Der Lebensstil entscheidet

Gene bedeuten gar nichts, wie Sie schon wissen. Erst der Lebensstil entscheidet (Stichwort Epigenetik). Und wenn Sie lesen, dass jede Krankheit abhängig ist vom Lebensstil und wohl auch durch diesen wieder geheilt werden kann, dann zweifeln Sie vielfach. Es könnte doch Leiden geben, meinen Sie kritisch, die „so einfach“ nicht geheilt werden können. Fallen also auf die Schulmedizin herein und deren Urteil „chronisch“ …

„Diät“ übrigens ist griechisch und heißt Lebensstil. Wer also einen natürlichen Lebensstil pflegt, sich täglich bewegt und genau so isst wie unsere Vorfahren es Millionen Jahre taten, der oder die kann z.B. kein Übergewicht entwickeln. Heißt heute lediglich bis zu 40 Mal mehr Vitamine und etwa 3 Mal mehr Eiweiß. (News vom 21.08.2006)

Mit der Schulmedizin jedoch geht’s ohnehin bergab. So ist etwa im renommierten British Medical Journal (2007, 334: 229) – 2007 nicht 2017 – das folgende Ergebnis einer Meta‐Analyse von 17 großen Studien nachzulesen:

Bei Menschen mit bereits gestörtem Zuckerstoffwechsel, also kurz vor dem Diabetes, ist Lebensstiländerung mindestens so wirksam wie Medikamente.

  • Das Diabetes‐Risiko wird durch richtiges Essen und Bewegung halbiert.
  • Medikamente reduzieren das Diabetes-Risiko nur um 30 %.

Lebensstiländerung ist also überlegen. Wozu dann Medikamente ???

Abgesehen davon kommt dabei jeder Drohmediziner ins Schwitzen. Genau solche Studienergebnisse nämlich machen die Schulmediziner überflüssig. Würden die Menschen nur anständig essen und täglich laufen, dann könnten die Pharmakonzerne und Diabetologen zusperren !

Spätestens hier lächelt jeder Kenner von „forever young“. Der oder die weiß das längst. Oder noch besser: Der oder die tut das bereits! Aber, dass etwas so Esoterisches wie der Lebensstil in wissenschaftlichen Zeitschriften noch vor gut 10 Jahren als der Chemie überlegen geschildert wurde, … Wie sich die Zeiten doch ändern ?

ABER: Dass der Lebensstil wichtiger ist als Tabletten, das wissen eigentlich viele Ärzte. Und sagen es den Patienten auch. Oder nicht ?

Laut einer Studie der Universität von Haifa (Feb. 2007) tun Ärzte genau das nicht: 80 % von ihnen fehle schlichtweg die Zeit für aufwendige Motivierungsarbeit. Und noch schlimmer. Dort steht auch:

„Ärzte, die keinen Sport treiben, ein paar Kilo zu viel auf die Waage bringen oder nicht vom Rauchen lassen können, sind weniger geneigt, ihren Patienten einen gesunden Lebensstil nahe zu legen.“

Au weh, das sitzt! Ärzte sollten Gesundheit vorleben, darin Vorbilder sein? Sie verstehen hoffentlich meine Forderung immer besser: Die Zulassung als Arzt sollte es erst nach dem gelaufenen Marathon geben.

PS: Da passen doch noch blendend die News vom 11.01.2018 dazu: Testosteron verrät Ihren Lebensstil

Vorhofflimmern

Herzrhythmusstörungen können das Leben unerträglich machen. Und auch zum Tode führen. In meiner Praxis besonders häufig: Vorhofflimmern. Haben 5 % aller Senioren. Die Ursachen sind häufig

  • Bluthochdruck und
  • Koronare Herzerkrankung.

Also Folgen eines bestimmten Lebensstils. Warum dann diese News heute? Weil zufällig am selben Tag Dinge passierten.

Sitzt mir ein schlanker, ranker Senior mit Vorhofflimmern (VHF) gegenüber. Hat deswegen selbstverständlich (!) Tabletten bekommen, wurde 3 Mal operiert (Ablatio). Der Erfolg? Ein kleines Blutgerinnsel wurde ins Gehirn gespült. Daraufhin halbseitige Körperlähmung. Die Ehefrau ist verzweifelt. Das ist sozusagen Alltag in jeder Kardiologenpraxis …

Dann am selben Tag eine E-Mail. Auch da geht es um einen „unerträglichen Gesamtzustand“. Also immer wiederkehrendes VHF. Todesangst. Und natürlich kennt man die möglichen Folgen (Blutgerinnsel im Gehirn, Lähmung). Der Patient hatte natürlich nicht nur Kardiologen aufgesucht, sondern auch eine Uniklinik. Und natürlich wurde er auch behandelt. Raten Sie mal wie? Selbstverständlich mit Tabletten und einer Operation. Aber lesen wir doch die E-Mail gemeinsam:

Gestatten Sie mir, sehr verehrter Herr Dr. Strunz, einfach laut und deutlich DANKE zu sagen. Das bei mir diagnostizierte Vorhofflimmern wurde nach langem Konsum von Amiodaron (ein Medikament) mit einer Pulmonalvenenisolation (eine Operation) behandelt. Das führte zu einer leichten Besserung meines oft unerträglichen Zustandes.
Sie aber verordneten mir Kalium über 5 und Magnesium über 1. Seither habe ich nicht nur überlebt, sondern kann auch wieder in die Zukunft planen. Warum weiß das außer Ihnen kein Arzt?

Heißt übersetzt: Patient geheilt. Kein VHF mehr. Keine Todesangst mehr. Kein „unerträglicher Gesamtzustand“ mehr. Der hat einfach auf die Gesetze der Biochemie gehört:

  • Kalium über 5,0
  • Magnesium über 1,0

Und Omega-3 setze ich voraus. Erinnern Sie sich? Schon eine regelmäßige Mini-Dosis Omega-3 verringert VHF um 50 %. Also um die Hälfte !

Warum das sonst kein Arzt weiß? Na, wenn der Kollege Kardiologe im Kopf von Amiodaron besetzt ist, von Beta-Blockern, von Verapamil, Diltiazem, von elektrischer Kardioversion, von AV-Knoten-Ablation … dann wird er sich an sein Biochemiebuch von anno dazumal nicht mehr erinnern. Denke ich.

Sporttreibende Ärzte denken da anders. Die erfahren nämlich im täglichen Training und am eigenen Leib etwas über die Bedeutung von Kalium und Magnesium. Handeln daher auch anders. Möchte bei der Gelegenheit nochmals appellieren:

Die Approbation als Arzt sollte nur bekommen, wer einen Marathonlauf absolviert hat.

Haben Sie die GRUNDIDEE des genannten Beispiels wiedererkannt? Sie können Krankheiten haben, so viele Sie wollen – wenn Sie den restlichen Körper, aber auch das kranke Organ, außerordentlich freundlich behandeln, dann sollten Sie Ihren Körper wieder in Ordnung bringen können. Das geht dann auch, ohne die eigentliche Krankheit beseitigt zu haben. Die wird dann einfach … unwesentlich.