Schulmedizin aktuell am 6. März 2020

Welt

In fast 25 Ländern ist der Weltfrauentag am 8. März sogar ein gesetzlicher Feiertag. (Pascoe Naturmedizin, 06.03.2020) ANMERKUNG: Angola, Armenien, Aserbaidschan, Burkina Faso, Eritrea, Georgien, Guinea-Bissau, Kasachstan, Kambodscha, Kirgisistan, Kuba, Laos, Madagaskar, Moldau, Mongolei, Nordkorea, Nepal, Russland, Sambia, Tadschikistan, Turkmenistan, Uganda, Ukraine, Usbekistan, Vietnam und Weißrussland.

Bild: Pascoe Naturmedizin

Europa

Die EU-Kommission stellt weitere 37,5 Mio. € für dringende Forschungen zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen COVID-19 sowie zur Behandlung und Diagnose bereit. Das Geld kommt aus dem Programm Horizont 2020. Insgesamt sind für die Bekämpfung von COVID-19 nun 47,5 Mio. € vorhanden. Damit konnten 17 Projekte ausgewählt werden, an denen 136 Forschungsteams aus der gesamten EU beteiligt sind. (EU Kommission, 06.03.2020)

Industrieller Hanf unterliegt nach Auffassung der European Industrial Hemp Association (EIHA) nicht der internationalen Kontrolle für Drogen gemäß der Single Convention C61 der UNO. Es gebe eindeutige Belege dafür, dass Industriehanf nicht in den Anwendungsbereich des internationalen Einheitsabkommens über die Betäubungsmittel (Single Convention on Narcotic Drugs -- kurz C61) von 1961 fällt. Tatsächlich wurde der Industriehanf hier und auch in den ergänzenden Protokollen von 1972 nie aufgeführt.Aus Sicht der EIHA ist die Suchtstoffkommission als das zentrale Gremium für die Drogenpolitik der UNO damit gar nicht für die Einstufung von Industriehanf als potenzieller Suchtstoff autorisiert. (European Industrial Hemp Association (EIHA), 06.03.2020)

Deutschland

2019 nahmen 1.502 Mitarbeiter in Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen das Angebot ihrer Arbeitgeber wahr, an einem Gesundheitscheck der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe teilzunehmen. Dabei erreichten nur 50 % der Teilnehmer einen optimalen Blutdruck und lediglich 39 % wiesen ein Normalgewicht auf. Das sind alarmierende Zahlen. Was die „Bewegungsbilanz“ betrifft, waren trotz Bluthochdrucks und Übergewichts 91 % der Teilnehmer der Meinung, sie würden sich ausreichend viel bewegen. Eine krasse Fehleinschätzung. … Der Gesundheitscheck der Deutschen Schlaganfall-Hilfe wertet Blutdruck, Blutzucker, Blutfett, Körpergewicht, körperliche Aktivität und andere Lebensstilfaktoren der Teilnehmer wissenschaftlich aus. (Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, 06.03.2020)

Mit 55 % ist in Deutschland der Anteil der Menschen, die Homöopathie verwenden, gleichbleibend hoch. Hochgerechnet auf die deutsche Gesamtbevölkerung (über 18 Jahren) entspricht das über 30 Mio. Homöopathie-Verwendern. Insgesamt stieg der Anteil der Befragten mit Homöopathie-Erfahrung in den letzten 10 Jahren um 10 % an. 68 % der Anwender sind laut Umfrage mit der Wirksamkeit und Verträglichkeit homöopathischer Arzneimittel sogar zufrieden oder sehr zufrieden. (Deutsche Homöopathie-Union DHU-Arzneimittel GmbH, 06.03.2020)

Infografik: Deutsche Homöopathie-Union DHU-A

Ärzte können künftig medizinische Anwendungen für Handy, Tablet oder PC auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen verordnen. Der Bundestag machte im vergangenen Jahr mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz den Weg frei für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) auf Rezept. Diese können eingesetzt werden, um Krankheiten zu erkennen, zu lindern oder zu behandeln. Sie helfen z.B. auch besser mit Schmerzen umzugehen, erinnern an die Einnahme von Arzneimitteln, dokumentieren Blutzuckerwerte oder unterstützen bei einer Sprach- oder Physiotherapie. (Apotheken Umschau, 06.03.2020)

Damit DiGA auf Rezept verschrieben werden können, müssen sie vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüft und ins DiGA-Verzeichnis aufgenommen werden. Die Technologie muss in Europa als Medizinprodukt zertifiziert sein, Funktion und Sicherheit sind damit bereits geprüft. Das BfArM schaut sich zudem Qualität, Nutzerfreundlichkeit, Datenschutz und -sicherheit an. Der Anbieter muss plausibel darlegen, dass sein Produkt einen positiven Versorgungseffekt hat -- also den Gesundheitszustand und/oder die Lebensqualität des Nutzers verbessert.  (Apotheken Umschau, 06.03.2020)

