Schulmedizin aktuell am 28. März 2020

Deutschland

Die in Brandenburg ansässige Firma Pentracor hat eine Therapie gegen Covid-19 entwickelt, welche C-Reaktives Protein (CRP) aus dem Blut von Patienten entfernt. CRP ist die 1. Verteidigungslinie des Immunsystems gegen Krankheitserreger. Jedoch ist deren Aktivität nicht immer wünschenswert, wie etwa bei Herzinfarkt. Dort führt die erhöhte CRP-Konzentration zu mehr Inflammation, mehr Gewebeschäden, schwereren Symptomen, längerer Liegezeit und einer schlechteren Langzeitprognose. Und bei Patienten mit dem Corona Virus ist die CRP-Menge sogar um ein Vielfaches höher als bei den meisten Herzinfarktpatienten. Das Ziel ist, Patienten so früh zu behandeln, dass eine Lungenschädigung möglichst verhindert wird und damit eine Beatmung sowie der Einsatz von Herz-Lungenmaschinen unnötig werden. (Pentracor GmbH, 28.03.2020)

Österreich

Das Wiener Unternehmen Lead Innovation entwickelte mit Wirtschaftspartnern zusammen eine schlüsselfertige Lösung für Drive-in Stationen zur Massen-Testung des Coronavirus. Der Denkanstoß kam durch die Tatsache, dass bei durchschnittlich 2.300 durchgeführten Tests pro Tag es 10 Jahre dauern würde, um die Bevölkerung Österreichs einmal durchzutesten. Nunmehr wird es möglich, auf Parkplätzen von Supermärkten bis zu 57.000 Testungen pro Tag durchzuführen. (LEAD Innovation Management GmbH, 28.03.2020)

Laut einer aktuellen Umfrage, die das Vertrauen der Österreicher in die Leistungsfähigkeit wichtiger Institutionen und Branchen in der sog. Corona-Krise erhob, genießen die rot-weiß-roten Apotheken bei 66 % der Befragten „höchstes Vertrauen“. Auf Platz 2 schafft es der Lebensmittelhandel mit 65 % sowie Krankenhäuser und Ambulanzen mit 61 %. Die Polizei kommt in dieser Vertrauensrangliste auf 58 %, Energieversorger auf 57 %. (Österreichische Apothekerkammer, 28.03.2020)

Österreich verzeichnet bisher 7.960 am Coronavirus erkrankte und 75 daran verstorbene Patienten. (Bundesministerium für Inneres, 28.03.2020)

76 % der Österreicher glauben, dass Spitäler und andere Versorgungseinrichtungen „gut oder sogar sehr gut“ auf den kommenden Höhepunkt der Corona-Krise vorbereitet sind. immerhin 17 % sehen das anders. (Profil Redaktion GmbH, 28.03.2020)

Schulmedizin aktuell am 27. März 2020

Welt

Im Falle von SARS-CoV-2 laufen derzeit nach Angaben der WHO 2 Impfstoff-Studien in der klinischen Prüfung, 48 befinden sich noch in der präklinischen Phase. (Pharmig, 27.03.2020)

Deutschland

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie wird u.a. über die Verfügbarkeit von Persönlicher Schutzausrüstung für die medizinischen Berufe diskutiert. Insbesondere der Atemschutz steht hier im Fokus. Oft wird dabei der Mund-Nase-Schutz (auch als OP-Maske) bezeichnet mit Atemschutzmasken in einem Atemzug genannt oder verwechselt. (Deutsche Gesetzlichen Unfallversicherung, 27.03.2020)

Infografik: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

Vor dem in Kürze zu erwartenden Höhepunkt der Covid-19 Pandemie und den damit verbundenen Herausforderungen für das Gesundheitssystem in Deutschland ist die koordinierte Beschaffung und Verteilung von Engpassartikeln wie Schutzkitteln, Desinfektionsmitteln, oder Masken von essentieller Bedeutung. Aktuell können die zuständigen Stellen diese Aufgabe aufgrund von Überlastung jedoch nicht bewältigen. Krankenhäuser etwa meiden Bestandsmeldungen, um einer möglichen Umverteilung solcher zuvorzukommen. (KEX Knowledge Exchange AG, 28.03.2020)

