27. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Schätzungsweise 320 Buben und Mädchen starben an jedem Tag im Jahr 2018 an den Folgen von Aids. Das entspricht 13 Todesfällen pro Stunde. Nur 54 % der infizierten Kinder weltweit erhalten auch antiretroviralen Medikamente. (UNICEF Österreich, 27.11.2019)

Deutschland

Gewalt gegen Ärzte und das Pflegepersonal ist längst trauriger Alltag in Deutschland. (Bild.de, 27.11.2019)

Bild: Bilde.de / MHJ

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die weltweite Todesursache Nummer 1 und verursachen etwa 40 % aller Sterbefälle in Deutschland. Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenzuwirken ist daher ein wichtiges gesamtgesellschaftliches Ziel. (Im Puls. Think Tank Herz-Kreislauf, 27.11.2019)

Radfahren und Joggen gehören zu den beliebtesten Sportarten von Hobbysportlern. Doch was bei diesen Bewegungsformen auf der Strecke bleibt, ist das Training der tieferliegenden Muskulatur. Doch um Rückenbeschwerden vorzubeugen wären genau diese Muskelschichten regelmäßig zu fordern. Das gelingt laut AGR am besten mit folgenden 5 Hilfsmitteln: flexible Schwingstäbe, dynamische Gymnastikbälle, luftgefüllte Balancekissen, weiche Gymnastikmatten und wassergefüllte Trainings- und Therapierollen. (Aktion Gesunder Rücken, 27.11.2019)

Rückenübung mit flexiblem Schwingstab. (Foto: Aktion Gesunder Rücken)

In Deutschland leiden über 9 Mio. Bürger an Inkontinenz. in 43 % der Fälle wissen die Lebenspartner davon nichts. Und wenn sie es wissen, dann haben fast die Hälfte der Betroffenen keinen Sex mehr. Inkontinenz führt aber auch dazu, dass man seinen Lebensradius einschränkt und stets in der Nähe von Toiletten bleiben möchte. (Paul Hartmann AG, 27.11.2019)

Dank der modernen antiretroviralen Therapie ist aus der tödlichen Erkrankung Aids  inzwischen eine chronische geworden. Seit einigen Jahren gibt es für Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko auch die Möglichkeit, vorbeugend bestimmte HIV-Medikamente einzunehmen. Seit 1. Sept. 2019 werden diese sog. Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) sogar von den Krankenkassen bezahlt. (Pharma Fakten, 27.11.2019)

Infografik: UNAids / Pharma Phakten

Österreich

Das Ziel der 1. Gesundheitsmesse von Österreichs größtem Medizin-Portal war, medizinisches Fachwissen für alle Besucher verständlich zu vermitteln und persönlichen Kontakt zwischen gesundheitsinteressierten Patienten und Experten zu schaffen. Das sei netdoktor.at, so Geschäftsführerin Sonja Felber, mit Bravour gelungen. (netdoktor.at, 27.11.2019)

1. Gesundheitsmesse von netdoktor.at u.a. mit Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. (Foto: netdoktor.at)

Schuppenflechte (Psoriasis) ist keine angeborene Erkrankung, sondern tritt erst im Lauf des Lebens auf und hat Ursachen, die zum Teil noch nicht erforscht sind. In der biomedizinischen Wissenschaft wird diese häufig auftretende entzündliche Hauterkrankung zumeist mit einer Störung im Immunsystem in Zusammenhang gebracht, bei der sich die körpereigene Immunabwehr gegen gesunde Hautzellen richtet. Forscher der MedUni Wien konnten nun zeigen, dass auch eine genetische Veränderung in den Haarfollikeln der Haut-Stammzellen die Schuppenflechte auslösen kann. (MedUni Wien, 27.11.2019)

Aids Hilfe Wien will als Weiterentwicklung ein Zentrum für Gesundheit werden. Gerade beim Thema sexuelle Gesundheit gelte eine wertneutrale und zugewandte Begegnungskultur als ein Schlüsselfaktor für die Inanspruchnahme, (Aids Hilfe Wien, 27.11.2019)

Laut einer dänischen Studie mit über 60.000 Männern wurde festgestellt, dass Männer ohne Samenzellen im Ejakulat (Azoospermie) früher versterben.  Männliche Unfruchtbarkeit konnte generell auch mit einem erhöhtem Risiko an Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes assoziiert werden (Wunschbaby Institut Feichtinger, 27.11.2019)

