Gicht und Vitamin E

Gicht ist quälend. Zu viel Harnsäure im Blut, die dann kristallisiert und sich in den Gelenken ablagert. Das Resultat sind Entzündung, Schwellung und höllische Schmerzen. Im Laufe der Jahrzehnte habe ich ein recht einfaches Bild von dieser Krankheit gewonnen und entwickelt: Erhöhte Harnsäure ist praktisch immer genetisch bedingt. Dafür kann man nichts. Auch meine Familie inklusive meiner Wenigkeit ist davon betroffen.

Früher haben wir alle gelernt, Diät zu halten. Wenig Purine zu essen. Also auf Fleisch, Innereien, auch Eier zu verzichten. Der schlimmste Feind, so haben wir gelesen, sei Alkohol. Doch auf Ernährungsberatung bei Gicht habe ich immer verzichtet. Ich erkläre Ihnen lieber, wie Sie die erhöhte Harnsäure loswerden können. Ohne Tabletten. Meine persönliche Erfahrung:

Durch Trinken. Durch reichlich trinken. Durch noch mehr trinken.

Derzeit 5 Liter täglich. Wie man das schafft?

Indem man 5 Liter schwitzt.

Ganz einfach. Darum betreibe ich Sport auch bei 30 Grad Außentemperatur in langen Beinlingen, mit 3 Jacken übereinander. Ich will schwitzen. Triefen. Und dann meinen Körper reichlich durchspülen.

Aber weil Sie mir doch wieder nur zuhören und nicht handeln, verschreibe ich bei Gicht tatsächlich gelegentlich Kapseln. Jedoch nur 2 pro Woche. Haben den gleichen Effekt wie täglich. Kann man messen. Tun Ärzte selten …

Über eine „Wunderheilung“ bei Gicht hatte ich Ihnen einmal berichtet. Einen Brief zitiert. Den ich heute wiederholen möchte:

Seit ich Ihr Buch „Topfit mit Vitaminen“ gelesen habe, bin ich ein neuer Mensch. Lange Zeit litt ich an Gicht und hatte immer wahnsinnige Schmerzen, obwohl ich Allopurinol bekommen habe. Nun nehme ich seit über einem Jahr täglich 600 mg Vitamin E. Schon nach wenigen Wochen hatte ich keine Schmerzen mehr. Ich kann wirklich alles essen und trinken, ohne Einschränkung.

Mir neu. Gichtschmerzen sind höllisch. Das weiß ich von meinem Bruder. Und dass ein einfaches Antioxidantium, ein Entzündung stoppendes Mittel wie Vitamin E hier hilft: Meine Güte, wie vielen Menschen könnte man mit dieser Nachricht helfen !

Aber es geht ja noch weiter. Der Patient macht nämlich einen glänzenden Vorschlag:

600 mg Vitamin E täglich

Das verblüfft mich. Vitamin E beseitigt Gicht? Da stimmt etwas nicht. Dort hat ein anderer Mechanismus gegriffen: Aus Kliniken weiß ich, dass man Rheuma-Patienten Vitamin E gibt, um Schmerzmittel einzusparen.

Vitamin E beseitigt nämlich Entzündungen.

Der Briefschreiber hatte sicher seinen Harnsäurespiegel mit Allopurinol genügend gesenkt, doch noch immer Gichtschmerzen. Gegen Entzündung ist Allopurinol eben nicht wirksam. Und da hat dann Vitamin E gegriffen …

Haben Sie das mitbekommen? Der Patient leidet an höllischen Gichtschmerzen. Bekommt dann vom Arzt ein Arzneimittel, das den Harnsäurespiegel senkt. Ihm aber die Schmerzen nicht nimmt. Ist nicht besonders mitmenschlich oder ?

Übrigens: Ich vermute, dass Omega-3 in der richtigen Dosis den gleichen Effekt gehabt hätte. Heißt wieder einmal: Weg vom Rezept-Gedanken, hin zum Prinzip-Verständnis !

