Schulmedizin aktuell am 6. Februar 2020

Welt

Gefährliche Keime stellen die globalen Gesundheitssysteme mittlerweile regelmäßig vor neue Herausforderungen. Werden die Krankheiten rechtzeitig erkannt, sind die Heilungschancen durch Notfallpläne und durch modernste Medizin erfreulich gut. Was aber passiert mit den kontaminierten medizinischen Abfällen, die nicht minder gefährlich sind ? Ob Injektionsnadeln, Kanülen, Handschuhe oder sonstige gebrauchte Gegenstände: Kamen diese einmal in Kontakt oder nur in die Nähe eines Infizierten, müssen sie umgehend keimtötend entsorgt werden. (Wagner Shredder GmbH, 06.02.2020)

Medizinischer Abfall. (Foto: Getty Images / iStockphoto)

Am Beginn dieser Entsorgungskette steht das Zerkleinern („Shreddern“) der oft sperrigen und kontaminierten Abfälle. Kanister, Blut- und Urinbeutel, Schutzanzüge und Masken, gepaart mit großen Mengen an Spritzen und weiteren Abfällen sind schlichtweg zu groß, um schnell und wirtschaftlich transportiert und vernichtet werden zu können. Hierzu bedarf es als ersten Schritt Hochleistungs-Abfall-Zerkleinerer, welche aus dem Sperrgut binnen kürzester Zeit kleinste Teile bis zum Granulat machen. Auf Grund der hohen Infektionsgefahr werden die Shredder-Aufgabetrichter automatisch befüllt. Während des Zerkleinerns des kontaminierten Abfalls entstehen Staub und Dämpfe, deren Mikropartikel ebenso hochinfektiös sind. (Wagner Shredder GmbH, 06.02.2020)

Medizinischer Abfall geschreddert. (Foto: Wagner Shredder GmbH)

Zudem muss gesichert sein, dass keine Flüssigkeiten austreten können. Somit ist binnen kürzester Zeit die gesamte Maschine gefährlich kontaminiert. Um die Umgebung vor Verseuchung zu bewahren, werden diese Schredder mit heißem Dampf sterilisiert. Dazu müssen die Maschinen absolut flüssigkeits- und dampfdicht sein, denn austretende Stoffe würden eine erneute gefährliche Infektionsquelle darstellen. Sobald die Abfälle in den dampfdichten Shreddern minimal zerkleinert sind, wird das Granulat umgehend verbrannt. (Wagner Shredder GmbH, 06.02.2020)

Weltweit stellen wissenschaftliche Studien einen Zusammenhang zwischen Hörverlust und Demenzerkrankungen her. Sie stellen die These auf, dass gutes Hören, beziehungsweise eine Hörsystemversorgung, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes deutlich verzögern kann. Hören stellt außerdem emotionale Nähe her, was gerade für Demenzpatienten wichtig ist. Nicht selten ist zudem das Hören der Sinn, mit dem Demenzpatienten mit ihrer Umgebung in Verbindung bleiben. (Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, 06.02.2020)

Europa

Der Europäische Notruftag findet jedes Jahr am 11. Februar statt. Durch das symbolische Datum soll sich die Notrufnummer besser einprägen. Die Notrufnummer 112 gilt in allen Ländern der EU. (Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, 06.02.2020)

Deutschland

Von Abstoßungsreaktionen über Lungenkrebs bis Zöliakie: Forschende Pharma-Unternehmen arbeiten derzeit an 434 Arzneimittelprojekten gegen mehr als 145 Krankheiten mit dem Ziel einer Zulassung bis Ende 2023. 68 der Entwicklungsprojekte (16 %) betreffen ausdrücklich Medikamente gegen seltene Krankheiten, sog. Orphan Drugs. Damit entsprechen die Unternehmen dem „gesellschaftlichen“ Anliegen, dass es nicht von der Häufigkeit der Erkrankung abhängen soll, ob Patienten Medikamente bekommen oder nicht. Besonders viele Medikamente entwickeln die vfa-Unternehmen gegen Lungenkarzinom (Typ NSCLC), Brust- und Prostatakrebs sowie 41 weitere Krebsarten. 9 Medikamente sind auch gegen Neurodermitis in Entwicklung. (Verband forschender Pharma-Unternehmen, 06.02.2020)