Schweiz

Immer mehr Jungärzte in der Schweiz wollen keine eigene Praxis mehr führen. Lieber lassen sie sich von Firmen anstellen. Mittlerweile sind 56 % der 8.175 Haus- und Kinderärzte in 1.100 Gruppenpraxen tätig. (Handelszeitung, 27.11.2019)

Liechtenstein

Die Regierung Liechtensteins hat eine Abänderung der Unfallversicherungsverordnung beschlossen. Demnach müssen die Unfallversicherer des Fürstentums in Zukunft jeden Berufsunfall und jede Berufskrankheit dem Amt für Volkswirtschaft melden, denn die Auswertung dieser Unfalldaten sei ein hilfreiches Instrument in der Unfallprävention. (Fürstentum Liechtenstein, 27.11.2019)

25. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

Die Zahl der jährlich neu auf den Markt kommenden Antibiotika sinkt ständig. Laut WHO könnten Antibiotikaresistenzen bis 2050 weltweit die häufigste Todesursache sein. Die Verordnung von Antibiotika bei unkomplizierten Erkrankungen ist europaweit nach wie vor auf einem zu hohem Niveau. Es ist aber vielmehr ein zurückhaltender Einsatz chemisch-synthetischer Antibiotika essenziel, um diese wichtige Arzneistoffgruppe für ernste und bedrohliche Erkrankungen zu bewahren. Im Kampf gegen die zunehmenden Bakterienresistenzen rücken daher wirksame pflanzliche Therapieansätze verstärkt in den Fokus. So können zum Beispiel bei Blasenentzündungen und Erkältungskrankheiten pflanzliche Senföle zum Einsatz kommen. Für banale Infektionen hat die Natur wirkungsvolle Alternativen zu bieten. (12. Europäischer Antibiotikatag 2019, 25.11.2019)

Deutschland

Prävention, Heilung oder den Stopp von Erkrankungen wünschen sich 76 % der Deutschen von der Medizin 2030. Das ergab eine Umfrage von Sanofi-Aventis Deutschland. Der Einzug digitaler Innovationen in den Arztpraxen und Krankenhäusern wird hingegen kontrovers betrachtet. So bleibt der Arzt für die Menschen in Deutschland auch noch in mehr als 10 Jahren wichtiger als die komplette Digitalisierung der Medizin. Mit dem Gedanken, dass in Krankenhäusern mehrheitlich Computer und Roboter anzutreffen sind, damit könnten sich nur 25 % der Deutschen anfreunden. Doch immerhin 40 % können sich bis 2030 vorstellen, Arzttermine mittels Telemedizin und von zu Hause aus wahrzunehmen. (Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, 25.11.2019)

Infografik: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Um Stress und Herausforderungen zu meistern, können auch geeignete Nahrungsergänzungsmittel helfen.  Der Mineralstoff Magnesium vitalisiert die Muskeln, die Vitamine B1, B2, B6 und B12 stabilisieren die Nerven. (Protina Pharmazeutische GmbH, 25.11.2019)

Die AOK setzt bundesweit auf die Expertise von über 1.500 ausgebildeten AOK-Präventionsfachkräften. Diese erarbeiten Angebote, die passgenau auf die Lebensumstände der Menschen abgestimmt sind, und begleiten sie auch mit ihrem Fachwissen im gesamten Bundesgebiet. (AOK-Bundesverband, 25.11.2019)

Jeden Tag ein paar Wal-, Hasel- und Macadamianüsse zu knabbern, das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Denn eine handvoll Nüsse pro Tag, also etwa 25 g, gehören zu einer vollwertigen Ernährung dazu. Nüsse vermindern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und offenbar auch Diabetes und Infektionen. Der hohe Anteil an Omega-3-Fetten bei Walnüssen und Leinsamen kann Entzündungen wie Gefäßverkalkung, Rheuma und Schuppenflechte positiv beeinflussen. Zudem fördern die Ballaststoffe in Nüssen die Verdauung. Das Eisen in Nüssen ist wichtig für den Sauerstofftransport im Blut und die B-Vitamine für das Nervensystem. (Apotheken Umschau, 25.11.2019)

Der Gesprächskreis II, ein Zusammenschluss von 35 deutschen Psychotherapieverbänden, verabschiedet Resolutionen zur Klimapolitik, zum Datenschutz und zum Tabakwerbeverbot. Damit positionieren sich die Psychotherapieverbände zu aktuellen fach- und berufspolitischen Themen von Psychotherapeuten in ganz Deutschland. (Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie, 25.11.2019)

