3. Juni 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Prof. Dr. Hubert Egger aus Österreich ist eine weitere Sensation gelungen: Nach der Entwicklung der weltweit ersten gedankengesteuerten Armprothese steht nun die Markteinführung der „fühlenden“ Beinprothese bevor. Realisiert wurde die Marktfähigkeit von dem österreichischen Startup Saphenus Medical Technology – unter Mitwirkung von Toni Innauer. Etwa 50 % der Prothesenträger leiden an Phantomschmerzen. Diese können oftmals nur durch schwere Schmerzmittel (z.B. Opiate, Morphin) vorübergehende Linderung bewirken. Langfristige nachhaltige Therapieformen haben sich bisher nicht durchgesetzt. (Saphenus Medical Technology GmbH, 03.06.2019)

Die WHO hat Burnout als „Berufsphänomen“ in die neue Klassifikationsliste mit dem Namen ICD-11 inkludiert, die im Jänner 2022 in Kraft tritt. Burnout gilt ab dann als Syndrom, das wegen „chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet wird“ definiert ist. Dabei sehen die Gesundheitsexperten 3 Dimensionen: ein Gefühl von Erschöpfung, eine zunehmende geistige Distanz oder negative Haltung zum eigenen Job sowie verringertes berufliches Leistungsvermögen. (Österreichische Ärztekammer, 03.06.2019)

Im internationalen Vergleich von 2018 fällt vor allem auf, dass der Gebrauch rezeptfreier Schmerzmittel z.B. in Australien etwa 5 Mal und in Frankreich etwa 3 Mal höher ist als in Deutschland. Selbst beim Gesamtverbrauch verschreibungspflichtiger und verschreibungsfreier Analgetika liegen die Australier und Franzosen mit einem 3 Mal bzw. 2,5 Mal so hohen Wert deutlich in Front. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, 03.06.2019)

Infografik: Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller

Deutschland

Ganz gleich, ob Mann oder Frau und Nord- oder Süddeutschland: Geht es um peinliche Beschwerden, sind sich alle einig. Ganz oben auf der Liste stehen Mund- und Achselgeruch (38 %), schlechte Zähne (34 %), übermäßiges Schwitzen (29 %) und Blähungen (29 %), gefolgt von Läusen (26 %) und Pilzinfektionen im Intimbereich (25 %). (Zava, 03.06.2019)

Infografik: Zava

In den vergangenen 25 Jahren hat sich der jährliche Pro-Kopf-Gebrauch von verschreibungspflichtigen und verschreibungsfreien Schmerzmitteln in Deutschland insgesamt relativ konstant auf 50 standardisierte Einheiten (SU) eingependelt. Dabei verhält sich der Gebrauch zwischen verschreibungspflichtigen und verschreibungsfreien Arzneimittel nahezu spiegelbildlich: Während bei ersteren von 2010-2018 ein leichter Anstieg auf 26 SU zu beobachten ist, zeigt sich bei zweiteren ein Rückgang auf 24,7 SU. Beides saldiert ergibt einen konstanten Gebrauch von etwa 50 SU pro Jahr. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, 03.06.2019)

Infografik: Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller

Es kann klar gesagt werden, dass Low Carb-Diäten auf vielen Ebenen vorteilhafter sind. Zahlreiche Laborwerte, die mit Diabetes assoziiert sind, werden in Studien und in Meta-Analysen klar als besser ausgewiesen, wenn bei den Kohlenhydraten gespart wird. Kohlehydrate machen zwar glücklich, aber nicht satt ! Kohlenhydrate sind in unserem Ernährungsplan verzichtbar, Fette und Eiweiße aber essenziell. Diäten mit weniger Kohlenhydraten führen zu einem stärkeren Gewichtsabbau und lassen den Körperfettanteil schneller sinken. (Deutschen Institut für Ernährungsforschung, 03.06.2019)

