt natürlicherweise im Darm vor, wo es keinen Schaden anrichtet. „Verirrt“ es sich jedoch in die Harnwege und Blase, kann es eine schmerzhafte Entzündung auslösen. Das für die Krankheitsüberwachung und -prävention in Deutschland zuständige Robert Koch Institut warnt davor, dass E. coli-Stämme gleich gegen mehrere Wirkstoffe Resistenzen bilden. Eine Entwicklung, die dringend gestoppt werden muss. Schätzungen zufolge ließe sich die Antibiotika-Verschreibung hauptsächlich durch niedergelassene Ärzte um 30 % verringern. (Schaper & Brümmer GmbH, 08.06.2020)

Die „polymorphe Lichtdermatose“ ist die häufigste Lichterkrankung. Die Beschwerden entstehen dabei durch eine komplexe Immunreaktion der Haut. Daher sollten Betroffene zunächst immer nur kurz in die Sonne gehen und die Zeit auch nur langsam steigern. (Diabetes Ratgeber, 08.06.2020)

Österreich

Arbeitsunfälle bleiben in Österreich auf Rekordtief. So verzeichnete die AUVA 2019 nur mehr 105.449 Arbeitsunfälle hauptsächlich am Bau, in der Wasserversorgung und der Abfallentsorgung. Die häufigsten Unfallursachen waren der „Kontrollverlust“ über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge (33.643 Arbeitsunfälle), „Sturz und Absturz“ (18.865) sowie „Bewegung des Körpers ohne körperliche Belastung“ wie z.B. Zusammenstöße oder Treten auf Gegenstände (17.669). Bei den anerkannten Berufskrankheiten liegt wie schon in den Vorjahren die Schwerhörigkeit durch Lärm an der Spitze, gefolgt von Hauterkrankungen. (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, 08.06.2020)

In Österreich haben 257 von 261 Badegewässer eine ausgezeichnete Wasserqualität. Die Alpenrepublik kommt damit bei den Staaten mit ausschließlich Binnenbadegewässern europaweit auf Platz 1. (Bundesministerium für Soziales, Gesundheit und Pflege, 08.06.2020)

Schweiz

In der Schweiz wird derzeit zu wenig Pflegefachpersonal ausgebildet. Die Schweiz ist jedoch auf gut ausgebildetes Pflegepersonal angewiesen. H+ Die Spitäler der Schweiz und Curaviva Schweiz haben sich von Anfang an für die Erarbeitung eines Indirekten Gegenvorschlags zur Pflegeinitiative eingesetzt. Das mit dem Ziel, die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern und dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen. Angesichts der demographischen Entwicklung werden laut Schätzungen des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums bis zum Jahr 2030 rund 65.000 zusätzliche Pflegepersonen benötigt. (H+ Die Spitäler der Schweiz / Curaviva Schweiz, am 08.06.2020)

Schulmedizin aktuell am 5. Juni 2020

Europa

In Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich, Spanien und Österreich zusammen beträgt der durchschnittliche Marktanteil von Biosimilars im Krankenhaus-Bereich 34,1 % und im sog. niedergelassenen Bereich 11,4 %. (Biosimilarsverband Österreich, 05.06.2020)

Deutschland

2019 gab es in Deutschland 932 Organspender, die im Schnitt auch 3 schwerkranken Patienten eine neue Lebenschance schenkten. Aktuell warten in Deutschland aber noch mehr als 9.000 Patienten dringend auf ein Spenderorgan. … Die Frage nach einer möglichen Organspende am Lebensende wird in vielen Kliniken immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Besonders wichtig ist, die Transplantationsbeauftragten in den Kliniken zu stärken, denn sie haben eine Schlüsselrolle im Prozess zur Organspende. (Deutsche Stiftung Organtransplantation, 05.06.2020)

