Grenzübergreifende IDMP erhöht Druck auf Pharmabranche

Zukünftig muss eine Vielzahl von strukturierten Daten bei den Behörden eingereicht werden, um eine grenzübergreifende Identifikation von Arzneimitteln (IDMP – Identification of Medicinal Products) auf dem europäischen Markt zu ermöglichen. Nach Jahren der Vorbereitung wurde nun die finale Implementierungsrichtlinie veröffentlicht, die den Druck auf die Pharmabranche erhöht. Pharmafirmen benötigen dann zwingend eine tragfähige Lösung für ein regulatorisches Informationsmanagementsystem, das die Daten zu ihren Medikamenten verwaltet und eine Harmonisierung erleichtert.

Vergleichbarkeit von Medikamenten

Bisher sind in Pharmafirmen die verschiedenen Datenbestände zwischen den einzelnen Landes- und Tochtergesellschaften noch kaum auf einem gemeinsamen Standard.  Doch Medikamente sollten sich vergleichen und Wirkstoffe schnell zum Hersteller zurückverfolgen lassen. Für die Umsetzung der IDMP-Initiative konsolidiert die EU 5 ISO-Normen, eine weltweite weitere Verbreitung ist denkbar.

Pharmafirmen stehen vor der Herausforderung, die wachsende Anzahl von strukturierten Daten zu managen und gewinnbringend für die Optimierung von Prozessen im Unternehmen zu nutzen. Gleichzeitig profitieren aber auch Prozesse für Krankenkassen und auch Patienten, denn mit der IDMP ist erstmals eine grenzübergreifende Vergleichbarkeit von Medikamenten, Dosierungen und Wirkstoffen gegeben. Das hat für das Kassenwesen Einsparpotenziale. (Main5 GmbH, 04.03.2020)

BLL: Nahrungsergänzungsmittel nützen Gesellschaft – „Vorsorge statt Reparatur“

Eine breitere Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) mit Kalzium und Vitamin D könnte dazu beitragen, allein in Deutschland jährlich rund 1,09 Mrd. € an Gesundheitskosten durch die Vermeidung von osteoporosebedingten Knochenbrüchen einzusparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Food Supplements Europe. Durch die regelmäßige Einnahme von 1.000 mg Kalzium und 15 mcg Vitamin D ließe sich das Risiko von Knochenbrüchen bei Personen über 55 Jahre um 15 % senken!

Allein in Deutschland sind durch NEM Kosteneinsparungen von 1,09 Mrd € möglich. (Infografik: obs / BLL-AK NEM)

Für Deutschland bedeute dies, so BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff, dass dadurch rechnerisch 31.927 Knochenbrüchen vermieden werden könnten. Das würde auch zu entsprechenden Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen führen. „Auch wenn die Nährstoffversorgung im Schnitt in Deutschland gut ist, gelingt es nachweislich nicht allen, ihren Nährstoffbedarf an Kalzium und Vitamin D durch eine ausgewogene Ernährung zu decken. Die Studie macht deutlich, dass NEM nicht nur dem Einzelnen helfen können, seine Ernährung zu optimieren, sondern darüber hinaus einen gesellschaftlichen Nutzen haben können“.

Der BLL-Hauptgeschäftsführer fordert daher „ein Umdenken weg vom System des Reparatur hin zu einer Kultur der Vorsorge“! Nur so ließen sich die Aufgaben durch die gestiegene Lebenserwartung und die im 4. Jahr in Folge gestiegenen Kosten im Gesundheitssystem in den Griff bekommen. „Die Studie ist ein weiterer Beleg dafür, dass NEM als Teil einer ausgewogenen Ernährung nachweislich helfen können, die Gesundheit der Verbraucher zu erhalten – und Verbraucher, die gesund altern, entlasten das Gesundheitssystem“, resümiert Minhoff. In Deutschland gibt es jährlich rund 213.000 Frakturen, die auf Osteoporose zurückzuführen seien.

1 € für NEM spart 5,09 €

Die Analysten von Frost & Sullivan haben errechnet, dass jeder für die entsprechende Versorgung mit NEM ausgegebene Euro das Gesundheitssystem im Gegenzug um 5,09 € entlasten würde. Die durchgeführte Studie ist bereits die 2. Analyse dieser Art im Auftrag von Food Supplement Europe. Der erste 2016 veröffentlichte Bericht dokumentierte bereits potentielle Kosteneinsparungen durch die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren und einem dadurch verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen von europaweit 12,9 Mrd. Euro im Jahr.

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) übrigens ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören ca. 500 Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette an.