Seit 1996 ist die gesetzliche Krankenkasse in Deutschland frei wählbar. 2019 war bei 46 von 105 Krankenkassen in Deutschland die Versichertenstatistik allerdings rot. Einige verloren fast 7 % ihrer Versicherten, bei anderen verschwanden über 200.000 Versicherte aus den Statistiken. Der Wettbewerb zwischen den 105 Kassen ist hart und kennt traditionell Gewinner und Verlierer. Die absolute Gewinnerin „nach Köpfen“ war auch 2019 die Hamburger Ersatzkasse Techniker Krankenkasse. Bei den „Verlierern“ des GKV-Wettbewerbs tat sich die Wuppertaler Ersatzkasse BARMER hervor. (MC.B Verlag GmbH, 06.02.2020)

70.000 Frauen in Deutschland bekommen jedes Jahr die Diagnose „Mammakarzinom“, ein bösartiger Tumor der Brust. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Das Risiko zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter. Jüngere Frauen sind nur selten betroffen. Brustkrebs ist zwar die häufigste Krebsart bei Frauen, aber nicht die Gefährlichste. Dennoch sterben in Deutschland immer noch jährlich 17.000 Frauen daran. Frühzeitig erkannt, ist der Krebs durch eine Operation, Chemo- oder Bestrahlungstherapie oft gut heilbar. (Südwestrundfunk, 06.02.2020)

10-15 % der Frauen entwickeln zwischen Pubertät und Wechseljahren eine Endometriose. Bei dieser gynäkologischen Erkrankung bilden sich Zysten und Tumore im Unterleib, die sich an Eierstöcken, Darm oder Bauchfell ansiedeln. Obwohl gutartig, können sie dennoch bleibende Schäden an Organen verursachen. (Südwestrundfunk, 06.02.2020)

Österreich

Das riesige Netz an Vertragsärzten kann die Österreichische Gesundheitskasse aktuell bei Allgemeinmedizinern zu 97,61 % und bei Fachärzten zu 97,04 % besetzen. Österreichweit sind derzeit nur 72,5 Planstellen für Fachärzte und 90,5 Planstellen für Allgemeinmediziner vakant. … Um im (internationalen) Wettbewerb um Ärzte attraktiv zu bleiben, ist auch eine sehr gute Honorierung nötig. So ergab eine Studie für das Jahr 2015, dass Vertragsärzte für Allgemeinmedizin im Durchschnitt ein Einkommen über 6.000 € netto haben. Vertragsfachärzte und insbesondere die technischen Fächer (Radiologie und Labor) erzielen ein noch höheres Einkommen. (Österreichische Gesundheitskasse, 06.02.2020)

Am 15. Jänner wurde der offizielle Beginn der Influenza in Österreich ausgerufen. In Österreich werden in den analysierten Proben aktuell hauptsächlich Influenza-A-Stämme nachgewiesen. Influenza A(H1N1)pdm09 und A(H3N2) sind derzeit fast gleich verteilt. Die Impfung benötigt etwa 10-14 Tage bevor die Schutzwirkung vollständig eintritt, die Zirkulation der Influenza dauert üblicherweise aber 8-12 Wochen. (Sanofi-Aventis GmbH, 06.02.2020)

Schweiz

Der Medikamentenmarkt in der Schweiz erzielte 2019 ein Volumen von 6,136 Mrd. CHF zu Fabrikabgabepreisen. Dies ist ein Plus von 2,8 % gegenüber 2018. Der Umsatz mit patentgeschützten Medikamenten war dabei rückläufig (-1,2 %). Die Menge der verkauften Packungen stagnierte bei 187,1 Mio.. (Interpharma, 06.02.2020)

