EU plant europäischen Gesundheitsdatenraum

Die EU-Kommission plant 2021 einen europäischen Gesundheitsdatenraum zu schaffen. Dadurch soll im Hinblick auf eine sichere und patientenorientierte Nutzung von Gesundheitsdaten in Europa enger zusammengearbeitet werden können. Diese Absicht wurde von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides, EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton und dem deutschen Gesundheitsminister Jens Spahn anlässlich der Konferenz „Digital Health 2020 – EU on the Move“ bekundet.

„Der europäische Gesundheitsdatenraum wird ein wesentlicher Bestandteil einer starken europäischen Gesundheitsunion sein. Daten retten Leben – dies hat uns die Covid-19-Krise ganz klar vor Augen geführt“, meint Kyriakides. Bis 2025 sollten Patienten aus allen Mitgliedstaaten bei Reisen ins Ausland ihre Daten an Angehörige der Gesundheitsberufe weitergeben können. Breton: „Die Stärkung und Ausweitung der Nutzung und Weiterverwendung von Gesundheitsdaten ist für einen innovativen und wettbewerbsfähigen EU-Gesundheitssektor von entscheidender Bedeutung und wird dazu beitragen, Europa gegen Herausforderungen wie die derzeitige Pandemie widerstandsfähiger zu machen.“

Deutscher EU-Vorsitz mit Konferenzen von B.A.H. und Pro Generika

„Die am 1. Juli 2020 beginnende EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands ist eine hervorragende Grundlage zur Weiterentwicklung der Arzneimittelversorgung in der EU“, unterstreicht Dr. Hubertus Cranz, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (B.A.H.). In deren Rahmen organisiert der B.A.H. auch von 30.11.-01.12.2020 in Berlin eine Konferenz zur Zukunft der Arzneimittelversorgung. Ein wichtiger Punkt wird dabei ist die Stärkung der Versorgungssicherheit bei Medikamenten sein. Der B.A.H. begrüßt, dass auch die Digitalisierung (Stichwort „European Health Data Space“) innerhalb der EU weiter vorangetrieben werden soll. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, 01.07.2020)

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat einen weiteren und für Patienten wesentlichen Punkt auf der Agenda. Gesundheitsminister Jens Spahn nämlich will das Problem der Lieferengpässe angehen und dazu nach Wegen suchen, um die Produktion von kritischen Arzneimitteln und Medizinprodukten wieder nach Europa zu verlagern. Wie realistisch ist das und wie kann die Versorgungssicherheit gestärkt werden ? Das will Pro Generika in einer Digitalkonferenz mit dem Titel „Für ein gesundes Europa“ am 07.10.2020 auf europäischer Bühne diskutieren. (Pro Generika, 01.07.2020)