Diabetes geht im wahrsten Sinne auf die Nerven, denn Nervenschäden zählen zu den häufigsten und schwerwiegendsten Folgen von Zuckerkrankheit. Während die sog. Neuropathie bislang als „Spätkomplikation“ des Diabetes bezeichnet wurde, zeigen neue Studien, dass erste Nervenschäden bereits im Vorstadium des Diabetes entstehen. Bei jedem 3. Diabetiker tritt diese Nervenerkrankung auf, doch viele fühlen sich davon nicht: Denn die Signale der angegriffenen Nerven werden anfangs kaum wahrgenommen oder erscheinen harmlos. Schleichend nimmt dann das Gespür der Füße für Berührungen, Temperaturen oder Schmerzen ab. (Wörwag Pharma GmbH, 03.06.2019)

Wichtig ist für Diabetiker, den häufigen Mangel an Vitamin B1 auszugleichen. Dieses wird nämlich über die Nieren vermehrt ausgeschieden. Dadurch können Neuropathien entstehen oder verschlimmert werden. Ein nervenschädigender Mangel kann mit Benfotiamin, der Vorstufe von Vitamin B1 ausgeglichen werden, die vom Körper besser aufgenommen wird als das einfache Vitamin B1. Wenn Schmerzen die Lebensqualität beeinträchtigen, kann der Arzt zusätzlich Schmerzmittel verschreiben. Da diese aber auch ausgeprägte Nebenwirkungen haben (können), muss die Behandlung gut abgewogen und kontrolliert werden. (Wörwag Pharma GmbH, 03.06.2019)

Rund 17 % der Deutschen leiden unter chronischen Schmerzen. Von chronischen Schmerzen ist die Rede, wenn diese über 3 Monate andauern. Deren Ursache sind permanent gereizte Nervenzellen, die eine Art Schmerzgedächtnis entwickeln. So empfinden Betroffene noch Schmerzen, selbst wenn keine erkennbare körperliche Ursache mehr besteht. (TÜV Rheinland AG, 03.06.2019)

Hautprobleme entstehen oft durch ungeeignete Pflege. Manche Patientinnen haben Beschwerden, weil sie Produkte verwenden, die nicht zum aktuellen Hautzustand passen. Es gibt aber auch Kundinnen, die bestimmte Inhaltsstoffe in ihren Pflege- und Reinigungsprodukten nicht vertragen oder insgesamt sensibel auf Kosmetika reagieren. Wichtig ist jedenfalls, den eigenen Hautzustand zu kennen und zu wissen, in welchem Verhältnis die Haut Fett und Feuchtigkeit benötigt. Wer seinen Hauttyp nicht ermittelt, riskiert schon bei einem Duschgel die falsche Wahl. (Apotheken Umschau, 03.06.2019)

Noch in den 90er Jahren galt eine Überlebenszeit von 2-3 Jahren als Standard für einen Patienten mit Multiplen Myelom. Inzwischen sind es mit all den neuen Behandlungsoptionen etwa 6 Jahre und bei jüngeren Patienten bis zu 10 Jahre.  Zudem geht man davon aus, dass jüngere transplantationsfähige Patienten, die eine komplette Remission nach Stammzelltransplantation erreichen, ein langfristiges krankheitsfreies Überleben erreichen können und dass dies tatsächlich bei etwa 20 % der Patienten gelingt. (Pharma-Fakten, 03.06.2019)

Bereits jetzt ist abzusehen, dass bei Patienten mit Multiplen Myelom wahrscheinlich 2020 die CAR-T-Zellen für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung zugelassen werden. Beim Myelom und auch bei den lymphatischen Neoplasien wird der Einsatz der CAR-T-Zellen zunehmend in früheren Therapielinien diskutiert und sehr wahrscheinlich auch zum Einsatz kommen. Entscheidend wird für die Zukunft der Tumortherapie sein, ob auch bei akuter myeloischer Leukämie und bei soliden Tumoren CAR-T-Zellen effektiv sein werden. Bei den soliden Tumoren gibt es interessante Ansätze und man darf (gedämpft) optimistisch sein, dass die CAR-T-Zellen ebenfalls die Prognose von verschiedenen soliden Tumoren verbessern werden. (Pharma-Fakten, 03.06.2019)

