Zur Prävention Tabletten oder Sport ?

Nun, wie das ausgeht, können Sie sich sicher vorstellen. Ich will es aber dennoch spannend machen, wenngleich Sie längst wissen, wie man gesund, schlank und fit bleibt. Wie man eben nicht an Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall stirbt. Dazu genügt die heute ganz kurze E-Mail des Tages:

Seit Jahren schon, sehr geehrter Herr Dr. Strunz, lese ich mit Begeisterung Ihre täglichen News. Mir selbst geht es mit Nahrungsergänzungsmitteln, Sport und stark kohlenhydratreduzierter Ernährung spitze und ich habe allein durch den letzten Punkt auf 74 kg abgenommen – bei gleichzeitigem Muskelaufbau.

Das war’s ! Diese News könnten hier enden. Oder kann man zu dem Thema noch etwas sagen ? Ohhh, wenn Sie wüssten !

Die Schulmedizin oder wie wir sie auch noch nennen, Resignationsmedizin, fängt gerade erst an, sich verdutzt die Augen zu reiben. Hat der Verfasser so einer E-Mail recht ? Weiß der mehr als die hochgezüchteten Universitätskliniken, die täglich forschenden Professoren ? Kann der Lebensstil ein stärkeres Heilmittel sein als jede Art Arzneimittel ?

Und, wie ich glaube, starr vor Schreck gibt da eine weltweite Studie dem Mail-Schreiber recht. Da haben nämlich britische Forscher 300.000 Menschen analysiert. Und wollten wissen, ob Bewegung (allein !) besser vor Erkrankungen wie Diabetes, Herzproblemen oder Schlaganfall schützen kann als die üblichen Medikamente. Das Ergebnis:

Ja, Sport kann die bessere Präventionsmaßnahme sein !

Veröffentlicht im British Medical Journal (BMJ 2013;347:f5577), wurde – wie gesagt – die Wirkung von Tabletten mit der von Sport verglichen. Und da heißt es:

Abgesehen vom Diabetes (da helfen Tabletten offenbar gar nichts) können zwar auch Medikamente vor einem frühzeitigen Tod durch diese Krankheiten schützen. Allerdings ist der Schutz nicht größer als der durch Bewegung: Bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße war Sport ähnlich effektiv wie häufig verordnete Medikamente, darunter Statine und Betablocker. Bei der Behandlung von Schlaganfall-Patienten übertraf der Effekt von Bewegung sogar die Medikamente, bei Herzversagen wirkten Diuretika (wassertreibende Mittel) etwas besser als das verordnete Training.

Und dann folgen (entlarvende) Zahlen … Sport ist in Wahrheit gar nicht ausreichend untersucht (worden). Bei Schlaganfall wurde die Präventionsleistung von Bewegung gar nur bei 227 Patienten analysiert, die Wirkung von Blut verdünnenden (lebensgefährlichen !) Mitteln hingegen bei über 70.000 (!) Menschen. Und dennoch getrauen sich die Forscher als ein Fazit folgende Warnung auszusprechen:

DIE EINSEITIGE, AUF MEDIKAMENTE KONZENTRIERTE FORSCHUNG FÜHRT MÖGLICHERWEISE DAZU, DASS DIE EFFEKTIVSTEN THERAPIEN FÜR DIESE KRANKHEITEN UNERKANNT BLEIBEN.

Alles klar ? Ich lächle soeben … Doch die Forscher weiter:

Der relative Mangel an Evidenz lässt eine erhebliche Unsicherheit darüber entstehen, welche Patienten von welcher Art Training profitieren würden und welche Formen von Training möglicherweise unwirksam sind. Erschwerend kommt hinzu, dass die Evidenz für die potenziell schädlichen Nebenwirkungen von Bewegungseingriffen begrenzt ist.

Das soll wohl heißen, dass für einen Arzt in der Praxis die Herausforderung darin bestehen könnte, seinen Patienten die genaue Dosis körperlicher Aktivität zu verordnen. … Na gut: Denken Sie jetzt auch gerade das, was ich denke ?

PS: Auf SPIEGEL Online übrigens heißt diese Geschichte „Vorsorge: Sport könnte Medikamente überflüssig machen“.

