EU präsentiert Arzneimittelstrategie für Europa

Um Patienten den Zugang zu innovativen wie erschwinglichen Arzneimitteln zu garantieren und die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit sowie die Nachhaltigkeit der EU-Arzneimittelindustrie zu unterstützen, hat die EU- Kommission eine Arzneimittelstrategie für Europa präsentiert. Die Strategie soll Europa ermöglichen, seinen Arzneimittelbedarf durch solide Lieferketten zu decken. Wie von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gefordert, wird die Strategie als „Schlüsselelement für die Schaffung einer stärkeren europäischen Gesundheitsunion“ dazu beitragen, ein zukunftssicheres und krisenfestes EU-Arzneimittelsystem einzurichten.

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Mit der Arzneimittelstrategie der EU werden 4 Ziele verfolgt: (1) Sicherstellung des Zugangs der Patient zu erschwinglichen Arzneimitteln sowie die Deckung des unerfüllten medizinischen Bedarfs (z. B. in den Bereichen antimikrobielle Resistenz, Krebs, seltene Krankheiten). (2) Die Förderung von Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Nachhaltigkeit der europäischen Arzneimittelindustrie samt Entwicklung hochwertiger, sicherer, wirksamer und umweltfreundlicherer Arzneimittel. (3) Die Verbesserung der Krisenvorsorge, Krisenreaktion sowie Versorgungssicherheit. (4) Sicherstellung einer starken EU auf der „Weltbühne“ durch die Förderung hoher Qualitäts-, Wirksamkeits- und Sicherheitsstandards.

Margaritis Schinas

Mit der besagten Strategie soll auch sichergestellt werden, dass die Arzneimittelpolitik der EU in einem sich ständig wandelnden wissenschaftlichen und kommerziellen Umfeld weiterhin „im Dienste der öffentlichen Gesundheit“ steht. Dazu Margaritis Schinas, Kommissar für die europäische Lebensweise: „Dank wirksamer Arzneimittel, Impfstoffe und Behandlungen konnten in der Vergangenheit einige der häufigsten Krankheitsursachen und lebensbedrohlichen Erkrankungen bekämpft werden. Diese Produkte sind für die Gesundheit der Europäer von entscheidender Bedeutung. Mit der neuen Arzneimittelstrategie wird die EU-Arzneimittelindustrie dabei unterstützt, wettbewerbsfähig und innovativ zu bleiben.“

Deutscher EU-Vorsitz mit Konferenzen von B.A.H. und Pro Generika

„Die am 1. Juli 2020 beginnende EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands ist eine hervorragende Grundlage zur Weiterentwicklung der Arzneimittelversorgung in der EU“, unterstreicht Dr. Hubertus Cranz, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (B.A.H.). In deren Rahmen organisiert der B.A.H. auch von 30.11.-01.12.2020 in Berlin eine Konferenz zur Zukunft der Arzneimittelversorgung. Ein wichtiger Punkt wird dabei ist die Stärkung der Versorgungssicherheit bei Medikamenten sein. Der B.A.H. begrüßt, dass auch die Digitalisierung (Stichwort „European Health Data Space“) innerhalb der EU weiter vorangetrieben werden soll. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, 01.07.2020)

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat einen weiteren und für Patienten wesentlichen Punkt auf der Agenda. Gesundheitsminister Jens Spahn nämlich will das Problem der Lieferengpässe angehen und dazu nach Wegen suchen, um die Produktion von kritischen Arzneimitteln und Medizinprodukten wieder nach Europa zu verlagern. Wie realistisch ist das und wie kann die Versorgungssicherheit gestärkt werden ? Das will Pro Generika in einer Digitalkonferenz mit dem Titel „Für ein gesundes Europa“ am 07.10.2020 auf europäischer Bühne diskutieren. (Pro Generika, 01.07.2020)