Bewegung und Krebs

Bewegung ist eine Möglichkeit, das Immunsystem scharf zu stellen. Und wenn wir uns z.B. nur an den legendären Herrn Zatopek („Vogel fliegt, Fisch schwimmt …“) erinnern, dann ist die natürlichste Bewegung des Menschen

das Laufen. Jogging !

Dass das (eigene) Immunsystem möglichst kompetent und „schlagkräftig“ ist, das sollte wohl jeden von uns sehr interessieren. Und ganz sicher sogar interessiert das Menschen mit der Königin aller Krankheiten, Krebs. Um die soll es hier primär gehen, wenngleich das Prinzip sehr wohl auch für weitere Krankheiten gilt !!

Dass man dem Krebs davonlaufen kann, ihn durch Laufen verhindern kann, das hat uns zuletzt Prof. Frank Madeo (News 18.02.2020) vor Augen geführt. Da brauchen wir dann auch nicht mehr unseren hoch verehrten Nobelpreisträger von 1931, Prof. Otto Warburg, bemühen. Doch wussten Sie, dass man auch dann laufen sollte, wenn der Krebs da ist ?

Dann erst recht laufen sollte !

Ist auch ziemlich logisch: Die stärkste Waffe gegen Krebs ist das eigene Immunsystem ! Und das wird, wie gesagt, durch Bewegung am wirksamsten aktiviert. Wer läuft, der aktiviert seine Killerzellen. Und die fressen dann gezielt z.B. Tumore auf. Aber es passiert noch mehr:

  • Je mehr man läuft, desto weniger leidet man unter den Nebenwirkungen der Krebsmedikamente.
  • Je mehr man läuft, desto seltener kommt Krebs zurück.
  • Je mehr man läuft, desto länger lebt man.
  • Je mehr man läuft, desto weniger Ängste und Depressionen hat man, und desto höher ist die Lebensqualität.
  • Je mehr man läuft, desto weniger Muskelmasse verliert man im Verlauf der Erkrankung.

Überzeugt ? Nein ? Worauf es noch ankommt, möchten Sie wissen ?

RECHTES MASS: Ziel ist die Stärkung des Immunsystems und nicht der nächste City-Marathon. Also regt man seine Abwehrkraft an mit genau der Dosis Bewegung, die zur persönlichen Situation passt. Das kann leichtes Jogging sein oder auch erst einmal (nur) ein langer Spaziergang jeden Tag.

PAUSEN: Je nach Verfassung kann Intervalltraining sinnvoll sein. Das bringt das Immunsystem auf Trab, überfordert aber nicht den Körper insgesamt.

VIEL HILFT VIEL: Das Immunsystem springt erst dann an, wenn man es mit der Bewegung erst meint. Das heißt, jeden Tag rausgeht und zumindest 1 Stunde walkt (flott dahinspaziert). Oder jeden Tag rausgeht und mindestens eine halbe Stunde läuft, radelt oder schwimmt. Weniger bringt da leider gar nichts !

Also ganz egal, in welchem körperlichen Stadium man sich gerade befindet:

Bewegung macht in jedem Fall gesünder !

PS: Glauben Sie, die von uns wiederholt kritisierte Ruhigstellungsmedizin von heute weiß, dass sich die MUSKELMASSE des Menschen nach nur 1 Woche Bettruhe um gleich 20 % VERRINGERT ?

Jeden Tag den Hunger spüren ?

Wenn es um die Müllabfuhr in den Billionen Körperzellen geht, dann klingt das ziemlich banal. In der Medizin heißt dieses Phänomen daher

Autophagie.

Genau genommen ist Autophagie aber sogar mehr als nur Müllabfuhr, nämlich klassisches Recycling. Wie das, fragen Sie ? Nun, die Körperzellen leben und produzieren folglich auch Abfall. Müll. Würde der nicht weggeschafft, so gingen die Körperzellen schon in recht kurzer Zeit daran zugrunde. Daher die Autophagie, also Recycling bzw. Selbstverdauung.

Das gilt auch bei Nahrungsmangel bzw. Hunger: Da fahren die Körperzellen dieses Recycling ebenfalls hoch und bauen den Müll nochmals ab, um Energie freizusetzen. Die wird dann genutzt, um dringend benötigte neue Moleküle herzustellen.

Ohne Autophagie kein Leben !

Dieses Recycling hält die KÖRPERZELLEN LÄNGER JUNG. Laut Prof. Dr. Frank Madeo von der Universität Graz klappt das aber nur, wenn

man sich mit maximal 2 Mahlzeiten am Tag begnügt. Besser sei sogar nur 1 Mahlzeit !

