Deutscher EU-Vorsitz mit Konferenzen von B.A.H. und Pro Generika

„Die am 1. Juli 2020 beginnende EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands ist eine hervorragende Grundlage zur Weiterentwicklung der Arzneimittelversorgung in der EU“, unterstreicht Dr. Hubertus Cranz, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (B.A.H.). In deren Rahmen organisiert der B.A.H. auch von 30.11.-01.12.2020 in Berlin eine Konferenz zur Zukunft der Arzneimittelversorgung. Ein wichtiger Punkt wird dabei ist die Stärkung der Versorgungssicherheit bei Medikamenten sein. Der B.A.H. begrüßt, dass auch die Digitalisierung (Stichwort „European Health Data Space“) innerhalb der EU weiter vorangetrieben werden soll. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, 01.07.2020)

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat einen weiteren und für Patienten wesentlichen Punkt auf der Agenda. Gesundheitsminister Jens Spahn nämlich will das Problem der Lieferengpässe angehen und dazu nach Wegen suchen, um die Produktion von kritischen Arzneimitteln und Medizinprodukten wieder nach Europa zu verlagern. Wie realistisch ist das und wie kann die Versorgungssicherheit gestärkt werden ? Das will Pro Generika in einer Digitalkonferenz mit dem Titel „Für ein gesundes Europa“ am 07.10.2020 auf europäischer Bühne diskutieren. (Pro Generika, 01.07.2020)

Deutschland übernimmt am 1. Juli 2020 den EU-Vorsitz

Der deutschen Bundesärztekammer zufolge, muss Deutschland die kommenden 6 Monate der EU-Präsidentschaft nutzen, um mit der Europäischen Union Strategien zur Bewältigung der Pandemie und zur Stärkung der Reaktionsfähigkeit in solchen Krisen auf den Weg zu bringen. So brauche man etwa europaweit abgestimmte Meldestrukturen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Zudem müssten die jeweiligen Corona-Warn-Apps mit denen der anderen Mitgliedstaaten kompatibel gemacht werden. Und es sollten dringend gemeinsame Konzepte für die Bevorratung, die Beschaffung und vor allem für die Produktion von Schutzausrüstung, Medikamenten und Impfstoffen erarbeitet werden. Die Aufgaben für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft seien groß, doch die deutsche Ärzteschaft werde sich tatkräftig darin einbringen. (Bundesärztekammer, 24.06.2020)

Wünsche des BPI

Von der EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands ab 1. Juli 2020 verspricht sich der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) Impulse für die Stärkung des Pharmastandortes Europa. Die Coronakrise habe gezeigt, auf welch wackligen Beinen die Gesundheitsversorgung in Europa steht, so der BPI. Man brauche deshalb Rahmenbedingungen, um in Europa jederzeit unabhängig und flexibel auf sich verändernde Marktbedingungen reagieren zu können. Das sollte die deutsche EU-Ratspräsidentschaft auch im Blick haben und ihre Möglichkeiten nutzen, die Bedeutung der pharmazeutischen Industrie für die Volkswirtschaft und den Wissenschaftsstandort herauszustreichen. „Die europäische Pharmaindustrie müsse unter allen Umständen wettbewerbsfähig bleiben.“ (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, 24.06.2020)

Hingegen liegt die Zuständigkeit für die Gesundheitspolitik aus guten Gründen bei den EU-Mitgliedstaaten. (Bundesärztekammer, 24.06.2020)

Omega-3 ein Meilenstein in der Prävention

Omega-3 ist eine essentielle Fettsäure. Also lebenswichtig. Wirkt in der richtigen Menge zwangsläufig lebenserhaltend und schützt vor Krankheiten. Doch selbst Ärzte machen sich den Zusammenhang von „essentiell“ und gesteigerter Gesundheit oft nicht klar.

Wie kann es sonst sein, dass es immer wieder Studien zu Omega-3 gibt, in denen eine heilende Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem, insbesondere gegen Herzinfarkt bezweifelt wird. Nur wurde in denen nie gemessen. Sind also typische Schrottstudien !

Der deutsche Experte und Schöpfer des HS-Omega-3 Index, Prof. Dr. Clemens von Schacky, hat diesen Typ Studie einmal auseinandergenommen. Kritisch und naturwissenschaftlich exakt analysiert. Und hat zeigen können, dass die Einnahme einer bestimmten Dosis Omega-3 noch lange nicht den korrekten Blutspiegel gewährleistet. Wenn also die DGE 1 g Omega-3 täglich empfiehlt, die EFSA 5 g täglich erlaubt, sagt das leider noch gar nichts aus.

Omega-3 muss gemessen werden !

