Melatonin

Wird Ihnen die Nacht zum Feind? Wachen Sie immer wieder auf? Wälzen Sie sich „stundenlang“ im Bett, können nicht einschlafen und stehen dann morgens wie gerädert auf? Ja? Dann sollten Sie sich aber schleunigst auf Ihre Eigenverantwortung besinnen …

Und nicht schon wieder alles an Ihren Arzt und die Pharmaindustrie delegieren. Kennwort Schlaftabletten. Oder Beruhigungstabletten (ist doch „nur“ Baldrian). Oder Ihr Gläschen Wein (Alkohol ist Gift) am Abend. Das ist alles andere als Eigenverantwortung wahrnehmen! Das Ganze hat auch etwas mit Selbstrespekt zu tun. Für mich auch mit der Würde des Menschen.

Aber gut, Dr. Strunz, genug geschwätzt. Was soll man nun tun (dagegen)? Die Antwort gibt wieder einmal die Molekularmedizin. Die Biochemie. Ihre körpereigenen Moleküle. Das magische Wort in diesem Zusammenhang heißt: Melatonin.

Ihr Schlafhormon.

Das sorgt für den Durchschlaf. Den Tiefschlaf. Also für das erholsame Aufwachen am Morgen. Und dabei springen wieder einmal manche von Ihnen “zeittypisch” zu kurz. Die kaufen sich Melatonin einfach und erleben dann vielleicht Albträume. Liegt am fehlenden Wissen … Also folgt hier eine kurze Lektion über Melatonin. Sozusagen Wissensvermittlung bzw. die vornehmste Aufgabe des Arztes. Ich zitiere:

So baut der Körper das Schlafhormon:

Tryptophan, eine Aminosäure, ist das wichtigste Baumaterial für die Herstellung von Melatonin. Besonders proteinreiche Nahrungsmittel wie Fisch, Fleisch, Nüsse, Samen und Eier enthalten viel Tryptophan.

Tryptophan wird in 4 Schritten zu Melatonin umgebaut. Nach dem 2. Schritt entsteht Serotonin, der Stoff, der gute Laune macht. Jeder der 4 Umwandlungsschritte ist auf die richtigen Enzyme angewiesen. Und die können ihre Aufgabe nur vollbringen, wenn auch die passenden Vitalstoffe da sind:

Vitamin B3, B6 und B12, Magnesium, Pantothensäure, alpha-Liponsäure, Betain und Folsäure.

Fehlt davon auch nur ein Wirkstoff, kann noch so viel Tryptophan vorhanden sein, der Körper wird es nicht in Melatonin umwandeln können.

Man braucht also die nötigen Katalysatoren. Hilfsstoffe, welche die Melatoninbildung überhaupt erst ermöglichen. Man braucht? Nun: Sie, persönlich, brauchen nicht: Bestätigt uns dieser Tage wieder eine gesetzliche Krankenkasse schriftlich. Nahrungsergänzungsmittel seien völlig überflüssig. Das sagen selbst „seriöse“ Ärzte. Sie müssten sich nur ausgewogen ernähren.

“Ausgewogene Ernährung” ist scheinbar die Lösung all unserer Probleme. Ich jedenfalls schaffe die nicht. Ich weiß das deshalb, weil ich regelmäßig nachmesse.

Alle diese Vitalstoffe kann man im Blut messen !

Und erschrickt danach … Versteht plötzlich, warum man in Deutschland grundsätzlich die Mundwinkel nach unten zieht. Versteht den Mangel an Serotonin. Versteht, warum die Menschen so häufig gereizt, unausgeschlafen und ohne Energie sind. Der Grund ist

Melatoninmangel.

Aber wir Frohmediziner – und Sie hoffentlich auch – sehen das Meiste ja positiv. Das Leben wird plötzlich so leicht, so schön, so hell, wenn man hier liest, dass es natürlich Möglichkeiten gibt, am Ende des Tunnels wieder ein Licht zu sehen. Hier steht sogar, wie das geht !

QUELLE: Das schlaf-gut-buch. Gibt’s ab 15.10.2018 im Buchhandel.

„Unser“ Tagesrhythmus

Es gibt Menschen, die wollen genau wissen, wie die Evolution unseren 24-Stunden-Tag eingeteilt hat. Nicht nur in Wachsein und Schlafen, sondern auch in Hochs und Tiefs, in Leistungsfähigkeit und Regeneration usw.. Wer sich an diesen „natürlichen Zyklen“ orientiert, der oder die habe dann wohl auch mehr vom Tag, vom Training oder gar vom Leben. Klingt einleuchtend …

Dazu habe ich Ihnen einmal versuchsweise das heutige Wissen in der Medizin in ein farbiges Bild übersetzt. Von 12 Uhr mittags (oben) bis Mitternacht (unten). Schauen Sie es sich einfach mal an … Und, finden Sie sich wieder ?  Vielleicht können Sie Ihren Alltag doch noch ein bisschen optimieren ?

