18. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Die Entwicklung neuer Antibiotika gilt als wissenschaftlich anspruchsvoll und kostenaufwendig. Ihre Reservefunktion als Notfall-Antibiotika macht eine Refinanzierbarkeit schwierig. Dennoch forschen die Unternehmen der pharmazeutischen Industrie an resistenzverhindernden Wirkstoffen mit neuen Wirkmechanismen. Derzeit befinden sich mehrere Antibiotika-Kandidaten in der Entwicklung und im Zulassungsverfahren. (BPI – Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, 18.11.2019)

Antibiotikaresistente Bakterien. (Bild: BPI)

Antibiotika-Resistenzen nehmen weltweit in Besorgnis erregendem Ausmaß zu. (Cassella-med GmbH, 18.11.2019)

Menschen mit einer diagnostizierten Adipositas erzielen weltweit ein besseres Ergebnis bei der Gewichtsabnahme (definiert als 5 % oder mehr für die Dauer 1 Jahres) als solche, die nicht diagnostiziert wurden (42 % vs. 35 %). (Novo Nordisk Pharma GmbH, 18.11.2019)

Laut der ersten globalen “State of Snacking“-Studie von Mondelez International sagen 59 % der Befragten, dass Snacks in ihrem Leben einen höheren Stellenwert haben als „größere“ Mahlzeiten. Für 66 % der 18-38-Jährigen passen die kleinen, schnellen Mahlzeiten auch viel besser zum Lebensstil als ein komplettes Menü. Im globalen Vergleich wird auch immer um die gleiche Zeit ein Snack konsumiert, in Europa zumeist nach 15 Uhr. (Mondelez International, 18.11.2019)

Mandeln liefern 2 B-Vitamine (Niacin und Riboflavin) und Zink, die alle zur Erhaltung von normaler Haut beitragen. Zusätzlich sind sie reich an Vitamin E, das helfen kann, die Zellen vor oxidativem Stress durch Umweltverschmutzung, UV-Strahlung und anderen Umweltfaktoren zu schützen. Eine Handvoll Mandeln (28 g oder ca. 23 Stück) versorgt den Körper mit 60 % der täglich empfohlenen Menge des Antioxidans Vitamin E. Zusätzlich enthalten Mandeln viel Kupfer, das für die normale Haarpigmentierung eine Rolle spielt. Und laut einer Studie der University of California können Mandeln innerhalb von 4 Monaten die Faltenbreite und die Faltenstärke bei Frauen in der Postmenopause um 10 % und 9 % verringern. (Almond Board of California, 18.11.2019)

Europa

In Europa verursachen Antibiotika-resistente Bakterien jährlich etwa 33.000 Todesfälle. Der Europäische Antibiotikatag am 18. November soll daher das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit antibakteriellen Medikamenten schärfen. Bei nur leichten und wiederkehrenden Infekten gilt es, unnötige Antibiotika-Therapien zu vermeiden. … Setzen sich E. coli-Bakterien in der Blasenschleimhaut fest, können sie zu einer Blasenentzündung führen. Bei einer unbehandelten Zystitis können sogar bleibende Schäden an Nieren und Harnwegen entstehen. Antibiotika sind bei massiven Infektionen des Urogenitaltrakts daher oft die einzige Option. Ein besonderes Problem dabei sind die vielen unkomplizierten und auch wiederkehrenden Infektionen sowie der damit verbundene wiederholte Einsatz von Antibiotika. Dieser führt gemeinhin zu den monierten Resistenzen. Hingegen kann D-Mannose sowohl zur Prävention als auch zur unterstützenden Behandlung von Blasenentzündungen eingesetzt werden. (Cassella-med GmbH, 18.11.2019)

D-Mannose verhindert das Festsetzen von E. coli-Bakterien an der Blasenwand. (Infografik: Cassella-med GmbH)