Durch die Überlastung der Lieferketten treten mehr und mehr unseriöse Anbieter auf, die aus der aktuellen Krise Profit schlagen wollen. Dies führt zu Ungerechtigkeiten in der Verteilung, weil Waren nicht bedarfsgerecht und zu überhöhten Preisen zugeteilt werden. Wichtig ist es daher, eine zentrale Koordination von wichtigen medizinischen Gütern, gestützt durch den Einsatz einer digitalen Plattform sicherzustellen, ein professionelles Beschaffungs- und Logistikmanagement aufzubauen und stabile lokale Lieferketten zu organisieren. (KEX Knowledge Exchange AG, 28.03.2020)

Viele Menschen schieben abends das Zubettgehen hinaus, um andere vermeintlich wichtigere Dinge zu tun, und schlafen dadurch zu wenig. Dabei hat die Schlafdauer erheblichen Einfluss auf die körperliche und geistige Gesundheit. Wer regelmäßig zu wenig schläft, erhöht das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf- und andere Erkrankungen. Nachts finden in der Regel 2 Schlafphasen statt: REM-Schlaf (Rapid Eye Movement, schnelle Augenbewegung) und Non-REM-Schlaf oder Tiefschlaf. (Verlag Das Beste GmbH, 27.03.2020)

Der REM-Schlaf dient dazu, Gedanken zu verarbeiten und die Erlebnisse des Tages in Langzeiterinnerungen umzuwandeln. Der Tiefschlaf wiederum hilft dem Körper, sich von den Anstrengungen des Tages zu erholen. Wird die Schlafdauer verkürzt, so fehlt der Großteil des REM-Schlafs am Ende der Nacht. Dadurch hat man seine Emotionen schlecht im Griff oder bekommt Gedächtnisstörungen. Wie bekommt man mehr erholsamen Schlaf ? Dazu gehört u.a. seine Schlafzeiten möglichst der individuellen natürlichen Aufwachzeit anzupassen, aber auch der Verzicht auf Schlafmittel. (Verlag Das Beste GmbH, 27.03.2020)

Die gegenwärtige Pandemie fordert unsere Gesellschaft in beispielloser Form heraus und führt zu schwerwiegenden ethischen Konflikten. Der Deutsche Ethikrat befürwortet die aktuell zur Eindämmung der Infektionen ergriffenen Maßnahmen, jedoch müssen Freiheitsbeschränkungen möglichst bald auch wieder gelockert werden. Der ethische Kernkonflikt besteht darin, dass ein dauerhaft hochwertiges, leistungsfähiges Gesundheitssystem gesichert werden muss und zugleich schwerwiegende Nebenfolgen für Bevölkerung und Gesellschaft möglichst gering zu halten sind. Das erfordert eine gerechte Abwägung konkurrierender moralischer Güter, die auch Grundprinzipien von Solidarität und Verantwortung einbezieht. Der Deutsche Ethikrat möchte Politik und Gesellschaft dafür sensibilisieren, die verschiedenen Konfliktszenarien als normative Probleme zu verstehen. Ihre Lösung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. (Deutscher Ethikrat, 27.03.2020)

Wesentlicher Orientierungspunkt für die nahe Zukunft ist die weitgehende Vermeidung von Triage-Situationen, in denen Ärzte zu entscheiden gezwungen wären, wer vorrangig intensivmedizinische Versorgung erhalten und wer nachrangig behandelt werden soll. Der Staat darf menschliches Leben nicht bewerten und deshalb auch nicht vorschreiben, welches Leben in einer Konfliktsituation zu retten ist. Die Verantwortung, in solchen dilemmatischen Situationen katastrophaler Knappheit medizinischer Ressourcen über Leben und Tod zu entscheiden, sollte aber auch keinesfalls allein den einzelnen Ärzten aufgebürdet werden. Schon aus Gründen der Gleichbehandlung, aber auch um der allgemeinen Akzeptanz willen bedarf es vielmehr weithin einheitlicher Handlungsmaximen für den klinischen Ernstfall nach wohlüberlegten, begründeten und transparenten Kriterien. Hierzu sind bereits erste Empfehlungen medizinischer Fachgesellschaften erschienen. (Deutscher Ethikrat, 27.03.2020)

