Methionin schaltet Gene ein und aus

Praktische Lebensregeln aufzustellen, ist höchste Kunst. Praktisch meint, dass man es selbst ausprobiert hat. Und auch nachgemessen hat, mehrfach geprüft hat und schlussendlich für gut befunden hat. Doch manche von Ihnen interessiert nicht die Reise, sondern immer nur das Ziel. Sozusagen die QUINTESSENZ. Und das möglichst in einem Satz. So nach dem Motto: Tu dies und lass das !

Diese „Übersetzung“ ist, mit Verlaub, höchste Kunst. So möchte ich Ihnen heute ein bisschen was über die Gene erzählen. Wie Sie mit denen ganz praktisch umgehen könnten. Wie Sie die eigenen Gene (Ihre Erbinformation) selbst in die Hand nehmen können. Ich zitiere dazu aus dem

Bestseller „77 Tipps für ein gesundes Gehirn“.

Die gibt es nämlich wirklich ! Ein Büchlein, das höchst kompliziertes biochemisches Wissen allgemein verständlich vermittelt.

Los geht’s:

Seit einigen Jahren versuchen Wissenschaftler, Krankheiten mit bestimmten Genen in Verbindung zu bringen, allerdings ohne großen Erfolg. Nicht das Vorhandensein eines bestimmten Genes ist Ausschlag gebend, ob eine Erkrankung ausbricht oder nicht. Entscheidend ist, ob das Gen aktiv ist ! Und diese Gen-Aktivität wiederum hat man selbst in der Hand: Der Lebensstil stellt die Gene entweder auf gesund oder krank !

Bislang kennt man mehrere verschiedene Mechanismen der Gen-Regulation. Einer der wichtigsten ist die METHYLIERUNG. Dabei werden Methylgruppen, die nur aus 1 Kohlenstoff-Atom und 3 Wasserstoff-Atomen bestehen, an die DNA angelagert. Befinden sich viele Methylgruppen an einer Stelle, werden die genetischen Informationen weniger abgerufen. Dieses Gen ist dann sozusagen inaktiv. Andererseits liegen an den Stellen, die häufig abgerufen werden, weniger oder keine Methylgruppen. Diese Gene sind dann eingeschalten.

Die Methylierung der DNA unterscheidet sich auch zwischen Menschen, die chronisch krank sind oder völlig gesund. Bei chronisch Kranken sind viele Bereiche der DNA WENIGER methyliert. Der wichtigste Methylgruppen-Lieferant ist die essentielle Aminosäure METHIONIN. Kommt in der Nahrung vor, aber der Körper kann Methionin auch aus Homocystein bilden. Vorausgesetzt, er verfügt über genug Vitamin B12 und Folsäure, die für den Umbau gebraucht werden.

Fehlen diese Nährstoffe aber, so reichert sich das gefährliches Homocystein an. Zusätzlich mangelt es an Methionin, das dringend für die Regeneration der Gen-Aktivität gebraucht wird. Fehlt Methionin, entstehen ungesunde Methylierungsmuster und daraufhin CHRONISCHE ERKRANKUNGEN.

Haben Sie das verstanden ?

Die Aminosäure Methionin spielt eine zentrale Rolle beim Ein- oder Ausschalten von Genen. Bemerkenswert also ist, dass es beim Fehlen von Methionin dann eher zu chronischen Erkrankungen kommt.

Methionin messen wir hier in Roth routinemäßig schon seit 1996. Waren übrigens die 1. Praxis in Deutschland. Und finden bei der deutlichen Mehrzahl der Patienten auch einen Mangel. Den erkläre ich dann regelmäßig mit: Sinkt bei der Virusabwehr ! Heißt, bei einem zu schwachem Immunsystem. Und damit schließt sich der Kreis !

MEIN FAZIT: Kümmern Sie sich um Ihr Methionin ! Diese Aminosäure ist noch wichtiger als Tryptophan. Oder Arginin.

Und kümmern bedeutet:

  • Methionin kann man in Kapseln einnehmen.
  • Methionin kann man essen. Als Eiweiß. Ich z.B. lebe seit über 30 Jahren praktisch von Eiweißpulver. Natürlich in der besten Qualität.

Am einfachsten wäre also ohnehin, einfach mehr Eiweiß zu essen. Zumindest doppelt so viel wie bisher. Soll heißen vielleicht 34 % der täglichen Kalorien und nicht nur 15 %. Die erfolgreichste Triathletin der Welt, Paula Newby-Fraser, isst täglich 45 % Eiweiß. Selbstverständlich auch als Pulver …

QUELLE: „77 Tipps für ein gesundes Gehirn“, Seite 30

Zum Nachlesen:  Gene sind epigenetisch steuerbar (News 12.01.2020) , Blutanalyse statt Genetik (News 06.01.2020)

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