4. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Antibiotika-Resistenzen, krankmachende Keime sowie neue Tier- und Pflanzenkrankheiten nennen Experten der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA als größte Risiken für die Sicherheit von Lebensmitteln weltweit. In Europa wiederum gibt es laut EFSA-Leiter Bernhard Url bezogen auf die Lebensmittelsicherheit nicht „die eine Sorge“, die in allen EU-Mitgliedstaaten überwiegt. (Österr. Agentur f. Gesundheit u. Ernährungssicherheit, 04.11.2019)

AGES-Chef Thomas Kickinger und EFSA-Leiter Bernhard Url in Wien. (Foto: AGES)

Der November steht ganz im Zeichen der Männergesundheit: Am 3. November wird der Weltmännertag begangen, am 19. November der internationale Männertag. (Public Health PR, 04.11.2019)

Europa

Immer mehr Männer geben Geld für Sexspielzeug aus. Neben Masturbatoren, Anal-Toys und Penispumpen stehen neuerdings auch Sexpuppen hoch im Kurs. Ein Trend, der aus den USA und Japan gerade massiv nach Europa überschwappt. Die lebensechten (Gummi-)Puppen kosten bis zu 10.000 €. Dank dieser „Real Dolls“ würde der Sexspielzeugmarkt erstmals ein ganzheitliches, körperliches Erlebnis bieten, betont Realdoll24-Geschäftsführer Ralph Belger. Derweil wären die Hauptmotive für den Kauf so einer Sexpuppe aber noch Einsamkeit (58 %) und eine Alternative zur Selbstbefriedigung (54 %). Darum auch werden immer mehr Sexpuppen nach realen Vorbildern gestaltet. (JOYclub, 04.11.2019)

Mann mit Sexpuppe im Bett. (Foto: JOYclub)

Deutschland

Das Bundesgesundheitsministerium erwägt einschneidende Veränderungen beim Beruf der Heilpraktiker – inklusive einer möglichen Abschaffung der Profession. Das Rechtsgutachten thematisiert, ob sich eine etwaige, zukünftige Ausbildung zum Heilpraktiker in Dauer und Inhalt an der Ausbildung zum Mediziner orientieren müsste. Es wirft auch die Frage auf, ob und inwieweit es möglich wäre, Heilpraktiker von der Behandlung bestimmter Krankheiten auszuschließen. Das Heilpraktikergesetz von 1939 in Deutschland sieht keine Ausbildung oder staatliche Prüfung vor, sondern nur den Nachweis, dass von der betreffenden Person keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung ausgeht. (NDR/Das Erste, 04.11.2019)

Die große Mehrheit aller Pflegebedürftigen in Deutschland wird zu Hause versorgt. Deren Steuererleichterungen jedoch sind gering und gleichzeitig sehr komplex. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Kosten für ein Pflegeheim mit monatlich bis zu 4.000 € sehr hoch sind. Dabei trägt die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sogar der Pflegebedürftige selbst. Ist die Rente zu knapp, müssen Verwandte in gerader Linie für die Pflegeheimkosten aufkommen, also z.B. Kinder für Eltern oder Enkel für Großeltern. Die Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, können Pflegebedürftige als außergewöhnliche Belastung in ihrer Steuererklärung eintragen. Der Vorteil daran: Für außergewöhnliche Belastungen gibt es keine Grenze nach oben. Der Nachteil ist, dass daran bestimmte Bedingungen geknüpft sind. (Vereinigte Lohnsteuerhilfe, 04.11.2019)

Bild: VLH

Wer sein Fieber mit Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen senkt, sollte sich danach unbedingt weiter schonen. Denn mit dem Fieber verschwindet zwar das Krankheitsgefühl, bei Überlastung drohen aber Kreislaufprobleme und sogar Herzschäden. … Ibuprofen wirkt etwas schneller, Paracetamol dafür länger. Welcher Wirkstoff der richtige ist, hängt auch von Begleiterkrankungen und den Medikamenten ab, die man sonst noch nimmt. (Apotheken Umschau, 04.11.2019)

Psoriasis ist eine chronisch-entzündlichen Hauterkrankung und nahezu eine Volkskrankheit. Typische Symptome sind rote, verdickte und schuppende Hautstellen sowie Juckreiz. Bei rund 30 % der Erkrankten entwickelt sich zusätzlich eine schmerzhafte Gelenkbeteiligung – die Psoriasis-Arthritis. (Deutscher Psoriasis Bund, 04.11.2019)

Rund 33 % aller Erwachsenen in Deutschland haben eine Fettleber. Die tritt meistens bei Übergewicht und Typ-2-Diabetes auf. Eine Behandlung mit Medikamenten gibt es bisher nicht, aber trotzdem kann man eine Fettleber wieder loswerden und zwar mit einer Änderung des Lebensstils. Am besten hilft Ausdauersport gegen das Leberfett. Nach gut 30 Min. werden nämlich die Fettspeicher der Leber angezapft … Und auch die Ernährung leistet einen wichtigen Beitrag dazu, das Leberfett wieder loszuwerden.  (Diabetes Ratgeber, 04.11.2019)

Schlank sein, Sport machen und Salat essen: Das sind die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen, denken diese zumindest. Das ergab eine Umfrage von Wunderweib.de. Durch den ständigen Vergleich mit anderen Frauen bauen Frauen selbst zu hohe Erwartungen an sich auf. Kurz gesagt: Das Aussehen stresst Frauen immer noch am meisten ! (Bauer Media Group / Wunderweib, 04.11.2019)

Infografik: Bauer Media Group, Wunderweib

Österreich

In Österreich stehen Pflanzenschutzmittel schon seit Jahren an der Spitze der Besorgnisskala, wenn es um Lebensmittel geht. Hingegen wenig Beachtung finden Krankheitserreger in Lebensmitteln, obwohl es alljährlich tausende Erkrankungen und auch Todesfälle gibt. Die Beunruhigung der Menschen hat leider oft nichts mit einem tatsächlichen Risiko zu tun. (AGES, 04.11.2019)

Infografik: APA-Auftragsgrafik / AGES

Die Ärztekammer Wien startet die Informationskampagne „Gesundheit in Lebensgefahr“, denn das Wiener Gesundheitssystem brauche mehr Geld. In der Aufklärungskampagne werden die Mängel im Wiener Gesundheitssystem sowie die Belastung der Wiener Ärzteschaft und damit auch der Patienten aufgezeigt. (Ärztekammer Wien, 04.11.2019)

Foto: MHJ

Liechtenstein

Laut der Liechtensteinischen Gesundheitsbefragung 2017 bezeichnen 87 % der Bevölkerung ihren Gesundheitszustand als gut bis sehr gut. Unabhängig von Alter und Geschlecht scheinen 78 % der Bevölkerung trainiert oder ausreichend aktiv sind. Bei der Ernährung lässt sich beobachten, dass sich Frauen mit einem Anteil von 60 % in der Kategorie „3 oder mehr Portionen Früchte/Gemüse am Tag“ gesünder ernähren als Männer mit nur 44 %. Und 41 % der Liechtensteiner essen selten oder nie Fisch. Bei Fleisch- oder Wurstwaren sind es nur 6 %. (Fürstentum Liechtenstein, 04.11.2019)

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