Schulmedizin aktuell am 4. Juni 2020

Europa

Die EU-Kommission, die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Investitionsbank Berlin (IBB) haben einen EU-Malariafonds eingerichtet. Dazu werden in einem 1. Schritt 64 Mio. € eingebracht. Der Fonds soll die Lücke zwischen Forschung und Markt schließen sowie realisierbare und preiswerte innovative Lösungen zur Prävention und Behandlung von Malaria ermöglichen. Weitere 6 Mio. € steuern private Investoren bei, darunter die IBB und die Bill & Melinda Gates Stiftung. „Der neue EU-Malariafonds soll die Forschung vorantreiben und Marktlösungen im Kampf gegen diese vermeidbare tödliche Krankheit beschleunigen. Er ist ein Beispiel dafür, wie wichtige globale Akteure mit vereinten Kräften Infektionskrankheiten wie die Malaria bekämpfen und denen helfen können, die es am nötigsten haben“, meint EU-Forschungskommissarin Gabriel. Insgesamt wird die EU 110 Mio. € zu dem Fonds beisteuern. (EU Kommission, 04.06.2020)

Die EU-Kommission stellt der Impfallianz Gavi im Rahmen der weltweiten Corona-Krisenreaktion weitere 300 Mio. € für den Zeitraum 2021-2025 bereit. Das hilft um 300 Mio. Kinder in der Welt zu immunisieren und Impfstoffbestände zur Abwehr künftiger Infektionskrankheiten zu finanzieren. Bereits auf der Geberveranstaltung am 4. Mai wurden der Impfallianz Gavi über 1,5 Mrd. € zugesagt. „Impfstoffe können nur dann Leben retten, wenn jeder, der sie benötigt, Zugang zu ihnen hat. Die Impfallianz Gavi gibt Entwicklungsländern die Möglichkeit, ihre Gesundheitssysteme und Impfprogramme zu stärken und so die Welt so zu einem sichereren Ort zu machen“, findet Kommissionspräsidentin von der Leyen. (EU Kommission, 04.06.2020)

Deutschland

Mit neuen Ergebnissen wartet die weltweit größte OTC-Reizdarmstudie auf, die in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet Gastroenterology & Hepatology publiziert wurde. Erstmals konnten deutsche Wissenschaftler rund um Studienleiter Prof. Dr. Peter Layer vom Israelitischen Krankenhaus Hamburg die signifikante Wirksamkeit eines hitzeinaktivierten Bakterienstammes bei Patienten mit Reizdarmsyndrom (RDS) nachweisen. Die Studienergebnisse mit dem speziellen Stamm B. bifidum HI-MIMBb75 zeigten eine signifikante Reduktion aller RDS-Symptome wie Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfungen bei allen RDS-Subtypen mit einer gleichzeitigen Verbesserung der Lebensqualität gegenüber Placebo. Enthalten ist der untersuchte Bakterienstamm im apothekenpflichtigen Präparat Kijimea Reizdarm PRO. (Synformulas GmbH, 04.06.2020)

Foto: Synformulas GmbH

Die Ursachen für das Reizdarmsyndrom sind vielfältig. So werden u. a. genetische Faktoren, Veränderungen der Darmflora, Stress oder auch Umwelteinflüsse als Auslöser diskutiert. Heute wird davon ausgegangen, dass diese Faktoren zu einer gestörten Darmbarriere führen können, aus der eine erhöhte intestinale Permeabilität („Leaky Gut“) resultieren kann. So können Schadstoffe sowie pathogene Keime in die Darmwand eindringen und Mikroentzündungen hervorrufen. Als Folge kommt es zu Reizungen des Darmnervensystems und den typischen Reizdarmsymptomen wie chronischem Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfung. Der nur im Medizinprodukt Kijimea Reizdarm PRO enthaltene hitzeinaktivierte Bakterienstamm B. bifidum HI-MIMBb75 legt sich sinnbildlich schützend wie ein Pflaster auf die geschädigten Stellen der Darmwand („Pflaster-Effekt PRO“). Durch diese physikalische Adhäsion an die Darmwand scheint der Bakterienstamm ein weiteres bakterielles Eindringen zu verhindern. Die Darmwand kann sich unter diesem „Pflaster“ erholen – typische Darmbeschwerden wie wiederkehrender Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen oder Verstopfung können so abklingen. (Synformulas GmbH, 04.06.2020)

Mit der sog. Methodenbewertungsverfahrensverordnung (MBVerfVO) sollen in Deutschland aber nicht nur die Anforderungen an die medizinische Evidenz der G-BA-Entscheidungen abgesenkt werden. Gleichzeitig sieht der Entwurf auch vor, die Fristen für die Recherche und Auswertung der Studien durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) und den G-BA drastisch zu verkürzen. Das wird aus Sicht der AOK den komplexen Fragestellungen nicht gerecht. Hinzu kommt, dass die Wirtschaftlichkeit der untersuchten Methoden in der Verordnung gar nicht thematisiert wird. Das Bundesgesundheitsministerium plant also an Beitragszahlern und Leistungserbringern vorbei tiefe Eingriffe in die Verfahrensordnung des G-BA, von denen vor allem die Wirtschaft profitiert. Die Anbieter von neuen Leistungen erhalten durch die Verordnung schneller und leichter Zugang zum lukrativen GKV-Markt – auf Kosten der Patientensicherheit. (AOK-Bundesverband, 04.06.2020)

