Kurzsichtigkeit

Wir reden bereits von der „Generation kurzsichtig“ und meinen damit die Jugend von heute. Laut Kuratorium gutes Sehen hat die Zahl der Brillenträger in Deutschland in den letzten 3 Jahren um über 1 Mio. zugenommen. Die sind praktisch alle kurzsichtig … Und warum ?

Falsches Training der Augenmuskeln

Ob wir kurz- oder weitsichtig sind, wird von der Form des Augapfels reguliert. Und diese wiederum durch kleine Augenmuskeln. Kleine Wunderwerke. Muskeln, die sich blitzschnell zusammenziehen oder wieder entspannen. Die es uns so ermöglichen, in die Ferne zu schauen und kurz wieder in die Zeitung. Will heißen: Der Augapfel verändert blitzschnell seine Form, wodurch die Sehschärfe variiert und angepasst wird. Ganz nach Wunsch. Verdanken wir Muskeln.

Das mit den Muskeln dürfte ein Satz von allgemeiner Gültigkeit sein. Glaub‘ ich immer mehr, seit ich Prof. Uhlenbruck (inzwischen 88) zum Thema Muskeln verstanden habe (News vom 10.01.2014).

Zumal man Muskeln trainieren kann. Die passen sich an, wenn man z.B. als Bodybuilder Tag für Tag den Bizeps anspannt. Dann wird der eben groß und unbeholfen. Das Gleiche passiert mit den Augen. Wenn Sie zu den Millionen „Schreibtischtätern“ in Deutschland gehören oder zu den 14 – 29-Jährigen gehören, die täglich 4,5 Stunden auf das Handy oder in den Fernseher starren … dann haben Sie in dieser Zeit (ebenfalls) Ihre Muskeln trainiert.

Haben das Auge daran gewöhnt, sich lang zu machen. Damit man auf 30 cm scharf sieht. Das hat der Muskel dann gelernt, macht es immer so und „verkürzt“ sich schließlich. Mit einem Wort: Wenn man nicht ständig die Augen sozusagen zwingt, zwischen nah und fern zu unterscheiden, dann verkümmern dort die Muskeln und Sehnen. Das Resultat ist dann Kurzsichtigkeit.

Davon war ich auch so einer. Hatte ab dem 6. Lebensjahr jeden Tag viele Stunden gelesen – auch beim Essen. Hab‘ das auch meinen Kindern gelernt. Doch heute weiß man, dass Kinder, die weniger als eine Stunde pro Tag draußen sind, ein um 30 % höheres Risiko an Kurzsichtigkeit haben als Kinder, die mehr als 2 Stunden im Freien sind.

Und was heißt im Freien? Man adaptiert in die Ferne. Man guckt vielleicht sogar auf einen Berg, fast immer auf einen Baum, ein Eichhörnchen oder Vögel.

Das ist ein ganz anderes Muskeltraining.

Die Muskeln bestimmen wichtige Teile unseres Lebens. Das Schöne daran: Man kann sie – verkürzt – wieder „umtrainieren“. Ein Beweis?

Vor ein paar Jahren bekam ich eine Lesebrille. „Jetzt wirst du alt“, dachte ich. Hat mich jedenfalls gestört. Ich hab‘ dann aber bei Leo Angart nachgelesen. Ein Büchlein mit Muskelübungen für die Augen. Und siehe da: Nach nur 2 Wochen Augentraining konnte ich die Lesebrille wieder wegwerfen. Habe mich mittlerweile von -4,5 Dpd runtertrainiert auf -1,5. Immerhin. Schöner kann man das Gesagte es nicht beweisen !

Ihr Körper ist ein Wunderwerk. Bitte trainieren Sie auch Ihre Augenmuskeln ! Aber liebevoll. Nicht allzu „preußisch“ …