Österreich

In Österreich gibt es aktuell 7.040 Covid-19-Erkrankte, 58 verstorbene und 225 daran wieder genesene Personen. (Bundesministerium für Inneres, 27.03.2020)

Nach den anfänglichen Hamsterkäufen in den Apotheken aus Angst, dass in Österreich die Medikamente ausgehen könnten, sieht der österreichische Arzneimittel-Vollgroßhandel (Phago) in der Corona-Woche 2 eine Beruhigung eintreten. Im wöchentlichen Arzneimittel-Radar der verordnungsstärksten therapeutischen Arzneimittel-Gruppen sind folgende Steigerungen im Vergleich zu 2019 zu beobachten: Demnach rangieren Schmerzmedikamente nach wie vor an oberster Stelle, gefolgt von Blutdrucksenkern. Mittel zur Behandlung koronarer Herzkrankheiten sowie Antidiabetika sind im Vergleich zu letzter Woche deutlich weniger nachgefragt worden. Die geringste Steigerung gibt es erneut bei Antibiotika. (Phago, 27.03.2020)

Die Entwicklung eines Arzneimittels wird in einzelne Phasen unterteilt. Die vorklinische Phase, in der Wirkstoffe im Labor sowie im Tierversuch erprobt werden, ist die 1. Phase. An die Grundlagenforschung schließt die klinische Phase an, die grob in drei Phasen unterteilt wird: In Phase I wird der Wirkstoff erstmals an gesunden Menschen angewendet, um dessen Verhalten im menschlichen Körper festzustellen („First-In-Man“-Studie). In Phase II geht es um die richtige Dosierung. An diesen Studien nimmt eine geringe Anzahl an Patienten teil, die von der zu bekämpfenden Krankheit betroffen sind. In Phase III schließlich wird der neue Wirkstoff an einer Vielzahl von Menschen erprobt. Die genannten Phasen dauern im Normalfall bis zu 13 Jahre, aber im Falle von COVID-19 setzt man alles daran, die Zulassung zu beschleunigen. (Pharmig, 27.03.2020)

Angesichts der nächsten 2 Parlamentssitzungen in Österreich empfiehlt die ÖÄK allen daran teilnehmenden Politikern sich vorher mittels PCR (Polymerase-Kettenreaktion, direkter Erregernachweis) auf Covid-19 testen zu lassen. Gerade in der aktuellen Situation sei eine voll einsatzfähige Legislative von entscheidender Bedeutung, wird betont. Andererseits sei im Falle von Nicht-Testungen die Gefahr sehr groß, dass eventuell infizierte Parlamentarier Kollegen anstecken könnten. Dazu sind jedoch Schnelltests, die Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen sollen, nicht geeignet, weil sich Antikörper erst nach einer Zeit von mehreren Tagen bilden. Nur der direkte Erregernachweis gebe die weitgehende Sicherheit, dass sich ausschließlich nicht infizierte Personen im Plenarsaal aufhalten und damit eine Ansteckung ausgeschlossen werden kann. (Österreichische Ärztekammer, 27.03.2020)

Die Bundesgesundheitskommission und das Gesundheitsministerium haben 2012 in Österreich 10 Ziele für eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik beschlossen. Ausgehend von den Menschen -- was diese wann, wo, von wem und in welcher Form benötigen – waren sich die Experten einig, dass sowohl die Versorgung in Österreich gestärkt werden müsse als auch die Therapie verbessert, sowohl bei weit verbreiteten Lebensstilerkrankungen wie auch bei seltenen Erkrankungen. Wichtig sei zudem die Früherkennung, gerade bei weit verbreiteten Lebensstilerkrankungen wie Diabetes und Hypertonie, denn dadurch können Folgeschäden und damit Kosten vermieden werden. … Arzneimittel sind ein wesentlicher Teil der Gesundheitsversorgung der österreichischen Bevölkerung. Die aktuelle Entwicklung zeigt allerdings deutlich, dass diese im Moment nur unzureichend gegeben ist. (Praevenire -- Gesellschaft zur Optimierung der solidarischen Gesundheitsversorgung, 27.03.2020)