Sich optimieren ohne jede Anstrengung. Dieser Gedanke verführt mich immer mehr !

Copyright: Dr. Ulrich Strunz (2018)

Die meisten Menschen bewegen sich in einem 6 x 4 Stunden-Takt durch den Tag:

  • Vier Stunden nach dem Aufstehen sind Sie im Leistungshoch, 4 Stunden danach beenden Sie ihr Mittagstief.
  • Nach einem kürzeren Leistungshoch im nächsten 4-Stunden-Abschnitt läuten Sie den Abend ein. Manche fühlen sich jetzt noch einmal fit und schaltet dann langsam herunter.
  • Es folgen 4 Stunden Heilschlaf, dann für viele ein kurzes Aufwachen und schließlich ein Schlaf voller Träume.

Ihr persönlicher Rhythmus richtet sich jedoch und natürlich nicht exakt nach diesem Modell. Jeder ist nämlich so einzigartig wie seine Chronobiologie !

Erleben, was Energie bedeutet

Ohne Lebensenergie nützt Ihnen alles Wissen nichts. Das ist eine eher geheime Erkenntnis, wie all die schier unendliche Ratgeber-Literatur beweist. Ich will damit sagen, dass Sie diesbezüglich von vielen klugen Leuten viele kluge Ratschläge bekommen. Nur: Sie kommen abends geschafft von der Arbeit nach Hause und wollen dann anfangen …

Mit Jogging oder den Meditationsübungen oder dem Krafttraining. Haben dazu aber fast keine Chance, weil Ihre Energie schon im Alltag auf der Strecke geblieben ist. Es geht hier also wieder einmal um Ihren inneren Motor, den Sie alle schon mal besessen haben.

Beispiel 1: In der Zeitschrift Focus vom 24.02.2018 geht’s um Diabetes. Und sehr richtig wird dort immer und immer wiederholt, dass Sie nur „abzunehmen bräuchten und sich mehr bewegen müssten“. Nur … siehe oben: Geschafft von der Arbeit ? Früh morgens um 5 noch immer müde ?

Beispiel 2: Im neuen, außerordentlich empfehlenswerten Buch von Peter Spork „Gesundheit ist kein Zufall“ begründet er sehr präzise, dass der Weg in ein gesundes Leben damit beginnt „intensiv und regelmäßig Sport zu treiben“. Es heißt ausdrücklich „intensiv“! Nur, wie oben gesagt: Machen Sie das mal abends nach der Arbeit !

Was also tun ?

Lesen ! Schon der Volksmund sagt: Wer lesen kann, ist besser dran. Wenn Sie jetzt lächeln, dann haben Sie nicht verstanden, dass das Geheimnis der Energie schon lange vor Ihrer Nase liegt. Ist nachzulesen (!) auf www.strunz.com/de/erfolgsgeschichten.html vom 10.03.2017. Haben Sie es nicht gelesen? Dann bitte rasch wenigstens hier weiterlesen oder Sie bleiben weiterhin abends auf der Couch sitzen !

Sie hätten die Geschichte lesen können von einer jungen Dame, die etwas gar Sonderliches erlebte. Etwas, was sie sich überhaupt nicht erklären konnte. Da war sie monatelang völlig kraftlos und ist natürlich nicht gelaufen. Die Laufversuche scheitern, weil Sie sich „halbtot fühlte“. Bekam dann hochdosiert Vitamine und Mineralien, reines Eiweiß und Vitamin B.

Letzteres gespritzt. Da ging es dann plötzlich ab mit ihr: „Ich bin gelaufen, gelaufen, gelaufen. Steigungen rauf und runter. Einfach gelaufen und noch dazu so leicht wie noch nie – ohne schwere Beine.“ Darüber sei sie förmlich „erschrocken“.

Die junge Dame hat erlebt, was „Energie“ bedeutet. In meinen Augen den Normalzustand des Menschen.

Dahinter steckt Molekularmedizin.