Schulmedizin aktuell am 3. Februar 2020

Welt

GSK Onkologie fokussiert sich darauf, das Überleben von Menschen, die an Krebs leiden durch transformative Medikamente zu maximieren. Die Pipeline von GSK konzentriert sich dazu auf 4 Bereiche: (1) Immuno-Onkologie: Nutzung des körpereigenen Immunsystems zur Krebsbehandlung. (2) Zelltherapie: Modifizierte, menschliche T-Zellen zur Krebsbehandlung. (3) Krebs-Epigenetik: Modulation des Epigenoms, der Information, die steuert, wie die DNA abgelesen und verwendet wird, um krebshemmende Wirkungen zu induzieren. (4) Synthetische Letalität: Wirkstoffe, die bei bestimmten Tumorzellen die DNA-Reparatur unterbinden, gesunde Zellen aber nicht tangieren. (GlaxoSmithKline Pharma GmbH, 03.02.2020)

Auf unseren Händen befinden sich ca. 10 Mio. pathogene Mikroorganismen. Eine gründliche und sorgfältige Händehygiene ist daher nach jedem Toilettengang besonders wichtig, zumal sich 47 % der Krankheiten vermeiden ließen, wenn man sich die Hände gut wäscht. Laut WHO werden ungefähr 80 % aller Infektionskrankheiten über die Hände übertragen. Bakterien können dabei 24 Stunden überleben. (CWS-boco Suisse SA, 03.02.2020)

Europa

Solarien verursachen in Europa pro Jahr bei etwa 3.400 Menschen den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. UV-Strahlung nämlich verursacht neben der gewünschten Bräunung binnen Sekunden Schäden im Erbgut der Hautzelle. Aus solch geschädigten Zellen kann sich auch Jahrzehnte später noch Hautkrebs entwickeln. Die Hautbräune stellt lediglich eine Schutzreaktion der Haut dar und ist kein Zeichen von Gesundheit.  (Deutsche Krebshilfe, 03.02.2020)

Deutschland

Der Kampf gegen Krebs ist eine komplexe gesellschaftliche Aufgabe. 2020 dürfte es in Deutschland rund 510.000 neu diagnostizierte Fälle geben. Hauptgrund für diese Entwicklung ist laut Robert Koch Institut die Alterung der Gesellschaft. Zu den Standardtherapien gehören heute u.a. noch die operative Entfernung des Tumors, Chemotherapien und Bestrahlungen. Jedoch kann auch das körpereigene Immunsystem unter bestimmten Voraussetzungen manche Krebsarten selbst bekämpfen. Antikörper-Konstrukte, die Amgen in der BiTE-Technologie nutzt, liefern diese notwendige Unterstützung. (Amgen GmbH, 03.02.2020)

Die stärkste Waffe dabei sind spezielle Abwehrzellen des Immunsystems, die sog. T-Zellen. Sie bekämpfen Bakterien sowie durch Viren infizierte oder entartete Zellen, wodurch sie zur Vorbeugung und Heilung von Krankheiten beitragen. Bösartige Krebszellen entwickeln allerdings häufig Mechanismen, mit denen sie vom Immunsystem unerkannt bleiben oder eine effiziente Immunantwort unterdrücken. Damit T-Zellen auch diese Krebszellen erkennen und zerstören können, benötigen sie biotechnologisch hergestellte „Helfermoleküle“ wie die Antikörper-Konstrukte namens BiTE (Bispecific T-Cell Engager). (Amgen GmbH, 03.02.2020)

