EU kauft 5. Impfstoff gegen Covid-19 – 6. Impfstoff soll folgen

Mit den bis zu 405 Mio. Dosen Impfstoff des deutschen Pharmakonzerns CureVac hat die EU-Kommission nunmehr einen 5. Vertrag zur Bekämpfung von Covid-19 unterzeichnet. Ein 6. Vertrag (mit dem US-Konzern Moderna) ist laut Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen „bald unterschriftsreif“. Man wisse heute noch nicht, so die Deutsche, welche Impfstoffe letztlich sicher und wirksam sein werden. Daher brauche man „ein breites Spektrum an Impfstoffen, die sich auf unterschiedlichste Technologien stützen“.

Sicher und wirksam ?

Das Coronavirus breite sich nach wie vor „rasant in ganz Europa“ aus. Um dieser Pandemie ein Ende zu setzen, so von der Leyen, brauche man einen sicheren und wirksamen Impfstoff. Bislang wurden Impfstoff-Verträge mit den Konzernen AstraZeneca, Sanofi-GSK, Johnson & Johnson sowie BioNTech-Pfizer geschlossen.

Covid-19: EU kauft Impfstoff für 200 Millionen Bürger

Die EU-Kommission hat im Rahmen der EU-Impfstoffstrategie einen Vertrag über Abnahmegarantien mit dem Pharmakonzern Janssen Pharmaceutica NV genehmigt, dessen Impfstoffkandidat gegen Covid-19 sich bereits in Phase III der klinischen Studien befindet. Nach den Einkäufen bei AstraZeneca und  Sanofi-GSK ist das der bereits 3. Vertragsabschluss dieser Art. Darüber hinaus seien auch „erfolgreiche Sondierungsgespräche“ mit CureVac, BioNTech-Pfizer und Moderna geführt worden. Der jüngste Vertrag mit Janssen ermöglicht es den Mitgliedstaaten, Impfstoff für 200 Mio. Menschen anzukaufen – mit Option sogar der Verdoppelung.

Vorlaufkosten samt Abnahmegarantie

Die Entscheidung der Kommission zur Förderung dieses Impfstoffes beruhe auf einer fundierten wissenschaftlichen Grundlage der dabei eingesetzten Technologie, der Erfahrung des Konzerns in der Impfstoffentwicklung und seinen Produktionskapazitäten zur Belieferung der gesamten EU. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides kündigte an, dass aber noch weitere Vereinbarungen folgen werden. Mit den Abnahmegarantien wolle die Kommission die Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung wirksamer und sicherer Covid-19-Impfstoffe fördern.

Dabei werde den Impfstoffherstellern ein Teil der Vorlaufkosten finanziert, um die Impfstoffentwicklung trotz damit verbundener immenser Kosten und hoher Risken voranzutreiben. Im Gegenzug erhalten die Mitgliedstaaten das Recht auf den Kauf einer bestimmten Anzahl an Impfdosen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, um die Bevölkerung zu impfen. Diese könnten aber auch beschließen, den Impfstoff Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen zu spenden oder ihn anderen europäischen Ländern zukommen zu lassen.