Covid-19: Regelmäßige Impfung könnte zur Norm werden

„Die regelmäßige Impfung gegen das Corona-Virus und seine Mutationen könnte auf Dauer zur Norm werden“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gegenüber Journalisten. Deshalb würde die EU auch eng mit den Pharmakonzernen zusammenarbeiten und deren Forschung unterstützen. „Ich treffe mich regelmäßig mit den CEOs der 6 erfolgreichsten (!) Impfstoffproduzenten. Diese Konzerne wollen mit dem neuen HERA Inkubator zusammenarbeiten, der unsere Antworten auf die Virusmutationen beschleunigen kann.“

In der Rückschau sei klar, so die ausgebildete Ärztin, dass die Wissenschaft die Industrie bei der Entwicklung der Impfstoffe überholt habe. Engpässe bei den Rohstoffen oder in den Zulieferketten schnellstmöglich zu beseitigen, habe sich nämlich als schwieriger und holpriger erwiesen als erwartet. „Deshalb ging es mit den Impfstoffen am Anfang auch sehr schleppend los.“ Die EU wolle daher auch nicht als „alleiniger Sündenbock“ gelten. So habe z.B. AstraZeneca bislang weniger als 10 % der bestellten Menge geliefert.

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Covid-19: EU kauft weitere 300 Millionen Impfdosen von Moderna

Die EU-Kommission kauft von dem Pharmakonzern Moderna weitere 300 Mio. Impfdosen. Dieser 2. Vertrag mit Moderna wurde auch von den Mitgliedstaaten genehmigt. Dazu sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: „Heute sichert sich Europa weitere 300 Mio. Impfdosen des von Moderna hergestellten Covid-19-Impfstoffs. Damit kommen wir unserem wichtigsten Ziel näher, dass alle Europäer schnellstmöglich Zugang zu wirksamen Impfstoffen haben. Mit nunmehr bis zu 2,6 Mrd. eingekaufter Impfdosen kann Europa auch seinen Nachbarländern Impfstoffe abgeben.“

Und EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides ergänzte: „Der besagte Vertrag ist nicht nur zur Deckung des kurzfristigen Bedarfs in der EU wichtig, sondern er spielt auch für unsere noch bevorstehende Arbeit im Kampf gegen die rasche Verbreitung neuer Varianten eine wichtige Rolle.“

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EU will ihre Verträge mit den Impfstoffherstellern veröffentlichen

Nach herber Kritik an der Geheimhaltung der geschlossenen Impfstoffverträgen möchte die EU-Kommission alle diese Verträge veröffentlichen, die im Rahmen der EU-Impfstoffstrategie abgeschlossen wurden. Dazu habe man bereits alle betroffenen Pharmakonzerne kontaktiert, wurde aus Brüssel verlautet. Als erste hätten Sanofi-GSK einer Veröffentlichung des Vertrages mit der EU zugestimmt. Dieser wurde am 18. September 2020 unterschrieben und sieht die Lieferung von 300 Mio. Impfdosen vor. Mittlerweile seien auch die Verträge mit CureVac und AstraZeneca öffentlich einsehbar, hieß es, wenngleich an vielen Stellen geschwärzt.

EU-Vertrag mit Sanofi-GSK. (Bild: EU Kommission)

EU kauft 5. Impfstoff gegen Covid-19 – 6. Impfstoff soll folgen

Mit den bis zu 405 Mio. Dosen Impfstoff des deutschen Pharmakonzerns CureVac hat die EU-Kommission nunmehr einen 5. Vertrag zur Bekämpfung von Covid-19 unterzeichnet. Ein 6. Vertrag (mit dem US-Konzern Moderna) ist laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen „bald unterschriftsreif“. Man wisse heute noch nicht, so die Deutsche, welche Impfstoffe letztlich sicher und wirksam sein werden. Daher brauche man „ein breites Spektrum an Impfstoffen, die sich auf unterschiedlichste Technologien stützen“.

Sicher und wirksam ?

Das Coronavirus breite sich nach wie vor „rasant in ganz Europa“ aus. Um dieser Pandemie ein Ende zu setzen, so von der Leyen, brauche man einen sicheren und wirksamen Impfstoff. Bislang wurden Impfstoff-Verträge mit den Konzernen AstraZeneca, Sanofi-GSK, Johnson & Johnson sowie BioNTech-Pfizer geschlossen.