BiTE-Antikörper-Konstrukte sind mit 2 unterschiedlichen Bindungsstellen ausgestattet, mit denen sie gleichzeitig an Krebs- und T-Zellen andocken können. Dank dieser Verbindung können T-Zellen zuvor unerkannte Krebszellen identifizieren. Dabei nutzen die BiTEs eine spezifische Struktur auf der Oberfläche der Tumorzellen, das sog. Tumorantigen. Nachdem sie sich mit dem BiTE verbunden haben, perforieren und zerstören die T-Zellen die Tumorzellen. Dabei kommt es zu einer Vermehrung der beteiligten T-Abwehrzellen. So entstehen immer mehr T-Zellen, die mit Unterstützung der BiTE-Antikörper-Konstrukte auch immer mehr Krebszellen zerstören können. (Amgen GmbH, 03.02.2020)

Weil die künstliche UV-Strahlung von Solarien ein Krebsrisikofaktor sein, fordern die Deutsche Krebshilfe gemeinsam mit der ARGE Dermatologische Prävention ein Verbot von Solarien in Deutschland. (Deutsche Krebshilfe, 03.02.2020)

Während in Deutschland der Anteil an verschreibungspflichtigen Medikamenten im Versandhandel noch unter 1 % liegt, kaufen immer mehr Patienten ihre verschreibungsfreien Produkte im Internet. Das führt zu sinkenden Umsätzen für stationäre Apotheken. Wohin dann die Reise gehen könnte, zeigt das Beispiel Schweden: Dort ist der Online-Verkaufsanteil an verschreibungspflichtigen Medikamenten bereits mehr als 10 Mal so hoch wie in Deutschland. Findet in Deutschland eine ähnliche Entwicklung statt, dann wird dies den Rückgang der Anzahl an Vor-Ort-Apotheken weiter beschleunigen. Einen Ausweg aus dieser Misere bieten die geplanten Apotheken-Plattformen. Sie stellen für viele stationäre Apotheken die einzig realistische Möglichkeit dar, an dem wachsenden Online-Markt zu partizipieren. (Simon-Kuchar & Partners GmbH, 03.02.2020)

Am 9. Feb. 2019 ging in Deutschland das securPharm-System für die Umsetzung der EU-Fälschungsschutzrichtlinie in Apotheken, Kliniken, pharmazeutischen Großhandlungen und Pharmafirmen an den Start. Nahezu alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel, die seitdem in Verkehr gebracht werden, müssen zusätzliche Sicherheitsmerkmale -- einen Erstöffnungsschutz und eine individuelle Packungsnummer -- tragen und werden noch einmal auf Echtheit geprüft, ehe sie den Patienten erreichen. Nunmehr hat das digitale Fälschungsschutzsystem mit über 1 Mrd. Arzneimittelpackungen mit neuem digitalen Schutz und täglich über 6 Mio. Scans in Apotheken und Großhandel ein gelungenes 1. Praxisjahr hinter sich. (securPharm, 03.02.2020)

Österreich

Die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen ist in Österreich von 2009-2020 auf 41.299 Fälle pro Jahr angestiegen. Das ist ein Plus von 8 %. Experten erwarten bis 2030 einen Anstieg auf 43.706 Erkrankungen pro Jahr und 14 %. … Vielversprechende Innovationen gibt es auch im Bereich der Nuklearmedizin, die bislang primär zur Diagnose eingesetzt wurde. Neu sind hier sogenannte theranostische Konzepte, die wie eine zielgerichtete Bestrahlung von innen wirken. Bei diesen Verfahren werden sehr niedrig dosierte Medikamente verabreicht, die an einer bestimmten Zielstruktur am Tumor binden und mit einem radioaktiven Atom versehen wurden. So können Zielstrukturen an Krebszellen mit Hilfe dieser sogenannten Radiopharmaka dargestellt und unter Austausch der radioaktiv wirksamen Substanzen direkt therapiert werden. Die Therapie ist hocheffizient und nebenwirkungsarm: Da die Medikamente gezielt an der Krebszelle andocken, gelangt die Strahlung direkt zum Tumor und tötet ihn ab, ohne andere Strukturen zu sehr zu schädigen. (MedUni Wien, 03.02.2020)