Die EuroPN-Studie ist eine klinische Studie der Initiative United for Clinical Nutrition, welche die Ernährungsbilanz schwer kranker Patienten in etwa 100 Krankenhäusern aus 11 europäischen Ländern bewerten wird. UFCN möchte die Unterernährung in Krankenhäusern und deren schädigende Auswirkungen auf Patientenergebnisse bekämpfen. Krankheitsbedingte Unterernährung ist für Patienten mit negativen klinischen Folgen verbunden, einschließlich eines erhöhten Risikos für Infektionen, einer verlängerten Beatmung und einer längeren Verweildauer auf der Intensivstation. (Fresenius Kabi Deutschland GmbH, 18.11.2019)

Brennende, gereizte Augen, ein Fremdkörpergefühl oder Lichtempfindlichkeit sind typische Symptome für trockene Augen. Über 60 Mio. Europäer leiden an trockenen Augen, einer Krankheit, die von einem immer wiederkehrenden Aufreißen des schützenden Tränenfilms und übermäßiger Verdunstung der Tränenflüssigkeit gekennzeichnet ist. Die Ursachen für chronisch trockene Augen sind vielschichtig: Klimaanlagen, Trinkmenge, Bildschirmarbeit, kürzerer Schlaf, Freizeitbeschäftigungen vor dem Bildschirm und die daraus resultierende verringerte Blinzelfrequenz, Menopause, Augenoperationen, aber auch Medikamenteneinnahme zählen zu den häufigsten Ursachen. (Croma-Pharma GmbH, 18.11.2019)

Deutschland

Eine nicht zu unterschätzende Ursache für die Antibiotikaresistenzen ist auch der vielfach zu unkritische Einsatz von Breitspektrum-Antibiotika. Diese sollten aber nur verwendet werden, wenn die Therapie unverzüglich begonnen werden muss. In allen anderen Fällen sollten Schmalspektrum-Antibiotika zum Einsatz gelangen. … Die Anzahl der Antibiotika-Hersteller hat in Deutschland in den letzten 10 Jahren um 28 % abgenommen. Denn wenn in Deutschland wie z.B. beim Antibiotikum Ciprofloxacin z.B. ein Festbetrag von 35 Cent gilt, dann ist es kein Wunder, dass es sich für die Antibiotika-Hersteller wirtschaftlich nicht mehr lohnt. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH), 18.11.2019)

Vom Alltag abschalten und gut unterhalten werden sind die wichtigsten Beweggründe für den Besuch einer Spielhalle in Deutschland. Darüber hinaus ist für mindestens 6 von 10 Gästen die Erfahrung einer „klassenlosen Gemeinschaft“ in der Spielhalle wichtig. (Löwen Entertainment GmbH, 18.11.2019)

Infografik: Löwen Entertainment GmbH

Insgesamt steigen laut Studie die Ansprüche jüngerer Patienten an die medizinische Versorgung in Deutschland. Diese sind aus vielen anderen Branchen sog. On-Demand-Dienstleistungen gewohnt und übertragen diese Erfahrung tendenziell auch auf das Gesundheitswesen. (PwC Deutschland, 18.11.2019)

Depression und Suizidgefahr werden im Alter in Deutschland oft nicht erkannt. Dabei steigen beide mit dem Alter stark an, insbesondere bei Männern. Wegen des demografischen Wandels gewinnt das Thema zunehmend an Relevanz.(Stiftung Deutsche Depressionshilfe, 18.11.2019)

Österreich

Anlässlich des vom österreichischen Gesundheitsministerium ausgerichteten Symposiums zum Europäischen Antibiotikatag 2019 ermahnt Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl einen noch sorgsameren Umgang beim Einsatz von Antibiotika. Noch halte Österreich im internationalen Vergleich eine gute Position bei Antibiotikaresistenzen. (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit; 18.11.2019)

In den ländlichen Gebieten Österreichs spitzt sichdie Versorgung mit Arzneimitteln weiter zu, zumal immer mehr öffentliche Apotheken außerhalb der Ballungszentren wirtschaftlich in Bedrängnis geraten. Die Österreichische Ärztekammer präsentiert daher im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Lösungsvorschläge gegen die Krise der Apotheken am Land. (Österreichische Ärztekammer, 18.11.2019)

