Sporthormon Irisin bremst Alzheimer

Alzheimer ereilt eines Tages so ziemlich jeden von uns. Irgendwann. Darum auch empfiehlt selbst die WHO zur Vermeidung von „geistigem Abbau“ in allererster Linie

Sport.

Jedenfalls körperliche Aktivität. Zu diesem Thema und Zusammenhang gibt es in der Tat genügend beweisende Studien. Und freilich gibt es auch ursächliche Beweise: Man identifiziert einen Stoff, der durch Sport produziert wird und beweist dann, dass das Gehirn (anatomisch, histologisch) gesünder bleibt. So ein Stoff ist das

(Sport-)Hormon Irisin.

Das wird wie gesagt beim Sport im Muskel ausgeschüttet und bremst im Gehirn tatsächlich „neurodegenerative Prozesse“. Bewiesen jüngst an der Columbia University. Dort hatten Forscher Mäusen ein regelmäßiges Fitnessprogramm verordnet und messen können, dass das Hormon Irisin aus den Muskeln über den Kreislauf vermehrt in das Gehirn wanderte.

Dort schützt das Hormon gegen die Schäden durch Alzheimer: Die Menge der Alzheimer-typischen Beta-Amyloid-Proteine (eine schädliche Ablagerung) sinkt, die Gedächtnisleistung dieser Tiere stabilisierte sich. Andererseits hatte Sport keine positive Wirkung auf das Gedächtnis der Mäuse, wenn dieses Hormon im Gehirn blockiert wurde.

Beim Menschen wiederum war längst aufgefallen, dass Irisin im Gehirn von Alzheimerpatienten in geringeren Mengen ausgeschüttet wird, verglichen mit anderen Patienten. Wer das auch immer gewesen sein mag, aber immerhin.

Warum Frohmediziner solche Studien interessant und zugleich überflüssig finden, das wissen Sie längst. Sport, Bewegung, Laufen … ist ohnehin tägliche Pflicht. Daher hier nur zur Sicherheit und der Vollständigkeit halber erwähnt:

  • Laufen Sie.
  • Machen Sie Krafttraining.

Die Mehrzahl der Deutschen glaubt selbst heute noch, dass es sich dabei um „lustige Hobbies“ handelt. Marathon laufen Angeberei sei und Besuche in Fitnessstudios erst recht. Die Mehrzahl der Deutschen hat dafür keine Zeit, obwohl

Sport bekanntlich Zeit sparen hilft. Man braucht weniger Schlaf !

Ihnen die Notwendigkeit wie das Vergnügen von Sport immer und immer wieder klar zu machen, das ist eine Aufgabe dieser News. Dass Sie das bitte nicht vergessen !

QUELLE: Gehirn & Geist 4/2019

Ketogene Diät

Das „Who ist Who“ der Ketoszene versammelt sich von 20.-22. Sept. 2019 bei einem globalen Symposium in Würzburg. Auf Einladung von – natürlich – Frau Prof. Dr. Ulrike Kämmerer. Verfasserin des ersten deutschen Lehrbuches über Ketose und Krebs. Eine Vorreiterin.

Die Referenten sind so international, dass Sie – leider – auch mit einigen englischen Vorträgen rechnen müssen. Aber was für Vorträge !

  • Praktisches Vorgehen bei ketogener Therapie
  • Pflanzenbasierte ketogenen Diät
  • Ketose und stoffwechselorientierte Behandlung von Krebs
  • Keton-Stoffwechsel im alternden Gehirn
  • Ketose bei Migräne
  • Ketose bei Multiple Sklerose
  • Das Verschwinden von Diabetes Typ II bei Ketose
  • Fleischfresser, Ketose und die Entwicklung des Gehirns
  • Gesundheit durch guten Sex – aus der Sicht der TCM
  • Chancen für ein komplexes Leben im Universum

Brauchen Sie noch mehr Motivation für den Einstieg in die ketogene Diät. Wobei das Wort Diät hier völlig daneben ist, denn es geht um gesunde (ursprüngliche) Kost !

Ketose heißt nicht nur „no carb“, sondern auch die Produktion von Wundermolekülen – den Ketonkörpern !

Sie möchten am liebsten gleich morgen wieder (warum nicht heute ?) damit anfangen, aber sich nicht nach 3 Tagen wieder schlecht fühlen. Stichwort Heißhunger (auf Süßes). Die beste Kurzfassung von Ketose, die auch Ihnen den letzten Motivationskick geben könnten, habe ich von Prof. Dr. med. Enno Freye gelesen, einem Anästhesiologen, Intensivmediziner und Schmerztherapeuten. Der meint:

Und zu guter Letzt eine Empfehlung an alle diejenigen, die ihr Körperfett abschmelzen wollen (denn auch das fördert Entzündungen), jedoch zugleich aktiv und körperlich fit sein wollen – bei niedrigem Entzündungsniveau des Körpers:

Die ketogene Diät

Dabei wird der übliche Kohlenhydratanteil in der Ernährung zu 70 % durch die guten Fette und den fetten Fisch ersetzt. Die Zeit des Umstiegs kann durch ein zeitliches Fastenfenster (täglich ab 18:00 bis zum nächsten Morgen 10:00) erleichtert werden. Heißt so viel wie Abnehmen im Schlaf !