Die CAR-T-Zell-Therapie gilt als entwicklungsfähigste zelluläre Therapiemethode im Kampf gegen Krebs. Neben den Universitätskliniken Graz, Salzburg, Innsbruck und Wien ist das Ordensklinikum Linz Studienpartner dieser neuartigen zellulären Krebsimmuntherapie, die bei bösartigen Bluterkrankungen eingesetzt wird. Sprechen bestimmte Formen von Leukämie, Lymphknotenkrebs oder andere Krebserkrankungen des Knochenmarks nicht ausreichend auf die medikamentöse Tumortherapie an, oder kommt der Krebs nach der Behandlung wieder, ist eine intensive Chemotherapie mit anschließender Blut-Stammzellentransplantation oftmals die lebensrettende Maßnahme. Österreichweit wurden im Jahr 2018 insgesamt 593 (358 körpereigene und 235 körperfremde) Stammzelltransplantationen durchgeführt. (Ordensklinikum Linz -- Barmherzige Schwestern Elisabethinen, 03.02.2020)

In der CAR-T-Zell-Therapie werden zunächst T-Zellen aus dem Blut des Patienten gewonnen, die dann im Labor gentechnisch so verändert werden, dass sie ein Protein, sog. chimäre Antigenrezeptoren (CAR) auf ihrer Oberfläche bilden, die gegen krebsspezifische Oberflächenproteine auf den Krebszellen gerichtet sind. Die Immunzellen werden somit künstlich gegen den Krebs scharf gemacht, indem sie die Krebszellen durch den chimären Antigenrezeptor erkennen, sich an diesen binden und diese in weiterer Folge abtöten. Die CAR-T-Zellen werden dem Patienten über die Blutbahn infundiert, wo sie sich idealerweise vermehren und zu einer heftigen und lang anhaltenden Immunreaktion gegen den Krebs führen. (Ordensklinikum Linz -- Barmherzige Schwestern Elisabethinen, 03.02.2020)

Laut dem nationalen Krebsregister erkranken jährlich in Österreich etwa 40.000 Menschen an Krebs. Die häufigsten Diagnosen waren bei Frauen Brustkrebs und bei Männern Prostatakrebs. Beide Krebsarten sind bei früher Erkennung mittlerweile sehr gut behandelbar, jedoch hat Lungenkrebs generell noch immer eine sehr schlechte Prognose. (AstraZeneca Österreich GmbH, 03.02.2020)

Ein Leistenbruch oder Bruch der Bauchwand darf nicht unterschätzt werden, denn Leistenbrüche bilden sich leider nicht wieder zurück. In der Regel werden sie im Laufe der Zeit sogar größer. Akute Gefahr besteht dann, wenn der Darm eingeklemmt wird. Ein Weichteilbruch, der im Bereich der Bauchwand, des Nabels und der Leisten vorkommt und als schmerzhafte Vorwölbungen sicht- oder tastbar wird, sollte daher so schnell als möglich operiert werden. (Franziskus Spital Wien, 03.02.2020)

Schulmedizin aktuell am 31. Januar 2020

Europa

Zur Erforschung des Coronavirus stellt die Europäische Kommission 10 Mio. € aus ihrem Forschungsförderprogramm Horizont 2020 bereit. In einem dringenden Aufruf zur Interessensbekundung werden bis 12. Feb. 2020 Forschungsprojekte gesucht, die sich mit dem Virus, der klinischen Betreuung von Infizierten und dem Schutz der öffentlichen Gesundheit befassen. Insgesamt sollen bis zu 4 Projekte gefördert werden. (EU Kommission, 31.01.2020)

Deutschland

Die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland sind 2019 um 6 % auf 38,4 Mrd. € gestiegen. (ABDA, 31.01.2020)

Pflanzenbasierte Ernährung ist gesund. Krankenhäuser, die pflanzenbasierte Kost anbieten, machen sich als verantwortungsvolle, zukunftsweisende und ganzheitliche Institutionen sichtbar.  (BKK ProVita, 31.01.2020)

