EU beschließt Gesundheitsprogramm EU4Health

Das EU-Parlament gab in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für das von der EU-Kommission angestrebte EU-Gesundheitsprogramm EU4Health. Damit ist der Weg frei für die Bereitstellung von 5,1 Mrd. € für die Mitgliedsstaaten, um die nationalen Gesundheitssysteme zu stärken und Innovationen im Gesundheitssektor voranzutreiben. „Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass in Gesundheitsfragen zwischen den Erwartungen der Bürger und der bislang begrenzten Zuständigkeit der EU eine große Lücke besteht“, argumentierte Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas. „Mit EU4Health haben wir ab nun ein gesundheitspolitisches Instrument, mit dem wir Gesundheitskrisen bewältigen können.“

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides ergänzte: „EU4Health ist das Fundament einer krisenfesten und starken europäischen Gesundheitsunion. Es ist unsere Antwort auf die Defizite, die durch die Covid-19-Pandemie zutage getreten sind, und den dringenden Modernisierungsbedarf der EU-Gesundheitssysteme.“ Das besagte Gesundheitsprogramm verfolge vor allem 3 Ziele: (1) Die Gesundheitssysteme sollen widerstandsfähiger gegen Grenzen überschreitende Gesundheitsgefahren gemacht werden und die Krisenbewältigung verbessert. (2) Die europäische Gesundheitsunion soll verwirklicht werden, indem in die Krebsbehandlung, die Verbesserung der Pandemievorsorge, die Arzneimittelversorgung und Innovation investiert wird. (3) Das digitale Gesundheitswesen soll ebenso gefördert werden wie die Krankheitsprävention.

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EU prüft Teva Pharmaceutical Industries wegen MS-Medikament „Copaxone“

Wegen der möglicherweise rechtswidrigen Verzögerung beim Markteintritt und der Verbreitung von Konkurrenzprodukten zu seinem Multiple-Sklerose-Medikament „Copaxone“, prüft die EU-Kommission den Pharmakonzern Teva Pharmaceutical Industries Limited. Der israelische Pharmariese steht im Verdacht, seine marktbeherrschende Stellung missbraucht zu haben, indem Patentverfahren ausgenutzt und Konkurrenzprodukte in der Kommunikation herabgesetzt wurden.

Dazu sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager: „Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung, die über eine halbe Million Europäer im Alltag belastet und lebenslang behandelt werden muss. Trotz großer Anstrengungen in der Forschung hat die Menschheit bisher kein Heilmittel gegen diese Krankheit gefunden. Daher ist es sehr wichtig, dass auf dem Markt für verfügbare Arzneimittel der Wettbewerb funktioniert. Die EU-Kommission wird daher eingehend untersuchen, ob Teva den Markteintritt von Konkurrenzprodukten zu seinem Verkaufsschlager Copaxone auf Kosten von Patienten und Gesundheitssystemen missbräuchlich verhindert oder verzögert hat.“

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EU schafft neue Beobachtungsstelle für Klima und Gesundheit

Die EU-Kommission hat zusammen mit der Europäischen Umweltagentur eine neue Beobachtungsstelle für Klima und Gesundheit geschaffen. Das Observatorium soll Wissen bündeln und so Instrumente schaffen, um die gesundheitlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu bewältigen wie auch die Gesellschaften widerstandsfähiger zu machen. Der Klimawandel habe bereits Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und die Gesundheitssysteme, hieß es.

EU warnt Pharmaindustrie vor zu hohen Medikamentenpreisen

Die EU hat den südafrikanischen Pharmakonzern Aspen Pharmacare zu einer Preissenkung seiner Krebsmedikamente von 73 % verdonnert. Dadurch soll eine längerfristige Versorgung mit diesen Arzneimitteln sichergestellt werden. Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Vizepräsidentin Margrethe Vestager erklärte dazu: „Von diesen Medikamenten hängt die Behandlung vieler Patienten ab. Dank der angeordneten Preissenkung werden die europäischen Gesundheitssysteme viele Dutzend Millionen € einsparen, sodass diese wichtigen Arzneimittel verfügbar bleiben können. Unser Beschluss ist auch eine klare Botschaft an andere marktbeherrschende Pharmakonzerne, keine missbräuchlichen Preisbildungen anzuwenden, mit denen unsere Gesundheitssysteme ausgenutzt werden.“

Eine Prüfung der EU-Kommission ergab, dass Aspen Pharmacare durch den Verkauf der Krebsmedikamente in Europa sehr hohe Gewinne erzielt, obwohl die Arzneimittel schon seit 50 Jahren patentfrei seien und damit die  Entwicklungskosten längst amortisiert.

