Schulmedizin aktuell am 3. Februar 2020

Welt

GSK Onkologie fokussiert sich darauf, das Überleben von Menschen, die an Krebs leiden durch transformative Medikamente zu maximieren. Die Pipeline von GSK konzentriert sich dazu auf 4 Bereiche: (1) Immuno-Onkologie: Nutzung des körpereigenen Immunsystems zur Krebsbehandlung. (2) Zelltherapie: Modifizierte, menschliche T-Zellen zur Krebsbehandlung. (3) Krebs-Epigenetik: Modulation des Epigenoms, der Information, die steuert, wie die DNA abgelesen und verwendet wird, um krebshemmende Wirkungen zu induzieren. (4) Synthetische Letalität: Wirkstoffe, die bei bestimmten Tumorzellen die DNA-Reparatur unterbinden, gesunde Zellen aber nicht tangieren. (GlaxoSmithKline Pharma GmbH, 03.02.2020)

Auf unseren Händen befinden sich ca. 10 Mio. pathogene Mikroorganismen. Eine gründliche und sorgfältige Händehygiene ist daher nach jedem Toilettengang besonders wichtig, zumal sich 47 % der Krankheiten vermeiden ließen, wenn man sich die Hände gut wäscht. Laut WHO werden ungefähr 80 % aller Infektionskrankheiten über die Hände übertragen. Bakterien können dabei 24 Stunden überleben. (CWS-boco Suisse SA, 03.02.2020)

Europa

Solarien verursachen in Europa pro Jahr bei etwa 3.400 Menschen den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. UV-Strahlung nämlich verursacht neben der gewünschten Bräunung binnen Sekunden Schäden im Erbgut der Hautzelle. Aus solch geschädigten Zellen kann sich auch Jahrzehnte später noch Hautkrebs entwickeln. Die Hautbräune stellt lediglich eine Schutzreaktion der Haut dar und ist kein Zeichen von Gesundheit.  (Deutsche Krebshilfe, 03.02.2020)

Deutschland

Der Kampf gegen Krebs ist eine komplexe gesellschaftliche Aufgabe. 2020 dürfte es in Deutschland rund 510.000 neu diagnostizierte Fälle geben. Hauptgrund für diese Entwicklung ist laut Robert Koch Institut die Alterung der Gesellschaft. Zu den Standardtherapien gehören heute u.a. noch die operative Entfernung des Tumors, Chemotherapien und Bestrahlungen. Jedoch kann auch das körpereigene Immunsystem unter bestimmten Voraussetzungen manche Krebsarten selbst bekämpfen. Antikörper-Konstrukte, die Amgen in der BiTE-Technologie nutzt, liefern diese notwendige Unterstützung. (Amgen GmbH, 03.02.2020)

Die stärkste Waffe dabei sind spezielle Abwehrzellen des Immunsystems, die sog. T-Zellen. Sie bekämpfen Bakterien sowie durch Viren infizierte oder entartete Zellen, wodurch sie zur Vorbeugung und Heilung von Krankheiten beitragen. Bösartige Krebszellen entwickeln allerdings häufig Mechanismen, mit denen sie vom Immunsystem unerkannt bleiben oder eine effiziente Immunantwort unterdrücken. Damit T-Zellen auch diese Krebszellen erkennen und zerstören können, benötigen sie biotechnologisch hergestellte „Helfermoleküle“ wie die Antikörper-Konstrukte namens BiTE (Bispecific T-Cell Engager). (Amgen GmbH, 03.02.2020)

BiTE-Antikörper-Konstrukte sind mit 2 unterschiedlichen Bindungsstellen ausgestattet, mit denen sie gleichzeitig an Krebs- und T-Zellen andocken können. Dank dieser Verbindung können T-Zellen zuvor unerkannte Krebszellen identifizieren. Dabei nutzen die BiTEs eine spezifische Struktur auf der Oberfläche der Tumorzellen, das sog. Tumorantigen. Nachdem sie sich mit dem BiTE verbunden haben, perforieren und zerstören die T-Zellen die Tumorzellen. Dabei kommt es zu einer Vermehrung der beteiligten T-Abwehrzellen. So entstehen immer mehr T-Zellen, die mit Unterstützung der BiTE-Antikörper-Konstrukte auch immer mehr Krebszellen zerstören können. (Amgen GmbH, 03.02.2020)

Weil die künstliche UV-Strahlung von Solarien ein Krebsrisikofaktor sein, fordern die Deutsche Krebshilfe gemeinsam mit der ARGE Dermatologische Prävention ein Verbot von Solarien in Deutschland. (Deutsche Krebshilfe, 03.02.2020)

Während in Deutschland der Anteil an verschreibungspflichtigen Medikamenten im Versandhandel noch unter 1 % liegt, kaufen immer mehr Patienten ihre verschreibungsfreien Produkte im Internet. Das führt zu sinkenden Umsätzen für stationäre Apotheken. Wohin dann die Reise gehen könnte, zeigt das Beispiel Schweden: Dort ist der Online-Verkaufsanteil an verschreibungspflichtigen Medikamenten bereits mehr als 10 Mal so hoch wie in Deutschland. Findet in Deutschland eine ähnliche Entwicklung statt, dann wird dies den Rückgang der Anzahl an Vor-Ort-Apotheken weiter beschleunigen. Einen Ausweg aus dieser Misere bieten die geplanten Apotheken-Plattformen. Sie stellen für viele stationäre Apotheken die einzig realistische Möglichkeit dar, an dem wachsenden Online-Markt zu partizipieren. (Simon-Kuchar & Partners GmbH, 03.02.2020)

