Schulmedizin aktuell am 23. März 2020

Welt

Seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie werden die Sozialen Medien nicht nur mit Informationen, sondern auch mit Falschmeldungen über das neue Coronavirus und seine Folgen überschwemmt. Die WHO spricht bereits von einer „Infodemic“ und versucht, mit einem eigenen Social Media Team gegenzusteuern. (Faktenkontor, 23.03.2020)

Deutschland

Bargeld war schon immer schmutzig, es hat nur niemanden gestört. Über 3.000 Spuren findet man auf Geldscheinen -- von Noroviren bis zur DNA von Breitmaulnashörnern. Seit in China und den USA Geldscheine desinfiziert werden, fragt man sich auch in Deutschland, ob durch Bargeld der Corona-Virus übertragen werden kann. Die Schnellantwort lautet: Höchstwahrscheinlich nicht. (BE Bezahlexperten GmbH, 23.03.2020)

Der AOK-Bundesverband begrüßt das neue Covid-19-Krankenhaus-Entlastungsgesetz. Das Gesetz sorgt dafür, dass die Krankenhäuser zeitnah mehr Geld bekommen und somit liquide bleiben. Höhere Vergütungen gleichen die Mehrkosten für das Aufstocken der Intensivkapazitäten oder die Anschaffung von Schutzausrüstungen aus und federn Einnahmeausfälle ab, die z.B. durch das Aufschieben oder Aussetzen planbarer Operationen entstehen. Dass jetzt den Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen zuerst geholfen wird, ist vollkommen richtig. Sie stehen im Kampf gegen das Virus an vorderster Front. Das Gesetz kann aber nur der 1. Teil eines umfassenden Rettungsschirms für das deutsche Gesundheitswesen sein. (AOK-Bundesverband, 23.03.2020)

Das Bundeskabinett beschließt heute den Entwurf für das „Gesetz zum Ausgleich Covid-19 bedingter finanzieller Belastungen der Krankenhäuser und weiterer Gesundheitseinrichtungen“ (Covid-19-KrankenhausentlastungsG). Das Gesetz regelt auch die Beteiligung von Reha-Einrichtungen an der Versorgung von Corona-Infizierten. (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED), 23.03.2020)

Der deutsche Gesetzesentwurf zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite sieht erhebliche Eingriffe in die unternehmerische Freiheit vor. So soll der Bund unter anderem Arzneimittel sicherstellen und beschlagnahmen dürfen. Er darf den Verkauf verbieten und in bestehende Lieferverträge eingreifen. Er darf in Preisbildung, Erstattung sowie Vergütung eingreifen. Er darf Verpflichtungen zur Aufrechterhaltung, Umstellung, Eröffnung oder Schließung von Produktionsstätten oder einzelnen Betriebsstätten von produzierenden Unternehmen verfügen. Entschädigungsregelungen sind vorgesehen, deren Ausgestaltung bleibt aber offen. (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, 23.03.2020)

Erstmals sichtbar wurden die Auswirkungen von Corona auf den deutschen Einzelhandel durch den flächendeckenden Ausverkauf von Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken. Der Run darauf erreichte auf Idealo Ende Februar seinen Höhepunkt. Während die Nachfrage nach Toilettenpapier (8.770 % Nachfrageanstieg im März gegenüber Januar) und Nudeln (+ 671 %) nach wie vor steigt, wird zuhause auch eine sportliche Betätigung ins Auge gefasst -- als Folge der Schließung aller Fitnessstudios in Deutschland. (Idealo Internet GmbH, 23.03.2020)

Infografik: Idealo Internet GmbH

So steigt die Nachfrage nach Sportzubehör stark an -- bei Hanteln etwa um 2.740 % gegenüber Januar. Auch wenn sich der Wunsch nach (spielerischer) Ablenkung im Online-Handel deutlich abzeichnet -- die Gesundheit steht bei den Deutschen offenbar immer noch an 1. Stelle: Die Nachfrage nach Erkältungsmitteln stieg mittlerweile um 203 % an. Noch beliebter sind Fieberthermometer mit + 2.968 %. (Idealo Internet GmbH, 23.03.2020)

Die Aufklärung über Sars-CoV-2 im Social Web sollte vor allem auf YouTube und in Internet-Foren erfolgen. Denn auf diesen Kanälen tauschen sich mehr Nutzer über Gesundheitsfragen aus als irgendwo sonst im Web. 16 % aller Internet-Nutzer ab 16 Jahren in Deutschland befassen sich auf YouTube mit Gesundheitsthemen, und 10 % nutzen dafür klassische Internet-Foren. (Faktenkontor, 23.03.2020)

