Europäische Pharmaindustrie beschäftigt 800.000 Mitarbeiter

Die europäische Pharmaindustrie beschäftigte 2019 laut dem Dachverband EFPIA knapp 800.000 Mitarbeiter und generierte damit “ein Produktionsvolumen” von 275 Mrd. €. Auch wenn das erfreuliche Zahlen seien, so ist über die Jahre hinweg doch ganz eindeutig die Tendenz erkennbar, dass Europa gegenüber Brasilien, Indien und China an Bedeutung verliert. (Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs am 02.07.2020)

Deutscher EU-Vorsitz mit Konferenzen von B.A.H. und Pro Generika

„Die am 1. Juli 2020 beginnende EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands ist eine hervorragende Grundlage zur Weiterentwicklung der Arzneimittelversorgung in der EU“, unterstreicht Dr. Hubertus Cranz, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (B.A.H.). In deren Rahmen organisiert der B.A.H. auch von 30.11.-01.12.2020 in Berlin eine Konferenz zur Zukunft der Arzneimittelversorgung. Ein wichtiger Punkt wird dabei ist die Stärkung der Versorgungssicherheit bei Medikamenten sein. Der B.A.H. begrüßt, dass auch die Digitalisierung (Stichwort „European Health Data Space“) innerhalb der EU weiter vorangetrieben werden soll. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, 01.07.2020)

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat einen weiteren und für Patienten wesentlichen Punkt auf der Agenda. Gesundheitsminister Jens Spahn nämlich will das Problem der Lieferengpässe angehen und dazu nach Wegen suchen, um die Produktion von kritischen Arzneimitteln und Medizinprodukten wieder nach Europa zu verlagern. Wie realistisch ist das und wie kann die Versorgungssicherheit gestärkt werden ? Das will Pro Generika in einer Digitalkonferenz mit dem Titel „Für ein gesundes Europa“ am 07.10.2020 auf europäischer Bühne diskutieren. (Pro Generika, 01.07.2020)

EU-Spendenmarathon bringt 16 Mrd. € gegen Covid-19

Der von der EU und Global Citizen veranstaltete 2. internationale Spendengipfel hat 6,15 Mrd. € an zusätzlichen Mitteln mobilisiert, um die Entwicklung und die Verfügbarkeit von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika zur Bekämpfung des Coronavirus zu unterstützen. Der Betrag beinhaltet 4,9 Mrd. € von der Europäischen Investitionsbank und der EU-Kommission sowie 485 Mio. von den EU-Mitgliedstaaten. Damit belaufen sich die finanziellen Zusagen, die im Rahmen des am 4. Mai 2020 begonnen Spendenmarathons eingegangen sind, auf insgesamt 16 Mrd. €.

EU mobilisiert gegen das Coronavirus und schlechte Luft – Pandemie-Anfälligkeit

Am 7. Juni 2020 geht ein weltweiter Spendengipfel zur Bekämpfung des Coronavirus über die Bühne. Höhepunkt der Kampagne Global Goal: Unite for our Future wird ein Popkonzert mit Weltstars sein. Der deutsche TV-Sender ARD sendet live ab 20:15. Ziel der Großveranstaltung ist zusätzliche Mittel für die Entwicklung und die weltweite Verfügbarkeit von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika im Kampf gegen das Coronavirus zu mobilisieren.

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sagt dazu: „Um diese Pandemie wirklich hinter uns zu bringen müssen wir in beispiellosem Tempo und Umfang in die Herstellung von Impfstoffen investieren. Und wir müssen diese Impfstoffe erschwinglich machen. Diese Aufgabe kann nur bewältigt werden, wenn die Welt sich mit vereinten Kräften dafür einsetzt.  Seien Sie also morgen dabei ! Lassen Sie uns gemeinsam eine Corona-freie Zukunft für alle schaffen.“ Vor dem Konzert u.a. mit Coldplay, Justin Bieber und Shakira findet ein Politikgipfel statt, an dem auch UNO-Generalsekretär Guterres, Frankreichs Präsident Macron, die deutsche Bundeskanzlerin Merkel, Norwegens Premierministerin Solberg und der britische Premierministers Johnson teilnehmen werden.

Kampf gegen die Luftverschmutzung

Die EU-Mitgliedstaaten müssen den Kampf gegen Luftverschmutzung im Einklang mit den geltenden EU-Vorschriften verstärken. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Kommission über die Umsetzung der Richtlinie über nationale Emissionsreduktionsverpflichtungen hervor. Letztere ist seit 31. Dezember 2016 in Kraft und soll sicherstellen, dass die für 2030 gesetzten Ziele des Programms „Saubere Luft“ erreicht werden. Bei vollständiger Umsetzung würde die Richtlinie die negativen Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Gesundheit bis 2030 um fast 50 % verringern und erhebliche Vorteile für Umwelt und Klima bringen.

„Von diesem Bericht geht eine klare Botschaft aus: In ganz Europa stellt die Atemluft immer noch für zu viele Bürger eine Gefahr dar. Wir brauchen daher wirksamere Maßnahmen, um die Luftverschmutzung zu verringern und die Emissionen in die Luft aus allen Sektoren, einschließlich Landwirtschaft, Verkehr und Energie, zu bekämpfen. Investitionen in sauberere Luft sind Investitionen in die Gesundheit der Bürger gleich wie in das Klima und werden auch unserer Wirtschaft Impulse verleihen“, verspricht EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius.

Pandemie-Anfälligkeit der EU-Länder

Die Creditreform Rating AG hat einen Index entwickelt, um die strukturelle Pandemie-Anfälligkeit der EU-Länder zu messen. Der Pandemic Vulnerability Index (PVI) gibt die ökonomische, gesundheitliche und gesellschaftliche Anfälligkeit bei einem derartigen Ausbruch wieder. Für den sog. PVI-Wert wurden primär folgende 5 Faktoren herangezogen: Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Gesundheitssystem, Bevölkerung und die Kapazitäten für das mobile Arbeiten.

EU-Länder sind unterschiedlich anfällig für Pandemien. (Bild: Creditreform Rating AG)

Der PVI zeigt deutlich, dass Staaten im Süden und am Rande der EU, namentlich Italien, Kroatien, Malta und Griechenland, tendenziell anfälliger sind für Pandemien als die Länder im Norden und im Kernland Europas wie Luxemburg, Deutschland und Dänemark. Gemein haben diese Länder ein hervorragendes Gesundheitssystem, einen hohen Wert bei der Möglichkeit des mobilen Arbeitens und stabile Arbeitsmärkte.