Nicht die Kalorien zählen

Deutschland (und die westliche Welt) werden immer dicker. Deutschland (und die westliche Welt) werden immer kränker. Was tun wir also? Wir halten Weltkongresse ab. Jährlich. Auf denen diese Themen besprochen werden. Und besprochen. Und besprochen. Und besprochen. Seit Jahrzehnten wird besprochen. Erinnert mich an die Klimapolitik !

Irgendwo steckt da ein Denkfehler. Ich glaube nämlich nicht an „komplizierte Lösungen“. Oder an „das Thema ist sehr komplex“. Ich glaube z.B. im Fall der Kohlenhydrate an „Natur“ oder an „nicht Natur“ (also Zucker und Mehl). Ganz einfach. Spricht sich leider nicht herum. Im Gegenteil, die Mehrzahl der deutschen Ärzte hat nun einmal ein Dogma im Kopf und hält daran fest, obwohl sie damit täglich scheitern.

Ärzte scheitern heißt: Das Übergewicht nimmt zu. Das metabolische Syndrom nimmt zu. Diabetes Typ 2 nimmt zu. Das nenne ich scheitern eines ganzen Berufsstandes. Kann man auch „wissenschaftlich“ ausdrücken, wenn man den Leserbrief im „Spiegel“ 29/2017, S. 136 von Dr. med. Gerd Böhm liest:

Man kann anhand von Geschlecht, Größe, Gewicht, Beruf und Freizeittätigkeit auf 50 Kalorien pro Tag genau ausrechnen, wie viel diese Person zu sich nehmen darf, um zu einem bestimmten Zeitpunkt das realistische Zielgewicht zu erreichen.

Kalorien-Rechnerei ist ein Unsinn! Wird aber gemacht und geglaubt. Und der Herr Kollege muss dann „Sie sollten weniger essen“ sagen! Dass man damit verloren hat, weiß jede Mutter, die ein Kind erzieht. Und damit haben wir Ärzte verloren. Wie gesagt: Das metabolische Syndrom nimmt zu.

Anmerkung: Müsste aber gar nicht sein! Öffnen Sie doch mal ein Lehrbuch über Biochemie. Dort dürfen Sie 6.000 Kalorien am Tag essen und verhungern trotzdem. Wenn die Kalorien reines Eiweiß sind …

Weil es eben nicht auf die Kalorien ankommt, sondern auf das Lebensmittel (die Speise).

Aber es besteht Hoffnung. Mehr und mehr Ärzte gucken über ihren sprichwörtlichen Tellerrand. Schauen in die Natur. Wie macht die das? Nachzulesen in einem Leserbrief darüber aus der gleichen Zeitschrift:

Weder der Feldhase noch das Reh im Wald lesen den SPIEGEL. Sie verlassen sich auf den natürlichen Steuerungsmechanismus des Körpers, vulgo Appetit. In beiden Fällen ist mir von Fehlernährung nichts bekannt. Hasen und Rehe sitzt aber auch keine profitgierige Ernährungsindustrie im Nacken.

Dieser eine Doktor hat’s kapiert. Nur, was ist da die Quintessenz?

Resignation.

Klagen über die Nahrungsmittelindustrie (Ernährung) sind zwar sachlich richtig, bringen aber nix. Wenn allerdings der 2. Arzt, nicht der Erste, weiterdenkt, dann kommt er auf die pädagogisch richtigere Lösung: Diese Tiere essen Natur, nicht Kunst. Also sollte er seinen Patienten etwas von natürlichen und künstlichen Kohlenhydraten erklären. Dann wären wir bei der Lösung.

No carb heißt no Zucker, no Mehl …