31. Mai 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Kuhmilch zwischen Tierleid und Klimakrise: Die globale Kuhmilch-Produktion nahm seit 2005 um 30 % zu. (Verein gegen Tierfabriken, 31.05.2019)

Europa

Der 122. Deutsche Ärztetag in Münster hat die Rückverlegung der Antibiotikaproduktion nach Europa gefordert. Kommt es zu einem hygienischen oder technischen Problem, stünde die Versorgungssicherheit auf dem Spiel. Zudem ist bei der Produktion in Schwellenländern bereits mehrfach eine Verunreinigung des Trinkwassers durch Antibiotika nachgewiesen worden. Das führe zu einer Zunahme von multiresistenten Erregern, was das Problem verschärft. (Bundesärztekammer, 31.05.2019)

Deutschland

Von Harnwegsinfekten sind vor allem Frauen betroffen. Harnwegsinfekte werden zumeist durch das Bakterium E. coli ausgelöst. Im ambulanten Bereich sind inzwischen etwa 16 % der Erreger resistent gegen Ciprofloxacin. In den Krankenhäusern noch mehr. Auch die Einnahme des Schmerzmittels Ibuprofen statt einer Antibiose ist bei Harnwegsinfekten eher kritisch. (ABDA, 31.05.2019)

Mit 1. Juni 2019 treten neue AOK-Arzneimittelrabattverträge in Kraft. Diese umfassen 117 Wirkstoffe, darunter den Magensäurehemmer Omeprazol, den Cholesterinsenker Simvastatin, die Schmerzmittel Diclofenac und Tramadol sowie mehrere Blutdrucksenker. (AOK-Bundesverband, 31.05.2019)

Keiner der Vorschläge zur Organspende findet eine klare Mehrheit in der deutschen Bevölkerung: 39 % der Bürger halten die aktuelle Regelung für richtig, 35 % bevorzugen die Widerspruchslösung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. (PwC Deutschland, 31.05.2019)

Heute gibt es verschiedene Therapieansätze gegen den Schmerz. Bei leichten Schmerzen können schon gängige Arzneimittel aus der Selbstmedikation Linderung verschaffen. Bei schweren Fällen können Ärzte auch starke Medikamente indizieren. Die Therapie chronischer Schmerzen ist aber immer ein Zusammenspiel verschiedener Therapieansätze durch Ärzte, Psychologen und Physiotherapeuten. … Ein Bestandteil dieser Therapie können Medikamente sein. Ärzte greifen hier als letzten Schritt auf die Wirkstoffgruppe der Opioide zurück.  Diese starken Arzneimittel wirken, indem sie sich an die körpereigenen Rezeptoren im zentralen Rückenmark und im Gehirn andocken, und so die Botenstoffe an der Weiterleitung der Schmerzsignale an den Körper hindern. (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, 31.05.2019)

Die Versorgung der immer älter und kränker werdenden Bevölkerung braucht dringend mehr Ärzte. Nur wenige ärztliche Aufgaben können delegiert werden. (Bundesärztekammer, 31.05.2019)

Der 122. Deutsche Ärztetag hat die Bundesregierung aufgefordert, konkrete Gesetzesmaßnahmen zu ergreifen, um die zunehmende Kommerzialisierung im Gesundheitswesen zu stoppen. Der Verlust von Angebotsvielfalt sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich schränkt die freie Arzt- und Krankenhauswahl zu Ungunsten der Patienten ein. Der vielfach geforderte und angestrebte faire Wettbewerb mit dem Vergleich von Qualität, Preisen und Leistungen kann damit nicht mehr stattfinden. Das schadet Patienten, Ärzten und Kostenträgern. (Bundesärztekammer, 31.05.2019)

Bluttests zur vorgeburtlichen Feststellung einer Trisomie sollen als Kassenleistung verankert werden. Dafür hat sich der 122. Deutsche Ärztetag in Münster ausgesprochen. Die Frage über die Entscheidung, ein behindertes Kind zu gebären und zu pflegen, dürfe nicht vom Geldbeutel der werdenden Eltern abhängig gemacht werden. (Bundesärztekammer, 31.05.2019)

Österreich

24 % der erwachsenen Österreicher rauchen. Im EU-Schnitt sind es 21 %. Das hat in Österreich pro Jahr rund 12.840 Todesfälle (alle 41 Min. 1 Toter) zur Folge. Die medizinischen Kosten des Rauchens belaufen sich nach dem Lebenszyklusmodell des IHS auf jährlich 630,5 Mio. €. Österreich ist allerdings in der Umsetzung von wirksamen Maßnahmen der Tabakprävention im europäischen Vergleich weit zurück. (Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger, 31.05.2019)

Schreibe einen Kommentar