Manchmal dauert es, bis die Öffentlichkeit von Sensationen Notiz nimmt. So können z.B. heute Menschen mit HIV längst leben wie alle anderen. Die Medikamente erhalten die Gesundheit. Und mehr noch: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Diese wissenschaftliche Tatsache kennen aber nur 10 % der Bevölkerung, ergab eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 2017. Die HIV-Therapie verhindert die Vermehrung des Virus im Körper und verhindert eine Übertragung zuverlässig, wenn im Blut dauerhaft keine HI-Viren mehr nachweisbar sind. HIV ist dann auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragbar. Im Alltag ist eine Übertragung ohnehin nicht möglich. (Deutsche Aids-Hilfe, 25.11.2019)

Von sanftem Handfesseln bis hin zur völligen Bewegungsunfähigkeit: Fesseln (Bondage) versteht sich als intensive erotische Grenzerfahrung, die in Deutschland an Beliebheit gewinnt. So zeigt eine Umfrage von JOYclub, dass 70 % der befragten Männer und Frauen bereits Fesselspiele in ihr Liebesleben einbezogen haben und weitere 21 % dies möchten. Insbesondere Frauen (46 %) würden den gezielten Kontrollverlust als erregend empfinden, unter den Männern sind es nur 15 %. (JOYclub, 25.11.2019)

Frau im Rahmen eines (erotischen) Fesselspiels. (Foto: JOYclub)

Seit 2018 können intersexuelle Menschen in Deutschland wählen, welches Geschlecht sie dokumentieren lassen wollen: männlich, weiblich, divers (neu !) oder keinen Eintrag. Der Personenstandseintrag „divers“ ist eine tiefgreifende kulturelle Umwälzung unserer Zeit, gegen den es auch Widerstand gibt. So sieht etwa Papst Franziskus in der „Gender-Ideologie“ einen „Weltkrieg gegen die Ehe“ und der Verein Deutsche Sprache im „Gender-Unfug“ einen „zerstörerischen Eingriff in die deutsche Sprache“. Rechtspopulisten in ganz Europa bekämpfen den „Gender-Wahn“ ebenso und propagieren die heterosexuelle Kleinfamilie als Basis einer „gesunden“ Gesellschaft. (3sat, 25.11.2019)

Foto: ZDF / Kobalt Productions

Österreich

61 % der Frauen und 50 % der Männer in Österreich klagen über große Müdigkeit. Immerhin 25 % davon konsultieren deswegen auch einen Arzt, obwohl der Müdigkeit oft ein Eisenmangel zu Grunde liegt, der einfach therapierbar wäre. Doch das Wissen darüber ist in der Bevölkerung gering. Entscheidend bei der Diagnose ist auch nicht – wie viele glauben – der Eisenwert im Blut, sondern der „Ferritinwert“. Ist der größer als 100, dann besteht kein Eisenmangel. (Österreichische Gesellschaft für ambulante Medizin, 25.11.2019)

Das tun die Österreicher bei latenter Müdigkeit. (Infografik: marketagent.com)

Die Pharmaindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Standort Österreich. Die Arzneimittelhersteller sind Garanten für Gesundheit, Wohlstand und Beschäftigung. Aktuell erwirtschaften Österreichs Pharmaunternehmen direkt rund 5 Mrd. E pro Jahr. Wenn man auch noch die vor- und nachgelagerten Bereiche einbezieht, ergibt sich sogar eine indirekte Wertschöpfung von etwa 10 Mrd. €. Damit leistet die Pharmaindustrie einen Beitrag von fast 3 % zum Bruttoinlandsprodukt Österreichs. Doch wenn auch bei günstigen Medikamenten weiter an der Preisschraube gedreht wird, ist eine konkurrenzfähige Produktion in Österreich nicht mehr möglich. (Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs, 25.11.2019)

In Österreich stellt die Pharmaindustrie derzeit etwa 18.000 Arbeitsplätze zur Verfügung, indirekt sind es sogar 64.000. (Pharmig, 25.11.2019)

Novartis und Sandoz erreichten 2018 mit ihren Produkten rund 5 Mio. Patienten in Österreich. Jeder von Novartis in Österreich investierte Euro generiert weitere 2 in der Gesamtwirtschaft. Die Novartis Austria GmbH ist eine 100%-Tochter der Novartis AG in Basel und beschäftigt aktuell 5.100 Mitarbeiter. (Novartis Austria GmbH, 25.11.2019)

Pressekonferenz von Novartis Austria u.a. mit Geschäftsführer Michael Kocher. (Foto: Novartis Pharma GmbH / APA-Fotoservice / Pichler)