Das Prinzip liegt in der aus den Nahrungsfetten in der Leber entstehenden sog. Ketonkörpern (beta-Hydroxybutyrat und Acetoacetat), die insbesondere von der Nerven- und Muskelzellen zur Deckung des Energiebedarfs benützt werden statt der Glukose. Dadurch entstehen keine aggressiven Sauerstoffradikale wie bei der üblichen Glukoseverstoffwechslung. Die werden bei der Fettverwertung nicht einmal produziert (!) und wegen der höheren Energiedichte der Fette tritt langfristig auch kein Hunger auf.

Wir merken uns also: Sowohl die Nervenzellen (Gehirn, Rückenmark, die Nerven selbst) als auch die Muskelzellen als das größte Organ des Körpers, können sich statt von Zucker von Ketonkörpern ernähren. Mit einem entscheidenden VORTEIL:

  • Man vermeidet die Zuckerschwankungen, das übliche Auf und Ab von Insulin. Den Heißhunger !
  • Man erreicht langfristig sogar „Hungerfreiheit“. Man isst einfach weniger. Finde ich sensationell !
  • Und man vermeidet freie Radikale. Genau darum geht es im weitesten Sinne bei jeder Erkrankung. Darum schlucken wir doch Antioxidantien, denn es sind diese freien Radikale, die in ganz besonderer Weise unsere Mitochondrien beleidigen. Das Resultat ? Krebs …

QUELLE: Prof. Dr. Enno Freye, Nutrition-Press, Nr. 10, Mai 2017, S. 43

Magnesiumcitrat – Magnesiummalat – Magnesiumbisglycinat

Geduld erläutert in den Gast-News Nr. 75 am Beispiel Magnesium:

Mein Gesamt-Eiweiß lag im Januar bei 7,78 g/dl. Ist zufriedenstellend. Magnesium dagegen lag bei 0,83 mmol/l, also eher grenzwertig. Da sind viele von Ihnen besser. Dann geht es also wieder los, das Auffüllen von Magnesium. Und das kann dauern. Magnesium, bekannt als „Salz der inneren Ruhe“ (News v. 15.05.2006), ist in meinen Augen das „Salz der Geduld“. Es gehört nämlich viel Geduld dazu, es über 1,00 mmol/l zu schrauben !

Rund 25 Gramm Magnesium haben wir in unserem Körper. Davon sind 60 % in unseren Knochen und Zähnen gebunden, knapp 39 % befinden sich im Zellinneren, insbesondere in der Muskulatur. Nur 1 % schwimmt im Blutplasma. Und Magnesium ist unglaublich vielfältig. Laut dem „Handbook of Minerals as Nutritional Supplements“ gibt es davon zahlreiche organische Formen. Die meisten von Ihnen vertrauen dem Magnesiumcitrat.

Magnesiummalat ist eine weitere Form von Magnesium. Diesem werden jedoch laut dem genannten Handbuch keine besonderen positiven Eigenschaften zugeschrieben. Das zum einen, weil die Studien nicht „blind“ durchgeführt wurden, und zum anderen die Effekte von Magnesiummalat nicht mit weiteren Formen des Magnesiums verglichen wurden. Übliche Versäumnisse vieler Studien …

Folgerichtig wird daher auf Wikipedia vermerkt, dass keine lohnenden Effekte von Magnesiummalat nachgewiesen wurden. Die auf Wikipedia verlinkte Quelle dazu datiert allerdings aus 2004. Ist also mindestens 15 Jahre alt ! Damit man keine (weiteren) 15 Jahre braucht, um seinen Magnesiumspiegel über 1,00 mmol/l zu bringen, interessiert natürlich die Bioverfügbarkeit des Magnesiums. Also wie schnell und wie viel von einer Magnesiumkapsel am Wirkungsort zur Verfügung steht.

Nach Uysal et al. (Timeline (Bioavailability) of Magnesium Compounds in Hours: Which Magnesium Compound Works Best ?, in: Biological Trace Element Research, 2019) schlägt dabei Magnesiummalat das Mangesiumsulfat, das Mangesiumoxid, das Magnesiumtaurat und das bekannte Magnesiumcitrat.

Magnesiummalat ist bei der Bioverfügbarkeit also ganz oben auf dem Siegertreppchen – gemessen im Blut.