Eine funktionierende Autophagie spielt für den Schutz vor altersbedingten Erkrankungen eine wichtige Rolle. Ein besonders effektiver Weg den Prozess anzukurbeln, ist das Fasten. Denn sobald die Kalorienzufuhr länger stark reduziert wird, starten die Zellen zur Energiegewinnung das körpereigene Recyclingprogramm. Fasten ist jedoch nicht für jeden geeignet. Spermidin ist in der Lage, positive Effekte des Fastens nachzuahmen und so ebenfalls den Selbstreinigungsprozess der Zellen zu aktivieren. Erstmals wurde Spermidin in der männlichen Samenflüssigkeit nachgewiesen, was seinen Namen prägte. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass es in fast allen Körperzellen vorkommt. Spermidin kann übrigens auch über die Nahrung aufgenommen werden. In Lebensmitteln schwankt der Spermidingehalt jedoch stark. Außerdem produziert der Körper mit zunehmendem Alter immer weniger Spermidin. (InfectoPharm GmbH, 06.03.2020)

Besonders vorteilhaft wirkt die Buttersäure: Sie ernährt die Zellen der Darmschleimhaut und wirkt so einem Leaky Gut („löchrigen Darm“) entgegen. Auch hemmt sie Entzündungen und kann sogar Darmkrebs vorbeugen. Zusammen mit der Propionsäure sorgt Buttersäure für ein gutes Sättigungsgefühl. Beide Fettsäuren verbessern die Zuckeraufnahme aus dem Blut in die Körperzellen. Somit senken die kurzkettigen Fettsäuren die Insulinresistenz, eine Ursache für einen Typ-2-Diabetes. (Symbio Gruppe GmbH, 06.03.2020)

Österreich

Die Aufgabe von Spitalsambulanzen ist es nicht, Leistungen aus dem niedergelassenen Bereich zu übernehmen. In Österreich darf die Unterversorgung im niedergelassenen Bereich nicht auf dem Rücken der Spitalsärzte ausgetragen werden. (Österreichische Ärztekammer, 06.03.2020)

Gloria Dimmel entwickelte gemeinsam mit dem ACHSE Verlag ein Gedächtnisspiel mit Vulven, genannt „Pussy Pairs“. Dieses Spiel erhöht die öffentliche Wahrnehmung von Vulven und schafft eine breite Vulva-Awareness. Scham, Vorurteile und Berührungsängste gegenüber der Vulva werden so abgebaut. Pussy Pairs ist der Ausgangspunkt für die Diskussion über weibliche Körper und deren Sexualisierung in der Gesellschaft. Eine Möglichkeit anerzogene und angelernte Berührungsängste gegenüber weiblichen Sexualorganen abzulegen und die strukturelle Benachteiligung von Frauen im Patriarchat zu diskutieren. (Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, 06.03.2020)

Foto: Achse Verlag

Die Grundlage für das Spiel „Pussy Pairs“ bilden Gipsabdrücke von Vulven, um Frauen einen unvoreingenommenen Blick auf ihre Vagina zu gewähren und so das wertfreie Sprechen über die eigene Vulva zu ermöglichen. (Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, 06.03.2020)

Diabetes mellitus betrifft mittlerweile fast jede Familie in Österreich und stellt eine der großen gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit dar. (Österreichische Apothekerkammer, 06.03.2020)

Schweiz

Die Revision der Krankenversicherungsverordnung KVV durch den Schweizer Bundesrat wirkt sich gravierend auf die Spitallandschaft und damit die Krankenversorgung der Schweizer Bevölkerung aus. Das Benchmarking mit „Einheitsbaserate“ wird ein landesweites Spitalsterben einleiten und zu höheren Kosten in den Kantonen führen. Rund 120 Spitalstandorte sollen gemäß den Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit geschlossen werden. Dies würde zu einem Stellenabbau von 10.000 Spitalangestellten führen. (H+ Die Spitäler der Schweiz, 06.03.2020)

Der Bundesrat will einen einheitlichen Effizienzmaßstab für das Benchmarking vorschreiben.  Ein solcher Effizienzmaßstab führt mittelfristig zu einem Ausbluten der Spitäler wie auch Kliniken und zu einem Spitalsterben, denn der Branche würde dadurch jährlich rund 670 Mio. CHF fehlen. Dabei dürfte es vor allem kleinere Spitäler treffen, welche häufig in ländlichen Gebieten oder Bergregionen ein wichtiger Teil der medizinischen Grundversorgung sind. Ein solch tiefer Effizienzmaßstab verunmöglicht den Spitälern und Kliniken zudem, ihre Leistungen kostendeckend zu erbringen uns dringend notwendige Investitionen in die Zukunft zu tätigen. (H+ Die Spitäler der Schweiz, 06.03.2020)