Serotonin

Vitamin D und Omega-3 sind 2 Vitalstoffe, die Sie täglich mehr oder weniger überzeugt einnehmen. Und einige von Ihnen wissen auch ganz genau warum … oder glauben zumindest – so wie ich das tue – an essentielle Notwendigkeiten. Dann lassen Sie uns doch bitte einmal über das Geheimnis SEROTONIN plaudern.

Serotonin steuert nämlich eine große Bandbreite an Gehirnfunktionen und Verhaltensweisen. Präzise gesagt:

  • die verstandesmäßige Kontrolle,
  • das Filtern von Sinnesreizen und
  • das soziale Verhalten.

Wobei verstandesmäßige Kontrolle das Gegenteil dessen ist, was Sie bei Betrunkenen erleben. Nur damit kann man sich vielerlei Unsinnigkeiten in unser aller Alltag erklären. Ich habe sehr lange für diese Einsicht gebraucht …

Aber zurück zum SEROTONIN. Was glauben Sie wohl, weshalb die überwiegende Mehrzahl aller Psychopharmaka, also der am meisten verschriebenen Tabletten in der Welt, sich präzise mit diesem einen Molekül Serotonin beschäftigen? Bezeichnenderweise indirekt, nicht direkt. Da werden chemische Substanzen erfunden und patentiert (genau darauf kommt es der Pharmaindustrie an), die indirekt den Serotoninspiegel im Gehirn anheben sollen.

Das man das auch ganz direkt mit Tryptophan erreichen kann, das ist klar. Nur kann man die Aminosäure Tryptophan nicht (mehr) patentieren und damit also kein Geld verdienen. Wenn Sie doch bitte einmal ganz kurz über diesen Zusammenhang nachdenken: Sind wir wirklich schon den Firmen Bayer, Merck, Novartis etc. hilflos ausgeliefert ?

Bruce Ames, der meistzitierte Biochemiker dieser Welt, der hat schon darüber nachgedacht und sich – fast selbstverständlich – genau mit Serotonin intensiv auseinandergesetzt. Also jener Substanz, die Ihr tägliches Verhalten steuert, Ihren Umgang mit der Welt. Und Ames hat gezeigt, dass

Vitamin D und Omega-3

die Menge an Serotonin im Gehirn regulieren. Erinnern Sie sich an den Begriff „Chefhormon“ ? (News vom 18.05.2014). Serotonin macht nämlich gute Laune und sorgt für inneren Abstand. Schafft Übersicht und Souveränität. Daher der Begriff Chefhormon ! Hätten Sie gerne ?

Können Sie haben, dank Prof. Ames !

Der US-Amerikaner zeigt in seiner Arbeit Vitamin-D und Omega-3 Fettsäuren steuern Synthese und Wirkung von Serotonin , dass

  • Vitamin D die Bildung von Serotonin aus Tryptophan ermöglicht (mit Hilfe der Tryptophan Hydroxylase 2, TPH2).
  • dass der ungenügende Vitamin-D-Spiegel (bei 70 % der Bevölkerung) nahelegt, dass die Serotonin-Synthese im deutschen Gehirn nicht optimal erfolgt.
  • EPA (ein Teil von Omega-3) die Freisetzung von Serotonin aus den Neuronen steigert.
  • DHA (der andere Teil von Omega-3) die Serotonin-Aufnahme erhöht, in dem es die Durchlässigkeit der Zellmembranen in anderen Neuronen steigert.

Heißt zusammengefasst: Wenig Vitamin D und wenig Omega-3 garantieren wenig Serotonin.

Das Gegenteil ist auch wahr. Ich z.B. wünsche mir das Gegenteil ! Eben nicht mit Hilfe der Masse verschiedener Psychopharmaka – alle erfunden, um den Serotoninspiegel indirekt anzuheben – sondern ihn auf natürliche Weise zu steigern. So wie es auch jedes Tier tut. Und wie es unsere Vorfahren auch geschafft haben. Ohne Bayer, Merck und Novartis. Und ohne die bekannten Nebenwirkungen (u.a. Gewichtszunahme 30 kg in 6 Monaten ?)

Aber genau solche Menschen besuchen mich. Schlucken Psychopharmaka … sind aber nicht glücklich (damit). Warum also schlucken die dann ?