Mitleid mit der Schulmedizin …

Hier wieder eine dieser inzwischen „berühmten“ Wunderheilungen. In einem Gebiet der Medizin, das der üblichen Schulmedizin, Universitätsmedizin nicht und nicht zugänglich ist. Man kann mit deren Gebäude wirklich nur noch Mitleid haben !

Dabei ist die (milliardenschwere) Schulmedizin hoch willkommen im Akutfall ! Wenn man sich das Bein gebrochen hat. Wenn der Herzinfarkt schon eingetreten ist. Einverstanden. Jedoch bei chronischen Krankheiten, deprimierenden Zuständen uvm. ABER ist die Reparaturmedizin hilflos. Das weiß man mittlerweile …

Können Sie in den News auch fast täglich lesen.

Wir werden in der Formulierung des Mitleids für die Schulmedizin immer sicherer, denn täglich erhalten wir in der Praxis so Zuschriften wie die Folgende:

Ältere Dame, gerade 70 geworden, hat außerordentliches Übergewicht – schon das ganze Leben. Was jetzt unausweichlich folgt, das wissen Sie inzwischen ebenfalls:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes Typ II
  • Makuladegeneration
  • Depression
  • kaputtes Knie mit drohender Operation

Wie gesagt, unausweichliche Folgen. Niemand unter uns vermag die Natur zu überlisten oder gar zu betrügen !

Doch dann hat jemand auf die Dame eingeredet. Hat ihr Empfehlungen gegeben. Literatur besorgt. Immer wieder und auf‘s Neue nachgebohrt, bis die Seniorin „letztendlich kapitulierte, ihre Ernährung umgestellt hat und nun jeden Tag läuft“ (Zitat). Das Ergebnis:

  • Sie hat 12 kg abgenommen
  • Kniescherzen weg, keine Operation nötig
  • Magentabletten mittlerweile überflüssig
  • Alle übrigen Beschwerden ebenfalls weg oder haben sich stark verbessert.

Sie sei sehr glücklich und habe sich in ihrem ganzen Leben nicht so wohl gefühlt, wurde mir versichert.

Und das mit 70 Jahren !

Hätte man (die Schulmedizin) der Dame nicht 30 oder 40 Jahre früher helfen können ? Doch, hätte man. Wie Sie wissen, weiß die Medizin, nur eben sehr wahrscheinlich Ihr Spital oder Facharzt nicht. Oder man fällt der Resignationsmedizin zum Opfer. Das gibt’s natürlich auch …

Und dann fällt da noch so ein wunderbarer Satz in der E-Mail:

Sie hüpft, wenn ich das mit Ihren Worten sagen darf, wie ein junges Reh !!

Erstaunlich oder ? Ganz offensichtlich hatte sich die 70-Jährige schon ihrem Schicksal ergeben. Ich kenne die Dame nicht, stelle mir aber gerade vor, wie sie

hüpft wie ein junges Reh.

Also schließe ich diese News mit einem Lächeln …

GABA

Man kann sich durchaus gesund schlafen: mit Wachstumshormon, mit Melatonin, mit Sauerstoff. Das alles sind komplexe Zusammenhänge, die zeigen, dass beim Schlafen die kleinsten Zutaten den großen Unterschied ausmachen. Und weil es so wichtig ist, weil es in Ihrem Leben einen so gravierenden Unterschied macht, ob Sie gut schlafen oder sich nur stundenlang herumwälzen, möchte ich Ihnen jetzt noch einen weiteren molekularen Wunderstoff zur Kenntnis bringen.

Heißt Gamma-Aminobuttersäure oder kurz GABA.

GABA ist einer der wichtigsten Neurotransmitter im menschlichen Gehirn.Mit 30 % sogar der Häufigste. Etwas wohl Vertrautes und hoch wirksam:

  • GABA entspannt und beruhigt.
  • GABA ermöglicht klares Denken, Fokus und sogar Flow.
  • GABA zählt zu den natürlichen Anti-Stress-Mitteln. Sie hemmt die Signale, die von Angst- oder Stressreaktionen ausgehen und zu den motorischen Zentren des Gehirns gelangen wollen.
  • GABA ist an der Regulierung von Insulin beteiligt und blockiert das Ausschütten von Entzündung auslösenden Zytokinen. So lässt uns GABA jung aussehen, hilft bei der Heilung und beugt Diabetes vor.
  • Während der Nacht sorgt GABA für den Übergang der Gedanken in Träume, sie ist das natürliche Einschlafmittel.

