Haben Sie Rückenschmerzen ?

Als Einleitung dazu vielleicht folgendes Zitat:

Rückenschmerzen gehören neben Kopfschmerzen zu den häufigsten Schmerzen. Sie haben eine hohe Chronifizierungsrate und schränken die Lebensqualität erheblich ein. Chronische Rückenschmerzen gehören in Deutschland seit langem zu den größten Gesundheitsproblemen. Sie erzeugen eine immense Krankheitslast, sind in erheblichem Umfang für medizinische und soziale Leistungen verantwortlich und verursachen enorme gesamtwirtschaftliche Kosten.

Das sagt z.B. das Robert Koch Institut in Berlin. Und denken Sie jetzt auch: Eigentlich doch recht merkwürdig, dass es kaum jemanden über 50 zu geben scheint, den sein Rücken nicht schmerzt. Dabei muss es sich wohl um eine Fehlkonstruktion handeln ?

Kleiner Scherz, Sie verstehen, aber die Erklärung von Rückenschmerzen ist so etwas von banal, dass man sich nur wundern kann, warum sie nicht jedem (frei Haus) mitgeteilt wird. Oder den leidenden Patienten nur gar selten mitgeteilt wird. Denn, wenn man das Ursachenprinzip einmal verstanden hat, dann wird dessen Lösung einfach. Dann könnte man sich selbst von chronischen Rückenschmerzen wieder befreien.

„Könnte“ heißt es deshalb, weil man es selbst tun müsste. Nicht Ihr Onkel Doktor, nicht ein Physiotherapeut und auch nicht ein Osteopath. Sondern man selbst.

Also, das Ganze auf den Punkt gebracht:

Den Schmerz im Rücken verursachen verspannte Muskeln !

Jetzt fragen sie vielleicht, warum sich die überhaupt verspannen. Na, weil viele, viele Menschen den Großteil ihres Lebens nur mehr herumsitzen. Zunächst in der Arbeit, dann nach Hause im Auto oder der Straßenbahn. Dort angekommen „zur Entspannung“ dann auf der Couch UND sich selbst im Bett nicht mehr strecken, sondern oft genug eine Sitzhaltung – in Seitenlage – einnehmen. Tja … !

Dieses immer gleiche, unnatürliche Sitzen führt dann zu einer Verkürzung des sog. HÜFTBEUGERS – bestehend aus 2 Muskelsträngen. Einer davon entspringt an den Wirbeln der Lendenwirbelsäule und zieht durch das Hüftgelenk bis an den Oberschenkelknochen. Der andere Muskelstrang entspringt an der Innenseite des Beckens und setzt ebenfalls am Oberschenkelknochen an. Die 2 verkürzen sich, wie gesagt, durch das ewige Sitzen. Sind dann immer zusammengezogen und verkrampft.

So, und ab jetzt wird’s spannend:

Um trotzdem (!) aufrecht stehen und zu gehen zu können, muss dieser Hüftbeuger lockerlassen können. Das kann er aber nicht mehr, weil er verkürzt ist. Verkrampft ist. Damit man aber dennoch aufrecht stehen und gehen kann, wird dann automatisch eine andere Muskelgruppe aktiv: die

RÜCKENSTRECKER

Die ziehen sich vom Becken und den Lendenwirbeln hin zu den Rippenbögen des Rückens. Also vom Po hoch zu der Brustwirbelsäule. Die Rückenstrecker wirken damit dem zusammengezogenen, verkrampften Hüftbeuger entgegen, in dem sie sich besonders stark anspannen. Dadurch entsteht so eine Art „Tauziehen“ zwischen den beiden Muskelgruppen.

Und jetzt kommt’s:

Weil nun sowohl der HÜFTBEUGER als auch der RÜCKENSTRECKER angespannt, verkrampft, gedehnt sind, erhöht sich der Druck auf die Bandscheiben der Wirbelsäule jedes Jahr ganz automatisch. Das Resultat sind dann eben (chronische) Rückenschmerzen.

Was ich Ihnen als LÖSUNG des Problems vorschlage ?

Na, ganz einfach: Entweder Sie hören auf, tagtäglich die meiste Zeit herumzusitzen, oder Sie lernen den Hüftbeuger genauso wie den Rückenstrecker zu dehnen, zu entspannen, weicher zu machen. Wie das geht ? … Was halten Sie in dem Fall von ein bisschen Eigenrecherche, einem bisschen Eigenverantwortung ?

