Fettzellen begünstigen Krebs

Fettzellen sind Ihr Feind Nr. 1. Dennoch ist es schwierig. Ihnen diese Tatsache beizubringen. Zum einen gewöhnt man sich an den Bauch, zum anderen ist Fettverbrennung anstrengend und lästig. Das glauben zumindest die Meisten von Ihnen. Also muss ich die Damen und Herren immer motivieren, tag-täglich. Muss Ihnen wirklich triftige Gründe für die Notwendigkeit des Abnehmens nennen. Und manchmal gelingt das nur mit dem Holzhammer. So wie hier:

Gewaltiges Umdenken beim Weltkrebstag. Übergewicht gilt ab jetzt als entscheidender Risikofaktor für eine Krebserkrankung. Das war bisher nicht so. In den letzten 30 Jahren hat sich durch Studien die Erkenntnis durchgesetzt, dass etwa die Hälfte aller Krebstoten durch Umwelt- und Lebensstilfaktoren verursacht werden. Ein Epigenetiker würde sagen, praktisch alle !

  • 1996 hatte die Harvard University versichert, dass Rauchen für 30 % und falsche Ernährung für weitere 30 % am Krebsrisiko verantwortlich zeichnen.
  • 2002 wurde diese Meinung aktualisiert: Übergewicht und Fettleibigkeit spielen bei Krebs doch eine größere Rolle, geschätzte 10-20 %.
  • 2012 meinte dann Prof. Dr. Otmar Wiestler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (Heidelberg), „dass wir die Fettleibigkeit als Krebsrisikofaktor mindestens genauso ernst nehmen müssen wie das Rauchen“. Mindestens !

Warum ?

Weil Fettzellen im Körper nicht einfach faul herumliegen, sondern hormonell hoch aktiv sind. Fettzellen schütten sog. Adipokine aus, also Hormone, die das Krebswachstum fördern. Und längstens bekannt ist ohnehin, dass Fettzellen Entzündungen fördernde Botenstoffe abgeben, welche die Krebsentstehung begünstigen.

Das bringt uns wieder zu der Feststellung, dass jede Krankheit ursprünglich eine Entzündung ist. In der Sprache der Wissenschaft „Freie Radikale“ meint. Und dass der Mensch darum Entzündungen aus seinem Blut beseitigen sollte.

Wie das geht, wissen wir recht gut:

  • Kohlenhydrate verursachen Entzündungen (News v. 23.09.2010), Ketose stoppt Entzündungen (News v. 12.11.2018)
  • Omega-3 in der richtigen Menge stoppt Entzündungen
  • Vitamine (vor allem Vitamin C und Vitamin E) stoppen Entzündungen

Das erklärt auch (biochemisch begreifbar) den Erfolg von Multivitaminpräparaten. Die bekanntlich Darmkrebs zu 75 % verhindern können. Seit 1998 gesichertes Wissen, vorgetragen 2002 von Prof. Dr. Wolfgang Scheppach beim „Darmkrebskongress“ in Würzburg. Und die dabei über 80.000 analysierten Menschen („Krankenschwester-Studie“) hatten noch nicht einmal abgenommen … Vitamine allein genügten für das Ergebnis. (News v. 11.03.10 auf www.strunz.com).

Ist Ihnen etwas aufgefallen? Die letzten 3 Punkte oben beschreiben im Grunde die genetisch korrekte Kost aus Vitaminen, Omega-3 und Eiweiß. Man könnte es auch als ketogene Diät (gegen Krebszellen) praktizieren. Die Wahrheit ist immer die Gleiche: Es ginge alles so einfach … !

Endgültig bewiesen: B-Vitamine verhindern Lungenkrebs

Nachdem wir soeben durch die nagelneue VITAL-Studie geschockt wurden (News vom 13.10.2017), die uns zu zeigen versucht, dass Vitamin B6 und Vitamin B12 das Lungenkrebsrisiko bei gemischter Bevölkerung (Raucher und Nichtraucher) um etwa 1 Promille im Jahr (nicht 1 %, 1 Promille) steigern und daraufhin wieder einmal der Eindruck entstehen könnte, dass Vitamine gefährlich seien, kommt jetzt ein Widerruf. Nicht von den Studienautoren, sondern von weit höherer Stelle: Aus der EPIC-Studie, an welcher 520.000 Menschen teilnahmen und von denen 386.000 auch Blut gespendet hatten !

Da wurden die Werte der B-Vitamine auch tatsächlich im Blut gemessen. Und wie wir wissen, heißt nur messen auch wirklich wissen. Bei der eingangs erwähnten VITAL-Studie gab’s keine Messungen, sondern nur die Annahme, dass Kapseln geschluckt wurden. Sagen wir’s mal so: Ein klitze-kleiner Unterschied …

Für mich aber der Unterschied zwischen Märchen (Schulmedizin) und Wahrheit (Molekularmedizin). Und die riesige EPIC-Studie z.B. zeigt uns “das kumulative Lungenkrebsrisiko” für Männer wie folgt:

  • 0,5 % für Nichtraucher
  • 3,4 % für ehemalige Raucher
  • 10,8 % für aktuelle Raucher

So deutlich habe ich das noch nirgendwo gelesen. Und in diesem Rahmen wurden folgende 3 Stoffe gemessen: Vitamin B6, Folsäure (Vitamin B9) und Methionin, eine Aminosäure. Gemessen, wohlgemerkt! Und dann hat man die Versuchspersonen ganz einfach eingeteilt in

Menschen mit überdurchschnittlicher Serumkonzentration und
Menschen mit unterdurchschnittlicher Serumkonzentration.

Gefunden wurden schließlich folgende 6 Zahlen. Sechs Zahlen, denke ich, kann Ihnen zumuten. Also, es geht noch immer um das “kumulative Lungenkrebsrisiko”:

  • Aktuelle Raucher: 6,6 % bei hohen Serumspiegeln, 14,9 % bei tiefen Serumspiegeln
  • Ehemalige Raucher: 2,7 % bei hohen Serumspiegeln, 5,2 % bei tiefen Serumspiegeln
  • Nichtraucher: 0,32 % bei hohen Serumspiegeln, 0,9 % bei tiefen Serumspiegeln

Und da wissen Sie doch sicher gleich, wo Sie dabeisein möchten? Bei den Nichtrauchern mit 0,32 %, nehme ich an, also praktisch 0. Kann auch jeder von Ihnen haben! Das Gegenteil wären stolze 14,9 % Krebsrisiko. Dann, wenn Sie rauchen und zugleich wenig B-Vitamine und Methionin haben. Heißt dann in der Studie: Bei hohen Serumspiegeln von Vitamin B6 und Methionin sinkt Ihr Lungenkrebsrisiko um über 50 %.

Für mich eine fantastische Aussage, die nur mehr von Folsäure getoppt wird. Ist nämlich nicht nur Vitamin B6 und Methionin im Spiel, sondern auch noch Folsäure (Vitamin B9) – und zwar über dem Durchschnitt (14,4 nmol/l) -, so sinkt das Lungenkrebsrisiko doch tatsächlich um

68 % !

Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Zahlen auch für Vitamin B6 getrennt und Methionin getrennt in ähnlicher Größenordnung stimmen. Daher mein Vorschlag: Teilen wir doch Studien bitte in Zukunft ein in 2 Klassen: In Studien, wo (nur) gefragt und nicht gemessen wurde und in Studien, wo gefragt und gemessen wurde. Nur Letztere haben Relevanz !

Quelle: JAMA, 16.06.2010, Vol 303, No. 23, S. 2377