Nicht nur Heuschnupfen-Geplagte, sondern auch Menschen mit Neurodermitis oder Asthma können unter Pollenallergie leiden ? Pollen gelangen über die Atemwege in den Körper, aber auch über die Haut, und können daher bei Neurodermitis problematisch sein. Laut der Deutschen Haut- und Allergiehilfe reagieren etwa 70-80 % der Neurodermitis-Patienten auf Umweltallergene, weil sie eine durchlässigere Hautbarriere haben. Pollen und andere Allergene oder Bakterien können so durch die geschwächte Haut leichter eindringen und zu einer Verschlechterung der Neurodermitis führen. (Sanofi Genzyme, 05.06.2020)

Infografik: Sanofi Genzyme

Bei Menschen mit Neurodermitis ist das Immunsystem dauerhaft im Ungleichgewicht. Das führt zu den typischen Hautsymptomen einer Neurodermitis, wie etwa trockene und entzündete Hautstellen sowie ständiges Jucken. Der Neurodermitis liegt eine sog. Typ-2-Entzündung zugrunde. Das bedeutet, dass selbst wenn die typischen Hauterscheinungen nicht zu sehen sind, die Haut entzündet ist. Allergene haben damit leichtes Spiel, die Haut zu reizen. Betroffene leiden täglich unter dem Juckreiz, der sich wie tausend Mückenstiche am ganzen Körper anfühlt. Alle Bereiche des Lebens sind dadurch beeinträchtigt. (Sanofi Genzyme, 05.06.2020)

Die Zahl UV-bedingter Hautkrebs-Erkrankungen nimmt seit Jahren zu in Deutschland, wie das Bundesamt für Strahlenschutz feststellt. Besonders hoch ist die Gefahr an weißem Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom oder multiple aktinische Keratose) zu erkranken für Menschen, die viel im Freien arbeiten. Insbesondere die Zeit zwischen 11 und 16 Uhr sollten die Beschäftigten, wenn möglich, im Schatten verbringen. Zum persönlichen Schutz gehört auch, langärmelige Kleidung und einen Helm mit Nackenschutz zu verwenden sowie unbedeckte Körperstellen mit UV-Schutzcreme einzucremen. Dabei gilt: Mindestens Lichtschutzfaktor 30, besser noch 50 verwenden. (BG Bau, 05.06.2020)

Infografik: BG Bau

Nach Schätzung der AdipositasHilfe Deutschland wurden im Zeitraum 21. März bis 8. Mai 2020 rund 1.500 geplante Eingriffe nicht durchgeführt. Das gilt für die zertifizierten Adipositas-Zentren. Hinzu kommen weitere bis zu 600 aufgeschobene Operationen in den nicht-zertifizierten Zentren. (Health TV, 05.06.2020)

Österreich

Die Folgen des Klimawandels stellen eine erhebliche und zunehmende Bedrohung für die Gesundheit der österreichischen Bevölkerung dar. Die Klimakrise macht keine Pause und gegen sie gibt es auch keine Impfung. Ihre Folgen werden immer drastischer spürbar. Wenn man dagegen nichts unternimmt, wird Österreich bis 2050 mit jährlichen Gesundheitskosten von bis zu 10 Mrd. € rechnen müssen. (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, 05.06.2020)

Eine neue Verbrauchsstudie des Biosimilarsverband Österreich (BiVÖ) in Kooperation mit IQVIA zeigt auf, dass in Österreich durch die Einführung von Biosimilars rund 357 Mio. € in den letzten 12 Jahren eingespart werden konnten. Für die kommenden 5 Jahre ist ein weiteres Einsparungspotenzial von bis zu 303 Mio. € möglich. Warum so viel eingespart werden kann zeigt folgendes Beispiel: Die Jahrestherapiekosten von Infliximab, die vor Einführung von Biosimilars bei ca. 15.000 Euro lagen, konnten danach um 66 % gesenkt werden. … Der Gesamtmarkt von Biosimilars und Biologika liegt in Österreich bei 1,3 Mrd. €. (Biosimilarsverband Österreich, 05.06.2020)

Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, dass Österreich mehr ärztliche Hausapotheken braucht bzw. Ärzte ein Dispensierrecht. Im Sinne einer größeren Patientensicherheit wäre es optimal, wenn Patienten künftig ihre Medikamente gleich beim Arzt bekommen könnten und nicht auch noch in die Apotheke gehen müssten. (Österreichische Ärztekammer, 05.06.2020)