Schon eine Stunde am Tag, die man mit schnellerem Gang mit 5,6 km/h oder Radfahren mit 16 km/h verbringt, reicht, um den Bewegungsmangel am Arbeitsplatz auszugleichen. Da Industrialisierung und Digitalisierung zeitlich bisher nur einen Wimpernschlag in der Evolution einnehmen, laufen im Körper immer noch die urzeitlich bewährten Programme ab, die uns zu mehr körperlicher Leistungsfähigkeit befähigen. (Protina Pharmazeutische GmbH, 04.06.2020)

Infografik: Protina Pharmazeutische GmbH

Es gibt Menschen, deren Körper gegen Infektionen wehrlos ist, weil ihr Immunsystem versagt. Die leiden an einer Immunschwächekrankheit wie ADA-SCID (Adenosine-Deaminase-Severe Combined ImmunoDeficiency) oder dem Wiskott-Aldrich-Syndrom. Bei der seltenen Immunkrankheit ADA-SCID, die nur Kleinkinder betrifft und in Europa jährlich etwa 15 Mal auftritt, sorgt ein Defekt des ADA-Gens im Erbgut für eine Störung der Lymphozyten-Entwicklung. Bei der Behandlung durch eine neue Gentherapie werden dem Patienten bestimmte Blutstammzellen (CD34+) entnommen und ihre DNA modifiziert. (Else Kröner-Fresenius-Stiftung, 04.06.2020)

Dafür werden die Zellen außerhalb des Körpers mithilfe eines viralen Vektors behandelt. Dieser bringt die korrekte Version des Gens für das ADA-Enzym in das Erbgut der entnommenen Zellen ein. Die genetisch veränderten Zellen werden per Infusion zurück in den Blutkreislauf des Patienten gebracht. Ein Teil der modifizierten Zellen siedelt sich dann wieder im Knochenmark an. Der Patient verfügt nun über korrekt funktionierende Blutstammzellen, die Lymphozyten zur Abwehr von Infektionen produzieren – und das vermutlich ein Leben lang.  (Else Kröner-Fresenius-Stiftung, 04.06.2020)

Fast 90 % der Deutschen besucht 1 Mal eine Apotheke. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH), 04.06.2020)

Infografik: Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH)

Evidenzbasierte Leitlinien (S2- und S3-Leitlinien) decken häufig den gesamten „Patientenweg“ von der Prävention bis zur Palliativmedizin ab. Die Vernetzung von evidenz-basierten Leitlinien wie in der Leila PRO App unterstützt die Behandlung von multimorbiden Patienten über die Grenzen von nur einem Fachgebiet hinweg und eignet sich damit bestens für den für den klinischen Alltag. (Leila, 04.06.2020)

Ein Gewinner der Covid-19-Krise ist der Internet-Handel mit Bekleidung und Schuhen, Gesundheitsprodukten sowie Lebensmitteln. Die Service- und Lieferbedingungen der Anbieter müssen jedoch verbessert werden, denn die Konsumenten haben für längere Lieferzeiten kaum Verständnis. Im Gegenteil: Die Notwendigkeit extrem kurze Lieferzeiten steigt aktuell sogar noch. Konsumenten wollen im Schnitt nur noch 2,4 Tage auf ihre Lieferung warten. 2019 waren es noch 3 Tage. Auch die Erwartungshaltung eines kostenlosen Versands ist für die Online-Käufer in allen Produktkategorien gestiegen: (AlixPartners, 04.06.2020)

Österreich

Die Österreichische Apothekerkammer begrüßt die Ankündigung der EU-Kommission, bis Ende des Jahres eine konkrete Pharma-Strategie zu entwickeln, mit der die Medikamentenversorgung in der EU gesichert werden soll. Mittlerweile verbringen Apothekerinnen rund 2 Stunden ihrer täglichen Arbeitszeit damit, vor Ort nicht erhältliche Arzneimittel für Patienten zu beschaffen oder durch Ausweichen auf ein wirkstoffähnliches Produkt zu lösen. (Österreichische Apothekerkammer, 04.06.2020)

Zur effektiven Bekämpfung von Cellulite (Orangenhaut) hat OmniMed Eisenstadt jetzt „Emtone“ von BTL im Programm. Emtone ist die einzige Cellulite-Behandlung, bei der thermische und mechanische Energie zum Einsatz kommen. Dadurch  wirkt das Verfahren gegen alle 5 Hauptursachen von Cellulite sowie gegen erschlaffte Haut an sämtlichen Körperstellen. Bei der Behandlung wird die Haut zuerst durch thermische Hochfrequenzen zu jener Temperatur erwärmt, die die Struktur des körpereigenen Kollagens verändert. Dies regt die Neuproduktion von Kollagen und Elastin an. Die mechanische Energie bricht Faserbänder auf und lässt Fettkammern schrumpfen. Auch die Durchblutung und der Abtransport von Stoffwechselabfällen werden angeregt. (OmniMed Eisenstadt – Ordination für Ästhetik, 04.06.2020)

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