Die Autophagie würde beim Fasten eingeschalten. Dann, wenn jede Körperzelle „unter Stress gerät“. Darum auch sei das Hungern oder Fasten der sicherste Weg, LÄNGER ZU LEBEN. Und … auch seit Jahrzehnten vielfach bewiesen ! Nahezu mitleidslos sagt Prof. Dr. Madeo:

Der Mensch sollte die Zahl der täglichen Mahlzeiten auf ein Minimum reduzieren. Einmal am Tag sollte man den Hunger richtig spüren und ihn begrüßen wie einen Freund – dann wird der Körper aufgeräumt !

Die Autophagie, die übrigens nach 15-20 Stunden ohne Mahlzeit „auf vollen Touren“ läuft, findet der gebürtige Deutsche deshalb so faszinierend, weil sie

molekular gesehen, der inneren Reinigung entspricht. Der Katharsis, von der Fastende oft berichten. Hinzu kommt, dass sie offenbar eine Art Allzweckwaffe gegen altersbedingte Erkrankungen ist.

Also in meinen Augen gegen das Zipperlein. Oder die Demenz. Ja, todernst gemeint !

FAZIT: Es geht wieder einmal um Bilder. Um Vorstellungen, die dann Gefühle freisetzen sollten. Das Bild von der Müllabfuhr gefällt mir besonders. Und schon habe ich weniger Probleme, in den nächsten Stunden eben nichts zu essen. Einfach mal nichts ! Dafür lieber 2 Stunden Sport zu treiben. Sie ahnen vielleicht, dass dadurch „forever young“ noch mehr Wirkung erzielt.

Mit Eisen, Kupfer und Vitaminen

… kann man seinen Krebszellen schaden. Genauer gesagt die Zellatmung ankurbeln. Und das mag die Krebszelle überhaupt nicht. Das hatte uns schon Prof. Dr.Dr. Otto Warburg zu erklären versucht. Und wie könnte es auch anders sein, dem Nobelpreisträger Medizin von 1931 wird selbst heute noch widersprochen.

So z.B. von einem gewissen Prof. Dr. Axel Ullrich, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Der zwar zugibt, dass Warburg mit der veränderten Zellatmung Recht hatte, auch mit der Vergärung von Zucker in Krebszellen, der aber behauptet:

Dieser veränderte Energiestoffwechsel in der Krebszelle ist eine Folge von genetischen Defekten. Es ist genau umgekehrt: Erst kommt der Gendefekt, dann der andere Krebs-Stoffwechsel.

Für uns Normalsterbliche hieße das, wir können (dagegen) gar nichts tun. Weil laut Schulmedizin sind wir unseren Genen ausgeliefert. Und selbst wenn das nicht stimmen sollte, dann sind wir zumindest auf die Pharmaindustrie angewiesen. Da hat übrigens Herr Prof. Ullrich gleich 2 Krebsmedikamente erfunden: „Herceptin“ mit dem Wirkstoff Trastuzumab gegen Brustkrebs und „Sutent“ gegen Nierenkrebs. Gilt daher als Fachmann …

Demnach würden gegen Krebs also Medikamente helfen, nicht etwa genetisch korrekt essen oder laufen !? Andererseits sagte Prof. Dr.Dr. Warburg selbst über seine Arbeit:

Ich entdeckte die Quantenchemie der Photosynthese und schließlich auf medizinischem Gebiet die allgemeine und letzte Ursache des Krebses.

Warburg gilt tatsächlich als Vater der modernen Biochemie. Die Aufklärung der Photosynthese und der Zellatmung hat die Biologie dem 1970 in Berlin Verstorbenen zu verdanken. Und für uns normale Menschen, die wir nicht krank werden wollen, die wir keinen Krebs gebrauchen können, ist noch eine Entdeckung von Warburg wichtig:

  • Eisen spielt in der Zellatmung eine wichtige Rolle, denn Eisen beschleunigt die Zellatmung, Genau das, was die Krebszelle gar nicht braucht.
  • Zudem tragen Eisen, Kupfer, und Vitamine wesentlich zur Funktion von Enzymen bei der Zellatmung bei.

Heißt übersetzt: Der Nobelpreisträger Medizin 1931 hält Eisen, Kupfer, und Vitamine für entscheidend, wenn man die Zellatmung ankurbeln und damit der Krebszelle schaden möchte. Haben Sie das so schon einmal gehört oder irgendwo gelesen ? Im Spiegel ? In den deutschen Fachmedien für Medizin ?

