Schulmedizin aktuell am 4. März 2020

Welt

Am 20. März ist Weltschlaftag. Dieser wurde vom Weltverband für Schlafmedizin ausgerufen, da Schlafstörungen mittlerweile zur Volkskrankheit geworden sind: So leiden etwa 10 % der Erwachsene in Industrieländern anhaltend unter Schlaflosigkeit (Insomnie) -- von den über 65-Jährigen ist es sogar die Hälfte. Nicht nur, dass akute Folgen wie Erschöpfung, Konzentrationsschwäche und Gedächtnisprobleme die Betroffenen im Alltag beeinträchtigen -- bei langfristigem Schlafmangel steigt auch das Risiko für z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Depressionen und schweres Übergewicht. (Cramer-Gesundheit-Consulting GmbH, 04.03.2020)

Vor 90 Jahren, am 6. März 1930, wurden in den USA – genauer gesagt in Springfield – erstmals tiefgekühlte Lebensmittel in ausgewählten Supermärkten verkauft. Als Erfinder der Tiefkühlkost gilt der Biologe Clarence Birdseye. Er entdeckte im Rahmen eines Aufenthalts bei den Inuit in Grönland, dass frisch gefangene Fische bei Temperaturen von etwa minus 40 Grad Celsius sofort frieren, nach dem Auftauen aber frischer schmecken als gekühlter Fisch – und das sogar Monate später. (Iglo Austria GmbH, 04.03.2020)

Die WHO empfiehlt, jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen . Das entspricht 6-8 Kilometern. Um das auch kontrollieren zu können, schafft man sich am besten einen Schrittzähler an. (Apotheken Umschau, 04.03.2020)

Europa

Europaweit ergab eine Studie des Sportausrüsters asics, dass körperliche Fitness und geistiges Wohlbefinden die beiden Hauptgründe von Frauen für sportliche Bewegung sind.  33 % der Frauen sagten, dass sie zur Verbesserung ihres geistigen Wohlbefindens Laufen gehen. Über alle Länder hinweg wurde der Zeitmangel (35 %) als größtes Hindernis für Bewegung angesehen, wobei Körperbild (22 %) und Überarbeitung (20 %) die beiden anderen wichtigen einschränkenden Faktoren waren. (asics, 04.03.2020)

40 % der Frauen in ganz Europa nutzten in den letzten 12 Monaten Bewegung zur Bekämpfung von Arbeitsstress (deutlich mehr als andere Stressfaktoren). 26 % der Frauen erkannte, dass eine sitzende Arbeitstätigkeit ihnen die Notwendigkeit von Bewegung bewusst macht. In ganz Europa bewegen sich 61 % der Frauen aus Gründen des psychischen Wohlbefindens, 26 % wegen persönlicher Ziele und Bestleistungen. Dazu ließen sich 39 % von Freunden oder der Familie inspirieren, nur 10 % von Spitzensportlern oder Prominenten. (asics, 04.03.2020)

Zukünftig muss eine Vielzahl von strukturierten Daten bei den Behörden eingereicht werden, um eine grenzübergreifende Identifikation von Arzneimitteln (IDMP -- Identification of Medicinal Products) auf dem europäischen Markt zu ermöglichen. Nach Jahren der Vorbereitung wurde nun die finale Implementierungsrichtlinie veröffentlicht, die den Druck auf die Pharmabranche erhöht: Unternehmen benötigen dann zwingend eine tragfähige Lösung für ein regulatorisches Informationsmanagementsystem, das die Daten zu den Medikamenten verwaltet und eine Harmonisierung erleichtert. Bisher sind in Pharmafirmen die verschiedenen Datenbestände zwischen den einzelnen Landes- und Tochtergesellschaften noch kaum auf einem gemeinsamen Standard.  Doch Medikamente sollten sich vergleichen und Wirkstoffe schnell zum Hersteller zurückverfolgen lassen. (Main5 GmbH, 04.03.2020)

Für die Umsetzung der IDMP-Initiative konsolidiert die EU 5 ISO-Normen, eine weltweite weitere Verbreitung ist denkbar. Pharmafirmen stehen vor der Herausforderung, die wachsende Anzahl von strukturierten Daten zu managen und gewinnbringend für die Optimierung von Prozessen im Unternehmen zu nutzen. Gleichzeitig profitieren aber auch Prozesse für Krankenkassen und auch Patienten, denn mit der IDMP ist erstmals eine übergreifende Vergleichbarkeit von Medikamenten, Dosierungen und Wirkstoffen gegeben. Das hat für das Kassenwesen Einsparpotenziale. (Main5 GmbH, 04.03.2020)