Unter den Top 5 Anlässen für Bierkonsum ist für 29 % der Österreicher der Gusto auf den typischen Biergeschmack Ausschlag gebend. Gemeinsame Biermomente mit dem Partner sind für 26 % der österreichischen Bevölkerung ein Trinkmotiv. Nach dem Sport gönne sich immerhin 10 % der Österreicher gerne ein Bier. 23 % trinken generell ihr Bier zu Hause. (Brau Union Österreich AG, 27.03.2020)

Schweiz

Die Vereinigung der Gruppierungen unabhängiger Apotheken (VGUA) baut in der Schweiz kurzfristig in Kooperation mit der PharmaFocus AG und Medgate eine nationale Bestellplattform für Medikamente mit Hauslieferungsdienst durch Apotheken auf. Dadurch will die unabhängige Apothekerschaft die Kunden bzw. Patienten nahe und landesweite Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit Medikamenten sicherstellen. Die Plattform erlaubt die Bestellung von Arzneimitteln mit Rezept wie auch nicht-rezeptpflichtiger Arzneimitteln (OTC). (Medgate AG, 27.03.2020)

Schulmedizin aktuell am 23. März 2020

Welt

Seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie werden die Sozialen Medien nicht nur mit Informationen, sondern auch mit Falschmeldungen über das neue Coronavirus und seine Folgen überschwemmt. Die WHO spricht bereits von einer „Infodemic“ und versucht, mit einem eigenen Social Media Team gegenzusteuern. (Faktenkontor, 23.03.2020)

Deutschland

Bargeld war schon immer schmutzig, es hat nur niemanden gestört. Über 3.000 Spuren findet man auf Geldscheinen -- von Noroviren bis zur DNA von Breitmaulnashörnern. Seit in China und den USA Geldscheine desinfiziert werden, fragt man sich auch in Deutschland, ob durch Bargeld der Corona-Virus übertragen werden kann. Die Schnellantwort lautet: Höchstwahrscheinlich nicht. (BE Bezahlexperten GmbH, 23.03.2020)

Der AOK-Bundesverband begrüßt das neue Covid-19-Krankenhaus-Entlastungsgesetz. Das Gesetz sorgt dafür, dass die Krankenhäuser zeitnah mehr Geld bekommen und somit liquide bleiben. Höhere Vergütungen gleichen die Mehrkosten für das Aufstocken der Intensivkapazitäten oder die Anschaffung von Schutzausrüstungen aus und federn Einnahmeausfälle ab, die z.B. durch das Aufschieben oder Aussetzen planbarer Operationen entstehen. Dass jetzt den Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen zuerst geholfen wird, ist vollkommen richtig. Sie stehen im Kampf gegen das Virus an vorderster Front. Das Gesetz kann aber nur der 1. Teil eines umfassenden Rettungsschirms für das deutsche Gesundheitswesen sein. (AOK-Bundesverband, 23.03.2020)

Das Bundeskabinett beschließt heute den Entwurf für das „Gesetz zum Ausgleich Covid-19 bedingter finanzieller Belastungen der Krankenhäuser und weiterer Gesundheitseinrichtungen“ (Covid-19-KrankenhausentlastungsG). Das Gesetz regelt auch die Beteiligung von Reha-Einrichtungen an der Versorgung von Corona-Infizierten. (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED), 23.03.2020)

Der deutsche Gesetzesentwurf zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite sieht erhebliche Eingriffe in die unternehmerische Freiheit vor. So soll der Bund unter anderem Arzneimittel sicherstellen und beschlagnahmen dürfen. Er darf den Verkauf verbieten und in bestehende Lieferverträge eingreifen. Er darf in Preisbildung, Erstattung sowie Vergütung eingreifen. Er darf Verpflichtungen zur Aufrechterhaltung, Umstellung, Eröffnung oder Schließung von Produktionsstätten oder einzelnen Betriebsstätten von produzierenden Unternehmen verfügen. Entschädigungsregelungen sind vorgesehen, deren Ausgestaltung bleibt aber offen. (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, 23.03.2020)