Viel Weißmehl, Zucker und Fett machen das Immunsystem regelrecht aggressiv. Darauf reagiert man wie auf einen bakteriellen Infekt und das wiederum fördert langfristig Entzündungen. (Jentschura International GmbH, 23.03.2020)

Die bundesweit an rund 160 Standorten aktive Asklepios Kliniken Gruppe verfügt aktuell über rund 800 Beatmungsbetten. (Asklepios Kliniken GmbH, 23.03.2020)

Österreich

Geschlossene Sportplätze, abgesagte Sportveranstaltungen und ein stillgelegtes Vereinsleben bringen Österreichs Vereine derzeit in eine äußerst schwierige wie auch existenzbedrohende Lage. Es handelt sich um einen irrsinnigen Einschnitt für den gesamten Sport, den viele Sportler und Funktionäre so noch nie erlebt haben. Hinzu kommt, dass österreichische Vereine in der Regel gemeinnützig organisiert sind und keine Rücklagen bilden dürfen. Laut Sportunion muss es das Ziel sein, alle 15.000 Sportvereine des Landes durch diese Krise durchzubringen, damit Österreichs kritische Infrastruktur für sozialen Zusammenhalt und Gesundheit erhalten bleibt. (Sportunion Österreich, 23.03.2020)

Schweiz

Rauchen ist unbestrittenen ein wichtiger Risikofaktor für viele Atemwegserkrankungen. So haben Raucher ein deutlich höheres Risiko an COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung). Rund 400.000 Schweizer leiden an COPD und auch Covid-19 ist eine Lungenkrankheit so wie die im Vergleich dazu harmlosere saisonale Grippe. Rauchen schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko für einen schweren Verlauf sämtlicher Atemwegserkrankungen. (ARGE Tabakprävention Schweiz, 23.03.2020)

So wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Schweizer Zahnarztpraxen aus: Auf Weisung des Bundesrats dürfen nicht zwingende Behandlungen und Wahlbehandlungen bis auf Weiteres nicht mehr ausgeführt werden -- die zahnmedizinische Behandlung in Notfällen und bei starken Schmerzen bleibt aber gewährleistet. Für Patienten bedeutet dies: Wer einen Termin für die Zahnreinigung oder eine Kontrolluntersuchung hat, muss diesen auf später verschieben. Ebenso können Kariessanierungen sowie prothetische oder ästhetische Eingriffe derzeit nicht ausgeführt werden. Wichtig aber: Die Behandlung bei Unfällen, Infektionen sowie starken Schmerzen bleibt vollumfänglich gewährleistet. (Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO, 23.03.2020)

Liechtenstein

In Liechtenstein fanden die Tests auf das Corona-Virus im Landesspital statt. Für den Spitalbetrieb ist das eine Herausforderung. Die Probenentnahme wird daher zukünftig in einer Drive-Through-Anlage durchgeführt. Nach telefonischer Voranmeldung fährt die zu testende Person dazu im eigenen Auto vor. Für die Probeentnahme kann sie im Auto sitzen bleiben, denn diese erfolgt durch das Fenster. Es wird zudem auch eine Möglichkeit für Fußgänger geben, wodurch sich in Summe das Landesspital wieder auf den regulären Spitalbetrieb konzentrieren kann. (Fürstentum Liechtenstein, 23.03.2020)

Schulmedizin aktuell am 22. März 2020

Europa

Bei der Ausbreitung des Corona-Virus können, anders als bisher vermutet, Kontakte über Oberflächen, sprich Anhaftung von Virenverbänden an Gegenständen, eine große, wenn nicht entscheidende Rolle spielen. In bisherigen öffentlichen Verlautbarungen ging man davon aus, dass man eine Ansteckung durch sog. „behüllte Viren“, wie es das Coronavirus ist, z. B. über Geldstücke, weitgehend vergessen kann. Diese Fehleinschätzungen, auch seitens der WHO zur verharmlosenden Ansteckungsgefahr über Banknoten, bedürfen einer Revision. Belegt ist, dass der Corona-Virus, Auslöser der aktuellen Covid-19-Pandemie, viral nachweisbar bleibt für: Aerosole (Tröpfchen) bis zu 3 Std., auf Kupferoberflächen (z. B. Münzen) bis zu 4 Std., auf Papier (Banknoten) bis zu 24 Std. und auf Plastik und Edelstahl 2 bis 3 Tage. (Deutsches Hygiene-Institut, 22.03.2020)

