Tryptophan bzw. Serotonin

Tryptophan ist eine Aminosäure. Die noch dazu Seltenste und zugleich essentiell. Also lebenswichtig. Ein zentraler Punkt der Blutanalyse heißt folglich Tryptophan ! Seltenes ist gewöhnlich wertvoll. Und in der Tat lässt sich ein hoher Tryptophan-Spiegel allenfalls mit Gold aufwiegen. Das weiß jeder, der viel Tryptophan „abbekommt“ oder eben nicht …

Tatsächlich sprechen wir dabei auch von Serotonin. Neben Testosteron einem zentralen Hormon der menschlichen Existenz. Beide regulieren das Wohlbefinden des Menschen im weitesten Sinne.

  • Testosteron ist der innere Antrieb: Das Wollen, die Motivation. Das Geheimnis der sog. erfolgreichen Menschen.
  • Serotonin ist das Glückshormon oder auch Chefhormon: Es macht nämlich (1.) gute Laune und gibt (2.) – noch wichtiger – Abstand, Überblick, Souveränität. Kurz gesagt Chef-Verhalten.

Und weil wir seit 1996, also die wohl Ersten in Deutschland Aminogramme erstellen, kennen wir auch die Bedeutung von Tryptophan. Besser gesagt von Serotonin. Haben gelernt, dass für die Umwandlung von Tryptophan in Serotonin auch weitere Nährstoffe notwendig sind:

B-Vitamine, Vitamin D, Magnesium, Zink und Omega-3.

Wir messen also Ihr Tryptophan und rate dann es anzuheben. Denn wenigstens durchschnittliches Glück, durchschnittlich gute Laune kann man vom Leben wohl erwarten. Das heißt:

Normalbereich 36 bis 125 Mikromol/l (Mittelwert 81)

Für gewöhnlich liegen Sie darunter ! Warum ? Das kenne ich von mir: Wenn ich mich aufrege, wenn mir der Kragen platzt, falle ich prompt auf nur noch 60 herunter. Dann brauch auch ich Tryptophan !

Nun schreiben Sie mir immer mal wieder, dass Sie Tryptophan einnehmen, sogar 1-3 g täglich, wie ich es empfehle, und dennoch würde der Wert nicht besser. Nicht ansteigen …

Also habe ich ein Experiment gemacht und 10 Tage lang 6 g Tryptophan eingenommen. Warum 6 g ? Hätten Sie schon nachlesen können: Das ist die übliche Dosis in Studien. Dass ich zu 1-3 g rate, ist reine Vorsicht. Es gibt nämlich Menschen, auf mehr mit Albträumen oder Unruhe reagieren. Sollten Sie bei sich also ausprobieren.

Das Ergebnis: Nach 10 Tagen 6 g Tryptophan (also 12 Kapseln) war mein Wert

von 60 auf 187 Mikromol/l angestiegen !

War also sehr, sehr hoch. Ein für manche Berufe überaus erwünschter Wert. Darum: Schreiben Sie mir bitte nicht mehr, dass es bei Ihnen nicht klappen würde. Dass bei Ihnen Tryptophan nicht ansteigen würde. Ich glaube, was ich sehe und messe !

Allerdings:

  • Tryptophan wird durch Stress verbraucht. Meditieren Sie auch täglich ?
  • Haben Sie das Wort Kapsel gelesen ? Die Tryptophan-Tabletten aus der Apotheke enthalten insgesamt 8 Stoffe. Davon vertragen Sie vielleicht einen nicht ? Mal darüber nachgedacht ? In der (noch dazu spottbilligen) Kapsel jedoch ist einzig reines Tryptophan. Da kann es keine unerwünschten Nebenwirkungen geben !

PS: Tryptophan, gegessen, hat einen schwierigen Weg ins Gehirn vor sich: Es steht in Konkurrenz mit 7 anderen (großen) Aminosäuren. Bleibt dabei regelmäßig außen vor. Abhilfe ? Ausdauersport. Der schleust die großen Aminosäuren (BCAA) in die Muskelzellen. Damit sind sie raus aus dem Blut und Tryptophan kann so höher konzentriert ins Gehirn gelangen. Und bitte nehmen sie es nüchtern … (nicht zu Mahlzeiten !) ein … (News 27.11.2017)

Der wahre Jungbrunnen

Wenn Sie die Sache mit der Jugendlichkeit mal auf den Punkt bringen wollen. Sich dabei auf die Hauptsache konzentrieren wollen. Mal bewusst die vielen anderen, viel schwächeren Möglichkeiten beiseite schieben wollen und sich die Frage stellen „Was macht mich denn nun wirklich jünger ? Was wirkt denn da am besten ?“. Dann werden Sie – molekularbiologisch – unausweichlich auf das Wachstumshormon (HGH) stoßen. Ist das Rezept jeder Anti-Aging-Klinik. Wird Ihnen dort bloß nie so gesagt.