Schulmedizin aktuell am 4. Juni 2020

Europa

Die EU-Kommission, die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Investitionsbank Berlin (IBB) haben einen EU-Malariafonds eingerichtet. Dazu werden in einem 1. Schritt 64 Mio. € eingebracht. Der Fonds soll die Lücke zwischen Forschung und Markt schließen sowie realisierbare und preiswerte innovative Lösungen zur Prävention und Behandlung von Malaria ermöglichen. Weitere 6 Mio. € steuern private Investoren bei, darunter die IBB und die Bill & Melinda Gates Stiftung. „Der neue EU-Malariafonds soll die Forschung vorantreiben und Marktlösungen im Kampf gegen diese vermeidbare tödliche Krankheit beschleunigen. Er ist ein Beispiel dafür, wie wichtige globale Akteure mit vereinten Kräften Infektionskrankheiten wie die Malaria bekämpfen und denen helfen können, die es am nötigsten haben“, meint EU-Forschungskommissarin Gabriel. Insgesamt wird die EU 110 Mio. € zu dem Fonds beisteuern. (EU Kommission, 04.06.2020)

Die EU-Kommission stellt der Impfallianz Gavi im Rahmen der weltweiten Corona-Krisenreaktion weitere 300 Mio. € für den Zeitraum 2021-2025 bereit. Das hilft um 300 Mio. Kinder in der Welt zu immunisieren und Impfstoffbestände zur Abwehr künftiger Infektionskrankheiten zu finanzieren. Bereits auf der Geberveranstaltung am 4. Mai wurden der Impfallianz Gavi über 1,5 Mrd. € zugesagt. „Impfstoffe können nur dann Leben retten, wenn jeder, der sie benötigt, Zugang zu ihnen hat. Die Impfallianz Gavi gibt Entwicklungsländern die Möglichkeit, ihre Gesundheitssysteme und Impfprogramme zu stärken und so die Welt so zu einem sichereren Ort zu machen“, findet Kommissionspräsidentin von der Leyen. (EU Kommission, 04.06.2020)

Deutschland

Mit neuen Ergebnissen wartet die weltweit größte OTC-Reizdarmstudie auf, die in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet Gastroenterology & Hepatology publiziert wurde. Erstmals konnten deutsche Wissenschaftler rund um Studienleiter Prof. Dr. Peter Layer vom Israelitischen Krankenhaus Hamburg die signifikante Wirksamkeit eines hitzeinaktivierten Bakterienstammes bei Patienten mit Reizdarmsyndrom (RDS) nachweisen. Die Studienergebnisse mit dem speziellen Stamm B. bifidum HI-MIMBb75 zeigten eine signifikante Reduktion aller RDS-Symptome wie Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfungen bei allen RDS-Subtypen mit einer gleichzeitigen Verbesserung der Lebensqualität gegenüber Placebo. Enthalten ist der untersuchte Bakterienstamm im apothekenpflichtigen Präparat Kijimea Reizdarm PRO. (Synformulas GmbH, 04.06.2020)

Foto: Synformulas GmbH

Die Ursachen für das Reizdarmsyndrom sind vielfältig. So werden u. a. genetische Faktoren, Veränderungen der Darmflora, Stress oder auch Umwelteinflüsse als Auslöser diskutiert. Heute wird davon ausgegangen, dass diese Faktoren zu einer gestörten Darmbarriere führen können, aus der eine erhöhte intestinale Permeabilität („Leaky Gut“) resultieren kann. So können Schadstoffe sowie pathogene Keime in die Darmwand eindringen und Mikroentzündungen hervorrufen. Als Folge kommt es zu Reizungen des Darmnervensystems und den typischen Reizdarmsymptomen wie chronischem Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfung. Der nur im Medizinprodukt Kijimea Reizdarm PRO enthaltene hitzeinaktivierte Bakterienstamm B. bifidum HI-MIMBb75 legt sich sinnbildlich schützend wie ein Pflaster auf die geschädigten Stellen der Darmwand („Pflaster-Effekt PRO“). Durch diese physikalische Adhäsion an die Darmwand scheint der Bakterienstamm ein weiteres bakterielles Eindringen zu verhindern. Die Darmwand kann sich unter diesem „Pflaster“ erholen – typische Darmbeschwerden wie wiederkehrender Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen oder Verstopfung können so abklingen. (Synformulas GmbH, 04.06.2020)