Beim sog. Tissue Engineering werden Körperzellen im Labor vermehrt und den Patienten dort implantiert, wo ein Schaden behoben werden soll. So lassen sich z.B. schon verletzte Gelenkknorpel am Knie reparieren. Auch an mitwachsenden Herzklappen für Kinder und Organen aus dem 3D-Drucker wird geforscht. (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, 31.01.2020)

Tissue Engineering zählt zum Bereich der modernen Biotechnologie. Dort ist die Personalisierung der Medizin bereits weit fortgeschritten: Eigene Stamm- oder Gewebezellen des Patienten dienen als Vorstufe für das Gewebeprodukt, das später das geschädigte oder zu ersetzende Gewebe erneuert. Sie werden dem Patienten entnommen, im Labor vervielfältigt und aufbereitet. Im nächsten Schritt wird das so neu gezüchtete gesunde Gewebe in den Körper transplantiert. Ein weiterer Vorteil: Dadurch, dass eigene Körperzellen des Patienten verwendet werden, lassen sich Abstoßungsreaktionen gut verhindern. (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, 31.01.2020)

2020 werden in Deutschland über 500.000 Menschen an Krebs erkranken. Doch während vor 40 Jahren noch über 66 % aller Patienten an ihrer Krebserkrankung starben, können heute mehr als 50 % darauf hoffen, wieder gesund zu werden. In den USA hingegen sinkt die Krebsrate seit 1991 pro Jahr um 1,5 %.  … Wie hoch die Überlebensrate bei Krebs ist, hängt auch davon ab, in welchem Land man lebt. (Pharma Fakten, 31.01.2020)

Saunagänge sind gesund und stärken das Immunsystem. Aber Kranke haben in der Sauna nichts zu suchen -- nicht nur wegen der Ansteckungsgefahr für andere Saunagänger. Ein Infekt nämlich kann durch den Wechsel von Kälte und Hitze noch schlimmer werden. (R+V Infocenter, 31.01.2020)

Österreich

Rund 40.000 Wiener sind in einer Selbsthilfegruppe aktiv tätig. Damit hat sich die Selbsthilfe als wichtiger Bestandteil im Wiener Gesundheits- und Sozialwesen etabliert, weil sie in schwierigen Lebenslagen Hilfestellung bietet, die im Rahmen des institutionellen Gesundheitswesens nicht geleistet werden kann. (Wiener Gesundheitsförderung gemeinnützige GmbH, 31.01.2020)

Die Arthroskopie ist heute aus der orthopädischen Chirurgie nicht mehr wegzudenken. Am Herz-Jesu Krankenhaus Wien z.B. wurden 2019 rund 2.000 Operationen an Schulter, Ellbogen, Hand, Hüfte, Knie und Sprunggelenk arthroskopisch durchgeführt. Der Großteil waren Kniearthroskopien, gefolgt von Schulterarthroskopien. Meniskus- und Kreuzbandrisse sind die häufigsten Knieverletzungen bei Patienten aller Altersgruppen. (Herz-Jesu Krankenhaus Wien, 31.01.2020)

Vor allem bei ausgedehnten Meniskusrissen kann durch eine Arthroskopie in den meisten Fällen der Meniskus wieder genäht und dadurch erhalten werden -- und damit letztlich der Gefahr einer Arthrose-Bildung vorgebeugt werden. Bei einer Schulterarthroskopie beispielsweise wird eine Gelenksspiegelung des Schultergelenkes durchgeführt. Dabei wird Flüssigkeit in das Gelenk gepumpt und eine spezielle Kamera über einen kleinen Hautschnitt eingeführt. Im Gegensatz zu einer offenen Operation wird bei einer Schulterarthroskopie weniger Gewebe verletzt. Die Arthroskopie stellt damit eine schonende, kosmetisch ansprechende, sichere und exakte Operationsmethode dar, um Schulterverletzungen zu behandeln. (Herz-Jesu Krankenhaus Wien, 31.01.2020)

