Schulmedizin kratzt nur an der Oberfläche

Fragen Sie sich auch manchmal, warum alles so mühsam ist? Wie etwa die Absenderin der E-Mail von heute. Und die schreibt gleich zu Beginn von der klassischen Antwort eines Internisten und eines Frauenarztes zu ihren Beschwerden:

Bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung bei meinem Internisten und meinem Frauenarzt habe ich gesagt, dass mit mir etwas nicht stimmt. Aber die meinten nur, dass die Werte perfekt sind und gaben meinen Wechseljahren die Schuld an meinem Unwohlsein. Da müsse ich die nächsten Jahre halt durch …

Ahhhh ja, genau! Zähne zusammenbeißen und leiden. Was soll man sonst tun? Oft genug das klassische Ergebnis der Schulmedizin.

Und dann beschreibt die Patientin, wo sie „halt durch müsse“. Pures Leid. Vielleicht auch der Alltag vieler von Ihnen. Unterstreicht aber auch glücklich, dass sie jetzt wenigstens wisse, WARUM es ihr so schlecht ging:

Auch wenn meine Blutwerte wirklich katastrophal waren, bin ich wahnsinnig froh darüber. Jetzt weiß ich wenigstens den Grund, warum alles so „mühsam“ war. Ich denke, ich habe einfach nur noch funktioniert, weil ich es musste. So richtig bewusst wird mir das erst jetzt:

  • Das schwere Aufstehen am Morgen, nach einer schlaflosen Nacht.
  • Das Arbeiten ohne Konzentration.
  • Die ewige Müdigkeit und Antriebslosigkeit.
  • Die tägliche Anstrengung mit meinem Hund auf den Berg hinauf, ohne Kondition und Muskeln, ohne Energie und immer außer Atem.
  • Der tägliche Kampf gegen mein Übergewicht, das mich wirklich belastete …
  • Die Niedergeschlagenheit und Angst vor dem nächsten Tag, die Schwermütigkeit.

Diese Aufzählung von Leid ist wie eine Schablone. Die wohl auch auf viele von Ihnen passt. 1:1. Und wenn Sie die Schulmediziner um Rat fragen, das tun die Meisten, dann bekommt man die oben zitierte Antwort. Für die Dame hingegen gab es den präzise vorgezeichneten Ausweg der Frohmedizin. Der da heißt Blutanalyse.

Und in der Analyse:

  • ein katastrophales Aminogramm (als Ausgangspunkt des Übels).
  • extremer Zinkmangel
  • zu wenig Vitamin D
  • Eisenmangel (kaum Ferritin)
  • Mangel an Vitamin B12 und
  • Kampf gegen das EBV-Virus

Das genügt eigentlich. Daran stirbt man nicht gleich, aber Leben ist das auch keines. Und Sie haben doch sicher noch meinen Spruch im Ohr?

Man braucht 47 essentielle Nährstoffe. Fehlt auch nur einer davon, ist man tot. Wenn auch nur einer nur zur Hälfte da ist? Dann ist man “halbtot” oder zumindest nur ein halber Mensch. Und wenn gar mehrere dieser Stoffe nur zur Hälfte da sind … ? Diese Antwort geben Sie sich bitte selbst.

Genau dort liegt der Knackpunkt der gesamten Schulmedizin.

Die nimmt diese biochemische Tatsache gar nicht wahr, sondern tastet sich wie blind durch Befunde, gemacht mittels Gastroskopie, Koloskopie, Ultraschall, MRT, CT, Röntgen, Szintigramm … Die kratzt damit aber nur an der Oberfläche. Dahinter verbirgt sich nämlich Biochemie. Die Funktion. Oder übersetzt:

Schulmedizin kennt sich hervorragend aus bei der Hardware. Dummerweise funktioniert der Mensch wie der Computer nur mit einer Software. Ich betone “funktioniert” !!

Depression als Nebenwirkung

Depression ist oft hausgemacht. Gilt für ein Drittel aller Fälle. Also Mitmenschen ohne Antrieb, ständig müde, lustlos, niedergeschlagen, mit Schlafstörungen. Und wenn ich richtig lese, dann überfällt dieser unangenehme Zustand jeden Dritten von uns – einmal im Leben.

Ein Überfall ?

Nun, als Auslöser einer Depression gilt in der Regel zu viel Stress, eine Scheidung oder Trennung vom Partner sowie erbliche Einflüsse. Dass aber jeder 3. dieser depressiven Zustände „hausgemacht“ ist, lerne auch ich soeben ein wenig bestürzt:

In einer US-Studie an 26.000 Teilnehmern eines allgemeinen Gesundheitsüberblicks wurden auch der Medikamentenkonsum und mögliche Symptome einer Depression erhoben. Der erschreckende Befund:

Über ein Drittel nahm Medikamente ein, die eine Depression auslösen können.

Demzufolge erhöht bereits ein Medikament das Risiko einer Depression signifikant. Bei 2 Medikamenten verdoppelt es sich. Haben Sie das gewusst ? Müsste man nur noch die Medikamente kennen, die dafür verantwortlich sind. Da wurden genannt:

  • Antibabypille
  • Magensäureblocker
  • Betablocker
  • Finasterid (Prostata)

Magensäureblocker habe selbst ich früher als Gastroenterologe reichlich verordnet. Offenbar oft eine Depression gleich mit dazu. Das mit der Pille war mir wohl bekannt, seit ich Frau Dr. Annelie Scheuernstuhl gelesen habe (News vom 24.01.2017). An Betablockern herrscht ohnehin Massenkonsum in Deutschland. Bei nervösem Herzen, bei Bluthochdruck etc. Und Finasterid? Wohlfeiles Mittel gegen männlichen Haarausfall, sehr wirksam gegen vergrößerte Prostata.

Aber dass dort die Depression mit inbegriffen ist ?

Da sind wir gleich wieder bei der grundsätzlichen Frage, was eigentlich Pharma-Tabletten taugen. Ihren gewünschten Zweck werden sie wohl oft erfüllen …. Aber wenn sich sog. Nebenwirkungen eigentlich als Hauptwirkungen herausstellen? Was gibt es Schlimmeres als eine Depression? Einen Abschied vom Leben? Wenn man gar nicht mehr will … Ich denke, Sie haben mich verstanden.

Ein (leider) typisches Beispiel: Junge Frau kämpft verzweifelt mit Ihrer Schwermut, schluckt Antidepressiva, erforscht ihr Inneres bzw. lässt es erforschen … und nimmt weiterhin die Pille. Ein Teufelskreis, solange man ihr nichts sagt !

QUELLE: Der Spiegel 25/2018