Wir haben ganz einfach die Moleküle in diesem ausgelaugten Körper ein bisschen normalisiert. Ein bisschen verbessert. Ein bisschen auf die Reihe gebracht. Ein Teil davon waren Vitamin B-Spritzen. Bitte unterschätzen sie die nicht! Die werden bei der Tour de France vielen Radprofis täglich zusätzlich verabreicht. Und die schwören darauf. Vielleicht wissen die da was, was Sie nicht wissen ?

Die Story der jungen Dame geht auch noch weiter und frägt. „Ich bin nicht mehr erschöpft. Mir tut auch nichts mehr weh, fühle mich einfach nur super. Wie gibt’s das?“

Das ist Molekularmedizin. Bekanntich ein Teil der Frohmedizin. Davon haben Sie schon gelesen – oder ?

Bei Aufschieberitis …

Kann sich ein Wechsel des Freundeskreises lohnen. Ist vielleicht ein ungewöhnlicher Vorschlag, Ihre Probleme mit der Gesundheit zu lösen, mit dem Körpergewicht, den Rückenschmerzen, der fehlenden Bewegung. Weil Sie wissen ohnehin Bescheid, wie es gehen sollte, können sich jedoch nicht so recht dazu aufraffen. Das uralte Problem der fehlenden Energie. Aber das Thema hatten wir schon … mehrmals.

Kürzlich machten deutsche Versicherer eine Umfrage, in der es um die sprichwörtliche „Aufschieberitis“ ging. Also das „Morgen, morgen nur nicht heute!“. Heißt für uns: Joggen? Ja, dann im Frühjahr. Nur nicht gleich. Abnehmen? Ja, dann parallel zum Sport. Und so viel mehr, Sie kennen das sicher … Die Umfrage zeigte, dass

  • 45 % der Befragten überzeugt waren, dass es ihnen besser gehe, wenn sie Sport getrieben hätten.
  • 39 % klagten, dass es sich körperlich bemerkbar mache, wenn sie sich ungesund ernährt hatten.

Es ging also um primär um Sport und gesunde Ernährung. Aber das wirklich Erstaunliche sind doch die Prozentzahlen, finden Sie nicht? Wir wissen selbstverständlich Bescheid. Wir wissen, was wir tun müssten. Nur … genau! Da kommt jetzt ein vielleicht etwas ungewöhnlicher Lösungsvorschlag von. Prof. Andreas Pfeiffer aus der Charité Berlin (auch Ernährungsforscher in Potsdam). Der meint zum Thema Übergewicht:

  • Dicke sollten sich einen neuen, schlanken Freundeskreis suchen, um selbst schlank zu werden.

Ohhh! Also Motivation durch Vergleich? Eine, wie ich finde, elegante Methode für mehr Motivation. Und wie macht man das praktisch? Dazu gibt’s ganz einfache Möglichkeiten:

  • Werden Sie Mitglied in einem Fitnessclub: Vielleicht zähneknirschend und in Abwehrhaltung. Aber gehen Sie einfach hin. Sie glauben gar nicht, was für nette Leute man dort findet. Was für „schöne“ (wohlgestaltete) Menschen – beiderlei Geschlechts – dort herumturnen. Nach einigen Wochen grüßen Sie sich, sprechen miteinander und lernen sich kennen.
  • Schließen Sie sich einer Laufgruppe an: Solche gibt es inzwischen in jedem Dorf. Sie glauben gar nicht, was für fröhliche, schlanke und ausgeglichene Menschen Sie plötzlich umgeben. Und bei Sympathie lässt sich dann auch privat was unternehmen …
  • Oder, wenn Ihnen Radfahren lieber ist, organisieren Sie doch regelmäßig eine Radtour. Oder ein gemeinsames Schwimmen im örtlichen Bad.

Sportliche, schlanke Menschen leben bewusster. Sind nachweislich auch erfolgreicher. Da eröffnen sich dann neue Welten. Sie werden lernen, dass es da an Samstag-Abenden inklusive regelmäßigem Besäufnis … nicht um den teuersten Wein gehen muss oder an Sonntag-Nachmittagen um die Frage „Wer kann noch ein Stück Torte verdrücken?“

Schlanke Menschen leben bewusst(er).

Lassen Sie doch Ihr dickes, altes Leben samt Freundeskreis hinter sich. Umgeben Sie sich lieber mit strahlend glücklichen Menschen, die schon genau so leben, wie Sie es sich eigentlich immer erträumen.

PS: Prof. Pfeiffer ist ein kluger Arzt. Merken Sie auch am Zitat: „Als Motivatoren zum Abnehmen sind Ärzte nicht sonderlich gut.“ Wie höflich er das doch formuliert !

Quelle: FOCUS 9/2018, S. 73