Ego an, Ego aus

Kennen Sie die Freude und das Leid eines Bauherrn ? Der steckt stets im gleichen Dilemma: Er muss sich jeden Tag gut überlegen, wann er den Arbeitern auf den Zahn zu fühlen hat und wann er sie gewähren lässt. Der Bauherr entscheidet also, wann Energie aufgewendet werden muss und wann nicht.

Fühlt der Bauherr nicht genug auf den Zahn, lässt er zu viel gewähren, kann es am Ende extrem teuer werden. Kontrolliert er zu viel, kommt man schlecht voran und die Kosten werden täglich mehr. Der ideale Bauherr weiß also ganz genau, wann er sprechen muss und wann er schweigen soll.

Nichts anderes macht Meditation.

Ist unser EGO AN, dann steuern wir, fühlen wir auf den Zahn, wenden wir bewusst Energie auf.

Ist unser EGO AUS, dann lassen wir gewähren, dann wenden wir keine Energie auf.

Freilich: ZU VIEL „Ego an“ und ZU VIEL „Ego aus“ führen zu enormen Kosten. Heißt übersetzt: Stress.

Meditation bedeutet zu lernen oder zu üben, zwischen „Ego an“ und „Ego aus“ geschickt wechseln zu können.

Dabei hilft uns die Intuition auf geheimnisvolle Weise, zu entscheiden, wann eine der beiden Welten die Richtige ist.

Man kann dank Meditation üben oder lernen, die richtige Menge Energie in den Alltag einzubringen. Das ist Meditation verstanden als Konzentrationsübung.

INTUITION dagegen bleibt magisch und unberührbar. Sie ist das Ding, welches sich nicht erklären lässt. Vielleicht das Vertrauen auf die „Kraft des Windes“ ? Dr. Jürgen Rippel aus Nürnberg hatte umfangreiche Forschung betrieben, der Intuition auf die Spur zu kommen. Auch er sieht die Intuition nicht als etwas an, was man durch häufiges Üben erlangt. Intuition ist schwer fassbar, unmessbar und dennoch vorhanden.

Erfolg hingegen ist auch (!) Übung. Wer genug übt, wird in der Regel auch Erfolge einfahren. Wer Erfolg in Euro oder Dollar übersetzen möchte, der fragt sich konsequenterweise, wie man das Geld-Verdienen übt.

Die Gebrauchsanleitung finden Sie wiederholt auch hier in diesen News. Werden Sie Bauherr. Werden Sie Mensch. Meditieren Sie !

Heilung schadet der Wirtschaft

Die Goldman Sachs Group mit Sitz in New York ist die größte Bank der Welt. Gibt’s übrigens seit 1869. Steht für weltweites Investmentbanking und hat darum natürlich auch sehr kluge Analysten. Die haben Einsicht in Zusammenhänge, von denen wir (Provinz-)Ärzte … Darunter z. B. Frau Salveen Richter, ihres Zeichens Vizepräsidentin der Research Division. Betreut den aufstrebenden Sektor Biotechnologie im Bereich „Global Investment“. Und jetzt kommt’s:

Die verehrte Dame warnt die Pharmaindustrie vor „zu guten Präparaten“. Warnt auch vor Therapien, die wirklich helfen.

Denn, so ihr Argument:

Heilende Therapien sind wirtschaftlicher Selbstmord !

Meint man bei Goldman Sachs. Und sie beweist das recht eindrücklich am Beispiel des US-Konzerns Gilead Sciences, Inc. Die Kalifornier, wenn man so will, erzielten 2017 einen weltweiten Umsatz von über 26 Mrd. Dollar (Bilanzgewinn 4,6 Mrd.). 2016 wurde der Firma dann auch in Europa eine Gentherapie genehmigt, die Hepatitis C heilen sollte. In der deutschen Presseaussendung dazu heißt es:

Epclusa(TM) ist das erste und bislang einzige pangenotypisch wirksame, einmal täglich einzunehmende Single-Tablet-Regime in der Behandlung der chronischen Hepatitis-C-Infektion. Damit gibt es zusammen mit Sovaldi(TM) und Harvoni(TM) nun 3 Sofosbuvir-basierte Therapien aus dem Hause Gilead.
Die EU-Kommission hat Epclusa (Sofosbuvir 400 mg / Velpatasvir 100 mg) zur Therapie Erwachsener mit einer chronischen Hepatitis-C-Virus-Infektion der Genotypen 1 bis 6 zugelassen. Erstmals können nun Infektionen mit sämtlichen HCV-Genotypen mit einem Single-Tablet-Regime behandelt werden.

Und diese Therapie erreicht tatsächlich Heilungsraten von 90 %. Gilt in der Medizin als großartiger Erfolg. In diesem Fall ein Faktum. Folgerichtig lukrierte Gilead 2015 dank dieser Gentherapie allein in den USA 12,5 Mrd. Dollar. Machte damit also fast die Hälfte des jährlichen Umsatzes !