Erstaunlich: Glaubt man Studien, dann hat jede Form von Magnesium unterschiedliche Effekte. So belegt etwa eine Studie anschaulich, dass insbesondere Magnesiumtaurat das Entscheidungsverhalten von Mäusen bei Angst positiv beeinflusst. Magnesiummalat wiederum würde laut Dr. G. E. Abraham gegen Müdigkeit und Erschöpfung helfen. Und seit ich auch Magnesiumbisglycinat in Kombination mit L-Tryptophan supplementiere, registriere ich merkbar gesünderen Schlaf. Schlafe weniger, dafür aber tiefer.

Magnesiumbisglycinat ist an die Aminosäure Glycin gebunden und konkurriert daher auch nicht mit anderen Mineralstoffen bei der Aufnahme im Körper. Ist vielleicht auch eine Möglichkeit, sich die 2 € für den morgendlichen Kaffee beim Bäcker zu sparen.

Aber im Ernst: Vielleicht ist der eine oder andere unter Ihnen ein Wikipedia-Moderator ? Denn zumindest die Bioverfügbarkeit-Studie sollte doch im Artikel über Magnesiummalat vorkommen !

Haben auch Sie Rücken ?

„Deutschland hat Rücken“ lautet der Titel eines SPIEGEL-Bestsellers von Dr. Petra Bracht und Roland Liebscher-Bracht. Ein Büchlein, das mir zunehmend Freude bereitet. Weil es sich nicht nur gründlich und umfassend mit dem typischen Rückenschmerz beschäftigt, sondern auch sehr anschaulich und praktisch Vorschläge macht, wie man nach langen, langen Jahren endlich einmal schmerzfrei wird. Betrifft jedenfalls viele von uns …

Das gelingt mit einer Grundidee. Mit einem Bild. Ein Bild ist unerlässlich, wenn sich ein Mensch ändern möchte. Man braucht eine Vorstellung. Auch von der Ursache seiner Beschwerden. Erst dann kann man selbst tätig werden oder die richtigen Fachleute um Hilfe bitten.

Die Grundidee lässt sich wie folgt skizzieren:

  • Der Mensch hat eine Vorder- und eine Rückseite. An beiden Seiten gibt es Muskeln. So ist es doch seltsam, dass fast immer nur die Rückseite schmerzt. Warum schmerzt ganz selten die Vorderseite ? Die einfache Erklärung: Weil nicht der verkürzte Muskel schmerzt, sondern nur der gedehnte Muskel. Der Schmerz entsteht auch nicht im Muskel selbst, sondern an den Sehnenansätzen. Dort, an den Muskelenden sitzen Schmerzrezeptoren. Wird der Muskel stark gedehnt, melden die „Vorsicht, Verletzungsgefahr!“ und tun weh.
  • Nun ist der Mensch fast immer nach vorne gebeugt. Beim Sitzen, auch beim Schlafen (in der typischen Seitenlage), vielfach auch beim Gehen und Laufen. Heißt übersetzt:

die Vorderseite verkürzt !

Bauchmuskeln ziehen sich zusammen, desgleichen die Beckenbeuger. Die „sitzen“ im Becken. Ziehen Sie einfach mal das Bein an, dann wissen Sie Bescheid.

  • Wenn der Mensch nach vorne gekrümmt ist (am Schreibtisch ?), so werden notgedrungen die Muskeln an der Rückseite gedehnt. Die Rückenmuskeln oft „dauergedehnt“ und nicht im dynamischen Wechsel wie beim Sport.

So beginnt der Rückenschmerz.

Gegenstrategie ? Da kommen Sie vermutlich auch selbst drauf. Das Prinzip heißt

SICH AUFRICHTEN !

Eine gerade Haltung. Das Ideal ist wieder einmal die oft kolportierte Afrikanerin, die in der Steppe 10 km mit dem Wasserkrug auf dem Kopf – gleichsam schwebend ! – dahinschreitet. Dort ist nix verkürzt und „verdehnt“. Die Dame kann gar keine Rückenschmerzen bekommen !

Ist übrigens auch Grundidee der Feldenkrais-Methode. Äußerst hilfreich – hab genügend eigene Erfahrung. Die manuelle Therapie auf modern heißt Faszientherapie. Dabei erspüren hilfreiche Hände die Schmerzpunkte (Triggerpunkte) in Ihrem Rücken, Gesäß, den Oberschenkeln und entspannen diese. Leider nur kurzfristig …

Das Besondere an dem Büchlein „Deutschland hat Rücken“ ist: Es beantwortet jede, buchstäblich jede Frage, die man zum Thema haben könnte. Von der „Mode-Diagnose Iliosakralgelenk (ISG)“ bis hin zu „Hilft Krafttraining?“.