Geht es nach der Wirtschaftskammer Wien, dann soll Österreichs Hauptstadt eine Metropole der Gesundheitswirtschaft werden. Schon heute sei ist die Gesundheitswirtschaft in Wien gut aufgestellt. Rund 500 Unternehmen würden mit 23.000 Beschäftigen einen Umsatz von 12 Mrd. € pro Jahr generieren. Einer der 6 Bereiche, auf die Wien strategisch im nächsten Jahrzehnt fokussieren wird, sei die Gesundheitswirtschaft. (Wirtschaftskammer Wien, 18.11.2019)

Die Proponenten der Wiener Initiative „Round Table Innovative Gesundheitswirtschaft“. (Foto: F. Wieser)

Demenz ist in Österreich ein brisantes Thema. Derzeit leiden daran rund 130.000 Menschen, doch bis 2030 dürfte die Anzahl auf rund 175.000 steigen und für 2050 wird gar eine Verdoppelung prognostiziert. (Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze, 18.11.2019)

Laut einer Studie der MedUni Wien führt eine fettreiche Ernährung der Mutter im Gehirn von Ungeborenen lebenslangen „Modifikationen“. Mütterliche Organismen produzieren nämlich bei gesteigerter Aufnahme von ungesättigten Fettsäuren ein Übermaß an körpereigenen Endocannabinoiden, die den fetalen Organismus überfordern und die Entwicklung gesunder Hirnnetzwerke einschränken. Das Ergebnis sind Pathologien wie ADHS, Schizophrenie oder Angststörungen. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Schäden durch eine spätere Ernährungsumstellung rückgängig gemacht werden können. (MedUni Wien, 18.11.2019)

Liechtenstein

Die Resultate der Volksabstimmung in Liechtenstein über die Genehmigung eines Verpflichtungskredites für den Neubau des Landesspitals und die Genehmigung der Umwidmung des Vaduzer Grundstücks Nr. 2506 vom Finanzvermögen in das Verwaltungsvermögen erfolgt am 24.11.2019. Das Ergebnis kann anschließend im Internet auf www.abstimmung.li abgerufen werden. (Fürstentum Liechtenstein, 18.11.2019)

Bild: www.abstimmung.li / MHJ

15. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Wenn es um die digitale Ausrichtung von Unternehmen geht, hat die Gesundheitsbranche große Pläne, scheitert jedoch oft noch an der Umsetzung. Die Transformation läuft schleppend und der richtige Weg ist oft noch unklar. Fast 60 % der Pharma-, MedTech- und Consumer Healthcare-Unternehmen haben auch noch immer keine final festgelegte digitale Strategie. Bis 2030 erwarten die befragten Gesundheitsfirmen 32 % des Umsatzes durch digitale Lösungen zu lukrieren, kurzfristig 13 %. (Simon-Kucher & Partners, 15.11.2019)

Europa

Ab März 2020 gilt in Deutschland die Impfpflicht für Kindergärten, Schulen sowie Flüchtlingsunterkünfte. Österreich sollte diesem Beispiel rasch folgen. Wegen der ansteigenden Zahl an Masernfällen hatten davor auch schon Frankreich und Italien eine Impfpflicht verordnet. (Österreichische Ärztekammer, 15.11.2019)

Deutschland

70 % der Deutschen wären bereit, für Gesundheitsangebote, Diagnosen oder Therapien ihre Gesundheitsdaten zur Verfügung zu stellen – darunter sogar 43 % der Gesunden. 48 % wollen das aber nur ohne Auswirkungen auf ihren Krankenversicherungsschutz tun, während sich immerhin 30 % der Befragten dadurch finanzielle Vorteile vorstellen könnten. Grundsätzlich würden 44 % der Deutschen ihre Gesundheitsdaten preisgeben, wenn damit Krankheiten geheilt werden können, 43 %, wenn es der Sicherheit der eigenen Medikamente oder Therapien dient und 39 %, wenn die Kommunikation mit Ärzten und Krankenkassen dadurch schneller und einfacher würde. (SBK – Siemens-Betriebskrankenkasse, 15.11.2019)

Infografik: Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK)

Antibiotika sind Medikamente gegen zum Teil lebensbedrohliche bakterielle Infektionen. Sie sollten daher nur nach ärztlicher Verordnung mit einem Glas Wasser eingenommen werden und auch nur so lange wie nötig. Reste von Antibiotika sollten nicht aufgehoben und über den Hausmüll entsorgt werden – keinesfalls über die Toilette oder das Waschbecken. (ABDA, 15.11.2019)

In Deutschland tragen 45 % der Männer keinen Bart, aber 33 % sehr wohl. Doch laut einer Schweizer Studie sind Männerbärte dreckiger als Hundefell. (Apotheken Umschau, 15.11.2019)

Bärte: Ein Hygiene-Desaster ?

