Schulmedizin aktuell am 8. Juni 2020

Welt

HIV und Aids sind noch immer nicht heilbar. Jeden Tag infizieren sich weltweit über 4.600 Menschen neu mit dem HI-Virus. (Deutsche Aids-Stiftung, 08.06.2020)

Europa

Doctolib, eines der größten E-Health-Unternehmen Europas und Anbieter von Online-Terminvereinbarung und Videosprechstunden, erwartet eine langfristige Etablierung der Telemedizin. Über die App und Webseite von Doctolib können Patienten persönliche und digitale Termine z.B. in Deutschland bei rund 10.000 Ärzten online buchen, verwalten und Videosprechstunden mit ihrem Arzt durchführen. (Doctolib GmbH, 08.06.2020)

Die EU- Kommission hat die Zulassung für „Fluad Tetra“, den ersten adjuvantierten quadrivalenten Influenza-Impfstoff erteilt, der für Personen ab 65 Jahren indiziert ist. Der neue Impfstoff basiert auf der Technologie eines bereits in mehreren europäischen Ländern verfügbaren trivalenten Influenza-Impfstoffs. Der zeigt in dieser Altersgruppe eine nachweislich höhere Wirksamkeit als herkömmliche, nicht-adjuvantierte trivalente Influenza-Impfstoffe. Der neue quadrivalente Impfstoff ist speziell darauf ausgelegt, Erwachsene ab 65 vor 4 Virenstämmen der saisonalen Influenza zu schützen (2 A- und 2 B-Stämme; beim bestehenden trivalenten Impfstoff sind es 2 A-Stämme und 1 B-Stamm). Die Marktzulassung in der EU ist der 1. Schritt, um einen aQIV-Impfstoff für die Grippesaison 2021/22 bereitstellen zu können. (Seqirus, 08.06.2020)

Deutschland

Vor-Ort-Apotheken könnten sich vor allem mit Omnichannel-Konzepten erfolgreich gegenüber der Konkurrenz aus dem Netz behaupten. Hierbei sollten sie ihre Stärken bewusster online ausspielen und mittels digitaler Services aufwerten. Diese wären vor allem die pharmazeutische Kompetenz und Beratung, Verfügbarkeit, Sicherheit und Erreichbarkeit. In der öffentlichen Wahrnehmung stehen Apotheken diesbezüglich aber noch am Anfang: 72 %  der Studienteilnehmer finden, dass Apotheken im digitalen Sektor noch Nachholbedarf haben. (Zukunftspakt Apotheke, 08.06.2020)

Anders als bei Erkältungen, die durch Viren verursacht werden, sind bei Blasenentzündungen häufig Bakterien die Auslöser. Blasenentzündungen werden zu rund 80 % durch sog. E. coli-Bakterien (Escherichia coli) verursacht. Ärzte verschreiben dagegen dann oft Antibiotika, um die Genesung zu beschleunigen. Doch Vorsicht: Diese Wirkstoffe bekämpfen die Erreger zwar ausgesprochen effektiv, haben jedoch unerwünschte Nebenwirkungen: Immer häufiger kommt es vor, dass Keime nicht mehr auf die Behandlung ansprechen, weil sie resistent geworden sind. Das gilt besonders für E. coli. (Schaper & Brümmer GmbH, 08.06.2020)

E. coli. Das Bakterium kommt natürlicherweise im Darm vor, wo es keinen Schaden anrichtet. „Verirrt“ es sich jedoch in die Harnwege und Blase, kann es eine schmerzhafte Entzündung auslösen. Das für die Krankheitsüberwachung und -prävention in Deutschland zuständige Robert Koch Institut warnt davor, dass E. coli-Stämme gleich gegen mehrere Wirkstoffe Resistenzen bilden. Eine Entwicklung, die dringend gestoppt werden muss. Schätzungen zufolge ließe sich die Antibiotika-Verschreibung hauptsächlich durch niedergelassene Ärzte um 30 % verringern. (Schaper & Brümmer GmbH, 08.06.2020)

Die „polymorphe Lichtdermatose“ ist die häufigste Lichterkrankung. Die Beschwerden entstehen dabei durch eine komplexe Immunreaktion der Haut. Daher sollten Betroffene zunächst immer nur kurz in die Sonne gehen und die Zeit auch nur langsam steigern. (Diabetes Ratgeber, 08.06.2020)

Österreich

Arbeitsunfälle bleiben in Österreich auf Rekordtief. So verzeichnete die AUVA 2019 nur mehr 105.449 Arbeitsunfälle hauptsächlich am Bau, in der Wasserversorgung und der Abfallentsorgung. Die häufigsten Unfallursachen waren der „Kontrollverlust“ über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge (33.643 Arbeitsunfälle), „Sturz und Absturz“ (18.865) sowie „Bewegung des Körpers ohne körperliche Belastung“ wie z.B. Zusammenstöße oder Treten auf Gegenstände (17.669). Bei den anerkannten Berufskrankheiten liegt wie schon in den Vorjahren die Schwerhörigkeit durch Lärm an der Spitze, gefolgt von Hauterkrankungen. (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, 08.06.2020)

In Österreich haben 257 von 261 Badegewässer eine ausgezeichnete Wasserqualität. Die Alpenrepublik kommt damit bei den Staaten mit ausschließlich Binnenbadegewässern europaweit auf Platz 1. (Bundesministerium für Soziales, Gesundheit und Pflege, 08.06.2020)

Schweiz

In der Schweiz wird derzeit zu wenig Pflegefachpersonal ausgebildet. Die Schweiz ist jedoch auf gut ausgebildetes Pflegepersonal angewiesen. H+ Die Spitäler der Schweiz und Curaviva Schweiz haben sich von Anfang an für die Erarbeitung eines Indirekten Gegenvorschlags zur Pflegeinitiative eingesetzt. Das mit dem Ziel, die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern und dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen. Angesichts der demographischen Entwicklung werden laut Schätzungen des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums bis zum Jahr 2030 rund 65.000 zusätzliche Pflegepersonen benötigt. (H+ Die Spitäler der Schweiz / Curaviva Schweiz, am 08.06.2020)

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