Schulmedizin aktuell am 9. März 2020

Deutschland

Die Lieferengpässe bei Arzneimitteln haben sich in Deutschland 2019 auf das Rekordniveau von 18 Mio. Packungen fast verdoppelt. Die Rangliste 2019 der Nichtverfügbarkeiten führt Candesartan (Blutdrucksenker) mit 1,8 Mio. Packungen an vor Allopurinol (Gichtmittel) und Valsartan (Blutdrucksenker) mit jeweils 0,8 Mio.. Auf den Plätze dahinter landeten Venlafaxin (Antidepressivum) und Diclofenac (Schmerzmittel) mit jeweils 0,7 Mio.. (ABDA, 09.03.2020)

Deutschland war als Produktionsstandort von Arzneimitteln einmal die sog. Apotheke der Welt. Heute herrscht in deutschen Apotheken ein Mangel. Über 250 Lieferengpässe für Medikamente listet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte im Durchschnitt auf. Und das erfasst nur die Lieferschwierigkeiten, die von den Pharmaunternehmen gemeldet werden. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht der Preiskampf auf dem deutschen Arzneimittelmarkt zwischen Krankenkassen und Pharmaindustrie und die daraus resultierende Abhängigkeit von Billiglohnländern wie China und Indien. (ZDF, 09.03.2020)

Österreich

Österreichs Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck hat Spitzenvertreter der nationalen Pharmabranche zu Beratungen über eine Stärkung des Forschungsstandortes getroffen. Das Corona-Virus sei ein Weckruf gewesen, den Bereich der Medikamentenherstellung in Europa und Österreich zu forcieren. Der Life Science Sektor würde mit über 900 Unternehmen und knapp 55.500 Mitarbeitern rund 6,1 % des BIP erwirtschaften. (Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaft, 09.03.2020)

Konferenz der österreichischen Wirtschaftministerin mit Vertretern der Pharmaindustrie in Wien. (Foto: BMDW / BKA / H. Hofer)

Am 9. März geht in Österreich eine neue Generation von „Generali Vitality“ an den Start. Mit dem weiterentwickelten Gesundheitsprogramm will die Generali Versicherung Menschen in Österreich mit vielen interaktiven Features zu mehr Bewegung motivieren. So gibt es für das Erreichen von Bewegungszielen wöchentliche Belohnungen bei Zalando, Spotify oder Amazon.de. Ein weiteres Highlight ist die Apple Watch Activity, wodurch sich man sich durch Training eine Apple Watch um 480 € zurückverdienen kann.  … Generali Vitality vereint als einzige App die Komponenten Gesundheit, Bewegung und Belohnung. (Generali Versicherung AG, 09.03.2020)

Viren besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und sind daher grundsätzlich abhängig von einer Versorgung durch Wirtszellen, um Bausteine für ihre Vermehrung zu erhalten. Nachdem die Virusvermehrung einen extrem hohen Nährstoffbedarf hat, haben Viren Strategien gefunden, die Wirtszellen zur vermehrten Nährstoffaufnahme zu zwingen. Wiener Forscher konnten nunmehr herausfinden, dass das „Schnupfenvirus“ Rhinovirus besonders empfindlich auf die Hemmung der Zuckerverwertung reagiert.

Gegen das Rhinovirus wirkt die 2-Deoxyglukose am besten und hungert das Virus innerhalb der Wirtszelle aus. „Dank einer kostengünstigen Produktion und der guten Wirksamkeit besitzt das Molekül die optimalen Voraussetzungen für eine breite Anwendung im Bereich der Schnupfentherapie“, meinen die Forscher.  Und nachdem alle Viren auf den Wirtszellmetabolismus angewiesen seien, würde derzeit auch verstärkt an der Erprobung dieser Therapiestrategien gegen andere Viren gearbeitet. (MedUni Wien, 09.03.2020)

Schweiz

Als die Stiftung SNE für Naturheilkunde und Erfahrungsmedizin 1995 gegründet wurde, interessierte sich nur eine kleine Bevölkerungsgruppe für Komplementärmedizin. Wer hätte gedacht, dass das Bedürfnis nach integrativer Behandlung von gesundheitlichen Beschwerden in den folgenden 25 Jahren so stark ansteigt, dass manche Verfahren sogar aus der Grundversicherung vergütet werden ? Heute schießen Therapieangebote wie Pilze aus dem Boden. Deshalb ist es der Stiftung SNE wichtiger denn je, dass die Behandlungsqualität durch die Therapeuten nicht einfach nur hoch bleibt, sondern sich laufend verbessert. Den Schwerpunkt des diesjährigen Weiterbildungsprogramms am 31. März 2020 bildet die Umwelttoxikologie. (EGK Gesundheitskasse, 09.03.2020)

Liechtenstein

Im Kampf gegen den Coronavirus sollen in Liechtenstein Maßnahmen situativ den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Die Regierung passt daher ihre Strategie in einigen Punkten an und setzt dabei insbesondere auch auf das Verantwortungsbewusstsein, die Disziplin und den gesunden Menschenverstand der Einwohner. Der Schwerpunkt der Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus liegt in der möglichst weitgehenden Eindämmung bzw. Verlangsamung der Ausbreitung. Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern bleiben vorerst verboten. (Fürstentum Liechtenstein, 09.03.2020)

Schreibe einen Kommentar