Erstmals sichtbar wurden die Auswirkungen von Corona auf den deutschen Einzelhandel durch den flächendeckenden Ausverkauf von Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken. Der Run darauf erreichte auf Idealo Ende Februar seinen Höhepunkt. Während die Nachfrage nach Toilettenpapier (8.770 % Nachfrageanstieg im März gegenüber Januar) und Nudeln (+ 671 %) nach wie vor steigt, wird zuhause auch eine sportliche Betätigung ins Auge gefasst -- als Folge der Schließung aller Fitnessstudios in Deutschland. (Idealo Internet GmbH, 23.03.2020)

Infografik: Idealo Internet GmbH

So steigt die Nachfrage nach Sportzubehör stark an -- bei Hanteln etwa um 2.740 % gegenüber Januar. Auch wenn sich der Wunsch nach (spielerischer) Ablenkung im Online-Handel deutlich abzeichnet -- die Gesundheit steht bei den Deutschen offenbar immer noch an 1. Stelle: Die Nachfrage nach Erkältungsmitteln stieg mittlerweile um 203 % an. Noch beliebter sind Fieberthermometer mit + 2.968 %. (Idealo Internet GmbH, 23.03.2020)

Die Aufklärung über Sars-CoV-2 im Social Web sollte vor allem auf YouTube und in Internet-Foren erfolgen. Denn auf diesen Kanälen tauschen sich mehr Nutzer über Gesundheitsfragen aus als irgendwo sonst im Web. 16 % aller Internet-Nutzer ab 16 Jahren in Deutschland befassen sich auf YouTube mit Gesundheitsthemen, und 10 % nutzen dafür klassische Internet-Foren. (Faktenkontor, 23.03.2020)

Viel Weißmehl, Zucker und Fett machen das Immunsystem regelrecht aggressiv. Darauf reagiert man wie auf einen bakteriellen Infekt und das wiederum fördert langfristig Entzündungen. (Jentschura International GmbH, 23.03.2020)

Die bundesweit an rund 160 Standorten aktive Asklepios Kliniken Gruppe verfügt aktuell über rund 800 Beatmungsbetten. (Asklepios Kliniken GmbH, 23.03.2020)

Österreich

Geschlossene Sportplätze, abgesagte Sportveranstaltungen und ein stillgelegtes Vereinsleben bringen Österreichs Vereine derzeit in eine äußerst schwierige wie auch existenzbedrohende Lage. Es handelt sich um einen irrsinnigen Einschnitt für den gesamten Sport, den viele Sportler und Funktionäre so noch nie erlebt haben. Hinzu kommt, dass österreichische Vereine in der Regel gemeinnützig organisiert sind und keine Rücklagen bilden dürfen. Laut Sportunion muss es das Ziel sein, alle 15.000 Sportvereine des Landes durch diese Krise durchzubringen, damit Österreichs kritische Infrastruktur für sozialen Zusammenhalt und Gesundheit erhalten bleibt. (Sportunion Österreich, 23.03.2020)

Schweiz

Rauchen ist unbestrittenen ein wichtiger Risikofaktor für viele Atemwegserkrankungen. So haben Raucher ein deutlich höheres Risiko an COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung). Rund 400.000 Schweizer leiden an COPD und auch Covid-19 ist eine Lungenkrankheit so wie die im Vergleich dazu harmlosere saisonale Grippe. Rauchen schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko für einen schweren Verlauf sämtlicher Atemwegserkrankungen. (ARGE Tabakprävention Schweiz, 23.03.2020)

So wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Schweizer Zahnarztpraxen aus: Auf Weisung des Bundesrats dürfen nicht zwingende Behandlungen und Wahlbehandlungen bis auf Weiteres nicht mehr ausgeführt werden -- die zahnmedizinische Behandlung in Notfällen und bei starken Schmerzen bleibt aber gewährleistet. Für Patienten bedeutet dies: Wer einen Termin für die Zahnreinigung oder eine Kontrolluntersuchung hat, muss diesen auf später verschieben. Ebenso können Kariessanierungen sowie prothetische oder ästhetische Eingriffe derzeit nicht ausgeführt werden. Wichtig aber: Die Behandlung bei Unfällen, Infektionen sowie starken Schmerzen bleibt vollumfänglich gewährleistet. (Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO, 23.03.2020)