Um das gleich vorwegzunehmen: Die Produktion von GABA im Gehirn wird durch Serotonin angeregt, dem Glückshormon. Das wiederum wird aus Tryptophan und Zink – beides ganz leicht messbar, beides ganz leicht aufzufüllen von Ihrem Arzt oder Apotheker – zusammengebaut. Nach Risiken und Nebenwirkungen aber brauchen Sie gar nicht erst zu fragen. Die gibt es nicht, nur die positive Wirkung:

Richtig guter Schlaf und … Glücksgefühle !

Neugierig geworden? Möchten Sie mehr darüber wissen ? Können Sie haben ! Oft genug schreiben hilfreiche Menschen sogar ein Buch oder gar mehrere. Und da gibt’s doch glatt seit ein paar Tagen so ein Buch im Handel. Heißt

„das schlaf gut buch“.

Der Autor ist Ihnen sehr wahrscheinlich vertraut. Nennt das Buch sein Herzblut. Hält es auch für einzigartig, weil es voll von konzentrierten Anleitungen zum Glück ist !

Dazu passend: Schnelles und langsames Denken (News v. 15.02.2018)

Bauchmuskeln hat jeder …

Das gefährlichste Fett am Menschen ist der Speck im Bauch. Nicht am Bauch, sondern im Bauch! Am Bauch kann man ihn bekanntlich absaugen. (News vom 09.09.2018) Dieses (bisschen) Bauchfett ertragen Viele mit Humor oder ziehen im Notfall einfach den Bauch ein. Früher gab es sogar Korsetts für Männer … Und ich kenne Marathonläufer mit „ein bisschen Bauchspeck“, wo das immer so schön auf und ab schwabbelt. Doch lassen Sie sich eines sagen: Unterschätzen Sie die paar Kilogramm Bauchfett nicht !

Wenn man der spannenden Frage nachgeht, weshalb gerade bei übergewichtigen Menschen Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall und Verblödung so sehr viel häufiger auftritt, findet man als verursachenden Mechanismus immer „Entzündungen“. Und diese Entzündungen können heutzutage recht raffiniert erklärt werden:

  • Fettzellen – besonders am Bauch – sterben ständig ab, weil sie nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden können. Das leuchtet ein. Auf die sterbenden Fettzellen reagiert der Körper wie auf einen fremden Erreger. Mit einer massiven Immun‐ und Entzündungsantwort.
  • Diese Entzündungswerte im Fettpolster reagieren jetzt besonders intensiv auf fette Mahlzeiten, wissen Endokrinologen des Albert Einstein College of Medicine in New York (Februar 2010), worauf ein ganzes Heer an gefährlichen Stoffen in den Blutkreislauf geschwemmt wird.
  • Die Folgen sind ein dauerhaft aktiviertes Immunsystem und chronische Entzündungsvorgänge, die dann den ganzen Körper erfassen.

FAZIT 1: „Fett ist ein Entzündungsherd per se“, sagt Dr. Faist von der Uni München.

FAZIT 2: „Fettpolster am Bauch sind Gift für den Körper“, versichert Dr. Ravussin von der Louisiana State University.

Dabei wäre die Lösung dieses angeblich so gewaltigen Problems ganz einfach. Einfacher geht’s nun wirklich nicht. Könnten Sie auch in den News hier nachlesen. Von Menschen, die nach 2 Wochen „Geheimplan“ einen Waschbrettbauch bekamen.

Der großer Irrtum nämlich ist: Der Glaube, die Bauchmuskeln trainieren zu müssen. Müssen Sie nicht. Bauchmuskeln hat jeder Mensch ! Nur eben … versteckt. Was Sie lediglich tun sollten ist, den fettigen Schleier über diesen Muskeln zu lüften !

Und das schaffen Sie doch – oder ?