Mit der sog. Methodenbewertungsverfahrensverordnung (MBVerfVO) sollen in Deutschland aber nicht nur die Anforderungen an die medizinische Evidenz der G-BA-Entscheidungen abgesenkt werden. Gleichzeitig sieht der Entwurf auch vor, die Fristen für die Recherche und Auswertung der Studien durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) und den G-BA drastisch zu verkürzen. Das wird aus Sicht der AOK den komplexen Fragestellungen nicht gerecht. Hinzu kommt, dass die Wirtschaftlichkeit der untersuchten Methoden in der Verordnung gar nicht thematisiert wird. Das Bundesgesundheitsministerium plant also an Beitragszahlern und Leistungserbringern vorbei tiefe Eingriffe in die Verfahrensordnung des G-BA, von denen vor allem die Wirtschaft profitiert. Die Anbieter von neuen Leistungen erhalten durch die Verordnung schneller und leichter Zugang zum lukrativen GKV-Markt – auf Kosten der Patientensicherheit. (AOK-Bundesverband, 04.06.2020)

Schon eine Stunde am Tag, die man mit schnellerem Gang mit 5,6 km/h oder Radfahren mit 16 km/h verbringt, reicht, um den Bewegungsmangel am Arbeitsplatz auszugleichen. Da Industrialisierung und Digitalisierung zeitlich bisher nur einen Wimpernschlag in der Evolution einnehmen, laufen im Körper immer noch die urzeitlich bewährten Programme ab, die uns zu mehr körperlicher Leistungsfähigkeit befähigen. (Protina Pharmazeutische GmbH, 04.06.2020)

Infografik: Protina Pharmazeutische GmbH

Es gibt Menschen, deren Körper gegen Infektionen wehrlos ist, weil ihr Immunsystem versagt. Die leiden an einer Immunschwächekrankheit wie ADA-SCID (Adenosine-Deaminase-Severe Combined ImmunoDeficiency) oder dem Wiskott-Aldrich-Syndrom. Bei der seltenen Immunkrankheit ADA-SCID, die nur Kleinkinder betrifft und in Europa jährlich etwa 15 Mal auftritt, sorgt ein Defekt des ADA-Gens im Erbgut für eine Störung der Lymphozyten-Entwicklung. Bei der Behandlung durch eine neue Gentherapie werden dem Patienten bestimmte Blutstammzellen (CD34+) entnommen und ihre DNA modifiziert. (Else Kröner-Fresenius-Stiftung, 04.06.2020)

Dafür werden die Zellen außerhalb des Körpers mithilfe eines viralen Vektors behandelt. Dieser bringt die korrekte Version des Gens für das ADA-Enzym in das Erbgut der entnommenen Zellen ein. Die genetisch veränderten Zellen werden per Infusion zurück in den Blutkreislauf des Patienten gebracht. Ein Teil der modifizierten Zellen siedelt sich dann wieder im Knochenmark an. Der Patient verfügt nun über korrekt funktionierende Blutstammzellen, die Lymphozyten zur Abwehr von Infektionen produzieren – und das vermutlich ein Leben lang.  (Else Kröner-Fresenius-Stiftung, 04.06.2020)

Fast 90 % der Deutschen besucht 1 Mal eine Apotheke. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH), 04.06.2020)

Infografik: Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH)

Evidenzbasierte Leitlinien (S2- und S3-Leitlinien) decken häufig den gesamten „Patientenweg“ von der Prävention bis zur Palliativmedizin ab. Die Vernetzung von evidenz-basierten Leitlinien wie in der Leila PRO App unterstützt die Behandlung von multimorbiden Patienten über die Grenzen von nur einem Fachgebiet hinweg und eignet sich damit bestens für den für den klinischen Alltag. (Leila, 04.06.2020)

