Österreich: Verstärkung der Corona-Pandemie in Europa „alarmierend“

Als „alarmierend“ bezeichnet Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober die „Verstärkung der Corona-Pandemie im Großteil Europas“. So würden etwa Deutschland und Österreich Rekordwerte bei den Infektionen aufweisen. In den letzten 24 meldete auch Frankreich ein Plus von 27.000 Fällen und Großbritannien 26.000. Besonders stark allerdings sei mit fast 15.000 Infizierten die Steigerung in Tschechien.

7-Tages-Inzidenz

In Österreich stiegen laut Anschober innerhalb einer Woche die Positivtests um 35 %, die Hospitalisierungen um 50 % und dabei die belegten Intensivbetten um 35 %. Die 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner), die international mittlerweile als Vergleichswert akzeptiert werde, sei mittlerweile in Österreich auf 118 angestiegen, in Deutschland auf 55, in Ungarn auf 87, in Italien auf 115, der Schweiz auf 235, der Slowakei auf 172 und in Slowenien auf 254, in Tschechien sogar auf 563. „Dramatisch ist die Entwicklung der 7-Tages-Inzidenz in Belgien mit 528 und auch Frankreich (227).“

EU verknüpft die nationalen Apps zur Corona-Warnung

Im Kampf gegen das Corona-Virus hat die EU damit begonnen, erste nationale Corona-Warnung-Apps miteinander zu verknüpfen. „Grenzüberschreitend funktionierende Apps zur Kontaktnachverfolgung oder Warnung können ein wirkungsvolles Instrument im Kampf gegen die Ausbreitung von Covid-19 sein“, meint EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Solche Apps könnten andere Maßnahmen ergänzen wie z. B. verstärkte Tests oder die herkömmliche Kontaktrückverfolgung durch die Gesundheitsbehörden. Die EU will jedenfalls „diese Pandemie weiterhin unermüdlich an allen Fronten bekämpfen.“

VIDEO: So funktioniert eine Corona-Warnung-App

Den Anfang machten die Corona-Warnung-Apps der Länder Deutschland, Irland und Italien. Folgen dürften Tschechien, Dänemark, Lettland und Spanien. Die EU-Kommission habe den sog. Datenabgleichsdienst zur Herstellung der Interoperabilität nach einer Einigung der Mitgliedstaaten auf eine Reihe technischer Spezifikationen eingerichtet, um eine europäische Lösung bereitzustellen. Mit diesem Dienst einer digitalen Infrastruktur wird sichergestellt, dass die Apps auch über Grenzen hinweg reibungslos funktionieren. „Die Nutzer brauchen also nur eine App für ganz Europa zu installieren“, versichert Kyriakides.

Der Datenabgleichsdienst wird von T-Systems und SAP entwickelt und eingerichtet und anschließend vom Rechenzentrum der Kommission in Luxemburg aus betrieben.

Covid-19: Wieder besorgniserregender Anstieg in Europa

In Europa werden aus einigen Ländern wieder besorgniserregende Steigerungen gemeldet, was die Infektionen mit dem Coronavirus der letzten 24 Stunden betrifft. Allen voran Spanien mit 9.779 Infekten (+ 2,3 %) und Frankreich mit 7.462 (+ 2,5 %). Luxemburg meldet ebenfalls starke Steigerungen. Überdurchschnittliche Steigerungen verzeichnen Kroatien, Griechenland, Slowakei, Tschechien, Montenegro und Ungarn. Mit 395 Neuinfektionen (bei 272 Genesenen) verzeichnet auch Österreich wieder ein stärkeres Plus von 1,5 %.

Weltweit wurde in den vergangenen 24 Stunden ein Zuwachs von rund 276.000 bestätigten Fällen gemeldet, womit sich die Corona-Pandemie laut österreichischem Gesundheitsministerium „mit großen Schritten“ auf 25 Mio. bestätigte Fälle (abzüglich der Genesenen) zubewegt. Die Zahl der Todesfälle beträgt bislang 835.000.