Doch seither sinken Umsatz und Gewinn von Jahr zu Jahr …

In der Analyse von Goldman Sachs heißt es, dass diese erfolgreiche (!) Behandlung von Hepatitis C den „Pool“ an Patienten erschöpft habe. Zum einen wurden die Patienten geheilt (echt unerhört so was !) und zum anderen wurde zugleich die Anzahl der Virusträger verringert, so dass der „Pool“ automatisch noch weiter abnimmt.

Die Folge: Auf lange Sicht dürfte der Biotechnologie-Riese pleitegehen. Weil sein Hauptprodukt zu erfolgreich ist. Weil der Konzern letztlich jeden Krankheitsträger von Hepatitis C heilt. Ei der Daus !

Zitat „Goldman Sachs“:

Das alles ist zwar gut für die Patienten, gut für die Gesellschaft, aber ein Problem, nämlich der Bankrott (dort höflich „challenge“ genannt) der Pharmafirmen, die schließlich auf anhaltenden Cash Flow (sustained cash flow) angewiesen sind.

Gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma ? Was würden Sie vorschlagen ? Einfach wie gewohnt schlecht wirkende Medikamente herstellen ? Oder wenn man schon so hoch wirksame Gentherapien entwickelt, dies nur für Krankheiten zu tun, wo der Pool (der Vorrat) an Patienten immer gleich bleibt oder sogar wächst. Als Beispiel wird dort Krebs genannt. Oder Hämophilie (Wachstumsrate jährlich 7%).

Ist das geschilderte Szenario nicht beeindruckend ? Auf die Idee, dass es zu gute Therapien (Medikamente) geben könnte, auf die Idee muss man als Arzt einmal kommen. Und dass man dadurch seinen Patienten-Pool verkleinert oder gar erschöpft …

Andererseits, solange es noch an fast jeder Straßenecke eine Bäckerei gibt, solange werden wir Ärzte noch genügend zu tun bekommen. Und dann gibt’s schließlich auch noch den „Erkältungsmarkt“. Der ist bekanntlich ebenfalls ein gigantisches Geschäft … Oder, wenn wirklich alle Stricke reißen, dann könnte auch gelten, was das „Länger besser leben.“-Institut an der Universität Bremen so zu sagen pflegt:

Auch Gesundes kann gefährlich sein !

Zum Nachdenken: Bitte bleiben Sie krank ! (News v. 19.10.2018)

Dicke haben einen Nährstoffmangel

Dieses Dilemma wird selten verstanden. Und selbst wenn es verstanden würde, kann es praktisch kaum abgestellt werden. Der knallharte Hintergrund: Dicke haben immer Hunger. Und essen. Das Resultat sieht man dann vorm Spiegel oder in der Badehose …

Hunger wird nach allgemeinem Verständnis durch einen Mangel an Kohlenhydraten und/oder Proteinen ausgelöst. Soweit sind wir uns einig. Frohmediziner meinen aber auch, dass ein Mangel an jedem anderen Nährstoff Hunger auslöst. Und

Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sind essentielle Nährstoffe !

Um gesund zu bleiben, braucht der Körper bekanntlich dutzende verschiedene Nährstoffe. (News vom 23.03.2018) Wenn wir nun annehmen, dass es viele solcher Nährstoffdefizite gibt, die Hunger auslösen können, dann sollte man erwarten, dass

  • mangelernährte Menschen mehr Kalorien konsumieren.
  • mangelernährte Menschen stärker dazu neigen, übergewichtig oder adipös zu werden.

Es ist also zu vermuten, dass ein multipler Nährstoffmangel (dürfte die Regel sein) typisch für übergewichtige oder adipöse Menschen ist. Je mehr Nährstoffe ihnen fehlen, desto stärker wird sie das Gehirn antreiben, zu viel „Energie“ zu konsumieren. Dafür gibt es einleuchtende, fast zwingend klingende Korrelationen:

  • In einer Studie erhöhte ein Mangel an Vitamin D die Rate des abdominalen Übergewichts (Bauchfett) um das 2,57-Fache (BMC Public Health 2011 Sep 27;11:735). In einer anderen Studie war die Wahrscheinlichkeit, übergewichtig zu werden, bei Menschen mit einem niedrigen Vitamin D-Spiegel 3,2-mal so hoch wie bei Menschen mit hohem Vitamin D-Spiegel (Diabetes 2008 Feb; 57 (2): 298)
  • Bei übergewichtigen Menschen ist die intrazelluläre Menge an Magnesium weniger als halb so hoch wie bei nicht übergewichtigen Menschen (Diabetes Therapie 2010 Aug;1 (1): 25).
  • Ein Mangel an Eisen wird mit Adipositas assoziiert (Brit J Nutr 2012 Aug;108 (4): 710)
  • In einer Gruppe krankhaft übergewichtiger Menschen litten 73,8 % an einen Mangel an Zink und 67,8% an einem Mangel an Kupfer (J Gastro Int Surgery 2011, Dec;15 (12):2178)
  • Krankhaft übergewichtige Menschen leiden an einem fast vollständigen Mangel an Selen (Obesity Surgery 2011 Nov;21 (11): 1710)

Summa summarum klingt das wirklich so, als ob übergewichtige Menschen häufig mangelernährt sind. Mangelernährt im Sinne von zu wenig Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen !

Aber woher sollen die das wissen? Die langen folglich bedenkenlos zu in ihrer Not und hoffen, mit viel mehr „Essen“ z.B. den Selenspiegel zu normalisieren. Ist natürlich Unfug. Stattdessen nehmen sie zu und zu und zu … endlos.

Die Gegenprobe gibt’s auch: Bei einer klinischen Studie nahmen Frauen, die Multivitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente als Nahrungsergänzung konsumierten, 4 kg in 6 Monaten ab. Die Kontrollgruppe (ohne NEM) verlor nur 0,5 kg. Also mir leuchtet das alles sehr ein !

QUELLE: Perfect Health Diet (2018, Thieme Verlag)

PS: Die Lösung heißt somatische Intelligenz. (News vom 09.05.2012) Ein Fachbegriff von Dr. Peter Konopka. Sollten Sie kennen. Bedeutet: Wenn man genetisch korrekt lebt, dann steuert der Körper Hunger und Sättigung auch „richtig“. Richtig heißt: Man wird schlank, ausdauernd und gesund. Voller Lebenslust und Lebensenergie !

Resignationsmedizin

Ich verstehe, wenn manche Ärzte, manche meiner Kollegen im Laufe ihrer beruflichen Tätigkeit resignieren. Aufgeben. Verstummen. Wenn sie nämlich Empfehlungen oder Tipps 100 oder 1.000 Mal wiederholt haben, und nichts passiert. Dann gibt man eines Tages auf. Würden Sie wohl auch tun. Daher mein Begriff „Resignationsmedizin“ …

Dennoch glaube ich, dass hier ein Denkfehler vorliegt.

Aber lassen Sie mich zunächst eine spannende Geschichte erzählen. Die E-Mail von heute. Da schreibt ein 60-jähriger Mann, der an einer chronisch obstruktiven Bronchitis (Asthma) mit ständigen Infekten litt. Hatte 2 Mal im Jahr eitrige Bronchitis. Bekam natürlich Antibiotika, Schleimlöser und Dauerhusten. Das Übliche.

Nur, der Mann mit 60 Jahren konnte denken. Der hat sich informiert, was ein Emphysem ist. An dem stirbt man im Alter kläglich … Der hatte also Angst und ließ sich daraufhin von 2 Lungenfachärzten untersuchen – auch auf Allergien. Die fanden nichts …

Nichts gefunden! Das kennen wir doch, oder ?

Ein Lungenfacharzt meinte sogar: „Sie scheinen ein empfindlicher Typ zu sein. Leben Sie einfach gesund!“ Als der Patient nachfragte, was das genau heißen würde (er raucht nicht, treibt Sport) kam die Antwort (wortwörtlich !):

„Das weiß ich in Ihrem Fall auch nicht !“

Medizin heute. Alltag. Doch dann sah der Herr im ARD-Fernsehen eine Dokumentation über Linus Pauling. Kaufte sich dessen Buch und begann mit der Einnahme von Vitamin C. Das Resultat ? Er war im gleichen Jahr deutlich weniger krank und hatte seither nur noch eine Bronchitis. Das nur dank Vitamin C.

Und jetzt kommt’s: Als er ein Jahr später aus anderem Grund bei seinem damaligen Hausarzt war, fragte der, ob er denn den Arzt gewechselt hätte, weil er nicht mehr gekommen war. Daraufhin erzählte „der Patient“ von Vitamin C. Und als er dann den Hausarzt fragte, ob der das mit dem Vitamin C eigentlich auch gewusst hätte, nickte der mit dem Kopf.

Die (einigermaßen verstörte) Nachfrage, warum der Arzt ihm das denn nicht erzählt habe, beantwortete der so :

Patienten machen sowieso nicht, was wir ihnen sagen.

Jetzt ist es raus. Nun wissen Sie, was so häufig im Gehirn Ihres Arztes herumspukt. Also im Gehirn eines studierten, sehr klugen, sehr erfahrenen Menschen. Der sich sicher Jahre, Jahrzehnte unendliche Mühe gegeben hat … mit Ihnen! Und der dann den obigen Satz sagt.

In der Frohmedizin gibt’s natürlich auch einen Ausweg aus diesem Dilemma des Arztes. Darf ich dazu an die News vom 27.06.2018 erinnern mit dem Titel Innere Begeisterung