22. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Weltweit leiden 37 Mio. Menschen oder 2 % der Weltbevölkerung an HIV bzw. Aids. Und vor genau 10 Jahren entstand das Unternehmen ViiV Healthcare aus einer Kooperation von GSK und Pfizer als erstes und weiterhin einziges Pharmaunternehmen, das sich nur auf HIV konzentriert. (GlaxoSmithKline Pharma GmbH, 22.11.2019)

Europa

Bei Import-Arzneimitteln nutzen die Importeure Preisunterschiede von Markenarzneimitteln in den einzelnen EU-Ländern. Sie kaufen diese im Ausland kostengünstig ein und bringen sie ins jeweilige Heimatland. Dort wird das vom Hersteller bereits freigegebene Produkt nochmals geprüft. So versorgen die Importeure Patienten mit Originalmedikamenten zu niedrigeren Preisen. Kurz gesagt: Import-Arzneimittel sind Originale zum besten Preis. (Die Arzneimittel-Importeure, 22.11.2019)

Deutschland

Import-Arzneimittel entlasten die Patienten und Krankenkassen: Allein in Deutschland ermöglichten Import-Arzneimittel 2017 Einsparungen von 264 Mio. €, Tendenz steigend. Bei teuren patentgeschützten Arzneimitteln stellen Importe häufig die einzige preisgünstige Alternative dar. Sie stärken den Wettbewerb, wirken preisregulierend und fördern den Abschluss von Rabattverträgen zwischen Herstellern und Krankenkassen. Das zahlt sich aus. Das indirekte Einsparpotenzial beläuft sich auf rund 2,6 Mrd. €. (Die Arzneimittel-Importeure, 22.11.2019)

Bei der Versorgung von Mukoviszidose in Deutschland herrscht ein eklatanter Fachkräftemangel. Fast die Hälfte der Stellen kann nicht besetzt werden.  Mit aktuell 44 % (2030 sogar 50 %) ist der Fachkräftemangel in diesem Bereich sogar um ein Vielfaches höher als in der gesamten Gesundheitswirtschaft. Dort geht man bis 2030 von einem Mangel an 16 % aus. (Mukoviszidose e.V., 22.11.2019)

Infografik: Mukoviszidose e.V.

Jede Form der Kriminalisierung von Prostitution schadet genau den Menschen, die sie ausüben. Behauptungen der Politik, dadurch könnten Prostituierte vor Zwang und Menschenhandel geschützt werden, weisen die Fachleute zurück, denn die Studien sind eindeutig: Eine Kriminalisierung des Sexkaufs erhöht das Risiko der Betroffenen, Opfer von Gewalt und anderen Straftaten zu werden oder sich sexuell übertragbare Infektionen zuzuziehen. Das gilt ganz besonders für Frauen mit aufenthaltsrechtlichen Problemen und ohne Krankenversicherung. Noch fällt in Deutschland fällt Prostitution unter die verfassungsrechtlich geschützte Berufsfreiheit. (Deutsche Aids-Hilfe, 22.11.2019)

Hält der Stress über eine längere Zeit an, kann das die Gesundheit negativ beeinflussen. Ursache sind die beiden Hormone Adrenalin und Cortisol, die unser Körper in Stresssituation ausschüttet. Durch den ständig erhöhten Cortisolspiegel begünstigt Dauerstress Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Es kann auch zu Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Problemen, Depressionen und Schlafstörungen kommen. (Apotheken Umschau, 22.11.2019)

England

Bis zu 33 % der Patienten mit dem größten Schlaganfallrisiko werden nicht antikoaguliert, Patienten mit sehr geringem Risiko dagegen schon. Um diese Lücke zu schließen, hat TRI ein Werkzeug zur Risikoberechnung entwickelt. Damit können Ärzte künftig bei Vorhofflimmern fundiertere, evidenzbasierte Entscheidungen treffen. … Eine weitere Herausforderung für den Arzt besteht darin, dass vereinfachte Risikowerte oft binäre Entscheidungen (Herzinsuffizienz, höheres Alter) verwenden, doch die zugrunde liegenden Risikofaktoren stehen in einem kontinuierlichen Zusammenhang mit dem Risiko, und das kann nichtlinear sein (Herzfrequenz, Blutdruck). Wenn ein Messwert in Kategorien umgewandelt wird, bedeutet das, dass jeder in dieser Kategorie das gleiche Risiko trägt. (Thrombosis Research Institute (TRI), 22.11.2019)

Österreich

Von Forschungsnetzwerken wie OKIDS profitieren nicht nur Patienten, sondern auch die globale Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Österreich. 2015 wurde OKIDS über EnprEMA (European Network of Paediatric Research at the European Medicines Agency) akkreditiert und somit auf europäischer Ebene sichtbar. (Pharmig, 22.11.2019)

Schweiz

Mit 7,6 Mrd. CHF haben 2018 die Medikamentenkosten in der Schweiz für die Krankenversicherungen einen neuen Höhepunkt erreicht. Dabei bildeten erneut Immunsuppressiva die teuerste Medikamentengruppe, jedoch dicht gefolgt von den Krebsmedikamenten. 2018 kamen insgesamt 22 neue Wirkstoffe auf den Markt, vornehmlich in diesen beiden Gruppen. (Helsana Gruppe, 22.11.2019)

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