Besonders erhöht ist das Sterberisiko beim Pankreas-Karzinom bzw. Bauchspeicheldrüsen-Krebs. In spezialisierten Pankreas-Zentren, wo routinierte Operateure behandeln, sterben laut einer Langzeitstudie im Schnitt 6,5 % der Patienten. In Krankenhäusern, die unter der Mindestmenge bleiben, sind es im Schnitt 11,5 %. Das ist viel zu hoch für diese Operation und ethisch nicht vertretbar. (Rundfunk Berlin-Brandenburg, 03.06.2019)

Die Entsäuerung des Körpers lässt sich durch eine basenreichen Ernährung wirkungsvoll unterstützen.  Etwa 2 Drittel sollten aus Gemüse, Salat und Früchten bestehen, denn sie liefern wertvolle basische Mineralstoffe. Reduzieren sollte man dafür säurelastige Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Fisch, Backwaren und Käse. Zusätzlich ist es hilfreich, viel zu trinken – idealerweise Mineralwasser sowie Kräutertees – und sich regelmäßig zu bewegen. (Protina Pharmazeutische GmbH, 03.06.2019)

Nur 36 % der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis. Andererseits benötigen derzeit fast 10.000 Patienten ein Spenderorgan, wobei viele von ihnen die Zeit auf der Warteliste nicht überleben. So wartet man aktuell rund 6 Jahre auf eine postmortale Spenderniere. Die Gründe dafür liegen aber auch in strukturellen Schwachstellen der Krankenhäuser. (Astellas Pharma GmbH, 03.06.2019)

Österreich

Durch die sog. Very Low Calories Diet (VLCD) und ihre extreme Kalorienreduktion kann bei Diabetes wirklich Erstaunliches erreicht kann. Diabetes ist nicht irreversibel ! Mit einer VLCD, bei der um die 800 kcal pro Tag – bestehend aus vollbilanzierter Nahrung – zugeführt werden, kann eine Remission des Diabetes erreicht werden.  Die magische Schwelle scheint eine Gewichtsreduktion von mindestens 15 kg zu sein, ab der die Remission erreicht wird. Dabei ist aber einschränkend zu betonen, dass je länger Diabetes bereits andauert, desto unwahrscheinlicher so eine Remission ist. Einst bestand bei solchen Diäten noch das Risiko einer Mangelernährung, moderne VLCDs allerdings sind sicher. (Uniklinikum Salzburg, 03.06.2019)

Das Royal College of Psychiatrists hat seine Einstellung zu Antidepressiva geändert und gibt erstmalig zu, dass Antidepressiva monatelange ernsthafte Nebenwirkungen verursachen können. Dazu wurden zahllose Patienten angehört, die über die verheerenden Auswirkungen von Entzugserscheinungen beim Absetzen der Psychopharmaka berichteten. (Bürgerkommission für Menschenrechte, 03.06.2019)

Der VEÖ begrüßt die Bestellung von Dr. Brigitte Zarfl zur Sozialministerin in der Vertrauensregierung von Bundeskanzlerin Dr. Brigitte Bierlein. Als promovierte Ernährungswissenschafterin bringt sie hervorragende Fach- und Querschnittskompetenzen für dieses Schlüsselressort mit, was insbesondere den Herausforderungen der öffentlichen Gesundheit entgegenkommt. Ernährungswissenschaft ist eine auf Naturwissenschaften basierende Disziplin, die sich mit allen Aspekten einer bedarfsgerechten menschlichen Ernährung kritisch in Theorie und Praxis auseinandersetzt und unter Einbeziehung anderer Disziplinen in den Teilbereichen Gesundheit, Soziales, Ökologie, Technologie, Produktion und Ökonomie zum individuellen und gesellschaftlichen Wohle der Menschen wirkt. (Verband der Ernährungswissenschafter Österreichs, 03.06.2019)