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Man hat die Wahl … auch bei Rheuma

Rheuma, rheumatische Arthritis, tut weh. Nimmt zu in Deutschland. Nimmt zu (!) …bei immer besserer medizinischer Versorgung, im einem immer teureren Gesundheitssystem – im selben Land !?! Wegen Rheuma sind inzwischen rund 700.000 Menschen in Deutschland in ständiger ärztlicher Behandlung … Aber ist das ein Zufall ?

Nein, weil ein Patient mit Schmerzen immer wieder kommt. Das kann also nur heißen, dass Rheuma hierzulande gar nicht geheilt wird. Es wird nur behandelt. So begleitet die Krankheit die Patienten das ganze Leben lang ! Diese Einleitung war nur eine Feststellung. Sollte man das alles beklagen ? Oder kennt wer die Lösung ?

Also mein Rat gegen diese Autoimmunerkrankung lautet:

Immunsystem reparieren
Ernährung umstellen

Das ist übrigens mein generelles Behandlungs- und Heilungsprinzip – bei fast jeder Krankheit … Wobei „weglassen“ sehr wohl auch „wegschaffen“ meint. Z. B. durch LAUFEN.

Das Ganze noch ein bisschen ausführlicher betreffend Rheuma:

  • Vitamin D in der richtigen Dosis (100 ng/ml)
  • Perfektes Aminogramm
  • Keine Kohlenhydrate (Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Zucker)
  • Und … vorsichtshalber auch die übrigen Blutwerte optimieren.

Dazu vielleicht 3 Patientenmeinungen von dieser Woche:

(1) Durch Ihre jahrelange Behandlung und Begleitung bin ich weitgehend ohne jede chemische Rheumamittel, die Iritisschübe (Augenentzündung) wurden schwächer und in viel größeren Abständen. Bald werde ich 60 und kann immer noch berufstätig sein, eine gehörige Lebensqualität konnte ich mir erhalten.

(2) Nachdem ich Ende Mai bei Ihnen wegen akuten rheumatischen Beschwerden in der Praxis war, wollte ich mich erst mal bei Ihnen bedanken! Es geht mir viel besser, ich habe seitdem keine Entzündungen mehr in den Knien, kann wieder laufen, und die Entzündungswerte gehen weiter zurück!

(3) Habe seit 20 Jahren Rheuma. Ist wohl genetisch. Auch mein Papa hat’s. Werde seit 20 Jahren mit Cortison behandelt, mit MTX und Immun-Modulatoren. Jedoch 9 Monate nach dem Praxisbesuch bei Ihnen: Es hat sich viel geändert und es geht mir schon besser. Die Medikamente habe ich abgesetzt.

Was für eine Chance für jeden Rheumatologen ? Und würden sich Patienten streng an diese Regeln halten, würde man ständig nachkontrollieren, so wäre Rheuma höchst wahrscheinlich schon geheilt. Heilung heißt auch hier wieder „Abwesenheit von Beschwerden“. Gesundheit oder Krankheit ist ein tägliches Bemühen. Dabei hat man die Wahl … in die eine oder die andere Richtung !

Generika: Hohe Geldstrafen der EU wegen verzögerter Einführung

Die EU-Kommission hat gegen die beiden Pharmakonzerne Teva und Cephalon Geldstrafen in der Höhe von 60,6 Mio. € verhängt. Die Firmen hatten die Markteinführung eines preisgünstigeren Generikums des Cephalon-Arzneimittels gegen Schlafstörungen, Modafinil, nach Ablauf der Hauptpatente um sogar mehrere Jahre verzögert ! Laut Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager dadurch nicht nur gegen das EU-Kartellrecht verstoßen, sondern auch ein „erheblicher Schaden“ für die  Gesundheitssysteme in der EU verursacht.

Infografik: EU Kommission

Modafinil ist ein Arzneimittel zur Behandlung exzessiver Tagesschläfrigkeit, die insbesondere im Rahmen einer Narkolepsie auftritt. Es wurde unter dem Markennahmen „Provigil“ gehandelt und war das meistverkaufte Produkt von Cephalon. Jahrelang sorgte Provigil für über 40 % des weltweiten Umsatzes von Cephalon. 2005 waren jedoch die Hauptpatente für das Arzneimittel in Europa ausgelaufen. Die EU-Kommission stellte bei ihrer Untersuchung fest, dass Teva durch diese Pay-for-Delay-Vereinbarung mehrere Jahre lang als Wettbewerber ausgeschaltet wurde und Cephalon deshalb höhere Preise berechnen konnte, obwohl das Hauptpatent für Modafinil seit Langem abgelaufen war.