Schweiz

Die vorausgesagte Trendwende im Schweizer Gesundheitswesen ist eingetroffen. Es findet eine Konsolidierung statt: Künftig wird es weniger Spitäler, aber mehr ambulante Gesundheitszentren geben. Die Ambulantisierung in der Akutsomatik, Psychiatrie, Rehabilitation und im Alters- und Pflegeheimmarkt wird weiter zunehmen. Zudem sind die Akutsomatik und Rehabilitation zu wenig rentabel, um Investitionen eigenständig und nachhaltig tragen zu können. Mit dem wirtschaftlichen Druck steigen auch die Ansprüche an die Finanzierung zusehends. Mit einer optimalen Struktur, effizienten digitalen Prozessen und gut ausgebildeten Mitarbeitern avanciert sie zum strategischen Businesspartner. (PwC Schweiz, 25.11.2019)

Infografik: PwC Schweiz

Derzeit findet in der Schweiz ein Wechsel von volumenorientierten Wachstumsstrategien zu qualitätsgetriebenen Strategien in integrierten Versorgungsräumen statt. Das ist dringend nötig, denn die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen wird in Zukunft steigen. Ebenso die Gesundheitskosten, die ohne neue Ansätze weiter in Richtung 20 % des BIP voranschreiten werden. (PwC Schweiz, 25.11.2019)

22. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Weltweit leiden 37 Mio. Menschen oder 2 % der Weltbevölkerung an HIV bzw. Aids. Und vor genau 10 Jahren entstand das Unternehmen ViiV Healthcare aus einer Kooperation von GSK und Pfizer als erstes und weiterhin einziges Pharmaunternehmen, das sich nur auf HIV konzentriert. (GlaxoSmithKline Pharma GmbH, 22.11.2019)

Europa

Bei Import-Arzneimitteln nutzen die Importeure Preisunterschiede von Markenarzneimitteln in den einzelnen EU-Ländern. Sie kaufen diese im Ausland kostengünstig ein und bringen sie ins jeweilige Heimatland. Dort wird das vom Hersteller bereits freigegebene Produkt nochmals geprüft. So versorgen die Importeure Patienten mit Originalmedikamenten zu niedrigeren Preisen. Kurz gesagt: Import-Arzneimittel sind Originale zum besten Preis. (Die Arzneimittel-Importeure, 22.11.2019)

Deutschland

Import-Arzneimittel entlasten die Patienten und Krankenkassen: Allein in Deutschland ermöglichten Import-Arzneimittel 2017 Einsparungen von 264 Mio. €, Tendenz steigend. Bei teuren patentgeschützten Arzneimitteln stellen Importe häufig die einzige preisgünstige Alternative dar. Sie stärken den Wettbewerb, wirken preisregulierend und fördern den Abschluss von Rabattverträgen zwischen Herstellern und Krankenkassen. Das zahlt sich aus. Das indirekte Einsparpotenzial beläuft sich auf rund 2,6 Mrd. €. (Die Arzneimittel-Importeure, 22.11.2019)

Bei der Versorgung von Mukoviszidose in Deutschland herrscht ein eklatanter Fachkräftemangel. Fast die Hälfte der Stellen kann nicht besetzt werden.  Mit aktuell 44 % (2030 sogar 50 %) ist der Fachkräftemangel in diesem Bereich sogar um ein Vielfaches höher als in der gesamten Gesundheitswirtschaft. Dort geht man bis 2030 von einem Mangel an 16 % aus. (Mukoviszidose e.V., 22.11.2019)

Infografik: Mukoviszidose e.V.

Jede Form der Kriminalisierung von Prostitution schadet genau den Menschen, die sie ausüben. Behauptungen der Politik, dadurch könnten Prostituierte vor Zwang und Menschenhandel geschützt werden, weisen die Fachleute zurück, denn die Studien sind eindeutig: Eine Kriminalisierung des Sexkaufs erhöht das Risiko der Betroffenen, Opfer von Gewalt und anderen Straftaten zu werden oder sich sexuell übertragbare Infektionen zuzuziehen. Das gilt ganz besonders für Frauen mit aufenthaltsrechtlichen Problemen und ohne Krankenversicherung. Noch fällt in Deutschland fällt Prostitution unter die verfassungsrechtlich geschützte Berufsfreiheit. (Deutsche Aids-Hilfe, 22.11.2019)