Janssen Pharmaceutical Companies of Johnson & Johnson wird bei der Europäischen Arzneimittelagentur einen Antrag auf Genehmigung des Medikaments Ponesimod zur Behandlung von schubförmig verlaufender Multipler Sklerose. Ponesimod ist ein selektiver Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptor-1-Modulator, der die S1P-Proteinaktivität hemmt und dadurch vermutlich die Anzahl der zirkulierenden Lymphozyten reduziert, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. Bei MS-Patienten greifen Immunzellen, die in das Hirngewebe vordringen, das Myelin an, die isolierende äußere Schicht der Nervenzellen. Die Schädigung des Myelins verlangsamt oder stoppt die Leitfähigkeit der Nerven, was die neurologischen Anzeichen und Symptome von MS hervorruft. Weltweit leben mehr als 2,3 Mio. Menschen mit MS -- davon allein 700.000 in Europa. (Janssen Pharmaceutical Companies of Johnson & Johnson, 04.03.2020)

Aktuelle Lage zum Corona-Virus: In Österreich bisher 27 Erkrankte, in Italien 2.502 und in Deutschland 203. (Bundesministerium für Inneres, 04.03.2020)

Deutschland

Impfstoffe gegen Covid-19 stehen frühestens 2021 zur Verfügung. Der beste Schutz gegen das Corona Virus ist noch immer ein schlagkräftiges Immunsystem. Und bekanntlich sitzen 80 % des Immunsystems im Darm. Zudem aktiviert das Nährstofftrio Zink, Selen und Mangan die Killerzellen des Körpers und wirkt stark antiviral. Wer sich angeschlagen fühlt, sollte darum 60 mg Zink täglich zu sich nehmen. Selen wiederum ist Bestandteil des stärksten körpereigenen Antioxidans und schützt wichtige Strukturen im Körper. Da Deutschland ein Selenmangel-Gebiet ist, wird die tägliche Einnahme von bis zu 200 mcg empfohlen. Mangan schützt die Kraftwerke der Zellen: Sind die sog. Mitochondrien vital, ist das Immunsystem deutlich stärker. Ein Manganmangel ist gleichbedeutend mit einer Immunschwäche und verminderter Antikörperbildung. Bei erhöhter Virenbelastung gilt es täglich 10 mg Mangan zu sich zu nehmen. (Forum für gesunde Lebensweisen, 04.03.2020)

Frauen in Deutschland gehen lieber laufen, um das mentale Wohlbefinden zu verbessern, als Yoga oder Pilates zu machen. Und es ist sogar 4 Mal wahrscheinlicher, dass sie laufen gehen als dass sie in psychisch anstrengenden Phasen ärztliche Hilfe suchen. (asics, 04.03.2020)

Was die Angst der Deutschen vor dem Coronavirus betrifft, so macht sich 46 % der deutschen Arbeitnehmer mehr Sorgen um den Erfolg des Arbeitgebers als um die eigene Gesundheit. 54 % der Befragten lässt das Virus sogar völlig kalt. (StepStone.de, 04.03.2020)

65 % der jungen Frauen in Deutschland fühlen sich nicht rundum gesund. Sie begründen das vor allem mit einem stark angestiegenen Stresslevel in Kombination mit zu wenig Bewegung und schlechter Ernährung. Die Folge wären muskuläre Verspannungen und Kopfschmerzen. Sogar 81 % der jungen Frauen würden gerne mehr für ihre Gesundheit tun, im Alltag bliebe dafür aber meist keine Zeit. (Schwenninger Krankenkasse, 04.03.2020)

Anlässlich der heutigen Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestages zu Kapitalinteressen in der Gesundheitsversorgung hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) erneut vor den negativen Folgen einer zunehmenden Vergewerblichung des Gesundheitswesens in Deutschland gewarnt. Insbesondere für rein zahnärztliche Medizinische Versorgungszentren unter der Kontrolle von in- und ausländischen Fremdinvestoren, sog Investoren-MVZ, müsse die Politik deutlich mehr Transparenz schaffen, etwa durch die Einrichtung eines entsprechenden Transparenzregisters. (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, 04.03.2020)

Für die Sicherstellung einer auch künftig flächendeckenden und wohnortnahen Versorgung in Deutschland ist entscheidend, den Bestrebungen von Private Equity-Gesellschaften und versorgungsfremden Investoren jetzt konsequent entgegenzutreten, welche darauf abzielten, den zahnärztlichen Versorgungsmarkt als Renditeobjekt zu erschließen und weiter zu kommerzialisieren. Anderenfalls wären die Auswirkungen auf die freiberufliche zahnärztliche Berufsausübung und auf die patientenwohlorientierte Versorgung in Deutschland massiv in Frage gestellt. Zugleich droht das Gesundheitssystem seine austarierte soziale Grundstruktur zugunsten einer von Kapitalinteressen getriebenen Renditeorientierung zu verlieren. (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, 04.03.2020)

Das Lymphsystem durchzieht den gesamten Körper und dient als Leitungssystem für die Lymphflüssigkeit. Wenn dieses System nicht richtig funktioniert -- sei es wegen einer angeborenen Störung oder der Schädigung durch eine OP, einer Strahlentherapie oder einem Trauma -- kann der Körper die Lymphflüssigkeit nicht richtig abtransportieren. Dann entsteht an der Stelle eine Schwellung. Die Schwellung kann verschiedene Teile des Körpers betreffen -- meistens sind es Arme und Beine, Brust oder Brustwand, Kopf und Hals oder die Genitalien. Schätzungen zufolge leiden über 3 Mio. Deutsche an einem Lymphödem. Bei der chronischen Erkrankung sammelt sich eine proteinreiche Flüssigkeit namens „Lymphe“ oder „Lymphflüssigkeit“ im Gewebe direkt unter der Haut an und verursacht Schwellungen. (Essity Germany GmbH, 04.03.2020)