Ein Gewinner der Covid-19-Krise ist der Internet-Handel mit Bekleidung und Schuhen, Gesundheitsprodukten sowie Lebensmitteln. Die Service- und Lieferbedingungen der Anbieter müssen jedoch verbessert werden, denn die Konsumenten haben für längere Lieferzeiten kaum Verständnis. Im Gegenteil: Die Notwendigkeit extrem kurze Lieferzeiten steigt aktuell sogar noch. Konsumenten wollen im Schnitt nur noch 2,4 Tage auf ihre Lieferung warten. 2019 waren es noch 3 Tage. Auch die Erwartungshaltung eines kostenlosen Versands ist für die Online-Käufer in allen Produktkategorien gestiegen: (AlixPartners, 04.06.2020)

Österreich

Die Österreichische Apothekerkammer begrüßt die Ankündigung der EU-Kommission, bis Ende des Jahres eine konkrete Pharma-Strategie zu entwickeln, mit der die Medikamentenversorgung in der EU gesichert werden soll. Mittlerweile verbringen Apothekerinnen rund 2 Stunden ihrer täglichen Arbeitszeit damit, vor Ort nicht erhältliche Arzneimittel für Patienten zu beschaffen oder durch Ausweichen auf ein wirkstoffähnliches Produkt zu lösen. (Österreichische Apothekerkammer, 04.06.2020)

Zur effektiven Bekämpfung von Cellulite (Orangenhaut) hat OmniMed Eisenstadt jetzt „Emtone“ von BTL im Programm. Emtone ist die einzige Cellulite-Behandlung, bei der thermische und mechanische Energie zum Einsatz kommen. Dadurch  wirkt das Verfahren gegen alle 5 Hauptursachen von Cellulite sowie gegen erschlaffte Haut an sämtlichen Körperstellen. Bei der Behandlung wird die Haut zuerst durch thermische Hochfrequenzen zu jener Temperatur erwärmt, die die Struktur des körpereigenen Kollagens verändert. Dies regt die Neuproduktion von Kollagen und Elastin an. Die mechanische Energie bricht Faserbänder auf und lässt Fettkammern schrumpfen. Auch die Durchblutung und der Abtransport von Stoffwechselabfällen werden angeregt. (OmniMed Eisenstadt – Ordination für Ästhetik, 04.06.2020)

Schulmedizin aktuell am 2. Juni 2020

Europa

B-Lymphozyten sind Immunzellen, die Antikörper produzieren und eine langanhaltende Immunität bieten. Obwohl B-Zellen ein wichtiges therapeutisches Ziel bei Krebs und rheumatologischen Autoimmunerkrankungen sind, gibt es immer noch erhebliche Lücken im Verständnis, welche Rolle B-Zellen bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. In einem internationalen Konsortium unter Leitung der MedUni Wien wird nun 5 Jahre lang die Funktion von B-Zellen bei Atherosklerose und ihren Komplikationen erforscht. Das Projekt wird u.a. mit 5,8 Mio. € gefördert. (MedUni Wien, 02.06.2020)

Die Nevro Corp. gibt in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Markteinführung des Rückenmarkstimulationssystems „Senza Omnia“ zur Behandlung chronischer Schmerzen  bekannt. Das SCS-System der nächsten Generation soll Ärzten beim Management chronischer Schmerzen die größtmögliche Flexibilität zur Verfügung zu stellen. Senza Omnia bietet als einziges System die HF10-Therapie an und gibt Medizinern auch Zugang zu allen anderen SCS-Frequenzen, entweder unabhängig von oder parallel zur HF10-Therapie. Dies bedeutet für Patienten, dass sie ab jetzt Zugang zur vollen Bandbreite an SCS-Lösungen bzw. Wellenformen haben. Die gängigen SCS-Systeme auf dem Markt sind begrenzt auf Frequenzen unter 1.200 Hertz. Im Gegensatz dazu stellt Senza Omnia Frequenzen zwischen 2 und 10.000 Hertz zur Verfügung. (Nevro Germany GmbH, 02.06.2020)

Bild: Nevro Germany GmbH

Deutschland

83 % der Deutschen möchten eine Apotheke in ihrer Nähe haben. (Wort & Bild Verlag, 02.06.2020)