Im Namen der Pharmig, des größten freiwilligen Interessensverbandes der pharmazeutischen Industrie Österreichs, gratulieren deren Präsident Mag. Martin Munte sowie deren Generalsekretär Mag. Alexander Herzog der neu berufenen Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, Frau Dr. Brigitte Zarfl zu ihrer Ernennung. (Pharmig, 03.06.2019)

Im Namen der Österreichischen Apothekerkammer gratuliert deren Präsidentin Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr Frau Dr. Brigitte Zarfl zur heute erfolgten Ernennung zur Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz. Gleichzeitig bedankt sich die Österreichische Apothekerkammer bei der Vorgängerin, Mag. Beate Hartinger-Klein, für die gute Zusammenarbeit. (Österreichische Apothekerkammer, 03.06.2019)

Mit gesunder Ernährung und Bewegung kann Diabetes um bis zu 60 % vorgebeugt werden. Durch eine vorübergehende deutlichere Kalorienreduktion mit Beschränkung der Kohlenhydratzufuhr (low carb) wird bei einem Teil der Patienten neben der Gewichtsreduktion sogar eine Remission des Diabetes ermöglicht. Für eine andauernde Lebensstiländerung ist aber die Unterstützung, Begleitung und Motivation der Betroffenen durch das Diabetes-Schulungsteam notwendig, wie in den neuen Leitlinien ausführlich dargelegt. (Österreichische Diabetes Gesellschaft, 03.06.2019)

Auffällig ist der Unterschied zwischen tierischen und pflanzlichen Low Carb Diäten bei der Mortalität. Diese ist bei ersteren hoch, bei zweiteren niedriger, wobei die erhöhte Mortalität nicht eindeutig auf Fleisch zurückzuführen ist, da es sich ausschließlich um Querschnittsstudien (Kohortendaten) handelt. Bei pflanzlichen Low Carb Diäten werden vor allem Hülsenfrüchte als Eiweißlieferanten statt Fleisch eingesetzt. … Die Botschaft, dass Fleisch nicht so oft auf dem Speiseplan stehen sollte, ist über Jahrzehnte nicht angekommen. Gerade im Gegenteil. (AGES, 03.06.2019)

Evidenzbasiert besonders vorteilhaft ist die mediterrane Diät und die vielleicht noch nicht so bekannte „New Nordic Diet“. Beide wirken sich besonders günstig auf die Fettverteilung und den besonders riskanten Bauchumfang – vor allem bei Männern – aus. Beide orientieren sich an einer Reduktion der einfachen Kohlenhydrate und bringen gleichzeitig Vielfalt auf den Tisch. Die „New Nordic Diet“ setzt etwas mehr auf Fisch (3 Mal pro Woche), ist aber sonst der mediterranen Ernährung sehr ähnlich. (Krankenanstalt Rudolfstiftung, 03.06.2019)

Ungarn

Immer mehr Medizintouristen sparen bei ihrer Zahnbehandlung in Ungarn immer mehr Geld. (FirstMed Services GmbH, 03.06.2019)

Infografik: FirstMed Services GmbH

Schweiz

Swissmedic, die Schweizer Gesundheitsbehörde, hat Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie für Erwachsene mit metastasiertem plattenepithelialem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom zugelassen, und zwar unabhängig von der PD-L1-Expression. Die Zulassung der Anti-PD-1-Therapie basiert auf den Ergebnissen der Keynote-407-Studie, die eine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens mit Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie gegenüber alleiniger Chemotherapie belegen. So ist z.B. das Sterberisiko um 36 % geringer. Pembrolizumab ist die erste Anti-PD-1-Therapie (PD-1: programmed death protein 1), die in Kombination mit Carboplatin und entweder Paclitaxel oder Nab-Paclitaxel zur Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit metastasiertem plattenepithelialem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom zugelassen ist. (Merck Sharp & Dohme AG, 03.06.2019)

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