Schweiz

In der Schweiz leben rund 1,7 Mio. Menschen mit einer Behinderung. Menschen mit Behinderung sind selbstverständlicher Teil einer Gesellschaft. (Pro Infirmis Schweiz, 31.01.2020)

Bild: Pro Infirmis Schweiz

Schulmedizin aktuell am 21. Januar 2020

Europa

45 % der Bevölkerung in der sog. D-A-CH-Region betreiben intensiv eine oder mehrere Sportarten. Studien belegen, dass die Sportausübung auch zunehmend zum zentralen Kriterium für die Wahl des Urlaubsortes wird. Als solcher muss man die Zielgruppe und ihre Sportart genau verstehen, um sie als Gäste nachhaltig zu gewinnen. Sport als nur nettes Nebengeräusch im Urlaub funktioniert auf Dauer nicht. Die Angebote müssen ausdifferenziert und in die Tiefe gedacht werden. (Sport.Tourismus.Forum 2020, 21.01.2020)

Deutschland

Laut Schätzungen von Experten starben in den letzten Jahren in Deutschland pro Jahr 10.000 Menschen an den Folgen einer Grippe. Und auch wenn der Impfstoff gegen Influenza nicht jedes Jahr gleich effektiv ist, so lassen sich dennoch mit keiner anderen Impfung in Deutschland so viele Menschenleben retten wie mit der Grippeschutzimpfung. Weiters ließen sich dadurch rund 1.000 Krankenhausaufnahmen pro Jahr vermeiden. Influenza-bedingte Arztbesuche gehen jedes Jahr in die Millionen. (ABDA, 21.01.2020)

Obwohl fast immer durch Viren verursacht, werden bei Erkältungskrankheiten nach wie vor zu oft Antibiotika eingesetzt. Diese wirken aber nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Bei Atemwegsinfekten ist die ärztliche Empfehlung bzw. Verordnung eines pflanzlichen Erkältungspräparates kurz nach der Diagnose mit einem 3-mal selteneren Einsatz von Antibiotika im weiteren Krankheitsverlauf verbunden. Wer also pflanzliche Erkältungsmittel einnimmt, braucht weniger Antibiotika ! So können z.B. die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich wegen ihrer Wirkung gegen Viren und Bakterien sowie ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften bei akuten Atemwegsinfektionen eingesetzt werden. (Cramer-Gesundheit-Consulting GmbH, 21.01.2020)

Es ist für Patienten in Deutschland weiterhin eine große Herausforderung, einen erfahrenen, Cannabis verordnenden Arzt zu finden. (Cannamedical Pharma GmbH, 21.01.2020)

Beiratsmitglieder der Cannamedical Pharma GmbH. (Foto: Cannamedical Pharma GmbH)

Wichtig ist, morgens vor dem Frühstück zuerst 2 Gläser Wasser zu trinken. Denn nachts verliert der Körper durch Schwitzen viel Flüssigkeit. Dann gehören zu einem gesunden Frühstück gute Fette und Eiweiß und wenig Kohlenhydrate. Also eben kein belegtes Weißbrot oder das klassische Brötchen mit Marmelade. (Apotheken Umschau, 21.01.2020)

Mehl, Wasser, Salz und Hefe: Nur 4 Grundzutaten braucht es für ein gutes deutsches Brot. Daraus backen Bäcker in Deutschland rund 3.200 verschiedene Brote. Diese einzigartige Vielfalt macht die deutsche Brotkultur zum UNESCO-Weltkulturerbe. Doch mittlerweile kaufen die Deutschen rund 66 % aller Brote nicht mehr beim Bäcker, sondern in Supermärkten und Discountern. Mit preiswertem und frisch aufgebackenem Brot zu jeder Tageszeit zielen die Backstationen auf die Bequemlichkeit der Kunden. Und das hat Folgen. Die Branche steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Bäcker müssten sich spezialisieren und ihre Nische suchen. Denn auch das Brot aus dem Supermarkt sei inzwischen qualitativ nicht zu beanstanden. (ZDF, 21.01.2020)