Der tägliche Müll über Vitamine

Aufgepasst: Hallo, Sie da ! Hören Sie bitte zu ! Wissen Sie schon das Neueste ?

Vitamine helfen gar nicht !

Viele von Ihnen sind aktuell ganz aufgeregt. Die, die lesen. Die lesen so typische Zeitschriften oder im Internet (z.B. aerzteblatt.de, netdoktor.de), wo Journalisten Nachrichten aufbereiten. Und Sie, liebe Leser, schicken mir dann diese Berichte. Oft auch mit schwarzem Filzstift wütend kommentiert. Also z.B. folgende Schlagzeilen:

Nahrungsergänzungsmittel in der Kritik
Vitamin-Tabletten & Co. helfen weder Herz noch Hirn
Selen und Vitamin E sind gefährliche Nahrungsergänzungen
Wenn Vitaminpillen krank machen

Der Hintergrund? Z.B. eine neue Studie der amerikanischen University of Alabama in Birmingham. Dort hatte jemand viel Zeit und 3.249 Studien aus den Jahren 1970 bis 2016 gesammelt. Danach 18 davon ausgewählt und die genannten Schlagzeilen bewiesen (Circ Cardiovasc Qual Outcomes 2018 Jul;11 (7).

Ach Kinder ! Keiner der Einsender, die nun bestürzt sind, hat sich einfach mal die Originalarbeit besorgt. Denn schon die Überschrift gibt die Antwort auf den obigen Unfug: In all den Studien wurden gar keine Vitamine getestet. Also noch einmal:

Da wurden nicht Vitamine getestet, sondern Multivitamin-Präparate !

Also viele Vitamine in nur 1 Kapsel. Und wie viel, glauben Sie, passt da so rein in 1 Kapsel ? Ich sag’s Ihnen: „Nur die Mini-Dosis“. Homöopathie. Ich kenne kein Multivitamin-Präparat auf dieser Welt, das den Blutspiegel auf die gewünschten Werte (der Frohmedizin) bringt. Gibt es nicht.

In Deutschland erfüllen 2 Präparate die gesetzlichen Obergrenzen. Mehr geht nicht. Dass ich persönlich diese Präparate mehrmals am Tag einnehme – als Basisversorgung, ist selbstverständlich !

Zur Verdeutlichung: Vitamin E in der typischen Multivitamin-Tablette hat 40 I.E. (26,6 mg). Die Wirkung von Vitamin E setzt aber erst bei 400 I.E. (266 mg) ein. Bewiesen in der Chaos-Studie aus Lancet 1996, März 23; 347 (9004):781. Die Studie hat höchsten wissenschaftlichen Standard, weil

doppelblind, Placebo kontrolliert und randomisiert.

Und die hat bewiesen, dass

400 I.E. (266 mg) Vitamin E täglich Herzinfarkt zu 77 % verhindert !

Dieses Ergebnis ist bombensicher. Wird auch von niemandem bestritten. Statine haben diese Zahlen nie erreicht. Und auch sonst kein Medikament !

So viel also zu Ihrer Aufregung und dem täglich erscheinenden Müll über die lebenswichtigen Vitamine …

Vitamin D steigert HDL-Cholesterin

Das ist der gute Anteil Ihres vielleicht „zu hohen“ Cholesterins – und natürlich erwünscht ! Und wenn die Herren Beckenbauer und Netzer über ihre zahlreichen Bypässe scherzen, so überspielen damit eine Angst. Oder zumindest eine Sorge. Nämlich die, vor dem nächsten Herzinfarkt. Der kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Fragt sich nur, wann.

