Vitamin A

Steht bei mir, in der Auswertung Ihrer Blutanalyse, auf der gleichen Stufe wie Vitamin E. Vitamin A macht Sie schlank. Rettet Brustkrebspatientinnen das Leben und ist selbst Hautärzten wohlbekannt (News vom 23.02.2017). Also bitte, Schluss mit so abfälligen Bemerkungen wie „Vitamine dienen der Geschäftemacherei“ oder „Vitamine produzieren teuren Urin“. Zum Glück macht mit Betablockern, Anti-Diabetika oder Chemotherapien niemand Geschäfte …

Schreibt mir vergnügt ein Mann: „Seit nunmehr 4 oder 5 Jahren nehme ich NEM. Ich trieb auch viel Sport, hatte aber trotzdem immer zu viel an Bauch und Hüften. Nun, seitdem ich auch Vitamin A zu mir nehme, purzeln die Pfunde extrem und mir passen sogar wieder alte Hosen. Es ist unglaublich !!“

Stimmt. Das schafft ein einziges Vitamin! Die Erklärung, habe ich nachgelesen:

  • Vitamin A macht im Körper Retinsäure und die wiederum aktiviert PPARdelta.
  • Und PPARdelta wiederum verdoppelt die Menge an einem 2. Transkriptionsfaktor, nämlich PGC1-alpha.

Erinnern Sie sich noch an die News vom 04.02.2013? Dort stand, dass auf diese Weise mehr Mitochondrien produziert und die Fettverbrennung deutlich verbessert wurde. Das liest sich in einer Besprechung der Arbeit (Plos Biol2 (10): e294, 2004) wie folgt:

Wissenschaftler aktivieren künstlich einen Schalter namens PPARdelta im Muskel, daraufhin entstehen diverse an Stoffwechsel beteiligte Enzyme und die Mitochondrien vermehren sich (verdoppeln sich). Daraus resultiert, wie zu erwarten, eine gesteigerte Ausdauerleistungsfähigkeit. Als nette Begleiterscheinung sind die Tiere resistent gegen die Entstehung von Fettleibigkeit.

PS: Falls Sie das nun ausprobieren wollen und danach vielleicht enttäuscht sind: Hier steht „im Muskel“. Tja, leider …

Und zu Vitamin A gab es schon Anfang 2009 eine Studie, in der gezeigt wird, dass Vitamin A Brustkrebspatientinnen das Leben rettet. Nicht das Leben retten „kann“, sondern „rettet“! Weiß das Ihr Frauenarzt? Weiß das Ihr Onkologe?

Deren Fazit: Patientinnen mit wenig Vitamin A (unter 2,08 µmol/L) sind verglichen mit Frauen, die ein höheres Vitamin A im Blut aufwiesen, um

  • 211 % (oder 2,11 Mal) häufiger gestorben.
  • 358 % (oder 3,58 Mal) häufiger gestorben, wenn sie über 55 Jahre alt waren.

Wohl verstanden: Nicht um 20 % mehr oder um 70 % mehr, sondern um 200 und 300 % mehr. Wenn man der Arbeit glaubt, hätte man sich deren Ableben sparen können.

So viel zu den scheinbar „unnötigen“ Vitaminen. Vitamin A. Nicht vergessen !

QUELLE: Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2009;18 (1):42