Blutzucker und Aggression

Dieser Zusammenhang wurde an der Ohio State University von dem Kommunikationswissenschaftler Brad J. Bushman untersucht – und zwar bei Ehepaaren. Denn, haben Sie schon einmal vom Wort

HANGRY

gehört ? Klingt irgendwie seltsam, andererseits auch vertraut, und ist eine Zusammensetzung aus den englischen Eigenschaftswörtern „hungry“ (hungrig) und „angry“ (zornig).

Den Hintergrund dessen kennt wohl jeder von uns, der (noch immer) Kohlenhydrate isst. Man fühlt sich danach einige Zeit ganz gut, jedoch ist der Blutzucker einmal abgefallen, dann wird man ungeduldig, reizbar und schnell wieder hungrig. Doch was heißt das für den Alltag ?

Es entsteht sehr viel Ärger und Aggression, nur weil die Leute schwankende Blutzuckerspiegel haben ! Weil Sie sich bei niedrigem Blutzuckerspiegel nicht beherrschen können, dann aggressiv werden, und das selbst innerhalb der Familie. Dazu fällt mir doch glatt ein Bericht aus der „Bild“ ein vom 25.11.2020: Alle 45 Minuten wird in Deutschland eine Frau von ihrem aktuellen oder früheren Partner verletzt oder angegriffen.

Nun wird das natürlich nicht immer nur am schwankenden Blutzucker liegen, aber lässt man die leeren Kohlenhydrate weg, dann verschwindet auch

das Auf und Ab des Blutzuckerspiegels.

Dann erlebt man auch nicht mehr diesen plötzlichen Heißhunger. Ist dann auch nicht mehr mehr „hangry“ !

Und weil die eingangs erwähnte Studie unter der Ägide eines Kommunikationswissenschaftlers erfolgte, interessiert uns natürlich das Studien-Design. Und das ist, so viel vorweg, ziemlich amüsant. Die teilnehmenden Ehepaare sollten dabei nämlich jeden Abend ihren Zorn auf den Partner dadurch zum Ausdruck bringen, indem sie Stifte in eine Voodoo-Puppe steckten. Je mehr Stifte, desto zorniger war man. Parallel dazu wurde dann der Blutzucker gemessen.

Das Ergebnis: Wenn der Blutzuckerspiegel absinkt, dann steigt das Aggressionspotential !

Was lernen wir daraus ?

Wollen Sie einen weniger reizbaren Partner, wollen Sie „friedliche“ Kinder, dann streichen Sie bitte die (leeren) Kohlenhydrate aus dem Speiseplan. Dann kann der Blutzuckerspiegel nicht mehr so schwanken, jedoch die Liebe zueinander stetig wachsen. Stichwort „Molecules of emotion“ (Prof. C. Pert) !

QUELLE:  Proc Natl Acad Sci U S A. 2014;111(17):6254-6257

PS: Der Mensch braucht ohnehin sein ganzes Leben lang keine Kohlenhydrate essen, denn der Körper stellt sich die, die er braucht, aus Aminosäuren selbst her. Andererseits aber verbraucht eine aggressive Krebszelle 31 Mal mehr Zucker als eine normale Körperzelle … (News 16.09.2019)

Impfstoffe: von der Leyen versteht „die Frustration der Menschen“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat gegenüber Medien ihr Verständnis für die Ungeduld der Menschen geäußert, die möglichst schnell geimpft werden wollen. „Dank des europäischen Ansatzes jedoch können alle 27 EU-Staaten gleichzeitig auf ein breites Angebot an Impfstoffen zugreifen, die auch gegen die Mutationen wirken“, versicherte die ausgebildete Ärztin. Die EU habe auch auf die richtigen Impfstoffhersteller gesetzt. Sie verwies aber auch auf die Tatsache, dass andere Teile der Welt mit Impfstoffen aus der EU versorgt würden. „Das machen die USA nicht. Doch Europa weiß um seine Verantwortung für die Nachbarstaaten.“ Die EU würde also Impfstoffe für die Welt produzieren, „aber natürlich auf unseren fairen Anteil bestehen“.

Von der Leyen könne die Frustration der EU-Bürger „gut“ nachvollziehen, nach den Bestellungen der Impfstoffe seinen jedoch 2 Dinge zusammengekommen: Zum einen wurden die wirksamen Impfstoffe viel schneller „gefunden“ als es zu erwarten war.  Das sei eine großartige Leistung der Wissenschaft gewesen. Zum anderen aber sei die nötige Massenproduktion der Impfstoffe schwieriger als erwartet.

Medienmitteilung