28. Oktober 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Jetzt steht auch wissenschaftlich fest, was der Österreicher Johann Grander und die „Grander“-Anwender seit vielen Jahren wissen: Der Unterschied zwischen belebtem und unbelebtem Wasser ist nun auch messtechnisch nachweisbar. Laut einer neuesten Studie kommt es durch die Belebung zur Änderung der Impedanz im Wasser sowie zur verstärkten Bildung von Kalk-Nano-Teilchen (Dollops). Der Nachweis wurde durch die 3 Untersuchungsmethoden Impedanzspektroskopie, Laserstreuung und Rasterelektronenmikroskops erbracht. In belebtem Wasser beginnen sich Kalkablagerungen erst ab einem höheren Härtegrad zu bilden als in unbelebtem Wasser. (Grander GmbH, 28.10.2019)

Der weltweite „nutritionDay“ am 7. November wurde vor 13 Jahren von dem Anästhesisten Michael Hiesmayr und der Ernährungsexpertin Karin Schindler, beide von der MedUni Wien, ins Leben gerufen. Ziel der Aktion ist, die Aufmerksamkeit für das unterschätzte Problem der Mangelernährung von Patienten in Krankenhäusern, aber auch bei alten Menschen generell, zu erhöhen. … Die Vorgeschichte des nutritionDay ist lang: Schon 1977 wurde in einer „Lancet“-Studie Mangelernährung bei chirurgischen Patienten festgestellt. Wegen ihres oftmals höheren Alters und generell schlechteren Gesundheitszustandes haben insbesondere hospitalisierte Patienten und Pflegeheimbewohner – auf der ganzen Welt – ein erhöhtes Risiko an Mangelernährung. Eine krankheitsbedingte Mangelernährung nimmt auch bedeutenden Einfluss auf die Dauer des Krankenhausaufenthaltes sowie auf Morbiditäts- und Mortalitätsraten. Studien haben gezeigt, dass rund 30 % Krankenhauspatienten mangelernährt sind oder von einem Risiko dafür betroffen sind. (MedUni Wien, 28.10.2019)

Deutschland

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Ulm wollen in einer Therapiestudie feststellen, ob Methadon bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs wirksam ist. Damit wird der Wirkstoff erstmals unter klinischen Bedingungen untersucht. In die Studie werden vor allem Patienten mit bereits metastasiertem Darmkrebs einbezogen, bei denen die Chemotherapie nicht mehr wirkt. Eine Hypothese lautet, dass Methadon den Tumor wieder empfindlich für die Chemotherapeutika macht – auch dann, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind. Entscheidend für die Wirkung sind die sog. Opioid-Rezeptoren auf der Oberfläche von Krebszellen. Dort kann sich das Methadon anheften und seinen Effekt entfalten. Je höher die Anzahl der Rezeptoren auf der Krebszelle ist, desto empfänglicher ist sie für Methadon. (Deutsche Krebshilfe, 28.10.2019)

Wer mit seinen Abnehmversuchen bisher keinen Erfolg hatte, könnte von einer professionellen Ernährungsberatung profitieren. Beachten sollte man, dass Ernährungsberater in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung ist. Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen eine Ernährungsberatung aber nur, wenn der Berater ein abgeschlossenes Studium oder eine vergleichbare Ausbildung hat – etwa zum Diätassistenten – und von einem Berufsverband zertifiziert ist. (Diabetes Ratgeber, 28.10.2019)

Laut neuester Schätzung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft werden in Deutschland jährlich 12 Mio. Tonnen Lebensmittel verschwendet. Folglich wollen fast alle Deutschen (96 %) die Lebensmittelverschwendung reduzieren und Jugendliche im Alter von 14-19 Jahren sogar ein eigenes Schulfach dazu. (RaboDirect Deutschland, 28.10.2019)

Infografik: RaboDirect Deutschland

Champignons und Waldpilze aus dem Handel sind häufig verdorben und können schwere gesundheitliche Beschwerden verursachen. (Deutsche Gesellschaft für Mykologie, 28.10.2019)

Österreich

Die Initiative „50 Tage Bewegung“ zeigte, wie einfach es in Österreich ist, sich im Alltag ausreichend zu bewegen und gesund zu bleiben. Und vor allem wie viel Spaß Bewegung macht, wenn man gemeinsam aktiv ist. Interessierte hatten 50 Tage lang die Möglichkeit, an 2.650 Bewegungsveranstaltungen, Aktionstagen oder Events in Vereinen und Gemeinden kostenlos teilzunehmen. (Fonds Gesundes Österreich, 28.10.2019)

Infografik: Fonds Gesundes Österreich

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des „Jahrbuchs für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft“, kurz Gesundheitsjahrbuch, luden die Herausgeber Sanofi Österreich und die Wirtschaftskammer Österreich mit Unterstützung der Vienna Insurance Group alle Gastautoren der letzten 10 Jahre zu einer gesundheitspolitischen Diskussion in den Wiener Ringturm ein.  Das Gesundheitsjahrbuch 2019 erscheint übrigens – in gänzlich neuem Look – am 8. Jänner 2020.  (Sanofi Österreich, 28.10.2019)

Die Gastgeber der Jubiläumsfeier „10 Jahre Gesundheitsjahrbuch“ im Wiener Ringturm. (Foto: Sanofi / K. Schiffl)

Die Ökonomisierung der Medizin führt zu einer Abwertung der Kernkompetenz des Arztes. Es ist daher ein neues Verständnis von ärztlicher Leistung und von medizinischer Qualität nötig. (Verband leitender Krankenhausärzte Österreichs, 28.10.2019)

Die notfallmedizinische Versorgung in Wien ist eine der besten in Europa. Im 1. Halbjahr 2019 sind die Wiener Notärzte zu 14.573 Einsätzen ausgerückt, was 80 Einsätzen pro Tag entspricht. Die Wiener Berufsrettung insgesamt hat in  diesem Zeitraum über 92.000 Einsätze absolviert. (PID der Stadt Wien, 28.10.2019)

Schweiz

Schweizweit leisten Angehörige 80 Mio. Stunden unbezahlte Arbeit für die Betreuung und Pflege von nahestehenden Personen. Dieses Engagement ist für die Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Müsste man diese Arbeit bezahlen, so käme man auf 3,7 Mrd. Franken. Doch wegen der andauernden Doppelbelastung aus Pflegeleistung und Beruf besteht die Gefahr, dass die betreuenden Angehörigen selber erkranken. Und im schlimmsten Fall droht der Verlust des Arbeitsplatzes. Das SRK fordert daher eine Gleichbehandlung aller Menschen in der Schweiz, die Angehörige betreuen. (Schweizerisches Rotes Kreuz, 28.10.2019)

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