Hält der Stress über eine längere Zeit an, kann das die Gesundheit negativ beeinflussen. Ursache sind die beiden Hormone Adrenalin und Cortisol, die unser Körper in Stresssituation ausschüttet. Durch den ständig erhöhten Cortisolspiegel begünstigt Dauerstress Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Es kann auch zu Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Problemen, Depressionen und Schlafstörungen kommen. (Apotheken Umschau, 22.11.2019)

England

Bis zu 33 % der Patienten mit dem größten Schlaganfallrisiko werden nicht antikoaguliert, Patienten mit sehr geringem Risiko dagegen schon. Um diese Lücke zu schließen, hat TRI ein Werkzeug zur Risikoberechnung entwickelt. Damit können Ärzte künftig bei Vorhofflimmern fundiertere, evidenzbasierte Entscheidungen treffen. … Eine weitere Herausforderung für den Arzt besteht darin, dass vereinfachte Risikowerte oft binäre Entscheidungen (Herzinsuffizienz, höheres Alter) verwenden, doch die zugrunde liegenden Risikofaktoren stehen in einem kontinuierlichen Zusammenhang mit dem Risiko, und das kann nichtlinear sein (Herzfrequenz, Blutdruck). Wenn ein Messwert in Kategorien umgewandelt wird, bedeutet das, dass jeder in dieser Kategorie das gleiche Risiko trägt. (Thrombosis Research Institute (TRI), 22.11.2019)

Österreich

Von Forschungsnetzwerken wie OKIDS profitieren nicht nur Patienten, sondern auch die globale Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Österreich. 2015 wurde OKIDS über EnprEMA (European Network of Paediatric Research at the European Medicines Agency) akkreditiert und somit auf europäischer Ebene sichtbar. (Pharmig, 22.11.2019)

Schweiz

Mit 7,6 Mrd. CHF haben 2018 die Medikamentenkosten in der Schweiz für die Krankenversicherungen einen neuen Höhepunkt erreicht. Dabei bildeten erneut Immunsuppressiva die teuerste Medikamentengruppe, jedoch dicht gefolgt von den Krebsmedikamenten. 2018 kamen insgesamt 22 neue Wirkstoffe auf den Markt, vornehmlich in diesen beiden Gruppen. (Helsana Gruppe, 22.11.2019)

21. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Europa

In WHO-Europa (inkl. Russland) sind 0,3 % der Bevölkerung mit HIV infiziert. Mindestens 1 Drittel davon weiß es nicht. In WHO-Europa leben zudem ungefähr 15 Mio. Menschen (oder 2 %) mit chronischer Hepatitis B und 14 Mio. mit Hepatitis C. (Österreichische Aids-Hilfe, 21.11.2019)

Deutschland

Auch die Blase kann trainiert werden ! Viele Menschen mit schwächelnder Blase gehen vorsorglich und mehrmals am Tag zur Toilette, doch damit erreichen sie genau das Gegenteil: Durch die häufigen vorzeitigen Toilettengänge wird die Regulationsstörung der Blase verschärft und die Blasenkapazität nimmt immer weiter ab. Durch fixe Toilettenzeiten jedoch gewöhnt sich die Blase nach und nach an größere Urinmengen, worauf der Harndrang seltener und weniger plötzlich einsetzt. (Deutsche Seniorenliga, 21.11.2019)

Gegen immer mehr Krankheitserreger sind Medikamente machtlos. (ZDF, 21.11.2019)

Seit der Einführung der Adalimumab-Biosimilars ist die Zahl der damit behandelten GKV-Patienten gestiegen. Es gibt also jetzt mehr Menschen mit Rheuma, chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten oder Schuppenflechte in Deutschland, die Zugang zu einem biologischen Arzneimittel haben als davor. Das bezieht sich aber nur auf Rheuma. Bei Krebs und Trastuzumab z.B. wird genau so viel Trastuzumab (Original oder Biosimilar) verschrieben wie vorher. (Pro Generika, 21.11.2019)

Infografik: Pro Generika

In der streng regulierten Pharmaindustrie entscheidet die Produktqualität. Folglich arbeiten fast 25 % der Produktionsmitarbeiter in der Qualitätssicherung – Tendenz ist steigend. Die Ausgaben für dieses Personal und zur Beseitigung von Qualitätsmängeln betragen schätzungsweise bis zu 30 % der Gesamtkosten. Doch die Inhalte der sog. SOP-Dokumentationen sind im Normalfall für die Mitarbeiter in der Arzneimittelproduktion viel zu kompliziert und eignen sich auch kaum für Trainings. Vielmehr sollten sie schon beim 1. Durchlesen einer SOP verstehen, worum es geht.  (Main5 GmbH, 21.11.2019)