Österreich

Österreichweit befinden sich rund 5.000 Menschen dauerhaft in Dialyse. Durch das wiederkehrende Setzen eines Katheters und den damit verbundenen Verletzungen der Gefäßwände kommt es bei diesen Patienten häufig zu thrombotischen Verschlüssen der Zentralvenen. Das erschwert das Setzen eines neuen Katheters erheblich. Ein neuartiges Vorgehen folgt nun einer sog. Inside-Out-Methode. (PID der Stadt Wien, 04.03.2020)

Zunächst wird ein Führungsdraht in die rechte Beinvene eingeführt und durch die untere Hohlvene und den rechten Herzvorhof in die obere Hohlvene bis zum Gefäßverschluss vorgeschoben. Dieser Pfad ist vorteilhaft, weil er eine gerade Linie darstellt. Dem Führungsdraht folgt dann ein eigens entwickeltes Gerät zum Durchstoßen des Venenverschlusses. Ist der Verschluss durchdrungen, wird das Gerät im Körper weiter bis über das Schlüsselbein geschoben. Mit Hilfe eines auf der Haut platzierten Metall-Zielringes und eines Röntgen-C-Bogens bohrt sich an der richtigen Stelle das Ende des Geräts von innen nach außen. An dem Ende des Geräts wird eine sog. Split-Kanüle fixiert und mit dem Gerät bis in den rechten Herzvorhof gezogen. Über die Split-Kanüle wird schließlich der Katheter eingeführt und die Kanüle entfernt. (PID der Stadt Wien, 04.03.2020)

„Takeda“ hat heute mitgeteilt, dass mit der Entwicklung eines polyklonalen Anti-SARS-CoV-2-Hyperimmunglobulins (H-IG) zur Behandlung von Hochrisikopersonen mit COVID-19 begonnen wurde, während gleichzeitig untersucht wird, ob die derzeit auf dem Markt befindlichen Takeda-Produkte und Pipeline-Produkte wirksame Behandlungen für infizierte Patienten sein können. SARS-CoV-2 ist das Virus, das COVID-19 verursacht. (Takeda Pharmaceutical Company Limited, 04.03.2020)

Hyperimmunglobuline sind aus Plasma gewonnene Therapien, bei denen gezeigt wurde, dass sie bei der Behandlung schwerer akuter viraler Atemwegsinfektionen wirksam sind und eine Behandlungsoption für COVID-19 darstellen können. Als Anbieter von aus Plasma gewonnenen Therapien verfügt Takeda über das Know-how, um ein potenzielles polyklonales Anti-SARS-CoV-2-H-IG zu erforschen, zu entwickeln und herzustellen. Das Programm läuft unter dem Namen TAK-888. Der Bedarf an Plasmaprodukten steigt laufend und ihre Einsatzgebiete erweitern sich auch. Plasma-basierte Therapien sind wichtige, lebensrettende Medikamente, auf die sich täglich Tausende von Menschen mit seltenen und komplexen Krankheiten verlassen. (Takeda Pharmaceutical Company Limited, 04.03.2020)

Das Corona-Virus breitet sich auch in Österreich immer weiter aus. Noch gibt es viele Fragezeichen im Umgang mit dieser akuten Situation bei Ärzten, Praxispersonal, in Kranken­häusern und natürlich bei den Bürgern. (CompuGroup Medical, 04.03.2020)

Schweiz

Die Kosten im Schweizer Gesundheitssystem ließen sich um bis zu 100 Mio. CHF verringern, wenn bei Biotechnologie-Medikamenten vermehrt Nachahmerprodukte eingesetzt würden. Sog. „Biosimilars“ sind mit Hilfe moderner Biotechnologie hergestellte Nachahmer-Medikamente von nicht mehr patentgeschützten Originalpräparaten. Sie haben eine vergleichbare Wirksamkeit wie Sicherheit und können die Originalmedikamente ohne Einbußen bei der Behandlungsqualität ersetzen. Dabei sind sie sogar bis zu 25  % günstiger. (Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, 04.03.2020)

Liechtenstein

Die Regierung Liechtensteins hat Abänderung des Krankenversicherungsgesetzes und des Unfallversicherungsgesetzes  verabschiedet. Demnach beinhalten die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen die Befreiung von der Kostenbeteiligung bei Mutterschaft, die erleichterte Schaffung von Versorgungsnetzen, die Angleichung des versicherten Verdienstes beim Krankengeld an die Definition gemäß Unfallversicherungsgesetz, die Kontrolle der Versicherungspflicht für Krankengeld und Unfall, die Entschädigung von Versicherungsvermittlern, die gesetzliche Verankerung der Maßnahmen bei Zahlungsverzug sowie die Auszahlung der Prämienverbilligung an die Kassen. (Fürstentum Liechtenstein, 04.03.2020)