Generika: Hohe Geldstrafen der EU wegen verzögerter Einführung

Die EU-Kommission hat gegen die beiden Pharmakonzerne Teva und Cephalon Geldstrafen in der Höhe von 60,6 Mio. € verhängt. Die Firmen hatten die Markteinführung eines preisgünstigeren Generikums des Cephalon-Arzneimittels gegen Schlafstörungen, Modafinil, nach Ablauf der Hauptpatente um sogar mehrere Jahre verzögert ! Laut Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager dadurch nicht nur gegen das EU-Kartellrecht verstoßen, sondern auch ein „erheblicher Schaden“ für die  Gesundheitssysteme in der EU verursacht.

Infografik: EU Kommission

Modafinil ist ein Arzneimittel zur Behandlung exzessiver Tagesschläfrigkeit, die insbesondere im Rahmen einer Narkolepsie auftritt. Es wurde unter dem Markennahmen „Provigil“ gehandelt und war das meistverkaufte Produkt von Cephalon. Jahrelang sorgte Provigil für über 40 % des weltweiten Umsatzes von Cephalon. 2005 waren jedoch die Hauptpatente für das Arzneimittel in Europa ausgelaufen. Die EU-Kommission stellte bei ihrer Untersuchung fest, dass Teva durch diese Pay-for-Delay-Vereinbarung mehrere Jahre lang als Wettbewerber ausgeschaltet wurde und Cephalon deshalb höhere Preise berechnen konnte, obwohl das Hauptpatent für Modafinil seit Langem abgelaufen war.

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