Jetzt kommt‘s: Prof. Ames dreht das Argument einfach um und erklärt uns, dass ungenügende Werte von Vitamin D und Omega-3 im Blut logischerweise zu Störungen der Gehirnfunktionen und Verhaltensweisen führen. Und zwar zu

  • ADHS
  • Bipolarer Störung (Depression)
  • Schizophrenie
  • unkontrolliertem Verhalten.

Nach der Lektüre der News vom 27.02.2017 oder spätestens dieser Ausgabe nehmen Sie Ihr Vitamin D und tägliches Omega-3 doch gleich viel lieber oder ?

Mit Omega-3

Einer der am besten studierten Nährstoffe mit fast nur positiver Bewertung ist die Fettsäure Omega-3. Ist essentiell. Lebenswichtig. Die Bedeutung dieses Wortes möchte ich Ihnen gegenüber immer wieder betonen. Will heißen: Sie kommen ohne Omega-3 nicht aus. Geht nicht und funktioniert auch nicht. In den News vom 08.08.2018 hatte ich die weltweit größte medizinische Datenbank „Medline“ erwähnt. Und jetzt staunen Sie doch bitte mit mir über ein paar Kurzfassungen dort von Arbeiten querbeet durch die gesamte Medizin.

Rheuma: Rheumatiker mit vielen Entzündungen – trotz Einnahme von Prednisolon, Indomethacin, Chloroquin und MTX in leitliniengerechter Dosierung – erhielten entweder 3,9 g EPA/DHA oder Placebos. 77 % der Verumgruppe (mit Omega-3) erzielten eine Reduktion ihrer rheumatischen Beschwerden von mindestens 70 % gegenüber der Placebo-Gruppe (ohne Omega-3) mit nur 5 %.

Omega-3-Fettsäuren können also selbst bei „austherapierten“ Rheumatikern noch zu einer drastischen Senkung der Beschwerden führen.

Psychose: Menschen mit einem hohen Risiko an einer Psychose erhielten für (nur) 3 Monate 1.180 mg EPA/DHA oder Placebo. In den darauffolgenden Jahren kam es in der Omega-3-Gruppe zu akuten Schüben von unter 10 %, in der Placebo-Gruppe jedoch von über 40 %.

Depression / Bipolare Störung: Jugendliche mit diesen Krankheiten bekamen über 3 Monate eine Psychotherapie, Omega-3-Fettsäuren oder beides. Psychotherapie allein führte zu keiner Verbesserung mentaler und kognitiver Funktionen. Hingegen taten dies Omega-3-Fettsäuren mit einer Effektstärke von 0,49. Bei Jugendlichen mit Psychotherapie und Omega-3-Fettsäuren gab es eine Effektstärke von 0,67.

Psychotherapie funktioniert, aber nur wenn eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren besteht.

Asthma: Schwangere erhielten 2,4 g EPA/DHA. Im Alter von 3 Jahren litten die Kinder der Omega-3-Gruppe ein Drittel weniger an Asthma. Es gibt leider keine Studien zu einer weiteren Risikosenkung, wenn diese Kinder die ersten 3 Jahre weiterhin oder ebenfalls Omega-3 bekommen hätten.

Demenz: Von 266 Menschen zwischen 67 und 100 Jahren hatten 42 Demenz, 30 davon Alzheimer. Das relative Risiko für das Drittel mit bester DHA-Zufuhr war nur 27 % für Demenz und 28 % für Alzheimer.

Allein durch Omega-3-Fettsäuren könnte nach dieser epidemiologischen Studie das Auftreten von Demenz bzw. Alzheimer möglicherweise um 3 Viertel (75 %) vermindert werden. Studien hierzu fehlen aber noch.

Migräne: Patienten mit häufigen Migräneanfällen – trotz Einnahme von Amitryptilin – erhielten Omega-3-Fettsäuren oder Placebo. Ziel der Studie war es, eine Minderung der Anfälle von 80 % zu erreichen, was recht ambitioniert ist. In der Placebo-Gruppe geschah dies bei 1 Drittel, in der Verumgruppe aber bei 2 Drittel der Patienten !