Die Restfeuchtigkeit nach dem Duschen oder Baden begünstigt die Entstehung von Fußpilz. Darum sollte man die Zehenzwischenräume immer gut abtrocknen bzw. die Füße mit moderater Temperatur föhnen. Häufige Ansteckungsorte für Fußpilz sind Hallenbäder und Saunen, aber auch Teppiche in Hotelzimmern. (Apotheken Umschau, 15.11.2019)

2018 kamen in Deutschland 64.417 Kinder zu früh zur Welt, also vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche. 10.577 davon hatten ein Geburtsgewicht von unter 1,5 kg. (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband (DEKV), 15.11.2019)

Pistazien sind ein sehr nahrhafter Snack, welcher nicht nur Melatonin, sondern auch eine Vielzahl von Vitaminen und Antioxidantien enthält. Melatonin ist ein Hormon, das von der Zirbeldrüse produziert wird, um die innere biologische Uhr des Körpers und den täglichen Schlafzyklus zu regulieren. Melatonin als Nahrungsergänzung werden oft bei Schlaflosigkeit oder unregelmäßigen Schlafgewohnheiten eingenommen, die etwa aus Reisen oder unregelmäßigen Arbeitszeiten resultieren. Darüber hinaus haben Pistazien auch 2 bioaktive Schutzverbindungen: Lunasin und den Bowman-Birk-Hemmer, welche eine entzündungshemmende, antiangiogene Wirkung haben und bei der Behandlung von Diabetes Typ 2 helfen können. Zudem können diese Verbindungen zusammen mit anderen in Pistazien vorkommenden Schutzverbindungen wie Lutein, Zeaxanthin und Polyphenole die allgemeine Gesundheit unterstützen. (Colell & Kampmann Design GmbH, 15.11.2019)

Foto: Colell & Kampmann Design GmbH

Österreich

Der Wert personenzentrierter, innovativer Therapien wird von Zahlern und Patienten sowie Behandlern unterschiedlich bewertet. Wie sehr, zeigt der „Report Assessing Person-Centered Therapeutic Innovations“ von IQVIA, der im Auftrag der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (efpia) erstellt wurde. Anwendungserfahrung und Ergebnisnutzen werden in der Bewertung derartiger Therapien kaum berücksichtigt. Zahler und Bewertungsgremien sehen häufig keinen nennenswerten Zusatznutzen im Vergleich zu existierenden Therapien. Während andererseits Patienten und behandelnde Ärzte sehr wohl einen Mehrwert durch eine Verbesserung der Anwendung und der Ergebnisse von Therapien (und deren Kombinationen mit technischen Geräten) erkennen. (Pharmig, 15.11.2019)

14. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Zu den wichtigsten Ursachen von Diabetes zählen die Urbanisierung, eine alternde Bevölkerung, wenig körperliche Aktivität sowie Übergewicht. Die weltweite Prävalenz von Diabetes beträgt 9,3 % oder rund 465 Mio. Menschen. 90 % davon laborieren an Diabetes Typ 2. … Aus bislang unbekannten Gründen nimmt auch Diabetes Typ 1 zu. … Diabetes ist ein ernstes globales Gesundheitsproblem, deren zunehmende Prävalenz ein echter Grund zur Sorge. Wenn Diabetes unentdeckt bleibt oder unzureichend unterstützt wird, besteht das Risiko schwerer und lebensbedrohlicher „Komplikationen“ wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Erblindung und Amputation der unteren Gliedmaßen.   (International Diabetes Federation, 14.11.2019)

