Die Darmflora spiegelt Ihre Ernährung

Die Natur, die Evolution ist gerecht. Der Körper benimmt sich so, wie man ihn behandelt. Gesundheit oder Krankheit wird epigenetisch, also wesentlich von der Ernährung bestimmt. In welchem Umfang, zeigt Ihnen die folgende Aufzählung. Die ist bei weitem nicht vollständig, aber beeindruckend. Denn in den letzten 10 Jahren (erst !!) wurde vermehrt der Zusammenhang zwischen Krankheiten und einer gestörten Darmflora studiert.

Bei Dysbiosen, also kranker Darmflora, fanden sich vermehrt folgende Krankheiten:

Allergien, Arthritis, Asthma, Autismus, Colitis ulzerosa, Darmkrebs, Depressionen, Diabetes Typ I, Durchfall, Metabolisches Syndrom (Übergewicht, Hypertonie, Diabetes Typ II), Morbus Crohn, Multiple Sklerose, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Parkinson, Reizdarm, Stress

Gewusst? Auch überrascht? Und Ihre Konsequenz?

Sie schlucken Probiotika ?

Also Kapseln voll gesunder Bakterien. Haben da so eine vage Vorstellung, dass die paar Bakterien sich dann im Darm ausbreiten und die kaputte Darmflora wieder reparieren. Dabei kann die Darmflora doch nur der Spiegel Ihrer Ernährung sein. Eine gestörte Darmflora ist ganz einfach nur der Beweis für krankes Essen. Und wenn Sie das Essen nicht ändern, dann werden Sie auf Dauer auch mit ein paar Probiotika nichts ausrichten.

Daher der Begriff „genetische korrekte Kost“. Scheint mir immer wichtiger zu werden. Weil eigentlich beweist doch die obige Tabelle, dass viele Krankheiten – in Wahrheit praktisch alle – auch mit einer gestörten Darmflora in Zusammenhang stehen und damit mit falscher (kranker) Ernährung.

In unserem Darm finden sich massenhaft Mikroorganismen, in der Mehrzahl Bakterien. Wir kennen über 1.000 verschiedene Sorten. Jeder von uns trägt so etwa 160 Arten mit sich herum und hat sein eigenes Bakterien-Muster. Das scheint auch über Jahre hinaus stabil zu sein. Freilich glauben wir auch an eine sog. Kern-Mikrobiota, die allen Menschen gemein ist.

Erinnert mich sehr an das Blutbild: Auch hier gibt es (ganz sicher) ein allen Menschen gemeinsames Kern-Blutbild, sprich Gesundheit. Und das wird individuell von jedem Körper ein bisschen anders gestaltet. Der Eine hat mehr Cholesterin, der Andere weniger Vitamin B12, der Dritte ein höheres Kalzium …

Und genau wie bei den Blutgruppen kennt man im Darm auch 3 verschiedene sog. Enterotypen, also Basisstämme von Bakterien, mit denen man ganze Bevölkerungsgruppen voneinander abgrenzen kann. Alles recht neu und aufregend!

Wissen sollte man auch, dass vor der Geburt der Darm weitestgehend steril ist. Erst danach beginnt die Besiedelung mit Bakterien. Das ist so vielsagend, weil es die Gesundheit beeinflusst:

  • Bei gestillten Kindern dominieren Bifidobakterien mit präbiotischen Eigenschaften. Das ist positiv.
  • Bei ungestillten Kindern treten auch unerwünschte Gesellen wie Clostridien, Staphylokokken, Bacteroides und E. coli auf. Das ist negativ.

Damit ist der Weg, der ganze Lebenslauf bereits vorgezeichnet: Unsere Darmflora hängt nun einmal entscheidend von der Ernährung ab !

Vitamin D-Mangel

So hab es auch ich gelernt: Vitamin D braucht man für gesunde Knochen. Gegen Osteoporose. Ach du meine Güte, das waren noch Zeiten! Schlägt man im PUB MED nach (US National Library of Medicine, NIH), dann fand man schon 2015 exakt 62.642 wissenschaftliche Veröffentlichungen über Vitamin D. Da geht es schon lange nicht mehr um die Knochendichte oder um die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm, gefördert durch Vitamin D …

Dort werden natürlich auch die wichtigsten Folgen von Vitamin-D-Mangel erwähnt. Will heißen, dass es bei Vitamin D-Mangel zu den folgenden Krankheiten kommen kann:

Bluthochdruck, Diabetes Typ II, Arteriosklerose, Übergewicht, Herzinfarkt, Metabolisches Syndrom, Vorhofflimmern, Entzündung der Blutgefäße, Herzbeutelentzündung, (ständige) Infekte

Und: Die Autoimmun-Krankheiten (Hashimoto, Multiple Sklerose, Psoriasis, Rheuma, etc.) … Auffällig oft auch in meiner Praxis !

Neu dürfte für viele von Ihnen auch sein, dass ein Mangel an Vitamin-D immer und unbedingt auch das Mikrobiom krankhaft verändert, also die Darmflora. Und dann kommt es zu

Nahrungsmittelunverträglichkeit, Morbus Crohn, Leaky-Gut-Sydrom, Colitis ulcerosa, Diabetes, Asthma, Übergewicht, Allergien

Vitamin D rückt immer mehr ins Zentrum ärztlicher Bemühungen. Wenn ich dann noch lese (J Nutr. 138:1482, 2008), dass 87 % der Jugendlichen bis 17 Jahre (sogar 94 % der Immigranten in diesem Alter) einen eindeutigen (im Blut gemessenen) Vitamin D-Mangel aufweisen (Zahlen vom Robert Koch Institut, Berlin), dann werde ich als Arzt sehr, sehr nachdenklich …

QUELLE: Dr. med. Dipl. biol. Bernd-Michael Löffler „Sie leiden an einer stillen Entzündung?!“ Ein wertvolles Büchlein.

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