Liechtenstein

In Liechtenstein fanden die Tests auf das Corona-Virus im Landesspital statt. Für den Spitalbetrieb ist das eine Herausforderung. Die Probenentnahme wird daher zukünftig in einer Drive-Through-Anlage durchgeführt. Nach telefonischer Voranmeldung fährt die zu testende Person dazu im eigenen Auto vor. Für die Probeentnahme kann sie im Auto sitzen bleiben, denn diese erfolgt durch das Fenster. Es wird zudem auch eine Möglichkeit für Fußgänger geben, wodurch sich in Summe das Landesspital wieder auf den regulären Spitalbetrieb konzentrieren kann. (Fürstentum Liechtenstein, 23.03.2020)

Schulmedizin aktuell am 22. März 2020

Europa

Bei der Ausbreitung des Corona-Virus können, anders als bisher vermutet, Kontakte über Oberflächen, sprich Anhaftung von Virenverbänden an Gegenständen, eine große, wenn nicht entscheidende Rolle spielen. In bisherigen öffentlichen Verlautbarungen ging man davon aus, dass man eine Ansteckung durch sog. „behüllte Viren“, wie es das Coronavirus ist, z. B. über Geldstücke, weitgehend vergessen kann. Diese Fehleinschätzungen, auch seitens der WHO zur verharmlosenden Ansteckungsgefahr über Banknoten, bedürfen einer Revision. Belegt ist, dass der Corona-Virus, Auslöser der aktuellen Covid-19-Pandemie, viral nachweisbar bleibt für: Aerosole (Tröpfchen) bis zu 3 Std., auf Kupferoberflächen (z. B. Münzen) bis zu 4 Std., auf Papier (Banknoten) bis zu 24 Std. und auf Plastik und Edelstahl 2 bis 3 Tage. (Deutsches Hygiene-Institut, 22.03.2020)

Deutschland

Wenn Säuglinge über einen Zeitraum von mindestens 3 Wochen an mindestens 3 Wochentagen für mehr als 3 Stunden schreien, leiden sie an sog. 3-Monatskoliken. Bei ihnen sind die für Babys typischen Bakterien vermindert und durch andere Arten ersetzt, die vermehrt Gase bilden. Dadurch haben die Babys verstärkt an Blähungen. Außerdem können die „schlechten“ Bakterien schmerzhafte Entzündungen im Darm bewirken. Die Gabe von Milchsäurebakterien kann die Schreiattacken in Dauer und Häufigkeit mindern, wie Studien bestätigt haben. Auch sollte ein Vitamin D-Mangel vermieden werden. (Symbio Gruppe GmbH, 22.03.2020)

Österreich

Die Österreichische Ärztekammer warnt ausdrücklich vor kommerziellen Schnelltests, welche die Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen sollen. Diese Tests sind für die akute Diagnostik von Covid-19 vollkommen ungeeignet, weil sich die Antikörper erst nach einigen Tagen nach der Infektion bilden. Damit werden viele Patienten negativ getestet, obwohl sie bereits infiziert sind und somit auch andere Menschen anstecken könnten. (Österreichische Ärztekammer, 22.03.2020)

Eine sichere Diagnose ist derzeit nur durch einen direkten Erregernachweis (Polymerase-Kettenreaktion, PCR) aus Schleimhautabstrichen bzw. respiratorischen Sekreten erzielbar. Das Problem ist, dass einzelne Firmen ihre Antikörper-Schnelltests teilweise sehr offensiv bewerben. (Österreichische Ärztekammer, 22.03.2020)

Seit Sonntag 15 Uhr gibt es in Österreich 3.244 bestätigte Coronavirus-Erkrankte. In den vergangenen 4 Tagen nahmen die Erkrankungsfälle in Österreich täglich um 18,5 % zu. Das ist eine deutliche Verringerung im Vergleich zur Situation vor 1-2 Wochen, als die Tageszuwächse teilweise sogar bei 40 % lagen. (Bundesministerium für Soziales, Gesundheit und Pflege, 22.03.2020)