Bild: Ascensia Diabetes Care

Das offizielle Thema der International Diabetes Federation für den Weltdiabetestag 2019 lautet „Protect your Family“. Zu diesem Zweck veröffentlichte Ascensia 24 Videos, die die persönlichen Geschichten von Menschen mit Diabetes und den Familien erzählen, die sie unterstützen. Diese Geschichten spielen in 22 verschiedenen Ländern und bieten einzigartige Einblicke in die Art und Weise, wie Familien Menschen mit Diabetes im Alltag unterstützen. Mit der Erstellung und Weitergabe dieser Videos möchte Ascensia die Aufmerksamkeit auf die wichtige Rolle lenken, die Familien bei der Diabetesversorgung spielen. (Ascensia Diabetes Care, 14.11.2019)

Diabetes gilt als eine der großen globalen Gesundheitsbedrohungen des 21. Jahrhunderts. (Merck GmbH, 14.11.2019)

Infografik: Merck GmbH

Deutschland

55 % der Deutschen glauben irrtümlicherweise, dass sie Antibiotikaresistenzen nicht verhindern könnten. Das, obwohl schon 87 % von diesen gehört haben. Allerdings vermuten noch immer 36 % der Bundesbürger fälschlicherweise, dass Antibiotika auch Viren bekämpfen. Außerdem gehören angebrochene Antibiotika-Packungen definitiv in den Hausmüll und dürfen nicht für eine weitere Verwendung im Arzneimittelschrank gelagert werden. … Breitspektrum-Antibiotika sind gegen mehrere Bakterienarten wirksam. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH), 14.11.2019)

Infografik: Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH)

Rauchentwöhnung, Programme für gesunde Ernährung, Arbeitssicherheit, dynamisches Sitzen in den Büros oder gegen Bewegungsmangel – Unternehmen können viele Maßnahmen ergreifen, um (1.) die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und (2.) Unfälle sowie arbeitsbedingten Erkrankungen vorzubeugen. Besonders effektiv sind die Angebote immer dann, wenn sie mehrere gesundheitliche Problemfelder abdecken. (IGA – Initiative Gesundheit und Arbeit, 14.11.2019)

Die deutsche Industrie für Medizintechnik könnte 2019 das 1. Mal die Marke von 32 Mrd. € Umsatz überspringen. (Industrieverband Spectaris, 14.11.2019)

Bis zum Jahr 2100 sind laut „The Lancet Countdown“ jährlich bis zu 5 zusätzliche Hitzewellen in Norddeutschland und bis zu 30 in Süddeutschland zu erwarten, wenn mit dem Ausstoß von Treibhausgasen so weiter gemacht wird wie bisher. Damit einhergehender Hitzestress und hohe bodennahe Ozonkonzentrationen können schwerwiegende Folgen für die menschliche Gesundheit haben. Dazu zählen u.a. Hitzschlag, Herzinfarkt und akutes Nierenversagen wegen Flüssigkeitsmangels. Auch die Gefährdung durch Infektionskrankheiten dürfte wegen des Klimawandels zunehmen. (Bundesärztekammer, 14.11.2019)

Mit rund 2.400 Menschen ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland erneut gesunken. Schnelltests auf HIV, Hepatitis C und Syphilis können in Beratungsstellen künftig auch ohne ärztliche Aufsicht durchgeführt werden. So sieht es das neu beschlossene Masernschutzgesetz in Deutschland vor. (Deutsche Aids-Hilfe, 14.11.2019)

Österreich

Die Bezeichnung „Mediziner der Schule“ tauchte 1832 erstmals auf. Damit bezeichnete Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, abfällig Ärzte, die seiner Theorie nicht folgen wollten. Das von Homöopathen alsdann geprägte Wort „Schuldmedizin“ erhielt durch den Nationalsozialismus einen neuen und durchaus nachhaltigen Drive. (derStandard.at, 14.11.2019)