KHK: In der JELIS-Herzstudie (Japan EPA Lipid Intervention Study) erhielten fast 15.000 Herzgesunde mit Hypercholesterinämie neben einem Statin 1,85 g EPA oder Placebo. Das relative Risiko einer KHK war trotz des hohen Fischkonsums der Japaner und einer Statin-Gabe aber dank Omega-3-Fettsäuren mit 0,53 praktisch noch einmal halbiert.

Herzinfarkt: Menschen mit einem Omega-3-Index von unter 4 % haben ein 10-fach höheres Risiko für einen plötzlichen Herztod als solche mit einem Index von über 8 %.

Depression: 42 Patienten mit einer schweren Depression wurden 9 Wochen lang mit Citalopram + 1.100 mg EPA/DHA oder Citalopram + Placebo behandelt. Die Patienten mit Omega-3-Fettsäuren hatten einen deutlich schnelleren Rückgang der Symptome.

Die Liste könnte noch fortgesetzt werden, was aber aus Platzgründen hier nicht möglich ist. Dafür gibt es in den folgenden 2 Büchern viele Links zu weiteren Studien und Indikationen:

Volker Schmiedel : Omega-3 – Öl des Lebens (FONA-Verlag, 2018)
Volker Schmiedel: Vitamine, Mineralstoffe & Co. (Thieme-Verlag, 2019)

Täglich 2,5 mg Lithium

Lithium ist ein faszinierender, lebenswichtiger Nährstoff. Den habe auch ich erst spät entdeckt. Ich meine: für mich persönlich. In meiner medizinischen Ausbildung nämlich war Lithium etwas für schwer Kranke. Depressive. Das hat sich geändert …

Tatsächlich wissen wir, dass Menschen mit ungenügender Versorgung an Lithium erhöhte Raten aufweisen an

  • Neurosen
  • Schizophrenie
  • Psychosen
  • bipolarer Störung
  • schwerer Depression
  • Selbstmord.

Ein völlig anderer Aspekt ergab sich, als man die Langlebigkeit der Japaner mit dem Lithiumgehalt ihres Leitungswassers assoziierte. Mehr Lithium bedeutet eine längere Lebensdauer. Dieses Muster konnte man auch bei Würmern nachvollziehen und beweisen.

Nach heutigem Wissen ist Lithium in einer niedrigen Dosierung, nämlich ungefähr 3 mg pro Tag, außerordentlich gut für die Gesundheit. Auch für die seelische Gesundheit! Die selbstverständlich auch mich interessiert. Wie übersteht man sonst das tägliche, manchmal erschütternde Leid, dass Sie auf meine Seele häufen, wie übersteht man das mit gesundem Geist? Das können auch Sie sich fragen, wenn Sie am Arbeitsplatz gemobbt werden, wenn Ihr Chef Sie nicht mag, wenn das neue Datenschutzgesetz Sie vor kaum lösbare Aufgaben stellt …

3 mg pro Tag ist viel, viel weniger als die Dosen, die zur Behandlung bipolarer Störungen verabreicht werden. Da werden 100 bis zu mehreren 1.000 Milligramm pro Tag gegeben. Und da gibt es dann schwere Nebenwirkungen. Die habe ich persönlich erlebt und erlitten. Die möchte ich Ihnen gar nicht beschreiben. Ganz anders jedoch in der oben genannten, niedrigen Dosierung.

Die meisten Menschen – vor allem die, deren Trinkwasser wenig Lithium enthält – könnten von einer niedrig dosierten Supplementierung Lithium profitieren. Nach heutigem Wissen sollten aber die etwa 2,5 mg pro Tag (als NEM) nicht überschritten werden.

Und vielleicht haben Sie schon gegoogelt: Die am niedrigsten dosierten Ergänzungsmittel (Lithium-Orotat) enthalten 5 mg Lithium pro Tablette. Vernünftig wäre daher eine 5-mg-Tablette zu teilen und dann jeden Morgen (!) 2,5 mg einzunehmen. Womit wir wieder bei den NEM wären …

Aber eigentlich hoffe ich, Sie haben bereits einmal ein Fläschchen „Heppinger“ vor sich hingestellt und gelesen, dass der Liter 0,84 mg Lithium enthält. 3 Liter dieses Heilwassers würden Sie demnach auf die empfohlenen 2,5 mg Lithium täglich bringen.

Tut der Seele gut !

Sie dürfen mir glauben. Oder auch der „New York Times“ vom 13.09.2014.