2. September 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß „ohne Geist“. Unter Demenz werden über 50 verschiedene Störungen der Gehirnleistung zusammengefasst. Demenz ist also ein Überbegriff und nicht gleichzusetzen mit der Krankheit Alzheimer. Genauer gesagt: Alzheimer ist mit rund 2 Drittel aller Fälle die häufigste Form der Demenz. Weitere Krankheiten von Demenz sind z.B. die Vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen Demenz und die Frontotemporale Demenz. (Alzheimer Forschung Initiative, 02.09.2019)

Europa

Auch im Schuljahr 2019/20 erhalten Europas Schüler wieder Milch, Obst und Gemüse im Rahmen des EU-Schulprogramms. 2017/18 hatten davon 20 % aller Schulkinder in der EU profitiert. Für 2019/20 werden erneut 250 Mio. € bereitgestellt, darunter 145 Mio. € für Obst und Gemüse und 105 Mio. € für Milch und Milchprodukte. (EU Kommission, 02.09.2019)

Deutschland

Immer mehr Menschen in Deutschland diagnostizieren sich mit Hilfe von Google oder Gesundheit-Apps selbst und greifen anschließend zur Selbstmedikation. So sagen 21 % der männlichen Führungskräfte in Deutschland, dass ihnen Google und andere Quellen bei medizinischen Fragen „häufig“ helfen, für die man früher einen Arzt konsultiert hätte. Bei den weiblichen Führungskräften sind es sogar 25 %. Ebenso viele bestellen auch Medikamente im Internet, ohne davor einen Arzt zu konsultieren. (Max Grundig Klinik Bühlerhöhe, 02.09.2019)

Diabetes ist in Deutschland zu einer Volkskrankheit geworden. Schätzungsweise 8 Mio. Diabetiker hat das Land. Vor allem Übergewicht und Bewegungsmangel verstärken das Risiko einer Erkrankung daran. (Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, 02.09.2019)

Bild: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Der Einnahmezeitpunkt hat ebenfalls Einfluss auf die Wirksamkeit eines Arzneimittels. Kortisonpräparate etwa wirken morgens am besten. Auch entwässernde Mittel sollte man morgens einnehmen, weil sie sonst die Nachtruhe stören. Medikamente, die müde machen, sollten dagegen abends eingenommen werden. (Apotheken Umschau, 02.09.2019)

Mit etwa 300 Fällen pro Jahr sind Meningokokken-Erkrankungen zwar verhältnismäßig selten, können aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Eine Erkrankung führt in 66 % der Fälle zu einer Meningitis (Gehirnhautentzündung), in 33 % kommt es zu einer Sepsis (Blutvergiftung). … Bei einer Meningokokken-Sepsis werden die Bakterien auf dem Blutweg in alle Organe verteilt. Dort kann es rasch zum Organversagen und typischerweise zu einer Störung der Blutgerinnung kommen. Als Folge entstehen flächenartige Einblutungen in der Haut. Dadurch können Gliedmaßen absterben, die in manchen Fällen amputiert werden müssen. Die Sterblichkeitsrate beträgt insgesamt ca. 18 % , bei komplizierten Verläufen ca. 33 %. (GlaxoSmithKline GmbH, 02.09.2019)

In Berlin wurde der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) gegründet. Den Vorsitz übernehmen Michael Kaib (Vorstandssprecher Reemtsma) und Hans-Josef Fischer (Geschäftsführer Heintz van Landewyck) als Doppelspitze. (BVTE, 02.09.2019)

Die neue Doppelspitze des neuen BVTE. (Foto: Chr. Kruppa)

Österreich

Im Sinne von „Sportstätten sparen Krankenbetten“ sprechen sich 4 von 5 Österreichern für eine verpflichtende Öffnung von Schulsportstätten aus. Das ist ein klarer Auftrag an die Politik. … Könnte die Anzahl der Menschen, die sich ausreichend bewegen, durch weitere Sporteinheiten langfristig um nur 10 % gesteigert werden, wären laut einer Studie von Sports Econ Austria jährlich Einsparungen von bis zu 117 Mio. € möglich. (Sportunion, 02.09.2019)

Die T-Prolymphozyten-Leukämie (T-PLL) ist die bösartigste Form aller bekannten Arten von Leukämie. Obwohl es mittlerweile viele Krebsmedikamente gibt, sind die therapeutischen Erfolge für T-PLL-Patienten gering. Sie entsteht aus entarteten reifen T-Zellen, ist allerdings auch sehr selten und gilt als „Orphan Disease“ (seltene Erkrankung). In Österreich gibt es pro Jahr nur 40 Neuerkrankungen, wobei zumeist Patienten jenseits der 60 betroffen sind. (MedUni Wien, 02.09.2019)

Schweiz

Die Schweiz hinkt der angestrebten Durchimpfungsrate von 80 % bei 16-jährigen Mädchen zur Prävention vor HPV-bedingten Krebsarten deutlich hinterher. Dabei geht es um Erkrankungen wie etwa Vulva-, Vaginal- und Gebärmutterhalskrebs sowie Krebs im Analbereich. Aktuell liegt die Durchimpfungsrate bei nur 56 %. Die Situation in der Schweiz ist maßgeblich auf eine Informations- und Wissenslücke zurückzuführen. So gehört die Schweiz zusammen mit Deutschland und Österreich zu den Ländern mit dem geringsten HPV-Bewusstsein in Europa. Nur jeder 2. Eidgenosse kann mit der Abkürzung „HPV“ etwas anfangen. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass das Risiko einer HPV-Infektion, zumindest 1 Mal im Leben, bei 75 % liegt. (Merck Sharp & Dohme AG, 02.09.2019)

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