Jetzt kennen Sie das Geheimnis der vitalen, so jugendlich wirkenden 80-Jährigen. Wachstumshormon kann man sich nämlich spritzen. Wissen wir seit Rudman 1991. Wirkt phänomenal. Muss man 3 Mal pro Woche, besser noch täglich … spritzen. Ist sauteuer, das Zeug. Und wenn Sie mit dem Spritzen aufhören … ist alles wieder beim Alten. Was soll das, also ?

Da machen wir uns das Wachstumshormon doch lieber selbst.

In unserem eigenen Körper. Und das möglichst jeden Tag, unser ganzes restliches Leben ! Dass dieses Wunderhormon selbstverständlich epigenetisch freigesetzt wird, also durch Ihren Lebensstil, sprich Bewegung, Ernährung, Denken, das dürfte Ihnen inzwischen auch klar geworden sein. Und was Wachstumshormon nun wirklich bewirkt, wie man es tatsächlich stimuliert, hatte ich Ihnen in 3 News erklärt: News vom 20.08.2012, 21.08.2012 und 10.01.2017.

Nun möchte ich eine 4. News hinzufügen. Dazu schreibe ich einfach mal ab, was andere Wissenschaftler, was der Biologe Chris Michalk, zur Stimulation von Wachstumshormon (IGF) für Ratschläge gibt:

  • IGF wird hauptsächlich durch Nahrungsprotein reguliert. Nahrungsprotein korreliert direkt mit IGF-Werten – zumindest wenn eine isokalorische Ernährung gegeben ist (Thissen, 1994).
  • IGF steht in einen klaren Zusammenhang mit Zink und Magnesium (Dørup, 1991) und wird darüber hinaus von Testosteron und T3 moduliert (Synergismus).
  • Weiters sollten Sie Krafttraining ausüben, denn Krafttraining erhöht IGF-Rezeptoren in der Muskelzelle (Urso, 2005).
  • Schlafen Sie gut! Es ist von absoluter Wichtigkeit, dass Sie einen tiefen Schlaf haben. Denn nur im Tiefschlaf wird dieses so wichtige Hormon ausgeschüttet.
  • Trinken Sie vor dem Schlafengehen keinen Alkohol. Er unterdrückt nämlich die HGH-Ausschüttung um bis zu 75 % (Prinz, 1980).
  • Vergessen Sie Arginin und Co. zur Steigerung der HGH-Werte. Nutzen Sie entweder Gelatine (van Vught, 2010) oder die Aminosäure Glycin (Kasai, 1980), um HGH schnell im Blut ansteigen zu lassen. Tun Sie das aber mehrmals täglich und – ganz wichtig – nüchtern.
  • Sogar 19-mal mehr Wachstumshormon können Sie haben, in dem Sie einfach 1 g Cholin zuführen (Kawamura, 2012). Ich mache das 2-3 Mal täglich. Ich habe dann auch keinen Hunger mehr. Das ist übrigens auch so ein Effekt von Wachstumshormon.
  • Nur damit Sie mal eine Vorstellung haben, wie dieses Zeug so wirkt: Alzheimer möchte niemand haben. Dann gibt man z.B. Ratten ein paar Aminosäuren und so erhöhen sich die IGF-Werte. Das sorgt dann dafür, dass Alzheimer einen nicht verblöden lässt.
  • Wie macht man das? Durch eine „Growth Hormone Releaser Diet“ – Arginin, Glutamin, Lysin. Dann bekommt man mehr Wachstumshormon ins Blut (Shin, 2009).
  • Und im Übrigen: Fasten ist ein potenter Stimulus für die Ausschüttung von Wachstumshormon. Daher liebe ich das Fasten. Das sollten Sie auch, wenn sie mehr Wachstumshormon haben möchten.

Auch hier lesen Sie (wieder), dass SIE selbst etwas tun können, tun müssen. Dass Sie diesen wundervollen Jungbrunnen eigenverantwortlich stimulieren müssen. Wird Ihnen übersetzt mit so (unangenehmen) Worten wie

Krafttraining, kein Alkohol, viel mehr Eiweiß, NEM … und dann auch noch fasten.

Was Sie aber einfach nicht verstehen wollen: Das sind alles natürliche Verhaltensweisen ! Definieren geradezu Normalität. Das, was Sie statt dessen Tag für Tag tun, das ist abartig. Um nicht zu sagen, einfach krank ! Genau Darum werden die Menschen so schnell alt …

Quelle:  „Das Handbuch zu Ihrem Körper“ von Chris Michalk, S. 132+133