Bild: derStandard.at / MHJ

Laut der Studie „Pharma Forecast Austria 2023“ wird der erstattungsfähige Arzneimittelmarkt in Österreich bis 2023 jährlich real um durchschnittlich 1,5 % wachsen. Die Prognose zeigt auch, dass durch die Preissenkungen nach Patentabläufen ein Potenzial entsteht, mit dem die erwartbaren Mehrkosten für innovative Arzneimittel mehr als kompensiert werden können. Die Preiseffekte dürften bis 2023 insgesamt rund 944 Mio. € frei machen, denen dann Innovationen in der Höhe von etwa 454 Mio. € gegenüber stünden. (FOPI – Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie, 14.11.2019)

Die Auftraggeber der Studie „Pharma Forecast Austria 2023“ … (Foto: FOPI / APA-Fotoservice / Tesarek)

Die Zukunft der Pharmaindustrie wird 5 Bereiche umfassen: Datenauswertung, Diagnose, Medikamentenherstellung (Drugs), Devices bzw. Gesundheit-Apps sowie Digitalisierung. Pharmaunternehmen werden sich vom Medikamentenhersteller zu ganzheitlichen Gesundheitsunternehmen entwickeln. Diesen Ansatz der „5 D“ wird auch als sog. Integrated Care bezeichnet: Aus einer 360-Grad-Perspektive gilt als oberstes Ziel, den Menschen gesund zu halten. (Sanofi Aventis GmbH, 14.11.2019)

Podiumsgäste von Sanofi in der französischer Botschaft von Wien. (Foto: Sanofi / K. Schiffl)

150 Jahre Schularztwesen in Österreich. (BM für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 14.11.2019)

Transgender-Personen haben das Gefühl, im falschen Körper zu leben. Sie können sich nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren. Eine körperliche Angleichung ist für die Betroffenen meistens der einzige Weg zu ihrer wahren Identität. Viele „Transgender“ nutzen dafür hormonelle und/oder chirurgische Therapien. In der Transgender-Ambulanz des AKH wurden 2018 über 700 Mann-zu-Frau- und 600 Frau-zu-Mann-Personen mit gegengeschlechtlicher Therapie kontrolliert. (Ärztekammer Wien, 14.11.2019)

Schweiz

Im Gesundheitswesen gewinnen Register mit verlässlichen Daten laufend an Bedeutung. Mit wachsenden Datenmengen steigt auch ihre Anzahl. Um zu einer guten Qualität der Register beizutragen, publizierten die Organisationen ANQ, FMH, H+, SAMW und unimedsuisse 2016 gemeinsame Empfehlungen für den Aufbau und Betrieb von Gesundheitsregistern. (H+ Die Spitäler der Schweiz, 14.11.2019)

7. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Pharmakonzerne sind zumeist global agierende, börsennotierte Unternehmen. Der deutsche Markt hat nur einen Anteil von rund 4 % am weltweiten Arzneimittelumsatz. (Wissenschaftliches Instituts der AOK, 07.11.2019)

Europa

Auf einer Skala von 0 („überhaupt nicht zufrieden“) bis 10 („total zufrieden“) lag 2018 der Durchschnitt der Lebenszufriedenheit in der EU 7,3. Seit 2013 erhöhte sich die durchschnittliche Zufriedenheit mit der Finanzlage im eigenen Haushalt auf 6,5, während die durchschnittliche Zufriedenheit mit den persönlichen Beziehungen bei 7,9 stagniert. Mit einem Gesamtdurchschnitt von 8,1 sind übrigens die Einwohner Finnlands am zufriedensten, dicht gefolgt von den Österreichern (8,0), Dänen, Polen und Schweden (je 7,8). Eindeutig am unzufriedensten mit seinem Leben ist man leider in Bulgarien (5,4), Kroatien (6,3), Griechenland und Litauen (je 6,4). (Eurostat, 07.11.2019)

Infografik: Europäische Union

Schätzungen zufolge ernähren sich 1 % der europäischen Bevölkerung. Das heißt, sie essen keine Produkte von Tieren. (Berufsverbandes der Österreichischen Fachärzte für Orthopädie, 07.11.2019)

