Resignationsmedizin

Ich verstehe, wenn manche Ärzte, manche meiner Kollegen im Laufe ihrer beruflichen Tätigkeit resignieren. Aufgeben. Verstummen. Wenn sie nämlich Empfehlungen oder Tipps 100 oder 1.000 Mal wiederholt haben, und nichts passiert. Dann gibt man eines Tages auf. Würden Sie wohl auch tun. Daher mein Begriff „Resignationsmedizin“ …

Dennoch glaube ich, dass hier ein Denkfehler vorliegt.

Aber lassen Sie mich zunächst eine spannende Geschichte erzählen. Die E-Mail von heute. Da schreibt ein 60-jähriger Mann, der an einer chronisch obstruktiven Bronchitis (Asthma) mit ständigen Infekten litt. Hatte 2 Mal im Jahr eitrige Bronchitis. Bekam natürlich Antibiotika, Schleimlöser und Dauerhusten. Das Übliche.

Nur, der Mann mit 60 Jahren konnte denken. Der hat sich informiert, was ein Emphysem ist. An dem stirbt man im Alter kläglich … Der hatte also Angst und ließ sich daraufhin von 2 Lungenfachärzten untersuchen – auch auf Allergien. Die fanden nichts …

Nichts gefunden! Das kennen wir doch, oder ?

Ein Lungenfacharzt meinte sogar: „Sie scheinen ein empfindlicher Typ zu sein. Leben Sie einfach gesund!“ Als der Patient nachfragte, was das genau heißen würde (er raucht nicht, treibt Sport) kam die Antwort (wortwörtlich !):

„Das weiß ich in Ihrem Fall auch nicht !“

Medizin heute. Alltag. Doch dann sah der Herr im ARD-Fernsehen eine Dokumentation über Linus Pauling. Kaufte sich dessen Buch und begann mit der Einnahme von Vitamin C. Das Resultat ? Er war im gleichen Jahr deutlich weniger krank und hatte seither nur noch eine Bronchitis. Das nur dank Vitamin C.

Und jetzt kommt’s: Als er ein Jahr später aus anderem Grund bei seinem damaligen Hausarzt war, fragte der, ob er denn den Arzt gewechselt hätte, weil er nicht mehr gekommen war. Daraufhin erzählte „der Patient“ von Vitamin C. Und als er dann den Hausarzt fragte, ob der das mit dem Vitamin C eigentlich auch gewusst hätte, nickte der mit dem Kopf.

Die (einigermaßen verstörte) Nachfrage, warum der Arzt ihm das denn nicht erzählt habe, beantwortete der so :

Patienten machen sowieso nicht, was wir ihnen sagen.

Jetzt ist es raus. Nun wissen Sie, was so häufig im Gehirn Ihres Arztes herumspukt. Also im Gehirn eines studierten, sehr klugen, sehr erfahrenen Menschen. Der sich sicher Jahre, Jahrzehnte unendliche Mühe gegeben hat … mit Ihnen! Und der dann den obigen Satz sagt.

In der Frohmedizin gibt’s natürlich auch einen Ausweg aus diesem Dilemma des Arztes. Darf ich dazu an die News vom 27.06.2018 erinnern mit dem Titel Innere Begeisterung

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