Am 9. Feb. 2019 ging in Deutschland das securPharm-System für die Umsetzung der EU-Fälschungsschutzrichtlinie in Apotheken, Kliniken, pharmazeutischen Großhandlungen und Pharmafirmen an den Start. Nahezu alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel, die seitdem in Verkehr gebracht werden, müssen zusätzliche Sicherheitsmerkmale -- einen Erstöffnungsschutz und eine individuelle Packungsnummer -- tragen und werden noch einmal auf Echtheit geprüft, ehe sie den Patienten erreichen. Nunmehr hat das digitale Fälschungsschutzsystem mit über 1 Mrd. Arzneimittelpackungen mit neuem digitalen Schutz und täglich über 6 Mio. Scans in Apotheken und Großhandel ein gelungenes 1. Praxisjahr hinter sich. (securPharm, 03.02.2020)

Österreich

Die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen ist in Österreich von 2009-2020 auf 41.299 Fälle pro Jahr angestiegen. Das ist ein Plus von 8 %. Experten erwarten bis 2030 einen Anstieg auf 43.706 Erkrankungen pro Jahr und 14 %. … Vielversprechende Innovationen gibt es auch im Bereich der Nuklearmedizin, die bislang primär zur Diagnose eingesetzt wurde. Neu sind hier sogenannte theranostische Konzepte, die wie eine zielgerichtete Bestrahlung von innen wirken. Bei diesen Verfahren werden sehr niedrig dosierte Medikamente verabreicht, die an einer bestimmten Zielstruktur am Tumor binden und mit einem radioaktiven Atom versehen wurden. So können Zielstrukturen an Krebszellen mit Hilfe dieser sogenannten Radiopharmaka dargestellt und unter Austausch der radioaktiv wirksamen Substanzen direkt therapiert werden. Die Therapie ist hocheffizient und nebenwirkungsarm: Da die Medikamente gezielt an der Krebszelle andocken, gelangt die Strahlung direkt zum Tumor und tötet ihn ab, ohne andere Strukturen zu sehr zu schädigen. (MedUni Wien, 03.02.2020)

Die CAR-T-Zell-Therapie gilt als entwicklungsfähigste zelluläre Therapiemethode im Kampf gegen Krebs. Neben den Universitätskliniken Graz, Salzburg, Innsbruck und Wien ist das Ordensklinikum Linz Studienpartner dieser neuartigen zellulären Krebsimmuntherapie, die bei bösartigen Bluterkrankungen eingesetzt wird. Sprechen bestimmte Formen von Leukämie, Lymphknotenkrebs oder andere Krebserkrankungen des Knochenmarks nicht ausreichend auf die medikamentöse Tumortherapie an, oder kommt der Krebs nach der Behandlung wieder, ist eine intensive Chemotherapie mit anschließender Blut-Stammzellentransplantation oftmals die lebensrettende Maßnahme. Österreichweit wurden im Jahr 2018 insgesamt 593 (358 körpereigene und 235 körperfremde) Stammzelltransplantationen durchgeführt. (Ordensklinikum Linz -- Barmherzige Schwestern Elisabethinen, 03.02.2020)

In der CAR-T-Zell-Therapie werden zunächst T-Zellen aus dem Blut des Patienten gewonnen, die dann im Labor gentechnisch so verändert werden, dass sie ein Protein, sog. chimäre Antigenrezeptoren (CAR) auf ihrer Oberfläche bilden, die gegen krebsspezifische Oberflächenproteine auf den Krebszellen gerichtet sind. Die Immunzellen werden somit künstlich gegen den Krebs scharf gemacht, indem sie die Krebszellen durch den chimären Antigenrezeptor erkennen, sich an diesen binden und diese in weiterer Folge abtöten. Die CAR-T-Zellen werden dem Patienten über die Blutbahn infundiert, wo sie sich idealerweise vermehren und zu einer heftigen und lang anhaltenden Immunreaktion gegen den Krebs führen. (Ordensklinikum Linz -- Barmherzige Schwestern Elisabethinen, 03.02.2020)

Laut dem nationalen Krebsregister erkranken jährlich in Österreich etwa 40.000 Menschen an Krebs. Die häufigsten Diagnosen waren bei Frauen Brustkrebs und bei Männern Prostatakrebs. Beide Krebsarten sind bei früher Erkennung mittlerweile sehr gut behandelbar, jedoch hat Lungenkrebs generell noch immer eine sehr schlechte Prognose. (AstraZeneca Österreich GmbH, 03.02.2020)

Ein Leistenbruch oder Bruch der Bauchwand darf nicht unterschätzt werden, denn Leistenbrüche bilden sich leider nicht wieder zurück. In der Regel werden sie im Laufe der Zeit sogar größer. Akute Gefahr besteht dann, wenn der Darm eingeklemmt wird. Ein Weichteilbruch, der im Bereich der Bauchwand, des Nabels und der Leisten vorkommt und als schmerzhafte Vorwölbungen sicht- oder tastbar wird, sollte daher so schnell als möglich operiert werden. (Franziskus Spital Wien, 03.02.2020)