Österreich

Benigne Prostatahyperplasie lautet die medizinische Bezeichnung für eine gutartige Vergrößerung der Prostata, an der mit zunehmendem Alter fast alle Männer leiden. Die Folge können zahlreiche nächtliche Toilettenbesuche, Erschöpfungszustände bzw. Stimmungsschwankungen sein. Doch Männern mit vergrößerter Prostata steht jetzt mit der Rezum-Wasserdampfablation ein neues minmal-invasives Verfahren zur Verfügung. Dabei wird vom Arzt über die Harnröhre ein feines Gerät mit integrierter Kamera eingeführt und überschüssiges Prostatagewebe gezielt mit heißem Wasserdampf reduziert. (Privatklinik Confraternität, 21.01.2020)

Medizin Medien Austria hat die Fachzeitschrift „Medical Tribune Österreich“ wieder auf Hochformat umgestellt und mit Patricia Herzberger eine neue Chefredakteurin installiert. (Medizin Medien Austria GmbH, 21.01.2020)

Die Redaktionsmannschaft der Medical Tribune Österreich. (Foto: Medizin Medien Austria GmbH)

Liechtenstein

Ein höheres Lebensalter ist oft mit Multimorbidität, also dem gleichzeitigen Auftreten von mehreren chronischen Krankheiten, verbunden. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit für eine tägliche Behandlung mit unterschiedlichen Medikamenten in teilweise hoher Zahl. Nebst der Multimorbidität im Alter dürften aber auch die wachsende Dichte an zunehmend spezialisierten Ärzten und die entsprechend häufigen Arztkonsultationen sowie die zunehmend auf Kombinationstherapien ausgerichteten Behandlungsleitlinien ihren Beitrag zur so genannten Polymedikation leisten. Mit zunehmender Zahl verordneter Medikamente steigt das Risiko für Einnahmefehler und mangelnde Therapietreue, Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten und unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Außerdem erhöht gemäß Untersuchungen ein gesteigerter Umfang der Medikation das Risiko eines Spitalaufenthalts. Arzneimittelinteraktionen spielen als Risikofaktoren für unerwünschte Wirkungen eine wesentliche Rolle und sind in vielen Fällen vermeidbar. (Fürstentum Liechtenstein, 21.01.2020)

Die Anzahl möglicher Wechselwirkungen zwischen Medikamenten steigt überproportional mit der Anzahl angewendeter Medikamente an. Bei der Prüfung auf Wechselwirkungen sind daher Datenbanken erforderlich, in denen die Daten systematisch hinterlegt und abgerufen werden können. Das Ministerium für Gesellschaft hat die Verabreichung von Medikamenten in der ambulanten und stationären Pflege in Liechtenstein im Rahmen einer Studie erheben lassen. Dabei wurde die Medikation von 535 Patienten dokumentiert und hinsichtlich möglicher Wechselwirkungen überprüft. Mit durchschnittlich 8 täglich eingenommenen Wirkstoffen entspricht der Umfang der täglich verordneten Medikamente demjenigen anderer europäischer Länder. Der Anteil der Patienten mit täglich 10 oder mehr verordneten Medikamenten erscheint bei pflegebedürftigen Patienten im Fürstentum mit 33 % allerdings vergleichsweise hoch. Spezielles Augenmerk wurde auch auf die häufige Verschreibung von Psychopharmaka gelegt, da sie in der Fachliteratur mit einem erhöhten Risiko für das potentielle Auftreten schwer wiegender Wechselwirkungen verbunden werden. Ebenfalls analysiert wurde die Verabreichung von Medikamenten, die potenziell nicht für ältere Personen geeignet sind. Dabei zeigte sich, dass derartige Medikamente in Liechtenstein häufig verschrieben werden. (Fürstentum Liechtenstein, 21.01.2020)