Falls Sie dieses “Spielchen” nicht mitmachen wollen – Herzinfarkt ist immer noch die häufigste Todesursache in Deutschland – empfehle ich Ihnen, sich um Ihr

HDL-Cholesterin

zu kümmern. Das ist, wie schon erwähnt, der gute Anteil vom Cholesterin. Weil tagtäglich drückt Sie Ihr schlechtes Gewissen und dann berichten mir über Ihr „hohes Cholesterin“. Ärgert mich jedes Mal. Weil ich dann bei Ihnen vielleicht 300 mg% Cholesterin finde. Eine hohe Zahl, richtig. Wenn dann aber der gute Anteil HDL-Cholesterin 90 mg% beträgt, erkläre ich Ihnen:

  • Sie haben nur deshalb ein hohes Cholesterin, weil der gute Anteil so erfreulich hoch ist.
  • Der Quotient zwischen Cholesterin und HDL wäre nämlich 3,3. Jeder Wert unter 5 gilt als ungefährlich. Selbst nach strengsten USA-Kriterien ist man mit unter 4 aus dem Schneider.

Das wissen Sie oft nicht. Hat Ihnen Ihr Hausarzt auch nicht gesagt. Finde ich gar sträflich. Also bitte:

Beschäftigen Sie sich mit Ihrem HDL-Cholesterin !

Dazu waren mir bislang nur 2 natürliche Wege bekannt, HDL-Cholesterin zu steigern, wenn es tief ist. Heißt, unter 40 mg%, lag:

  • Tägliches Laufen (besser noch Rennen)
  • Omega-3 in der richtigen Dosis

Durch tägliches, sehr flottes Laufen kann man in der Tat sein HDL-Cholesterin von nur 35 mg% (Sollwert ist über 40) auf 95 mg% anheben. Damit wäre man sozusagen gerettet.

Nun stand schon im J Am Coll Cardiol 54:585 (2009) – also vor fast 10 Jahren – ein 3. Weg. Eine 3. Möglichkeit, HDL-Cholesterin ohne große Mühe anzuheben. Nämlich mit

VITAMIN D.

Schon vorher wusste man, dass Menschen mit einem ganz tiefen Vitamin D-Spiegel ein Herzinfarktrisiko von 31 % haben, Menschen mit dem höchstem Vitamin D-Spiegel von nur mehr 10 %. Dann hat man genauer nachgemessen und gefunden, dass zwischen dem Blutspiegel von Vitamin D und dem Blutspiegel HDL-Cholesterin eine enger linearer Zusammenhang besteht. Nämlich

für jeweils 20 ng/ml Vitamin D mehr steigt HDL-Cholesterin um 4 mg%.

Damit Sie das richtig einschätzen können: Steigt HDL nur um ein einziges mg% an, so bewirkt das bereits eine Reduktion des Risikos von koronarer Herzkrankheit um 5 %.

Wenn Sie also Ihr Vitamin D von 20 ng/ml auf meinen persönlichen Wert von 80 ng/ml anheben, dann verringert sich Ihr Risiko einer Herzkrankheit um

60 %.

Und wenn Sie dann noch ein bisschen Omega-3 konsumieren, ein bisschen joggen, sich an die gewünschten 15 % Körperfett annähern, ja dann haben Sie die Gewissheit, nicht an Herzinfarkt zu sterben !

Sehen Sie, das ist Frohmedizin! Denn gleichzeitig hat man damit auch Autoimmunerkrankungen unterdrückt. Ist vielleicht sein Asthma losgeworden. Hat, wie ein Kollege mir berichtet, mit der “Stellschraube” Vitamin D auch seine Psoriasis besiegt (nach 20 Jahren !).

Serotonin

Vitamin D und Omega-3 sind 2 Vitalstoffe, die Sie täglich mehr oder weniger überzeugt einnehmen. Und einige von Ihnen wissen auch ganz genau warum … oder glauben zumindest – so wie ich das tue – an essentielle Notwendigkeiten. Dann lassen Sie uns doch bitte einmal über das Geheimnis SEROTONIN plaudern.

Serotonin steuert nämlich eine große Bandbreite an Gehirnfunktionen und Verhaltensweisen. Präzise gesagt:

  • die verstandesmäßige Kontrolle,
  • das Filtern von Sinnesreizen und
  • das soziale Verhalten.