Deutschland

Die Arzneimittelrabattverträge erhöhen die Versorgungssicherheit, stärken den Wettbewerb unter den Pharmafirmen und senken die Arzneimittelkosten. So sind gegenwärtig von den 9.000 Arzneimitteln, für die es einen AOK-Rabattvertrag gibt, sogar 99,7 % auch lieferbar. Dennoch wird das Gerücht von Lieferengpässen bei Arzneimitteln in Deutschland wegen der dafür verantwortlichen Rabattverträge ständig wiederholt. Die Fakten jedoch erzählen eine andere Geschichte. Im Jahr 2018 waren von den rund 66.000 verschiedenen Arzneimittel, die zu Lasten der GKV verordnet wurden, auch 99,3 % verfügbar. Rabattverträge tragen auch dazu bei, unnötige Medikamentenwechsel zu vermeiden. Das fördert die Therapietreue der Patienten und den Erfolg der Therapie.  (Wissenschaftliches Instituts der AOK, 07.11.2019)

„Plogging“ bedeutet, dass man beim Jogging Müll sammelt und ist – aus Schweden kommend – schon zu einem zu einem internationalen Trendsport geworden, bei dem alle Menschen mitmachen können. Plogging ist Bewegung an der frischen Luft, abwechslungsreicher als „nur“ laufen und geht sowohl in Gruppen als auch allein. (Diabetes Ratgeber, 07.11.2019)

Ploggerin mit eingesammeltem Müll. (Foto: Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen)

Zu den Lifestyle-Erkrankungen, die vor allem durch einen ungesunden Lebensstil verursacht sind, gehören Herzinfarkt, Gefäßerkrankungen und bestimmte Arten von Krebs. Dabei gelten das Rauchen, Übergewicht und mangelnde Bewegung schon seit Jahrzehnten als den Risikofaktoren. (Medical Data Institute GmbH, 07.11.2019)

Reduziert man seinen Zuckerkonsum, wird der Wunsch nach Süßem mit der Zeit schwächer. Hat man dennoch einen sog. Heißhunger auf Süßes, so helfen einfache Tricks dagegen: (1) Wasser zu trinken. Das füllt den Magen und erzeugt vorübergehend ein Sättigungsgefühl. (2) Auch einen Kaugummi kauen kann hilfreich sein. (3) Zuckerfreie Snacks essen wie z.B. eine Handvoll Nüsse. (4) Frühes Zähneputzen am Abend. Man tendiert dann dazu, nachher nichts mehr zu essen. (Apotheken Umschau, 07.11.2019)

Wer krank ist, greift zum Smartphone und lässt sich über die „Medgate“ App telefonisch oder per Video ärztlich beraten und behandeln. Was in der Schweiz bereits seit vielen Jahren Realität ist, wird es nun auch in Deutschland geben. Dazu wurde von der Rhön-Klinikum AG (51 % Anteil) und Medgate (49 %) die Medgate Deutschland GmbH gegründet. Unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen werden die Strukturen für die Erbringung telemedizinischer und digitaler Dienstleistungen analog dem Schweizer Geschäftsmodell aufgebaut. (Medgate AG, 07.11.2019)

Österreich

Nach wie vor gehen 40 % der österreichischen Absolventen eines Medizinstudiums ins Ausland. … Was die Ärztedichte in Europa anbelangt, operiert die OECD schon seit Jahren mit nicht direkt vergleichbarem Datenmaterial. Österreichs tatsächliche Ärztedichte beträgt nur 3,56 pro 1.000 Einwohner und nicht wie von der OECD kolportiert 5,2. (Österreichische Ärztekammer, 07.11.2019)

Liechtenstein

Der sog. Nationale Zukunftstag am 14. Nov. 2019 soll in Liechtenstein Jungen und Mädchen (bis zur 7. Schulstufe) zu einer offenen und vom Geschlecht unabhängigen Berufs- und Lebensplanung animieren. „Nach wie vor dominieren klassische Rollenbilder die Berufswahl und hindern die Jugendlichen daran, ihre Talente zu entfalten. Damit Frauen und Männer in vermeintlich untypischen Berufen weniger Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt sind, braucht es eine Berufsbildungskultur, die alle Lernenden in der Entwicklung ihrer Interessen und Fähigkeiten unterstützt“, heißt es von Seiten des Fürstentums. (Fürstentum Liechtenstein, 07.11.2019)