Und das wurde erstmals bei ausreichend vielen Patienten Placebo-kontrolliert in der sog. REDUCE IT-Studie erreicht. Die Studie ist ein Meilenstein in der Heilsgeschichte von Omega-3. Nun, was wurde herausgefunden ? Das Ergebnis ist schlicht sensationell. Schlägt so alles, was wir von den Pharmafirmen kennen. Insbesondere werden hier die kläglichen, oftmals geschönten Berichte über STATINE als einfach überholt enthüllt.

Wurde nämlich Omega-3 gemessen, konnte man in Abhängigkeit von den erreichten Blutspiegeln (der entscheidende Punkt) zeigen, dass die Einnahme von

täglich 4 g Omega-3

im Verlauf von 5 Jahren an 8.000 Teilnehmern mit „hohem Risiko“ für kardiovaskuläre Ereignisse folgendes bewirkte:

  • Die Kombination von kardiovaskulärem Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall, nötige Bypassoperationen sowie Angina Pectoris wurde um 60 % gesenkt.
  • Die Sterblichkeit bei diesen Risikopatienten wurde um 40 % gesenkt.
  • Die Schlaganfälle bei diesen Risikopatienten wurde um 50 % gesenkt.

Für mich besonders bemerkenswert sind die nächsten beiden Feststellungen:

  • Bypassoperationen waren kaum mehr nötig und wurden sogar um 80 % gesenkt.
  • Angina Pectoris trat kaum mehr auf und wurde um 95 % gesenkt.

Das Fazit der Studienautoren:

Omega-3 ist ein Meilenstein in der präventiven Kardiologie !

Das kann man laut sagen. Kann man nur unterstreichen. Da dürfen Sie getrost sämtliche (besser gesagt alle) Medikamente dorthin schmeißen, wo sie hingehören ! Und eine noch besonders wichtige Schlussfolgerung aus diesen außergewöhnlichen Ergebnissen wurde so formuliert:

Die Studie bedeutet, dass der offenbar weit verbreitete Mangel an Omega-3- Fettsäuren VERANTWORTLICH IST für weite Teile kardiovaskulärer Erkrankungen und Sterblichkeit.

Das heißt übersetzt, dass auch die deutsche Bevölkerung grundsätzlich zu wenig Omega-3 konsumiert. Denn immerhin stirbt die Hälfte davon an genau an diesen Krankheiten. Laut der genannten Studie könnte man also die häufigste Todesursache zumindest halbieren. Allein durch Omega-3 !!!

Ist das nicht sensationell ?

Weil GEMESSEN wurde ! Ohne Messung kann man heute, 2020, jegliche Studien über Nährstoffe und Ernährung gleich wieder vergessen. Aber das wissen Sie ohnehin längst. Das MESSEN läutete nämlich eine neue Ära in der medizinischen Forschung ein. Ganz besonders in der

Ernährungsmedizin !

Quelle: REDUCE-IT-Studie, vorgetragen auf dem Kongress des American College of Cardiology im März 2020.

PS I: Bitte verzeihen Sie mir den folgenden Satz, aber ich möchte das schon betonen:. Wir in Roth sind wieder einmal eine der ersten Praxen in Deutschland, die routinemäßig Omega-3 mit der richtigen Methode (!) bestimmt, nämlich anhand des Omega-3-Index. Bei jedem Patienten. Automatisch.

PS II: Äußerst hörenswert ist auf YouTube auch ein aktuelles Gespräch von Prof. Dr. Jörg Spitz mit Prof. Schacky zum Thema Omega-3.

Schulmedizin aktuell am 8. Juni 2020

Welt

HIV und Aids sind noch immer nicht heilbar. Jeden Tag infizieren sich weltweit über 4.600 Menschen neu mit dem HI-Virus. (Deutsche Aids-Stiftung, 08.06.2020)

Europa

Doctolib, eines der größten E-Health-Unternehmen Europas und Anbieter von Online-Terminvereinbarung und Videosprechstunden, erwartet eine langfristige Etablierung der Telemedizin. Über die App und Webseite von Doctolib können Patienten persönliche und digitale Termine z.B. in Deutschland bei rund 10.000 Ärzten online buchen, verwalten und Videosprechstunden mit ihrem Arzt durchführen. (Doctolib GmbH, 08.06.2020)

Die EU- Kommission hat die Zulassung für „Fluad Tetra“, den ersten adjuvantierten quadrivalenten Influenza-Impfstoff erteilt, der für Personen ab 65 Jahren indiziert ist. Der neue Impfstoff basiert auf der Technologie eines bereits in mehreren europäischen Ländern verfügbaren trivalenten Influenza-Impfstoffs. Der zeigt in dieser Altersgruppe eine nachweislich höhere Wirksamkeit als herkömmliche, nicht-adjuvantierte trivalente Influenza-Impfstoffe. Der neue quadrivalente Impfstoff ist speziell darauf ausgelegt, Erwachsene ab 65 vor 4 Virenstämmen der saisonalen Influenza zu schützen (2 A- und 2 B-Stämme; beim bestehenden trivalenten Impfstoff sind es 2 A-Stämme und 1 B-Stamm). Die Marktzulassung in der EU ist der 1. Schritt, um einen aQIV-Impfstoff für die Grippesaison 2021/22 bereitstellen zu können. (Seqirus, 08.06.2020)