Der Schrei eines Säuglings nach der Geburt kann bereits über diverse Störungsbilder wie etwa Fehlbildungen der Artikulationsorgane, frühkindliche neurologische Störungen oder Hörstörungen Aufschluss geben. Das ergab ein Forschungsprojekt der Hochschule Fresenius samt einer Trefferquote von 99 %. Eines speziellen technischen Verfahren kann nunmehr nicht nur gesunde von pathologischen Schreien unterscheiden, sondern letztere auch einem bestimmten Störungsbild zuordnen. (Hochschule Fresenius, 21.11.2019)

In Deutschland zeigt sich ein misslicher Trend: Aktuell halten 57 % der Erwachsenen E-Zigaretten – entgegen der wissenschaftlichen Faktenlage – für genauso schädlich oder sogar noch schädlicher als Tabakzigaretten – Tendenz steigend. Gesundheitsbehörden und Politiker in Deutschland müssen ihrer Pflicht zur Aufklärung der Bevölkerung dringend deutlicher und schneller nachkommen ! Durch den Umstieg auf E-Zigaretten könnte 20 % der deutschen Bevölkerung dabei geholfen werden, die Gesundheitsrisiken des Rauchens drastisch zu verringern. Es ist eine gesundheitspolitische Schande, dass diese Chance bisher nicht genutzt wird. (Verband des eZigarettenhandels, 21.11.2019)

Spielen mit den Enkelkindern halten 84 % der deutschen Großeltern für das beste Mittel gegen das Älterwerden. 67 % würden während der gemeinsamen Spielzeit ihr eigenes Alter vergessen. (Lego GmbH, 21.11.2019)

Einbrüche gehören zu den größten Ängsten der Deutschen. Vor allem die emotionalen Folgen sind gefürchtet. Doch in wirksamen Einbruchschutz wird oft erst dann investiert, wenn es zu Vorfällen in der Nachbarschaft gekommen ist. (Protection One GmbH, 21.11.2019)

Infografik: Protection One GmbH

48 % aller Gerichtsstreitigkeiten in Deutschland dauern 1 Jahr oder länger. Dabei können die Verfahrenskosten ein Vielfaches des eigentlichen Streitwerts ausmachen. Die meisten Streifälle (38 %) beziehen sich auf das Privat- und Strafrecht, gefolgt von Verkehrsrecht (33 %) und Arbeitsrecht (13 %). (Generali Deutschland AG, 21.11.2019)

Mittels mentaler Übungen und Hypnose-Einheiten hat jeder die Chance, das Rauchen aufzugeben, wenn er wirklich aufhören will. Der deutsche Mental-Coach Peter Koss ist kein Unbekannter. Seine Seminare zur Rauchentwöhnung in Deutschland, der Schweiz und in Südtirol sind seit vielen Jahren legendär. (Peter Koss, 21.11.2019)

Österreich

Gesundheit beginnt im Kopf bzw. tragen mentale Prozesse wesentlich zur körperlichen Gesundheit bei. Gedanken und innere Bilder beeinflussen maßgeblich, wie man sich fühlt und was man verwirklichen kann. Die innere Haltung hat Einfluss auf die Gesundheit, auf beruflichen Erfolg oder auf sportliche Ziele. (Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze, 21.11.2019)

Schweiz

Die Krebsliga Schweiz hat Andrea Alimonti den Robert Renner Preis 2019 verliehen. Der in der Schweiz forschende Italiener entdeckte, dass auch Krebszellen unter gewissen Umständen altern – und dass sich diese Alterung (Seneszenz) sogar herbeiführen und verstärken lässt, um eine Krebserkrankung in Schach zu halten. (Krebsliga Schweiz, 21.11.2019)

Die Schweiz und die Pharmaindustrie gehen seit Jahrzehnten einen gemeinsamen Weg: Attraktive wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen haben die beeindruckende Entwicklung der forschenden Pharmaindustrie begünstigt. Gleichzeitig trägt die Pharmabranche als Pfeiler der Wirtschaft überdurchschnittlich zum Wohlstand der Schweiz bei. (Interpharma, 21.11.2019)

Liechtenstein

Die Regierung Liechtensteins hat die Verordnung über das Kostenziel in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für das Jahr 2020 für die Gesamtheit aller Leistungserbringer mit +2 % genehmigt. (Fürstentum Liechtenstein, 21.11.2019)