Klüger als Otto Warburg ?

Na, na, na: Einen Nobelpreis für die Entdeckung des LAUFENS ! Das kann wohl so nicht stimmen oder doch ?

Den Nobelpreis Medizin 1931 bekam Prof. Otto Warburg, seines Zeichens ein Forscher am Max-Planck-Institut. Warburg war Biochemiker und Mediziner und glaubte, die eigentliche Ursache von Krebs entdeckt zu haben. Er konnte nämlich beweisen, dass sich Krebszellen anders ernähren als gesunde Körperzellen.

Das war so überaus wichtig deshalb, weil damit (endlich) ein Angriffspunkt aufzeigt wurde, wie man Krebszellen vernichten könnte. Denn Chemotherapie und Strahlentherapie vernichten neben der Krebszelle bekanntlich auch gesunde Körperzellen.

Prof. Warburg jedoch konnte zeigen, dass die Krebszelle in erster Linie von Zucker lebt, und den trotz genügend Sauerstoffs ohne Sauerstoff vergärt. Mit ziemlich armseliger Energieausbeute. Die Krebszelle muss sich also ständig sehr, sehr anstrengen ! Und würde man jetzt der stetig schuftenden Krebszelle auch noch den Zucker rationieren, dann könnte man sie empfindlich schwächen. Oft genug sogar töten.

ABER:

Das gilt leider nicht für jede Krebszelle und wurde auch prompt zum Haupteinwand der Warburg-Kritiker. Der sog. Warburg-Effekt würde sich „nur“ auf die aggressive Krebszelle beziehen. Auf die rasch wachsende, metastasierende Krebszelle. Daneben gäbe es aber auch andere, langsam wachsende (Prostata, oft Brust), also beinahe gutartige Krebse. Die, jedoch, würden auch von Fett leben und sich von der gesunden Körperzelle nicht unterscheiden.

Und jetzt kommt’s:

An der Universität Graz konnte Prof. Frank Madeo kürzlich zeigen, dass die Reduzierung der Zellatmung (also Atemnot) den programmierten, natürlichen Zelltod, die sog. Apoptose, vermindert und deshalb Körperzellen unkontrolliert leben lässt. Unkontrolliertes Überleben heißt aber rasches Wachstum, letztlich Krebs. Zitat von Prof. Madeo:

Diese erhöhte Resistenz (gegen den Zelltod) könnte entscheidend zur Tumorbildung und Bösartigkeit (Metastasierung) beitragen.

Mit diesem Modell gelang den Grazer Forschern der Beweis eines Überlebensvorteils von Krebszellen durch den Warburg-Effekt.

Also:

  • Aggressive Krebszellen ernähren sich von Zucker (Glykolyse) bei gleichzeitiger Verminderung der Sauerstoff-Atmung.
  • Erhöhte Atmungsaktivität, also mehr Sauerstoff, HEMMT das Wachstum von Tumoren.

Und der schlanke (!) Universitätsprofessor Madeo weiter:

Interessanterweise ist Ausdauersport eine der besten vorbeugenden Maßnahmen gegen Krebs. Dabei wird sowohl die Sauerstoffversorgung des Körpers erhöht als auch Zucker verbrannt. Beides ist, klassisch nach Otto Warburg, Gift für die Krebszelle.

Das ist endlich einmal eine praktische Umsetzung von Nobelpreis-Wissen. Dem Krebs kann man davonlaufen !! Das ist keine Plattitüde, sondern exakte Wissenschaft. Wurde bereits 1931 mit dem Nobelpreis geadelt ! Und Sie laufen immer noch nicht … Sind Sie klüger als Otto Warburg ?

QUELLE: PLOS ONE am 25.02.2009

Schreibe einen Kommentar