Deutschland

Vor-Ort-Apotheken könnten sich vor allem mit Omnichannel-Konzepten erfolgreich gegenüber der Konkurrenz aus dem Netz behaupten. Hierbei sollten sie ihre Stärken bewusster online ausspielen und mittels digitaler Services aufwerten. Diese wären vor allem die pharmazeutische Kompetenz und Beratung, Verfügbarkeit, Sicherheit und Erreichbarkeit. In der öffentlichen Wahrnehmung stehen Apotheken diesbezüglich aber noch am Anfang: 72 %  der Studienteilnehmer finden, dass Apotheken im digitalen Sektor noch Nachholbedarf haben. (Zukunftspakt Apotheke, 08.06.2020)

Anders als bei Erkältungen, die durch Viren verursacht werden, sind bei Blasenentzündungen häufig Bakterien die Auslöser. Blasenentzündungen werden zu rund 80 % durch sog. E. coli-Bakterien (Escherichia coli) verursacht. Ärzte verschreiben dagegen dann oft Antibiotika, um die Genesung zu beschleunigen. Doch Vorsicht: Diese Wirkstoffe bekämpfen die Erreger zwar ausgesprochen effektiv, haben jedoch unerwünschte Nebenwirkungen: Immer häufiger kommt es vor, dass Keime nicht mehr auf die Behandlung ansprechen, weil sie resistent geworden sind. Das gilt besonders für E. coli. (Schaper & Brümmer GmbH, 08.06.2020)

E. coli. Das Bakterium kommt natürlicherweise im Darm vor, wo es keinen Schaden anrichtet. „Verirrt“ es sich jedoch in die Harnwege und Blase, kann es eine schmerzhafte Entzündung auslösen. Das für die Krankheitsüberwachung und -prävention in Deutschland zuständige Robert Koch Institut warnt davor, dass E. coli-Stämme gleich gegen mehrere Wirkstoffe Resistenzen bilden. Eine Entwicklung, die dringend gestoppt werden muss. Schätzungen zufolge ließe sich die Antibiotika-Verschreibung hauptsächlich durch niedergelassene Ärzte um 30 % verringern. (Schaper & Brümmer GmbH, 08.06.2020)

Die „polymorphe Lichtdermatose“ ist die häufigste Lichterkrankung. Die Beschwerden entstehen dabei durch eine komplexe Immunreaktion der Haut. Daher sollten Betroffene zunächst immer nur kurz in die Sonne gehen und die Zeit auch nur langsam steigern. (Diabetes Ratgeber, 08.06.2020)

Österreich

Arbeitsunfälle bleiben in Österreich auf Rekordtief. So verzeichnete die AUVA 2019 nur mehr 105.449 Arbeitsunfälle hauptsächlich am Bau, in der Wasserversorgung und der Abfallentsorgung. Die häufigsten Unfallursachen waren der „Kontrollverlust“ über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge (33.643 Arbeitsunfälle), „Sturz und Absturz“ (18.865) sowie „Bewegung des Körpers ohne körperliche Belastung“ wie z.B. Zusammenstöße oder Treten auf Gegenstände (17.669). Bei den anerkannten Berufskrankheiten liegt wie schon in den Vorjahren die Schwerhörigkeit durch Lärm an der Spitze, gefolgt von Hauterkrankungen. (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, 08.06.2020)

In Österreich haben 257 von 261 Badegewässer eine ausgezeichnete Wasserqualität. Die Alpenrepublik kommt damit bei den Staaten mit ausschließlich Binnenbadegewässern europaweit auf Platz 1. (Bundesministerium für Soziales, Gesundheit und Pflege, 08.06.2020)

Schweiz

In der Schweiz wird derzeit zu wenig Pflegefachpersonal ausgebildet. Die Schweiz ist jedoch auf gut ausgebildetes Pflegepersonal angewiesen. H+ Die Spitäler der Schweiz und Curaviva Schweiz haben sich von Anfang an für die Erarbeitung eines Indirekten Gegenvorschlags zur Pflegeinitiative eingesetzt. Das mit dem Ziel, die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern und dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen. Angesichts der demographischen Entwicklung werden laut Schätzungen des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums bis zum Jahr 2030 rund 65.000 zusätzliche Pflegepersonen benötigt. (H+ Die Spitäler der Schweiz / Curaviva Schweiz, am 08.06.2020)