Zum Nachlesen: Haben auch Sie Rücken ? (News 28.01.2019)

Richtig laufen

… ist eine hohe Kunst. Kann scheinbar nicht jeder, wenn man den vielen Laufbüchern glaubt. In denen seitenlang die vermeintlich richtige Lauftechnik ausgeführt wird. Angefangen beim Schuhkauf und dem optimalen Schuh, über das Abrollverhalten (!) des Fußes bis hin zur optimalen Armstellung. Doch glauben Sie mir: Alles Schnickschnack.

Richtig Laufen ist kinderleicht !

Ich zitiere dazu aus dem Buch „laufend gesund“ von 2012:

Gucken Sie einmal Kindern beim Spielen zu, wenn sie barfuß herumtoben. Dann beugen die den Oberkörper leicht nach vorne und man ahnt, dass der Mensch eigentlich hinfällt. Hinfallen würde, würde er nicht den Fuß unter den Schwerpunkt des Körpers schieben. Und da schieben Kinder nicht die Ferse drunter, sondern den Vorfuß. Der Vorfußlauf ist dem Menschen angeboren. Der Vorfußlauf ist seine natürliche Bewegungsart.

Das kann man auch akademischer ausdrücken (S. 174):

Laufschuhe schaden Ihnen … So lautet das Fazit einer Studie an der University of Virginia. Dort hat Prof. Daniel J. M. Keenan 68 gesunde Sportler auf das Laufband geschickt: Zuerst mit Schuhen, dann barfuß.
Das Ergebnis: Mit Schuhen traten höhere Belastungen an den Hüftgelenken auf, an den Kniegelenken und an den Fußgelenken. In Zahlen:

Die Hüfte wird durch Laufschuhe um 54 % stärker belastet und die Knie um 36 %.

Verglichen mit dem Barfußlauf. Also dem Vorfußlauf. Und diese merkwürdige Studie erklärt sich so: Nicht die Schuhe schaden, sondern der durch die Schuhe aufgezwungene unnatürliche Laufstil. Doch was die Wissenschaftler (scheinbar) bis heute noch nicht wissen:

Doch selbstverständlich kann man auch mit Laufschuhen natürlich laufen !

Das Schlagwort heute lautet „natural running“. Oder noch einmal ganz deutlich: Natürliches Vorfußlaufen ist ein federnd gedämpftes Laufen ohne Belastung der Gelenke. Das geht in Schuhen genauso gut wie im Naturzustand, also barfuß. Allerdings nur, wenn man es kann. Das ist der springende Punkt.

Buch „laufend gesund“ von Dr. Ulrich Strunz. (Bild: www.strunz.com)

Dem Läufer, der Läuferin schaden also nicht die Laufschuhe, sondern der durch die irrwitzige Schuhkonstruktionen aufgezwungene, falsche Laufstil. Genauer gesagt, das Aufdonnern mit der Ferse. Sollte dann künstlich durch die massive Dämpfung wieder kompensiert werden.

Frage: Warum nicht gleich gedämpft auffedern ?

Dazu meinte Prof. Daniel Liebermann, ein wirklicher Fachmann, 2011 im Ersten Deutschen Fernsehen:

  • Der Aufprall mit der Ferse ist Gift für die Füße.
  • Laufschuhe sind nur deshalb bequem, weil sich der darin verpackte Muskel nicht mehr anstrengen muss.
  • Der Muskel verkümmert in Laufschuhen, weil er ruhiggestellt wird.

Doch bitte Vorsicht ! Folgendes stimmt auch. Steht z.B. im meistgelesenen Laufbuch Deutschlands „Das Leicht-Lauf-Programm“ (erschienen 2000 bei GU):

Ungewohntes Vorfußlaufen strapaziert Achillessehne und Wade. Das merkt man auch sehr, sehr schnell. Daher empfehle ich Ihnen zur Vorbereitung folgendes Übungsprogramm:

  • Laufen Sie auf dem Vorfuß 1 Minute täglich. Das 1 Woche lang.
  • Laufen Sie auf dem Vorfuß 2 Minuten täglich. Das in der 2. Woche.
  • Laufen Sie auf dem Vorfuß 3 Minuten täglich. Das in der 3. Woche.
    Usw.

Sie verstehen … Nach 52 Wochen können Sie 52 Minuten beschwerdefrei am Vorfuß laufen. Locker, leicht und sogar lächelnd. Genau darum geht es !