Nächtliche Wadenkrämpfe können für Betroffene ein Albtraum sein. Ein Wadenkrampf entsteht durch einen unbeabsichtigten Nervenreiz, den das Nervensystem an die Muskulatur sendet. Bei einer normalen Muskelbewegung wird dieser Reiz bewusst gesteuert. Bei einem Krampf ziehen sich die Muskeln allerdings unwillkürlich schlagartig mit einer hohen Intensität zusammen und schmerzen. (Cassella-med GmbH, 02.06.2020)

In Deutschland erhält alle 15 Minuten ein Mensch die Diagnose Blutkrebs (Leukämie). Das sind jedes Jahr rund 39.000 Neuerkrankungen. (DKMS gemeinnützige GmbH, 02.06.2020)

Der Mensch besteht zu 50-60 % aus Wasser, bei Säuglingen sind es sogar 80 %. Wasser benötigt der Körper, um Stoffe zu lösen und zu transportieren. Es erhält den Blutdruck und die Zellen aufrecht, regelt die Körpertemperatur und den Säure-Basen-Haushalt. Schon ein Flüssigkeitsverlust von nur 2 % des Körpergewichts kann die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Normalerweise gehen am Tag rund 2,5 Liter Flüssigkeit über Haut, Atmung, Urin und Stuhl verloren. Etwa 1 Liter wird dann über das Essen wieder aufgenommen, jedoch die restlichen 1,5 Liter muss man täglich trinken. Am besten ist es, regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken. (Informationsbüro Heilwasser, 02.06.2020)

Österreich

Blutplasma ist ein wertvoller Rohstoff, ohne den die Herstellung lebenswichtiger Medikamente unmöglich wäre. Blutplasma spenden kann man übrigens bis zu 50 Mal im Jahr. Dabei wird aus der Armvene Blut entnommen und danach in das flüssige Plasma und die Blutkörperchen getrennt. Das Plasma wird gesammelt, die übrigen Komponenten werden dem Spender wieder einverleibt. (BioLife Europa, 02.06.2020)

In Österreich gab es bislang 16.759 Corona-Erkrankte, wovon sich 15.629 wieder erholten und 669 leider verstarben. (Bundesministerium für Inneres, 02.06.2020)

Anlässlich der Corona-Krise wünschen sich viele Patienten in Spitälern explizit einen tagesklinischen Eingriff, sozusagen eine „operation to go“. Dazu zählen u.a. die Entfernung der Gallenblase, Leistenbruch-Operationen oder ausgewählte proktologische Eingriffe (Hämorrhoiden, Analfisteln,…). (Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien, 02.06.2020)

Die Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin fordert eine grundlegende Reform der notfallmedizinischen und extramuralen Versorgungslandschaft in Österreich. Einzelne öffentlichkeitswirksame Projekte allein seien zu wenig. (ÖGARI, 02.06.2020)

Beim ruhigen wie normalen Aus- und Einatmen entsteht eine Aerosolwolke von 0,5 m – um den Kopfbereich verteilt. Die Ausdehnung – vor allem nach vorne hin – kann dann letztlich bis 0,9 m. betragen. (Universitätsklinik für Notfallmedizin am AKH Wien, 02.06.2020)

Schweiz

Ein wichtiger Teil der Forschungstätigkeit von Prof. Giovanni Camici (Universität Zürich) ist die Innenschicht der Blutgefäße, also wie sich das Endothel verändert oder Schaden nimmt. Störungen des Endothels entstehen durch das Altern der Gefäße, hohen Blutdruck, Blutfett, die Zuckerkrankheit und durch Entzündungen. Der Molekularbiologe hat u.a. Gene ausgemacht, welche die Produktion von aggressiven Sauerstoffverbindungen oder Entzündungsstoffen in den Zellen beeinflussen. Interessanterweise haben diese Gene eine doppelte Funktion: Sie steuern das Lebensalter, also wie alt man wird, und gleichzeitig auch altersbedingte Krankheitsprozesse im Herz-Kreislauf-System. Für neue Therapien insbesondere im Bereich der Genetik ist das gewonnene Wissen sehr wertvoll. (Schweizerische Herzstiftung, 02.06.2020)