EU rät Staaten zur Überwachung von Covid-19 auch im Abwasser

Die EU-Kommission hat an die Mitgliedsländer eine Empfehlung zur EU-weiten Überwachung von Covid-19 im Abwasser ausgegeben. Deren Ziel ist, ergänzende und unabhängige Informationen zu bekommen, die für Entscheidungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit besonders relevant sind. Laut der Empfehlung sollen die Mitgliedstaaten entsprechende Systeme zur Abwasserüberwachung einrichten. Gefordert werden u.a. einheitliche Methoden der Probenahme sowie die Messung und Analyse von Daten. Letztere sollen dann auf einer künftigen europäischen Austauschplattform gesammelt werden, um eine Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten. EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius erklärte dazu: „Die neuen Corona-Mutationen stellen eine echte Bedrohung für unseren Kampf gegen das Virus dar. Es ist daher wichtig, dass alle verfügbaren Mittel zum Nachweis des Virus und seiner Varianten ausgeschöpft werden, um angemessen und rechtzeitig reagieren zu können. Die Abwasserüberwachung kann dazu eine kostengünstige, schnelle und zuverlässige Informationsquelle sein.“

Medienmitteilung

Neue Risikobewertung: Corona-Pandemie noch lange nicht vorbei

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat eine aktualisierte Risikobewertung der Covid-19-Pandemie vorgenommen und eine Reihe von Leitlinien für nicht-pharmazeutische Maßnahmen (z. B. Handhygiene, Sicherheitsabstände, Reinigung und Belüftung) veröffentlicht. Die neue Risikobewertung zeigt, dass die Anzahl der gemeldeten Infektionen seit August in der gesamten EU wieder stetig gestiegen ist und dass die ergriffenen Maßnahmen keinesfalls ausgereicht haben, um Ansteckungen zu minimieren oder zu verhindern.

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Den Mitgliedstaaten wird daher empfohlen, effektivere Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören vermehrte Tests, die Rückverfolgung von Kontakten, eine bessere Überwachung der Gesundheitslage, ein besserer Zugang zu persönlichen Schutzausrüstungen und Arzneimitteln sowie die Gewährleistung ausreichender Kapazitäten im Gesundheitswesen. Laut EU-Gesundheitskommissarin Kyriakides zeigt die neue Risikobewertung ganz klar, dass die EU wachsam sein müsse. Die Tatsache, dass es in einigen EU-Ländern mehr Infektionsfälle gibt als auf dem Höhepunkt der Krise im März würde verdeutlichen, dass die Corona-Pandemie noch lange nicht vorbei ist.

EU rüstet sich für künftige Covid-19-Ausbrüche

Die EU-Kommission hat Vorsorgemaßnahmen präsentiert, um für künftige COVID-19-Ausbrüche gerüstet zu sein. Denn damit die Ausbreitung des Virus eingedämmt und weitere strenge Maßnahmen wie Lockdowns vermieden werden können, müsse innerhalb der Union eine hohe Wachsamkeit und eine rasche Reaktionsfähigkeit gegeben sein. Der Schwerpunkt liege dabei natürlich auf Initiativen im Gesundheitsbereich wie etwa Tests, Kontakt-Nachverfolgung, eine wirksamere Überwachung der öffentlichen Gesundheit und einen besseren Zugang zu medizinischer Schutzausrüstung, Arzneimitteln und Medizinprodukten.

Bild: EU-Kommission

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sagte dabei: „Seit dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie haben wir bereits viel erreicht, aber das Virus zirkuliert immer noch. Wachsamkeit, Vorsorge und Koordinierung sind nötig, um großflächige Ausbrüche zu verhindern. Heute rufen wir zu entschlossenen und gemeinsamen Maßnahmen zum Schutz der EU-Bürger auf und werden auch die Mitgliedstaaten darin unterstützen. Gerade jetzt dürfen wir in unserer Wachsamkeit vor dem Corona-Virus nicht nachlassen.“

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