6. Juni 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

WHO anerkennt den 17. September als Welttag der Patientensicherheit. (Plattform Patientensicherheit, 06.06.2019)

Europa

70 % der von der Lebensmittelindustrie genutzten Rohwaren werden in der EU angebaut. (Österreichischer Fachverband der Lebensmittelindustrie, 06.06.2019)

Jahresempfang der österreichischen Lebensmittelindustrie u.a. mit Hubert Weber, Ex-Präsident von FoodDrinkEurope. (Foto: Fachverband Lebensmittelindustrie / Husar)

Deutschland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fürchtet, dass Großkonzerne aus den USA und China auf den deutschen Gesundheitsmarkt drängen. Deutschland hinkt bei Digitalisierung und Gesundheit 10-20 Jahre hinterher. (MDR Exklusiv-Meldung, 06.06.2019)

Rund 5.000-10.000 Substanzen untersuchen Forscher, um einen neuen Wirkstoff zu finden. Die Substanzen müssen den Zielort im Körper erreichen, an dem sie wirken sollen, ohne vorher abgebaut oder ausgeschieden zu werden, und sich mit Molekülen des Körpers oder eines Erregers verbinden. Und schließlich müssen sie vom Körper wieder abgebaut oder ausgeschieden werden können. (Amgen GmbH, 06.06.2019)

Obwohl die Entwicklungskosten eines neuen Medikaments über 13 Jahre dauern und bis zu 1,4 Mrd. € kosten können,  fordern 91 % der Deutschen eine verstärkte Forschung sowohl für seltene als auch für weit verbreitete Krankheiten. … Im Gegensatz zur chemisch-synthetischen Herstellung ist heute die (sehr komplexe) biotechnologische Herstellung ist die Grundlage für die meisten modernen Medikamente gegen schwere Erkrankungen wie Krebs oder Rheuma. (Amgen GmbH, 06.06.2019)

Österreich

Ein Abbau der „Spitalslastigkeit“ im österreichischen Gesundheitssystem, die mit einem Ausbau der Primärversorgung einhergeht, ist im Sinne der Patienten und führt zu besseren Gesundheitsergebnissen sowie mehr Kosteneffizienz. … Bis 2070 werden sich vermutlich die öffentlichen Ausgaben für die Langzeitpflege in Österreich von 1,9 % auf 3,8 % des BIP verdoppeln. (EU Kommission, 06.06.2019)

Therapien für seltene Erkrankungen zu entwickeln, ist mit hohem Risiko und hohen Kosten verbunden. Hinzu kommt, dass die Entwicklungskosten von Arzneimitteln gegen seltene Erkrankungen (Orphan Drugs) über eine viel kleinere Anzahl an Patienten hereingespielt werden müssen, als dies bei häufiger vorkommenden Erkrankungen der Fall ist. Das wirft die Frage auf, wie garantiert werden kann, dass Patienten die notwendige – mitunter kostspielige – Therapie erhalten, um weniger leiden zu müssen oder auch länger leben zu können. (Pharmig, 06.06.2019)

Foto: Pharmig Academy

Feststeht, dass es in Österreich nicht immer nachvollziehbare Entscheidungen darüber gibt, wann ein Patient ein Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen erhält. Insbesondere die Verwendung von allgemeinen Begriffen in den gesetzlichen Grundlagen in Österreich führt zu Auffassungsunterschieden, wenn konkrete Therapieentscheidungen getroffen werden sollen. Die Versorgung der Patienten in den Krankenanstalten hat nach dem aktuellen Stand der medizinischen und pharmazeutischen Wissenschaften zu erfolgen. Laut Allgemeinem Sozialversicherungsgesetz muss eine Krankenbehandlung ausreichend und zweckmäßig sein, sie darf jedoch das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Was ist jedoch ausreichend, zweckmäßig und notwendig ? … Patienten und Ärzte kritisieren jedoch, dass es ökonomische Kriterien sind, die bezüglich Kostenerstattung meist den Ausschlag geben. (Pharmig, 06.06.2019)

Die Januskinasen (JAK) spielen eine wichtige Rolle in der intrazellulären Signalübertragung und werden zur Weiterleitung von Signalen diverser Rezeptoren an den Zellkern benötigt. Bei Rheuma sind diese allerdings für Entzündungsreaktionen verantwortlich. Durch die JAK-Inhibitoren werden diese gebremst. Es gibt bereits 2 andere JAK-Inhibitoren (Tofacitinib und Baricitinib), die ebenfalls bei Rheumatoider Arthritis eingesetzt werden – allerdings zumeist als Kombinationstherapie mit der Standardtherapie Methotrexat. In einer Studie zeigte sich jedoch, dass mit Upadacitinib als Monotherapie eine deutliche Verbesserung möglich ist. Bei täglicher Gabe von 15 mg erreichte über ein Drittel der Patienten eine niedrige Krankheitsaktivität, bei 30 mg waren es fast 50 %. Eine sog. strenge Remission erlangten 12,5 % der Gruppe mit der geringen Dosis und rund 20 % mit der höheren Dosis. Und das bereits nach 3 Monaten. Diese Therapie-Option ist deshalb so wichtig, weil RA-Patienten zwar zunächst 6 Monate mit dem Standard-Antirheumatikum Methotrexat behandelt werden sollten, worauf viele Betroffene sehr gut ansprechen. Falls aber keine Krankheitsremission oder zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität erreicht wird, erfolgt bei Vorliegen von Risikofaktoren eine kombinierte Behandlung aus Methotrexat und einem Biologikum – häufig anti-TNF, wie z. B. Adalimumab, das als Spritze appliziert wird. (MedUni Wien, 06.06.2019)

Der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) ist einer von 3 Geschäftsbereichen der Gesundheit Österreich GmbH. Vom Gesundheitsförderungsgesetz (GfG, 1998) abgeleitet, definiert der FGÖ seine Rolle in der Gesundheitsförderungslandschaft als Förderstelle, Kompetenzzentrum und Drehscheibe. (Fonds Gesundes Österreich, 06.06.2019)

Die gegenseitige Einflussnahme von Körper und Psyche spielt für die österreichischen Apotheken in ihrer täglichen pharmazeutischen Beratung und Betreuung eine wichtige Rolle. (Österreichische Apothekerkammer, 06.06.2019)

98 % der Wiener Beamten gehen vorzeitig in Pension. Davon 1 Drittel krankheitsbedingt im Alter von 55,2 Jahren. (Kronen Zeitung, 06.06.2019)

Bild: Kronen Zeitung / MHJ

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