Deutschland

Wenn Säuglinge über einen Zeitraum von mindestens 3 Wochen an mindestens 3 Wochentagen für mehr als 3 Stunden schreien, leiden sie an sog. 3-Monatskoliken. Bei ihnen sind die für Babys typischen Bakterien vermindert und durch andere Arten ersetzt, die vermehrt Gase bilden. Dadurch haben die Babys verstärkt an Blähungen. Außerdem können die „schlechten“ Bakterien schmerzhafte Entzündungen im Darm bewirken. Die Gabe von Milchsäurebakterien kann die Schreiattacken in Dauer und Häufigkeit mindern, wie Studien bestätigt haben. Auch sollte ein Vitamin D-Mangel vermieden werden. (Symbio Gruppe GmbH, 22.03.2020)

Österreich

Die Österreichische Ärztekammer warnt ausdrücklich vor kommerziellen Schnelltests, welche die Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen sollen. Diese Tests sind für die akute Diagnostik von Covid-19 vollkommen ungeeignet, weil sich die Antikörper erst nach einigen Tagen nach der Infektion bilden. Damit werden viele Patienten negativ getestet, obwohl sie bereits infiziert sind und somit auch andere Menschen anstecken könnten. (Österreichische Ärztekammer, 22.03.2020)

Eine sichere Diagnose ist derzeit nur durch einen direkten Erregernachweis (Polymerase-Kettenreaktion, PCR) aus Schleimhautabstrichen bzw. respiratorischen Sekreten erzielbar. Das Problem ist, dass einzelne Firmen ihre Antikörper-Schnelltests teilweise sehr offensiv bewerben. (Österreichische Ärztekammer, 22.03.2020)

Seit Sonntag 15 Uhr gibt es in Österreich 3.244 bestätigte Coronavirus-Erkrankte. In den vergangenen 4 Tagen nahmen die Erkrankungsfälle in Österreich täglich um 18,5 % zu. Das ist eine deutliche Verringerung im Vergleich zur Situation vor 1-2 Wochen, als die Tageszuwächse teilweise sogar bei 40 % lagen. (Bundesministerium für Soziales, Gesundheit und Pflege, 22.03.2020)

Schulmedizin aktuell am 21. März 2020

Europa

Europa wird mit aktuell rund 120.000 Covid-19-Fällen und über 6.000 Todesfällen (davon 4.000 in Italien und 1.000 in Spanien) immer stärker zum weltweiten Epizentrum der Corona-Krise. (Bundesministerium für Soziales, Gesundheit und Pflege, 21.03.2020)

Deutschland

In Folge eines aktuellen Gesetzesentwurfes in Deutschland werden zahlreiche Gesundheitseinrichtungen in absehbarer Zeit in Finanznot geraten, Kurzarbeit anordnen und Mitarbeiter entlassen müssen. Der Gesetzentwurf riskiert damit die Gesundheit und das Leben von sehr vielen Menschen. (Asklepios Kliniken GmbH, 21.03.2020)

Folgende Aspekte werden die Kliniken in Deutschland in akute Existenznöte bringen: (1) Kein Ausgleich für den Mehraufwand für Verbrauchsmaterialien (2) Aufbau dringend benötigter Intensivkapazitäten wird grundlos verzögert (3) Pauschalbeträge decken Erlösausfall bei weitem nicht ab (4) Unverhältnismäßige Bürokratie wird nicht ausgesetzt und schränkt Versorgung ein ! Der aktuelle Gesetzesentwurf wird die Pleite von Krankenhäusern nicht verhindern. (Asklepios Kliniken GmbH, 21.03.2020)

Österreich

Im Kampf gegen das Coronavirus stellt die österreichische Bundesregierung insgesamt 23 Mio. € für die Erforschung von Medikamenten zur Verfügung. Die Förderung gilt vor allem Projekten, welche die Wirksamkeit bereits bestehender Medikamente im Kampf gegen das Virus erforschen. Die dazu nötigen klinischen Studien sollen durch das zusätzliche Geld beschleunigt werden. (Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaft, 21.03.2020)

Liechtenstein

In Liechtenstein geht die starke Zunahme der Covid-19-Fälle weiter. … Abstand ist derzeit die beste Medizin. (Fürstentum Liechtenstein, 21.03.2020)

