Denken und Frohmedizin

Die kürzeste Beschreibung der Grundlagen menschlicher Existenz wurde 1990 geprägt: Nämlich die epigenetische Trias aus BEWEGUNG – ERNÄHRUNG – DENKEN. Beim 1. Seminar „Forever young“. Eine recht hilfreiche Gebrauchsanleitung, wie ich finde. Bei der war mir damals wie heute besonders wichtig, in aller Kürze auf den entscheidenden Punkt zu kommen. Wichtig war mir auch, immer wieder zu betonen, dass im Grunde diese 3 Wörter genügen. Wenn man seinen Körper, seine Seele, seine Gesundheit, kurz sein Leben in den Griff bekommen will.

Man braucht auch keine Angst zu haben, dass bei BEWEGUNG – ERNÄHRUNG – DENKEN etwas untergeht. Man etwas versäumen könnte. Folglich tauchen diese 3 Wörter auch immer öfter auf – bezeichnender Weise ein bisschen abgeändert in

Bewegung – Ernährung – Entspannung.

Diese Version scheint beliebter zu sein, besser fassbar. Entspannung heißt schließlich auch Stressabbau. Und Stress ist bekanntlich der stärkste Feind eines gesunden, glücklichen Lebens. Schwächt des Immunsystem ganz gewaltig. Darum auch wird Meditation als Entspannungslehre weitergegeben.

Entspannung durch Meditation ist aber nur das Vorzimmer. Im großen Festsaal ist man da noch nicht. Darum auch war Meditation als Entspannungstechnik für mich immer nur eine Durchgangsstation. Weil ich sehr rasch verstand, dass im Alpha-Zustand, also in dem noch einigermaßen kontrollierbaren meditativen Zustand, sich die Tor zum Unterbewusstsein öffnet. Die kann man auch durchschreiten, wenn man will.

Dann beginnt die Welt der VISUALISIERUNG, der Bilder.

So kann man Glaubenssätze verändern ! Seine tief verwurzelten Regeln, die das wache Leben im Alltag lenken, leiten oder sogar bestimmen, ohne dass man das selbst merkt. So wundert man sich manchmal – im Nachhinein – über so manche Entscheidung und versteht nicht, dass die tief in einem selbst abgelaufen ist. Zum Beispiel: Ich bin halt ein Pechvogel. Oder: Reichtum verdirbt den Charakter. Oder: Sport bei Hitze geht gar nicht.

Alles Glaubenssätze, die das Denken und Handeln im Alltag bestimmen und grundsätzlich wahr machen können. Durch Meditation jedoch kann man diese „Einstellungen“ ändern. Kann die Tür zum Unterbewusstsein öffnen. Dazu muss man nur von anderen (!) Zuständen träumen. Beispiel: Alles, was ich anfange, gelingt auch. Oder: Im Sport bin ich bei Hitze unschlagbar. Oder, oder …

Wichtig ist dabei, selbst in der Figur zu stecken !

Der Blick von außen bringt da nichts. Man muss selbst die Hauptrolle spielen und so die Welt betrachten ! Und wenn man dann in der Situation auflebt, gänzlich mittendrin ist,

dann beginnt das GEFÜHL.

Denn mit jeder Situation, die man sich in Echtzeit ausmalt, ist ein Gefühl verknüpft ! Und erst wenn man von diesem Gefühl gänzlich übermannt wurde, erst dann versteht Ihr Unterbewusstsein auch, was Sie möchten.

Es geht im Leben um Gefühle. Tatsachen sind dafür da, uns Gefühle zu vermitteln. Und Gefühle kann man im Unterbewusstsein verankern. Hat man das einmal gemacht, dann wird sich der Alltag, die großen wie kleinen Entscheidungen, die man täglich scheinbar „automatisch“ trifft, an dem gewünschten (verankerten) Gefühl ausrichten. Die Entscheidungen werden jetzt (plötzlich) ganz anders gelenkt. Orientieren sich an einem neuen Ziel.

Sie gehen dann vielleicht auch noch abends laufen, um sich den Traum eines Marathons zu verwirklichen. Oder trinken doch vermehrt Eiweiß-Shakes, um im Traumurlaub eine perfekte Figur abgeben zu können. Das Unterbewusstsein will die programmierten Gefühle mit aller Macht in die Tat umsetzen. Darauf kann man sich verlassen ! Das Leben kann so einfach sein, wenn man die Spielregeln nicht nur kennt, sondern auch … anwendet.

Spätestens jetzt also sollte klar geworden sein, warum es in der Frohmedizin „Denken“ heißt und nicht nur „Entspannung“.

Schnelles und langsames Denken

Hat uns auch schon der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman in seinem gleichnamigen SPIEGEL-Bestseller erklärt. Dort geht es u.a. auch um „2 Selbste“. Und wenn man gefragt würde, was man gerade denkt, dann könnte man das zumeist beantworten. Dabei sei das nicht einmal die typische Funktionsweise unseres Denkvermögens. Die meisten Gedanken würden nämlich in unserem Bewusstsein auftauchen, ohne dass wir wüssten, wie sie dorthin kamen.

Schnelles Denken wiederum geschehe automatisch – aus erlernten Mustern heraus. Es ermöglicht uns die blitzschnelle Reaktion in gefährlichen Situationen. Zwar sind heute die meisten Situationen nicht so lebensbedrohlich wie in der Steinzeit, trotzdem reagiert das Gehirn noch immer mit schnellem Denken. Also nicht besonders differenziert. Immer nach Schema F.

Hingegen im Zustand des langsamen Denkens, dem Alphazustand, könnten wir Situationen differenzierter erfassen und viel besser und kreativer durchdachte Entscheidungen treffen. Langsames Denken heißt entspanntes und gleichzeitig fokussiertes Denken. Das führe nachweislich zu besseren Ergebnissen. Und ließe sich trainieren.

Mit Meditation.

Und lässt sich erklären. Mit Molekularmedizin: Wenn das Gehirn im Alphazustand ist, steigt die Konzentration des Neurotransmitters GABA so an, dass jede „überflüssige“ Nervenaktivität gehemmt wird. Heißt konkret: Das panische Sich-Sorgen-Machen, das hektische Was-wenn-der-Zug-schon-weg-ist, all dieser „Stress-Schrott“ kann unter dem Einfluss von GABA nicht mehr gedacht werden.

Geht nicht. Das lässt GABA nicht zu, weil es solche Nervenimpulse gar nicht erst weiterleitet. Das ist der Grund, warum Menschen nach intensiver Meditation, auch nach Gebeten, auch nach meditativem Laufen so tiefenentspannt lächeln. Die kann nichts mehr aus der Ruhe bringen – und das hat nicht einmal etwas mit Disziplin oder Mut zu tun.

Das ist Molekularmedizin !

GABA ist der Stoff, der dem Denken den Fokus gibt und gleichzeitig eine zuversichtliche Grundstimmung verbreitet. Meditation ist also ein Wert an sich.

Mehr über GABA stand übrigens in den News vom 24.10.2017. Zusammengefasst:

  • Die Produktion von GABA im Gehirn wird durch Serotonin angeregt.
  • Zur Produktion von GABA benötigt das Gehirn Glutamin.
  • GABA stimuliert auch Wachstumshormon.

Ein Leben ohne Meditation … ist Milliarden Menschen nicht vorstellbar. Mir auch nicht. Ihnen ?