Und dennoch schließt sich hier der Kreis:

So war in den News 18.02.2020 von Prof. Dr. Frank Madeo (Universität Graz) die Rede. Der den umgekehrten Weg von Warburg gegangen war und die Zellatmung behinderte. Also die Sauerstoffzufuhr zu den Zellen bremste und dadurch „unkontrolliertes Wachstum“ (Krebswachstum) erzeugte. Daher die Schlussfolgerung von Prof. Dr. Madeo:

Erhöht man die Sauerstoffversorgung und reduziert gleichzeitig die Zuckerversorgung, so schadet man dem Krebs.

Heißt für uns Laien: Renn. Renn täglich. Renn um dein Leben !

Ich verstehe folglich so Professoren wie Herrn Ullrich einfach nicht. Selbst wenn die mit ihrer genetischen Ursache von Krebs Recht hätten: Haben die noch nie etwas von Epigenetik gehört ? Davon, dass man Krebs

  • durch eine andere Ernährung (zuckerfrei plus Vitamine)
  • und durch Laufen (mehr Sauerstoff)

sehr wohl beeinflussen kann. Alles längst bewiesen … Verstehen SIE solche Universitätsprofessoren ?

Klüger als Otto Warburg ?

Na, na, na: Einen Nobelpreis für die Entdeckung des LAUFENS ! Das kann wohl so nicht stimmen oder doch ?

Den Nobelpreis Medizin 1931 bekam Prof. Otto Warburg, seines Zeichens ein Forscher am Max-Planck-Institut. Warburg war Biochemiker und Mediziner und glaubte, die eigentliche Ursache von Krebs entdeckt zu haben. Er konnte nämlich beweisen, dass sich Krebszellen anders ernähren als gesunde Körperzellen.

Das war so überaus wichtig deshalb, weil damit (endlich) ein Angriffspunkt aufzeigt wurde, wie man Krebszellen vernichten könnte. Denn Chemotherapie und Strahlentherapie vernichten neben der Krebszelle bekanntlich auch gesunde Körperzellen.

Prof. Warburg jedoch konnte zeigen, dass die Krebszelle in erster Linie von Zucker lebt, und den trotz genügend Sauerstoffs ohne Sauerstoff vergärt. Mit ziemlich armseliger Energieausbeute. Die Krebszelle muss sich also ständig sehr, sehr anstrengen ! Und würde man jetzt der stetig schuftenden Krebszelle auch noch den Zucker rationieren, dann könnte man sie empfindlich schwächen. Oft genug sogar töten.

ABER:

Das gilt leider nicht für jede Krebszelle und wurde auch prompt zum Haupteinwand der Warburg-Kritiker. Der sog. Warburg-Effekt würde sich „nur“ auf die aggressive Krebszelle beziehen. Auf die rasch wachsende, metastasierende Krebszelle. Daneben gäbe es aber auch andere, langsam wachsende (Prostata, oft Brust), also beinahe gutartige Krebse. Die, jedoch, würden auch von Fett leben und sich von der gesunden Körperzelle nicht unterscheiden.

Und jetzt kommt’s:

An der Universität Graz konnte Prof. Frank Madeo kürzlich zeigen, dass die Reduzierung der Zellatmung (also Atemnot) den programmierten, natürlichen Zelltod, die sog. Apoptose, vermindert und deshalb Körperzellen unkontrolliert leben lässt. Unkontrolliertes Überleben heißt aber rasches Wachstum, letztlich Krebs. Zitat von Prof. Madeo:

Diese erhöhte Resistenz (gegen den Zelltod) könnte entscheidend zur Tumorbildung und Bösartigkeit (Metastasierung) beitragen.

Mit diesem Modell gelang den Grazer Forschern der Beweis eines Überlebensvorteils von Krebszellen durch den Warburg-Effekt.

Also:

  • Aggressive Krebszellen ernähren sich von Zucker (Glykolyse) bei gleichzeitiger Verminderung der Sauerstoff-Atmung.
  • Erhöhte Atmungsaktivität, also mehr Sauerstoff, HEMMT das Wachstum von Tumoren.

Und der schlanke (!) Universitätsprofessor Madeo weiter:

Interessanterweise ist Ausdauersport eine der besten vorbeugenden Maßnahmen gegen Krebs. Dabei wird sowohl die Sauerstoffversorgung des Körpers erhöht als auch Zucker verbrannt. Beides ist, klassisch nach Otto Warburg, Gift für die Krebszelle.

Das ist endlich einmal eine praktische Umsetzung von Nobelpreis-Wissen. Dem Krebs kann man davonlaufen !! Das ist keine Plattitüde, sondern exakte Wissenschaft. Wurde bereits 1931 mit dem Nobelpreis geadelt ! Und Sie laufen immer noch nicht … Sind Sie klüger als Otto Warburg ?

QUELLE: PLOS ONE am 25.02.2009