Covid-19: EU kauft 200 Millionen Impfstoffe von BioNTech-Pfizer

Im Rahmen der Impfstoffbeschaffung gegen Covid-19 hat die EU-Kommission nunmehr einen 4. Vertrag mit einem Pharmakonzern unterzeichnet. Dabei handelt es sich um die deutsch-amerikanische Firmenallianz BioNTech-Pfizer samt einem Volumen von 200 Mio. Dosen (inkl. Option auf weiter 100 Mio. Dosen). Die Lieferung werde allerdings erst erfolgen, sobald ein nachweislich sicherer und wirksamer Impfstoff gegen Covid-19 verfügbar ist.

Vorgeschmack auf Gesundheitsunion

Der Vertrag ergänzt die bereits unterzeichneten Verträge mit AstraZeneca, Sanofi-GSK und Janssen Pharmaceutica NV sowie die abgeschlossenen erfolgreichen Vorgespräche mit CureVac und Moderna. „Dieses breit aufgestellte und äußerst solide Impfstoffportfolio wird garantieren, dass Europa gut auf sämtliche Impfungen vorbereitet ist“, freut sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über den Kaufvertrag. Und EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sagte:

„Ein sicherer und wirksamer Impfstoff ist die einzig dauerhafte Strategie zur Überwindung der Pandemie. Der heutige Vertrag folgt den ersten vielversprechenden Anzeichen aus den klinischen Prüfungen und ist ein weiterer Beweis für unser Bemühen um mehr Präsenz Europas im Gesundheitsbereich. Er ist auch ein sehr gutes Beispiel dafür, was die EU erreichen kann, wenn sie als Union zusammenarbeitet, und ein Vorgeschmack darauf, was eine künftige Europäische Gesundheitsunion noch alles wird leisten können.“

Impfstoff auf mRNA-Basis

BioNTech entwickelt zusammen mit Pfizer eines Covid-19-Impfstoff auf Basis von Boten-Ribonukleinsäure (mRNA) vorantreibt. Die mRNA überträgt Anweisungen der DNA an die proteinherstellenden Zellkomponenten. Dadurch werden harmlose Fragmente des Virus hergestellt, die der menschliche Körper dann verwendet, um eine Immunreaktion zur Prävention oder Bekämpfung von Krankheiten zu entwickeln.

Covid-19: EU richtet 5 Botschaften an die Mitgliedsstaaten

Der Europäische Rat innerhalb der EU hat im Rahmen der Corona-Pandemie abermals einen koordinierten Ansatz gefordert. „Die Ausbreitung des Virus wird unsere Gesundheitssysteme überfordern, wenn wir nicht dringend handeln. Und es kommt darauf an, in der gesamten EU kohärent (zusammenhängend) vorzugehen“, sagte Kommissionspräsidentin von der Leyen in der anschließenden Pressekonferenz und richtete 5 Botschaften an die EU-Staats- und Regierungschefs.

VIDEO der Pressekonferenz

(1.) „Wir müssen umfassende und korrekte Daten in Echtzeit an die Plattform des ECDC melden.“ Das würde helfen bei der Einschätzung der Lage und der Koordinierung, z.B. im Hinblick auf die Spitäler und die Behandlung von Patienten über Staatsgrenzen hinweg. Die EU-Kommission stelle 220 Mio. € für die Finanzierung grenzüberschreitender Patiententransfers bereit. (2.) Es soll der Austausch von Erfahrungen und Analysen intensiviert werden. „Wir werden eine Plattform einrichten, die die Spezialisten, die die Regierungen der Mitgliedstaaten beraten, und die Experten, die die EU beraten, zusammenbringt“, erklärte die EU-Kommissionspräsidentin.

(3.) Die Corona-Tests sollen intensiviert werden: „Unser Ziel ist es, das Virus in Schach zu halten, und dafür muss massiv getestet werden“, betonte von der Leyen. (4.) Es soll die grenzüberschreitende Kontaktnachverfolgung verbessert werden. 22 Mitgliedstaaten hätten eine App zur Kontaktnachverfolgung entwickelt. Die Kommission habe dazu einen Datenabgleichdienst eingerichtet, damit alle Apps kommunizieren und die „Interoperabilität“ in der gesamten EU erreicht wird. (5.) Das betrifft die Bemühungen, Impfstoffe bereitzustellen. Dazu handele die EU derzeit mit Pharmakonzernen Abnahmegarantien im Namen der Mitgliedstaaten aus. Die Staaten sollen dazu die Impfpläne übermitteln.