Wobei verstandesmäßige Kontrolle das Gegenteil dessen ist, was Sie bei Betrunkenen erleben. Nur damit kann man sich vielerlei Unsinnigkeiten in unser aller Alltag erklären. Ich habe sehr lange für diese Einsicht gebraucht …

Aber zurück zum SEROTONIN. Was glauben Sie wohl, weshalb die überwiegende Mehrzahl aller Psychopharmaka, also der am meisten verschriebenen Tabletten in der Welt, sich präzise mit diesem einen Molekül Serotonin beschäftigen? Bezeichnenderweise indirekt, nicht direkt. Da werden chemische Substanzen erfunden und patentiert (genau darauf kommt es der Pharmaindustrie an), die indirekt den Serotoninspiegel im Gehirn anheben sollen.

Das man das auch ganz direkt mit Tryptophan erreichen kann, das ist klar. Nur kann man die Aminosäure Tryptophan nicht (mehr) patentieren und damit also kein Geld verdienen. Wenn Sie doch bitte einmal ganz kurz über diesen Zusammenhang nachdenken: Sind wir wirklich schon den Firmen Bayer, Merck, Novartis etc. hilflos ausgeliefert ?

Bruce Ames, der meistzitierte Biochemiker dieser Welt, der hat schon darüber nachgedacht und sich – fast selbstverständlich – genau mit Serotonin intensiv auseinandergesetzt. Also jener Substanz, die Ihr tägliches Verhalten steuert, Ihren Umgang mit der Welt. Und Ames hat gezeigt, dass

Vitamin D und Omega-3

die Menge an Serotonin im Gehirn regulieren. Erinnern Sie sich an den Begriff „Chefhormon“ ? (News vom 18.05.2014). Serotonin macht nämlich gute Laune und sorgt für inneren Abstand. Schafft Übersicht und Souveränität. Daher der Begriff Chefhormon ! Hätten Sie gerne ?

Können Sie haben, dank Prof. Ames !

Der US-Amerikaner zeigt in seiner Arbeit Vitamin-D und Omega-3 Fettsäuren steuern Synthese und Wirkung von Serotonin , dass

  • Vitamin D die Bildung von Serotonin aus Tryptophan ermöglicht (mit Hilfe der Tryptophan Hydroxylase 2, TPH2).
  • dass der ungenügende Vitamin-D-Spiegel (bei 70 % der Bevölkerung) nahelegt, dass die Serotonin-Synthese im deutschen Gehirn nicht optimal erfolgt.
  • EPA (ein Teil von Omega-3) die Freisetzung von Serotonin aus den Neuronen steigert.
  • DHA (der andere Teil von Omega-3) die Serotonin-Aufnahme erhöht, in dem es die Durchlässigkeit der Zellmembranen in anderen Neuronen steigert.

Heißt zusammengefasst: Wenig Vitamin D und wenig Omega-3 garantieren wenig Serotonin.

Das Gegenteil ist auch wahr. Ich z.B. wünsche mir das Gegenteil ! Eben nicht mit Hilfe der Masse verschiedener Psychopharmaka – alle erfunden, um den Serotoninspiegel indirekt anzuheben – sondern ihn auf natürliche Weise zu steigern. So wie es auch jedes Tier tut. Und wie es unsere Vorfahren auch geschafft haben. Ohne Bayer, Merck und Novartis. Und ohne die bekannten Nebenwirkungen (u.a. Gewichtszunahme 30 kg in 6 Monaten ?)

Aber genau solche Menschen besuchen mich. Schlucken Psychopharmaka … sind aber nicht glücklich (damit). Warum also schlucken die dann ?

Jetzt kommt‘s: Prof. Ames dreht das Argument einfach um und erklärt uns, dass ungenügende Werte von Vitamin D und Omega-3 im Blut logischerweise zu Störungen der Gehirnfunktionen und Verhaltensweisen führen. Und zwar zu

  • ADHS
  • Bipolarer Störung (Depression)
  • Schizophrenie
  • unkontrolliertem Verhalten.

Nach der Lektüre der News vom 27.02.2017 oder spätestens dieser Ausgabe nehmen Sie Ihr Vitamin D und tägliches Omega-3 doch gleich viel lieber oder ?