Schulmedizin aktuell am 20. März 2020

Welt

Laut eines UN-Berichtes haben über 2 Mrd. Menschen keinen Zugang zu sauberem und stets verfügbarem Trinkwasser. Wasser ist jedoch ein Menschenrecht. (UNO-Flüchtlingshilfe, 20.03.2020)

Europa

Laut EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen „mobilisiert Europa alles, was es an Möglichkeiten hat, insbesondere auf dem Feld der Gesundheit und der Wirtschaft“. (EU Kommission, 20.03.2020)

Österreich

In der Corona-Krise sind Österreichs Apotheken die 1. Anlaufstelle für die Bevölkerung. Dort werden pro Tag rund 700.000 Menschen entsprechend versorgt. (Österreichische Apothekerkammer, 20.03.2020)

Im Zeitraum vom 12.-17.03.2020 verzeichneten die 10 verordnungsstärksten therapeutischen Arzneimittel-Gruppen in Österreich folgende Steigerungen: Schmerzmedikamente 228 %, Koronare Herzkrankheiten 149 %, Antidiabetika 137 %, Blutdruckregulierung 135 %, Cholesterinsenker 135 %, Psychopharmaka 113 % und Antibiotika 92 %. (Phago, 20.03.2020)

Zunehmende Luftverschmutzung, aktuelle Schönheitstrends, lange Bildschirmzeiten, Klimaanlagen im Sommer und Heizungsluft im Winter: Die Augen sind das ganze Jahr über belastenden Einflüssen ausgesetzt. Ozon, Stickstoffdioxid und Feinstaub tragen nicht nur einen erheblichen Beitrag zur Luftverschmutzung bei, sondern bergen laut einer Studie weltweit Risiken für das Entstehen von Bindehautentzündungen. Stickstoffdioxid stellt unter diesen Stoffen das höchste Risiko für eine Konjunktivitis dar, gefolgt von Ozon. (Weleda GmbH, 20.03.2020)

Für einen schönen Augenaufschlag mit dichten, langen Klimper-Wimpern greifen manche zur permanenten Wimpernverlängerung. Studiendaten zeigen jedoch, dass dies zu Entzündungen des Augenlides, der Hornhaut oder der Bindehaut führen kann. Die Folge sind Tränen, Brennen, Juckreiz, Rötungen, Schmerzen und schwere Augenlider. Als Ursache sehen Wissenschaftler insbesondere die Klebstoffe, die für die Haftung der künstlichen Wimpern verwendet werden, an. (Weleda GmbH, 20.03.2020)

Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) hat gemeinsam mit Sportwissenschaftlern eine 12-teilige Serie über Bewegungsübungen erstellt, die Senioren helfen soll, zu Hause fit und agil zu bleiben. Gerade im Alter erfolge der Muskelabbau durch Bewegungsmangel rasend schnell. Dem wolle der PVÖ mit seiner Übungsreihe entgegenwirken. Die Gymnastikübungen fördern Kraft, Beweglichkeit und schulen auch das Gleichgewicht. Sportgeräte seien dazu nicht nötig, so der PVÖ. (Pensionistenverband Österreichs, 20.03.2020)

Aktuell gibt es Stimmen, welche die Therapie mit inhalierbaren Steroiden (ICS) – das Kernelement der Asthma-Therapie – wegen der Coronavirus-Pandemie in Frage stellen. So empfiehlt Prof. Dr. med. Christian Drosten vom Institut für Virologie der Charité Berlin Asthma-Patienten ein auf Kortison basierendes Asthma-Medikament durch ein Medikament zu ersetzen, das das Immunsystem weniger belastet. Österreichische und deutschen Asthma-Spezialisten empfehlen jedoch Asthmatikern eine adäquate und individuell eingestellte antiasthmatische Inhalations-Therapie (insbesondere auch eine ICS-Therapie) nicht aus diesem Grund zu ändern oder gar zu beenden. (Österreichische Gesellschaft für Pneumologie, 20.03.2020)

Die Gefahr, dass sich das Asthma dadurch in bedrohlicher Weise verschlechtert und Arztbesuche oder gar Krankenhausaufenthalte erforderlich macht, sei für den einzelnen Asthma-Patienten wesentlich bedrohlicher als ein mögliches, gleichwohl unbelegtes Risiko einer Förderung der Ansteckung mit dem Coronavirus (SARS-Cov-2).  (Österreichische Gesellschaft für Pneumologie, 20.03.2020)